![]() | 22. Dezember 2011 Kann man seine Neigung üben? Hallo liebe BDSM - Gemeinde, Vorab: ich bin absoluter Neuling in der Sache. Habe auch Kontakt zu alten Hasen, aber ich will mal eure Meinung hören. Durch einen dummen Zufall bin ich vor etwa einem halben Jahr an eine devote Masochistin geraten. Und schlagartig war mir klar, was ich will. Habe ein wenig mit mir gehadert und wollte mich drücken, lässt mich aber nicht mehr los das Thema. Freundlich bestimmte Erniedrigung und Schmerzen zufügen stößt einfach ein unglaubliches Tor in mir auf, anders kann ich das nicht ausdrücken. Ich komme da nicht mehr dran vorbei. So, ich habe sogar eine Partnerin die ich (leider nur sehr) gelegentlich dafür "benutzen" (genau das richtige Wort) kann, aber jetzt meine Frage: Kann man das üben? Mein Problem ist, daß ich während der ganzen Sache etwa alle drei bis fünf Minuten total raus komme. Da steigen dann so Sachen in mir Hoch wie: sie wird Dich nicht mehr mögen wenn Du das tust! Das darf man nicht! - und so weiter. Das bringt uns, besonders mich, total raus. Meine Partnerin hat auch keine Ahnung, die hat das Problem nicht und ist genauso Anfängerin wie ich. Sind das übliche Startschwierigkeiten? Ist das Übungssache? Muss man lernen sich zu überwinden? Geht es anderen auch so? Stehe da ein wenig ratlos. Bedanke mich schonmal für Eure Meinung/Anregung |
![]() | 22. Dezember 2011 Also mach Dir da keine Sorgen. Je länger Du das machst, desto sicherer wirst Du dabei werden. Hemmungen werden fallen. Nur eines ist wichtig, geht den Weg zusammen und sprecht viel miteinander, dann könnt Ihr alle Probleme zusammen überwinden. Ihr werdet noch ganz schön staunen, was Ihr noch alles in dem Bereich erleben werdet, was Ihr euch heute noch nicht vorstellen könnt. Wir wünschen euch auf jeden Fall alles Liebe und gute dafür. |
![]() | 22. Dezember 2011 Aber ja! Ja, das kann man üben. Ich denke, das sind die ganz normalen Irritationen, die auftreten, wenn das eigene Verhalten sogar nicht zu dem passen will, was "man" tun sollte. In der Rolle als Top ist das auch schneller der Fall, denn Du musst es ja auch selbst aktiv tun, nicht nur ertragen. (Bei Sub kommen diese Gefühle eher hinterher - "was lasse ich da mit mir machen?") Insofern würde ich tatsächlich einfach dranbleiben und "üben". Wenn man erlebt, dass man hinterher immer noch gemocht wird, ein guter Mensch ist, dann lassen diese Störungen im Kopf recht schnell nach. Ach ja, Nicht vergessen: Viel miteinander reden kann wirklich viel bringen! Dann weißt Du sicher, was in ihr vorging, und dass es ok war - und erfährst genauer, wo ihre Grenzen liegen. Irgendwann wirst Du Dich dann auch mit Deinen Grenzen beschäftigen müssen. Was geht für Dich, was fällt schwer und kostet Kraft / Überwindung? Was steckt dahinter? Aber ich denke, dass kommt erst etwas später. Bei all dem nicht vergessen: Es soll auch Freude bereiten. Viel Spaß! |
![]() | 22. Dezember 2011 Der Fluss im Spiel ist durchaus schwierig zu halten. Wenn es Dir gelingt sie wahr zu nehmen, dann merkst Du ob sie noch dabei ist. Und ansonsten, wenn sie dir ernsthaft böse würde, weil Du Ihre Grenzen überschritten hast, dann kann sie immer noch das Safeword benutzen. Und wenn sie gut ist, dann wird sie dir genau deine Schwächen vorwerfen und behaupten sie wird dich verlassen und anzeigen wenn Du so weiter machst. Und inständig hoffen, dass Du genau das tust. Also lerne auf auf sie zu achten und Du brauchst keine Zweifel haben. |
![]() | 22. Dezember 2011 Hallo Moleskine71, Wege entstehen beim Gehen. Tun, Fühlen, Reden! Lieben Gruß von einer ebenfalls blutigen Anfängerin (die es genießt, wenn sie im Flow ist, dafür andere Schwierigkeiten meistern muss). |
![]() | 22. Dezember 2011 ups das geht ja schnell hier danke für die ersten Eindrücke. Mich beschleicht da auch der Verdacht, das da noch eine Menge auf mich wartet. Und ja, den emotionalen kontakt zu ihr halten ist überhaupt kein Problem. Klar reden wir. Mehr als alles andere. Uns fehlt allerdings sozusagen noch ein wenig die sprache und wir wundern uns die ganze Zeit was passiert. Übringens weiß ich genau wo es her kommt, da muss ich nicht lange überlegen. Die Ursachen und tieferen Beweggründe sind mir total klar. Etwas schräg, ist aber so. |
![]() | 22. Dezember 2011 Echt? Du hast da Beweggründe für? Ich nicht... oder doch: Ich will das und es macht Spaß! Klingt komisch, ist aber auch so. |
![]() | 22. Dezember 2011 Ja Üben, üben, üben. Wer kennt das nicht. Mal ganz schlau: Schau auf die andere, schau auf dich, sei radikal ehrlich und offen, geh den Dingen nach, sei aber auch nachsichtig mit dir. Welcome to the club! |
![]() | 22. Dezember 2011 Die beste Medizin dagegen ist, sie mittendrin zu fragen, ob noch alles in Ordnung ist. In 9 von 10 Fällen wirst du, erst recht wenn es ihr gerade gefällt, ein entrüstetes Gesicht dabei ernten, wie du denn bloß auf die Idee kämst dass nicht alles in Ordnung wäre Ich sage als Passiver jenen, die mit mir zu tun haben, auch gerne und oft "mach dir keinen Kopp, wenn mir irgendwas zu weit ginge, werde ich das schon sagen, keine Sorge." Da ich aber weiß wie schwierig es ist sich das einzugestehen und wie oft man mittendrin auch mal erschrecken kann (das weiß wiederum meine aktive Seite sehr gut Insofern kann ich dir guten Gewissens sagen: Mach dir keinen Kopp. Wenn sie danach wohlig lächelnd (oder auch mal Glückstränen weinend) in deinen Armen liegt, dann weißt du: Du hast alles richtig gemacht. Da kann sie die Minuten / Stunden zuvor noch so sehr wie ein geschundenes Etwas vor dir gelegen haben, gewimmert, sich gewehrt, oder sonstwas: Das Danach ist es, das zählt. Und wenn sie danach dir ein kleines, ernstgemeintes "danke" in die Ohren haucht, dann solltest du dir das im Hirn einrahmen und dort jedes Mal wiederfinden, wenn du mittendrin mal wieder am Zweifeln bist. Viel Erfolg euch beiden! Wenn es nur halb so gut rutscht wie so, wie ich es hin und wieder erlebe, dann habt ihr eine geile Zeit vor euch. |
![]() | 22. Dezember 2011 Danke sehr coole Ansagen hier muss schon sagen, das macht echt Mut und hilft weiter, danke. Meine Partnerin wird mir allerdings nicht besonders lange erhalten bleiben. Sind externe Gründe, aber ist jetzt erst mal egal, ist zwar ein Wermutstropfen aber ich will die Gelegenheit nutzen die sich bietet. Ist ja nicht selbstverständlich, daß man durch einen dummen Zufall jemanden findet der genau zu einem passt. @Omphale - also Beweggründe ist das falsche Wort. Ich weiß wo es psychologisch bei mir her kommt. Ist aber völlig unerheblich. Entlastet eher, weil ich mir völlig gesund dabei vorkomme. Also auf der Bewussten ebene. Diese das darf man nicht und so weiter Botschaften kommen ja aus dem Unterbewußtsein. |
![]() | 22. Dezember 2011 Ich bin sogar der Meinung man "muss" es üben. Ich will nicht Phrasendreschen ("Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen."), aber... doch Abgesehen davon: Wenn das "Rauskommen" für beide stimmig ist und vielleicht gar nicht als solches empfunden wird... Man muss derlei ja nicht krampfhaft durchziehen (Zumindest ich für meinen Teil nicht.) und finde ich es in der Konstellation besser/gesünder als umgekehrt. |
![]() | 22. Dezember 2011 @versuchender ja, ist auch nicht krampfhaft, eher lustig bis hochspannend. Aber es ist eben so ärgerlich immer wieder raus zu kommen und als Anfänger kann man es nicht einordnen. Weil ich habe ein Ziel. Ich weiß wo ich hin will. Ganz ganz genau. Ich bin sehr sehr Zielstrebig und wenn es auf dem Weg hakt, und so früh hakt, ärgert mich das. Und die Zweifel: Man denkt immer wieder: vielleicht bist Du nicht so und bildest Dir das nur ein. Aber ist quatsch, das ist keine Einbildung. Wenn ich mir in meinem Leben immer so sicher gewesen wäre wie jetzt bei meiner Neigung, ach je. |
![]() | 22. Dezember 2011 Hmmm, nur mal so ein Gedanke von mir: Kann es vielleicht sein dass deinem Unterbewusstsein das Ganze n bisschen arg schnell geht wie du dein Ziel vorantreibst und deswegen so ein bisschen aus Prinzip auf die Bremse drückt? Du also mit Absicht drauskommst, weil dir da so ein kleiner Aufpasser in dir "mach mal langsamer, du!" soufflieren möchte? Denn mir fällt, offen gesagt, nur wenig im Leben ein, bei dem mehr der Weg das Ziel ist als SM: Beide wachsen aneinander und genießen den Augenblick, entdecken weiter was mit ihnen und durch sie passiert, und ... werden nie damit fertig sein. Denn wer ein, nur ein Ziel hat, der wird spätestens dann ein Problem haben, wenn er dieses eine erreicht hat. Jenes, sich zu fragen: "Und jetzt?" und vor einem Haufen Nichts stehen. Mir ist es da dann doch lieber, viele vage Ziele vor mir zu haben anstatt eines einzigen klaren. |
![]() | 22. Dezember 2011 Denn mir fällt, offen gesagt, nur wenig im Leben ein, bei dem mehr der Weg das Ziel ist als SM: Beide wachsen aneinander und genießen den Augenblick, entdecken weiter was mit ihnen und durch sie passiert, und ... werden nie damit fertig sein. Danke Hanjie LG IBU |
![]() | 22. Dezember 2011 Weil ich habe ein Ziel. Ich weiß wo ich hin will. Ganz ganz genau. Ich bin sehr sehr Zielstrebig und wenn es auf dem Weg hakt, und so früh hakt, ärgert mich das. das irretiert mich. Wenn du so genau weißt, wo du hin willst, gibt es für deine Sub dann überhaupt eine ehrliche Möglichkeit, dich zu bremsen? Und was ist das Ziel? Kann man das so genau definieren? Hab ich dich falsch verstanden? Ich hatte eine lange Beziehung zu einem dominanten Mann. Die Phase, in der er seine Neigung noch "übte", ausprobierte, entwickelte, war die reizvollste, spannendste in dieser Zeit. Er war verspielt, teilweise unsicher und das war schön. er fragte sehr oft nach, wie es mir geht, und war sehr aufmerksam. |
