Partner hat kein Interesse an BDSM - Gewissenkonflikte

17. Dezember 2011
Partner hat kein Interesse an BDSM - Gewissenkonflikte

Hallo ihr Lieben, ich bin neu hier und trage seit Monaten ein ernstes Problem mit mir rum.

Zuerst möchte ich sagen, dass ich seit ein paar Jahren in einer sehr glücklichen Beziehung bin. Wir hatten dieses Jahr eine Krise, die wir gut zusammen gemeistert haben.

Ich bin sexuell ein sehr aktiver und offener Mensch und kann das an sich mit meinem Partner auch ausleben. Nur gibt es seit ein paar Monaten ein Problem, dass ich mit mir rumtrage und zu keiner Lösung komme *snief*

Ich habe schon vor Jahren gemerkt, dass ich devot bin und viele damit verbundene Dinge sehr mag. Bis jetzt habe ich das nur bedingt ausleben können und es hat mir auch nicht sehr gefehlt.

Der Sex mit meinen Partner ist sehr gut. Ich habe ihm auch schon mehrfach kleine Hinweise in die Richtung gegeben, dass ich drauf stehe dominiert zu werden. Aber mehr als ein paar Klapse auf den Po und mal festhalten, ist bei ihm einfach nicht drin.

So, nun zu meinem Problem an sich:

Ich habe vor einiger Zeit über Freunde jmd kennengelernt. Wir liegen sehr auf einer Wellenlänge und haben uns angefreundet. Da ich ein relativ offener Mensch bin, haben wir uns auch über Sex unterhalten und er kam zum Vorschein, dass er absolut dominant ist und das auch gerne auslebt. Er erzählte mir viel von diesen Dingen und berauschte damit meine Fantasie.

Nun ist es blöderweise so, dass wir uns gegenseitig sehr attraktiv finden und auch ganz schön flirteten.

Mich packte dann schnell das schlechte Gewissen, da ich ein treuer Mensch sein möchte *schiefguck*

Nur leider lassen mich die Fantasien gar nicht mehr los und ich weiss kaum noch ein aus... Es ist als hätte er einen Stein losgetreten, der schon lange wartete...

Ich verlange jetzt hier keine Anleitung/Erlaubnis zum Fremdgehen oder ähnliches...ich bin einfach nur ratlos und erhoffe mir vielleicht Erfahrungen von euch, wie ich damit besser umgehen kann!

Ich danke euch jetzt schonmal!
17. Dezember 2011

Hallo Painfuldream,
erstmal, du bist mit deiner Geschichte kein Einzelfall.:-)

Ich sage dir das, weil mir diese Erkenntnis mir damals geholfen hat, besser damit umgehen zu können.

Du hast geschrieben, dass du deinem Partner durch diverse Andeutungen und kleine Hinweise zu verstehen gegeben hast, dass du gerne dominiert werden möchtest. Wer aber sagt dir, das er diese Hinweise auch so verstanden hat wie du es dir wünscht.;)

Auch ich habe damals gedacht, das meine Hinweise eigentlich deutlich sind. Das meine Frau sie einfach deuten kann, und das ihr nicht darauf eingehen, ein deutliches Zeichen von Desinteresse oder gar Ablehnung ist.

Es ging dann eine ganze Weile gut. Ich konnte meine Fantasien im Zaum halten. Irgendwann war es dann soweit, das auch ich jemanden kennen gelernt habe, der den Stein entgültig ins Rollen brachte. Da ich dachte, meine Neigung mit meiner Partnerin nicht ausleben kann, habe ich mir andere Wege gesucht.

Dadurch haben wir uns aber immer weiter entfremdet und es wäre fast zur Trennung gekommen, bis wir endlich offen geredet haben.

Ich hatte für mich das Glück, dass es bei uns einfach so war, dass meine Andeutungen und Hinweise zwar für mich klar und deutlich waren, für sie aber gar nicht, weil sie sich einfach gar nicht mit dem Thema BDSM beschäftigt hat.

Nachdem wir uns dem Thema dann gemeinsam gewidmet haben, haben wir festgestellt, dass wir unsere Neigungen sehr wohl gemeinsam ausleben können.

Warum ich dir unsere Geschichte hier ausbreite? Weil ich der Meinung bin, ihr solltet reden. Direkt und ohne Andeutungen. Natürlich kannst du auch den Weg gehen und deine Erfahrungen neben deiner Ehe machen. Aber damit nimmst du deinem Partner die Möglichkeit sich mit dir gemeinsam zu entwickeln.

Es kann natürlich passieren, und will ehrlich sein, die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass dein Partner wirklich nichts mit deiner Neigung anfangen kann, du sie mit ihm also wirklich nicht gemeinsam ausleben kannst.

Aber, sollte es so kommen, glaube ich auch nicht wirklich daran, dass du auf Dauer glücklich damit sein wirst, deine Neigungen entweder zu unterdrücken, oder sie heimlich auszuleben und deinen Partner zu betrügen.

Sollte es so kommen, gibt es immer noch verschiedene Möglichkeiten wie du deine Neigung trotzdem offen ausleben kannst. Mit dem Einverständnis deines Partners.

In der Hoffnung das du etwas mit meinem Geschreibsel anfangen kannst.:-)

Liebe Grüße
Bodo
17. Dezember 2011

Ich verlange jetzt hier keine Anleitung/Erlaubnis zum Fremdgehen oder ähnliches..

Sicher?

Ich kann so etwas im Netz niemand raten. Ich bin poly und das im Grunde mind. als Philosophie so lange ich im Dating- und- Beziehungsbusiness bin.
Meine Erfahrungen damit nützen aber jemand der noch mit "eigentlich bin ich ja monogam" hadert reichlich wenig. Für mich und mein Weltbild ist es auch etwas besonderes auf jemand zu treffen mit dem es passt. Und zwar mehr als die sexuelle Ebene. Wenn das so ist und sich im weiteren Verlauf dann nicht als bloße gespiegelte Erwatung herausstellt - ist das etwas so seltenes, dass ich mich freue und sehe welche Wegstrecke ich wie mit der Person zurück legen kann. Nur wirklich monogam ist dieser Weg eben nicht.

Aber wie geschrieben, das wird dir wenig nutzen. Ich habe auch leider keine gute Idee, zu den theoretisch Monogamen.
17. Dezember 2011
die frauen und ihre unverstandenen andeutungen...

gibts nur einen rat:

mädel: männer sind schwer von begriff.

dezente andeutungen, leichte hinweise? wenn du pech hast hat sein fußballverein gerade verloren, dann denkt er eh an was anderes. oder er ist eh schon scharf, dann will er sein gerät so schnell wie möglich versenken. ist auch nicht gut für die aufnahme von informationen.

warum verschämt rumdrucksen? sag ihm einfach ganz klar was sache ist.
irgendwelche andeutungen in den raum stellen und ihn dann raten lassen ob er das jetzt richtig verstanden hat? ist doch keine lösung. oder?

du beschwerst dich darüber das er dich nicht versteht. gibst aber von vorne herein zu, das du auch nichts klares gesagt hast. mhm wer von euch 2 kommuniziert wohl falsch?

bischen mut musst du schon aufbringen, aber den vorwurf an deinen mann, den pack mal schön wieder weg.

viel spaß dabei gruß

Odin
17. Dezember 2011

Jetzt müssten jeden Moment die üblichen Ratschläge kommen in Richtung"Such dir doch einen Spielpartner oder nimm diesen jmd als solchen".

Also:
Normale Beziehung zu deinem Partner und eine devote BDSM "Spiel-Beziehung" zu einem "Dom".

Im sinne von "Deine Neigung muss unbedingt ausgelebt werden!Also teile dich auf!"
18. Dezember 2011

Also, du bist der erste "Rat Geber", H2PaarGT - der offensichtlich keiner war, nur Stänkerei, nicht wahr? *zwinker*

Mich interessiert jetzt einfach mal, was es mit

Ich bin sexuell ein sehr aktiver und offener Mensch und kann das an sich mit meinem Partner auch ausleben.

auf sich hat.
Was heißt das denn konkret? Was ist für dich "sexuell aktiv und offen"? Bedeutet das, dass ihr besonders häufig Sex habt, die Sexstellungen zahlreich sind bei euch, oder wie darf ich mir das vorstellen?

Ich frage nicht ohne Grund so konkret, es geht schlicht um sexuelle Experimentierfreude: Wie sieht es da bei euch beiden denn aus? Probiert ihr einiges aus? Sex an ungewöhnlichen Orten, mal mit Massageöl vorweg, eine Augenbinde mal dabei, im Freien, mal er oben mal du, inklusive Kratzen, beißen, etc. pp.?

Oder beschränkt es sich (was ja nichts Schlechtes ist, du bezeichnest euren Sex ja als sehr guten) auf rein ins Bett, geil aufeinander sein, reinstecken, leidenschaftliches gemeinsames Kommen und gut ist?

Wenn's das Oder ist, wird's natürlich etwas schwieriger, ihm eine "etwas andere Sexualität" nahezubringen - zumal diese Dominant/Devot-Geschichte halt auch noch etwas völlig anderes ist als die Penetration an sich.

Und dann das weiterhin:

Ich habe schon vor Jahren gemerkt, dass ich devot bin und viele damit verbundene Dinge sehr mag.

Welche Dinge denn ganz konkret?

Denn wenn du bei deinem Freund ankommst mit "ich bin devot, sei du mal etwas dominanter", so ganz pauschal, wird er im Zweifel rein gar nichts damit anfangen können.
Gut möglich dass er sich denkt, dass er dich im Bett ein bisschen härter anpacken soll, ein bisschen rauerer Sex, mehr nicht - und gut ist ...

Also, worum geht's für dich? Soll er dich beherrschen, geht es um Schmerzen die er dir zufügt, um Psychospiele (wie etwa, dass du erst kommen darfst wenn er es dir sagt, dass du erst reden sollst wenn er es dir erlaubt, etc. pp.), um Fesseln, um Rollenspiele in denen du ihm die Dienerin für einen bestimmten Zeitraum bist?

Du merkst schon, es ist ein weites Feld. Vermutlich wirst du selbst erst einen Bruchteil dessen kennen, das alles möglich ist in diesem Bereich - und auch selbst noch lange nicht wissen, was da alles geht - oder eben auch nicht geht bei dir.

Mein Tipp ist deswegen so einfach wie kompliziert: Formuliere für dich doch mal konkret was dich bei dieser ganzen dominant/devot-Geschichte spitz macht. Welche Szenen vor deinem geistigen Auge auftauchen wenn du grade dran denkst, was du spannend findest, was dich reizt daran. Ist es nur das Dominieren im Bett oder geht es drüber hinaus? Geht es um Schmerz, um "unten sein", um Machtlosigkeit? Worum geht es für dich konkret?

Je konkreter du es für dich benennen kannst, desto konkretere Beispiele kannst du ihm nennen, was dir im Kopf rumspukt.
Je konkreter du bist, desto konkreter kann er dir auch sagen, ob er es sich vorstellen kann (nach n paar Nächten drüber schlafen), ob er es interessant findet, bzw. vielleicht ja auch, dass er dieses oder jenes echt mal selbst spannend findet, jetzt wo du ihn draufgebracht hast.

Wenn das so gar nicht geht mit ihm und ihr da üüberhaupt nicht zusammenkommt miteinander, dann kommt, irgendwann später, mal H2PaarGTs "Tipp" zum Zug. Da SM nicht wirklich vergleichbar mit Penetrationssex ist, ließe sich dort theoretisch doch was machen, aber das würde ich an deiner Stelle wirklich gaaaanz nach hinten schieben gedanklich.

Bemühe dich erst einmal voll und ganz um deinen Freund und darum, mit ihm auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Chancenlos ist das nämlich definitiv nicht.
18. Dezember 2011

Ich finde auch,dass du ihm ganz klar deine Wünsche sagen und ihm die Möglichkeit geben solltest sich damit intensiver auseinander zusetzen.Vielleicht stellt er sich unter Dominanz/Devotion etwas ganz anderes vor,als du dir wünscht.Bei Interesse seinerseits wird es dann aber immer noch eine Weile dauern,da er vermutlich selber in diesem breiten Feld sich erst einmal finden muss. Auch ist ja die Frage,ob ihr das nur unter euch in einem privaten Rahmen (learning by doing) oder offensiver auf diversen Partys (von absolut harmlos bis relativ heftig) ausleben wollt,bzw. euch erst einmal nur visuelle Eindrücke und daraus resultierende Möglichkeiten für euch beide mitnehmt.
Aber um das "Klartext reden" wirst du bei deinen Wünschen und Sehnsüchten nicht drum herum kommen.
Und das Fremdgehen wäre die schlechteste Variante deiner Vorgehensweise,da sich das Grundproblem deiner Beziehung nicht ändert.Da wir dich hier alle nicht näher kennen und die Wichtigkeit deiner Beziehung,würde ich da auch jetzt schreiben können:
trenn dich vom Ersten und nimm den Zweiten - wäre aber vermutlich keine Option?
18. Dezember 2011
es hängt von deinem Partner ab. . .

Es gibt Partner die mit einer offenen Ansprache umgehen können und das Geschenk der Offenheit zu schätzen wissen.

Es gibt aber auch Partner, für die dies undenkbar ist und damit ein ewiges "ich genüge ihr nicht" Euch fortan begleitet. Auf Dauer kann das die Beziehung zerstören.

Welchen Weg Du auch einschlaegst, bedenke das Ende !

Lorenzo
18. Dezember 2011

Wo bleibt der Aufschrei, der gekommen wäre, wenn das Initialposting von einem Mann gewesen wäre? Wo das übliche "Finde dich damit ab- entweder machst du einen Schlußstrich unter deine Beziehung oder du lebst damit dass sie [in diesem Fall er] damit nichts anfangen kann!"? Aber nein, die Antworten sind hier nicht geschlechtsabhängig... *g*

Joa, was will man da raten? "Kleine Hinweise" sind nicht immer so verständlich für den Empfänger, wie der Sender meint. Sprich' Klartext, sag' deinem Partner, dass du da gerne dominiert werden möchtest, zeig' ihm, was du da so fantasierst. Bislang sperrst du ihn da ja auch aus, was für mich nicht klingt wie jemand, der offen ist. Zumindest das miteinander über solche Sex-Fantasien reden sollte da schon drin sein...
18. Dezember 2011

Wo bleibt der Aufschrei, der gekommen wäre, wenn das Initialposting von einem Mann gewesen wäre? Wo das übliche "Finde dich damit ab- entweder machst du einen Schlußstrich unter deine Beziehung oder du lebst damit dass sie [in diesem Fall er] damit nichts anfangen kann!"? Aber nein, die Antworten sind hier nicht geschlechtsabhängig... *g*

Also, zumindest ich für meinen Teil würde genau dasselbe raten, auch wenn es ein Mann geschrieben hätte.
Dann dass man zu wenig miteinander redet weil man es scheut, konkret zu werden, kennt keine Geschlechtertrennung. Es ist ein universales Problem.

---

Das Thema kommt ja immer wieder auf. Ich rate immer dasselbe, weil ich es für das einzig richtige Vorgehen in diesen Fällen halte:

1) Sage deinem Partner konkret (!), was dich umtreibt, erkläre was du gerne möchtest, so konkret wie möglich.

2) Arbeite mit deinem Partner gemeinsam an einer Lösung, wie ihr dein Bedürfnis in eure Beziehung integrieren könnt und vergiss dabei auch nicht seine Bedürfnisse.

3) Wenn ihr beide merkt dass es diesbezüglich miteinander nicht funktioniert:

a) Kläre für dich, wie wichtig dieses Bedürfnis für dich ist, ob du darauf zu Teilen oder ganz verzichten kannst und/oder willst, weil dir die Beziehung zu deinem Partner wichtiger ist als dieses Bedürfnis.

b) Wenn nein, klärt gemeinsam, ob eine Öffnung der Beziehung eure Beziehung rettet.

c) Falls abzusehen dass nicht, bleibt nichts als die Trennung, da ein Ausleben des Bedürfnisses mit jemand anderem nicht ohne Lügen und Verheimlichen ginge und damit die Beziehung zum Partner eh dann bereits mausetot ist, weil damit der eigene Partner nicht mehr respektiert wird.

Das Vorgehen ist wirklich immer dasselbe!

Der Partner muss erst einmal wissen, worum es konkret geht. Unkonkret klappt's nicht, weil dieses ganze SM-Ding so mit Vorurteilen vollgestopft ist, dass er sich solange nicht ernsthaft dafür oder dagegen entscheiden kann, solange er nicht ganz konkret weiß worum es geht. "Ich stehe auf SM", "ich möchte dass du dominant bist zu mir", "ich bin devot" ist da völlig untauglich, weil da in 99% der Fälle die peitschenschwingende Domina oder der popoklatschende Kerl gedacht wird - was es ja in Wirklichkeit im privaten Bereich schlicht und einfach gar nicht ist.

Wenn er es weiß, kann er sich entscheiden:

* Wenn er sich dafür entscheidet es zu versuchen kann man den Weg gemeinsam gehen, anfangen, und sehen ob sich diese Welt für beide aufschließt und der Partner selbst Seiten an sich entdeckt, die er vorher nicht für sich entdeckt hatte.

* Wenn er sich dagegen entscheidet ("sorry, ich kann es einfach nicht" etc.), dann bleibt übrig zu fragen, wie wichtig es für einen selbst ist. Wenn sehr, dann steht die Beziehung Spitz auf Knopf, in dem Fall ist ein Nachdenken über eine Öffnung der Beziehung unausweichlich. Das gilt dann aber für beide Seiten, also dass er eigene sexuellen Wünsche, bei der sie nicht mitmachen kann oder will, ebenfalls außerhalb der Beziehung ausleben darf.

* Wenn beide sehr monogam sind, dann hilft es nix - dann lässt sich das Bedürfnis nicht ausleben zugunsten der dann ja hoffentlich ansonsten sehr glücklichen Beziehung - es sei denn, sie trennen sich.

---

Das alles ist immer dasselbe! Egal ob ein Mann oder ein Frau das Problem hat, es ist wirklich absolut immer gleich!

Es gibt dann natürlich jedes Mal individuelle Anpassungen die notwendig werden, je nach Lebenssituation. Dass es bei einem Paar, das sich z.B. frisch kennengelernt hat mit Anfang 20 anders zugeht als bei einem, das 30 Jahre zusammen ist, Haus Auto Kinder hat, ist ja klar. Gerade hier erfährt aber 3 a) große Bedeutung, denn je mehr man miteinander aufgebaut hat, desto größer ist die Frage, wie wichtig einem das sexuelle Bedürfnis nach SM/Devotion wirklich ist.

Unterm Strich ist's aber eben trotzdem immer dasselbe. Es muss jeder für sich selbst entscheiden, wie existenziell diese Neigung für einen ist, und wie sehr man sich verbiegen müsste, würde man sie nicht ausleben können, oder ob es doch nur eine kleine Zugabe im Leben wäre, auf die man auch gut und gerne zugunsten einer ansonsten funktionierenden Beziehung verzichten kann. Genauso wie jeder für sich selbst entscheiden muss, wie wichtig einem der eigene Partner ist und das, was man mit ihm aufgebaut hat.

Es gibt hier im Joy viele Beispiele, wo sich teils sogar langjährig Verheiratete deswegen getrennt haben und es für sie die richtige Entscheidung war.
Es gibt aber auch nicht minder wenige Beispiele, in denen die Beichten gegenüber den Partnern stattfanden, sie gemeinsam dann den Weg gegangen sind, diese "andere Welt" gemeinsam kennen zu lernen, und nun ebenso glücklich damit sind.

Welches von beidem hier nun zutreffen wird? Tja, das wird sich zeigen.
So oder so wünsche ich beiden, dass die Entscheidungen, die anstehen, mit Ruhe, Übersicht und auch Liebe zueinander getroffen werden können. *g*
18. Dezember 2011

Achja, kleiner Nachtrag noch: Der andere, dominante Mann ist im Moment natürlich hochattraktiv, weil er das Bedürfnis verkörpert und die Gier danach, es endlich mal kennen zu lernen.

Das muss noch lange nicht heißen dass das mit dem dann auch super rutscht, selbst wenn man es mit ihm mal ausprobieren würde. Da ist der Motor erst einmal nur die Gier, es kennen zu lernen. Logisch, dass es sich da leichter flirtet. Etwas Neues ist immer aufregend, das Wesen des Flirts ist es, genau dieses Aufregende dann noch einmal attraktiver aussehen zu lassen als es in Wirklichkeit vielleicht ist.

Es kann genauso aufregend sein, dasselbe mit dem eigenen Partner zu entdecken. Zwar geht's dann nicht von 0 auf 100, kann es nicht gehen, dafür aber hat auch keiner einen Erfahrungsvorsprung (gut, sie ein bisschen, aber nicht der Rede wert), sodass da beide auf Augenhöhe agieren und Fehler gemeinsam machen können, ebenso wie eigene Erlebnisse für beide neu sind, sodass sich niemand dessen schämen muss, wenn irgendwas nicht sofort klappt.

Denn, das weiß ich aus Erfahrung: Gerade am Anfang geht irgendwas immer daneben. Und sei es, dass ausgerechnet dann der Partner aufs Klo muss, wenn er gerade voll verschnürt vor einem liegt und man eigentlich grade so richtig loslegen wollte. *lach*
18. Dezember 2011

Hm, ich kann das Posting der TE durchaus nachvollziehen. Und das, obwohl ich einen Partner habe, mit dem ich offen über alles reden kann und das auch tue. Auch über meine Gedanken zu BDSM.

Allerdings glaub ich fast, das ist auch eine Kopfsache. Dass das Nein in meinem Kopf größer, mächtiger ist, als es tatsächlich ist. Dass ich - weil wir uns eben schon so lange und so gut kennen - mir das einfach nicht vorstellen kann. Womöglich würde es doch funktionieren? Auch bei anderen Sachen hat er mich schon mit seiner sehr offenen Einstellung erstaunt und wir haben Dinge zusammen gemacht, die hätte ich vor ein paar Jahren niemals für möglich gehalten... *gruebel*

Dann kommt die andere Seite... was ist, wenn man es mit dem eigenen Partner ausprobiert und dann feststellt, es funktioniert nicht? Ist das nicht too much für die Beziehung? Vor allem, wenn man dann unter Umständen jemand anderen findet, wo es besser passt? Ich gebe zu, genau diese Fragen haben mir auch unter den Nägeln gebrannt, bevor wir zusammen andere Dinge ausprobiert haben (nicht BDSM). Da hatte ich auch Angst, es könnte scheitern und das wäre dann der Killer. *zwinker* nachdem es gut funktioniert hat, kann ich über die negativen Auswirkungen nichts sagen...
18. Dezember 2011

Ach hanjie, zieh' dir den Schuh doch nicht an, wenn er dir nicht passt. *zwinker* Der Kommentar war nicht an deine Adresse gerichtet, sondern drückt eher generell die Verwunderung meinerseits aus, wie unterschiedlich hier oft mit Initialpostings umgegangen wird, je nach Geschlecht. Ein Mann wäre hier mitunter alleine für die Überlegung, da was mit der dominanten Bekanntschaft anfangen zu können, in der Luft zerrissen, angezündet und die Asche dann im Winde zerstreut worden. Finde ich befremdlich, weil das Vorgehen im Grunde - wie du ja auch schon sagtest - eigentlich immer das gleiche sein sollte:
1. Mit dem Partner reden, erklären was einen da so interessiert und was man so vor sich hin fantasiert. Konkret, nicht mit Andeutungen und nicht mit undifferenzierten Aussagen (das Thema "allgemeines Bild über SM vs mein eigener SM" hatten wir ja schon vor nicht allzu langer Zeit in einem anderen Thread hier).
2. Einen gemeinsamen Ansatz suchen.
3. Gibt es keinen gemeinsamen Ansatz, muss man eben schauen, wie man weiter verfährt. Damit leben, Beziehung öffnen oder eben trennen.

Drei simple Schritte - und oft genug hapert es schon beim ersten Punkt. Wenn dann noch behauptet wird, man sei sexuell offen, dann klingt das für mich ein bisschen wie Selbstbetrug. Denn kleine Andeutungen sind alles andere als ein offenes Gespräch über Fantasien! Auch beim zweiten Punkt verknoten sich viele unnötig, weil sie nicht nach einem gemeinsamen Ansatz suchen, sondern nach IHREM. Kompromisslos und egoistisch. Und so zäumen diese Leute dann das Pferd vom Schwanz auf, nämlich beim dritten Punkt. Und oftmals ist die Entscheidung längst gefallen und man holt sich bei Fremden im Internet im Grunde nur noch die Absolution dafür.

Ich denke, wenn man jemanden für SM sucht, sollte der erste Blick doch mal ins eigene Bett wandern. Mitunter liegt da schon jemand, der durchaus offen für SM ist... wenn man es mal ansprechen würde.
18. Dezember 2011

Ach hanjie, zieh' dir den Schuh doch nicht an, wenn er dir nicht passt. ;)

Dass ich nicht gemeint war konnte ich mir schon denken, aber erstens konnte ich grade nicht einschlafen *lach* und zweitens wollte ich einfach eh schon mal ganz allgemein das Ganze aufdröseln, darum hab ich's halt einfach mal gemacht. *ja*

Du hast es allerdings sehr viel besser, kürzer und knackiger hingekriegt. Manchmal beneide ich andere einfach mal dafür dass sie sich kürzer ausdrücken können und drei Sätze benötigen für dasselbe, wofür ich zwölf benötige. Meh.

*zwinker*

Schöne Zusammenfassung, HerSub. Ich bin zu 100% derselben Meinung. *ja* *top*
18. Dezember 2011

Als ich damals meine Lebensgefährtin kennen lernte, wollte ich mich eigentlich auf keine Beziehung ohne BDSM mehr einlassen und redete offen mit ihr darüber. Die Chemie passte super und wir harmonierten auch perfekt, doch mit BDSM konnte sie wenig anfangen. Dafür aber um so mehr mit Swingen & PT. Beides erleben wir gemeinsam auch heute noch.

Trotzdem entstand Liebe & Beziehung und wir redeten offen über alles und sie gestand mir zu nicht wegen ihr auf BDSM verzichten zu müssen, ich meine Leidenschaft dabei ausleben zu können. Als Pendant dafür habe ich nichts dagegen, wenn sie unkompliziert ihre Bi-Neigung auslebt sofern es sich ergibt. Das einzige Versprechen dabei sind zeitliche Absprachen um gemeinsame Zeit nicht dürr werden zu lassen.

Wir leben unser Leben unkompliziert miteinander und haben doch die Freiheiten für unsere Leidenschaften und Abenteuer, also ich finde einfach es ist eine Frage der Kommunikation, des Verständnisses und auch der Ehrlichkeit & Klarheit der Gefühle. Grenzen sollten immer da sein und man sollte seine eigenen Grenzen und die einer Beziehung kennen.

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