![]() | 10. Dezember 2011 Bisexualität - klar definiert? Ich eröffne deswegen diesen Thread, weil ich mich selbst in dieser Rolle sehe und ich mir gern die Meinungen anderer zu diesem Thema zu Gemüte führen möchte. Eigentlich bin ich der festen Überzeugung. Dass ich bisexuell sei. Doch es gibt Tage an denen ich nur die absolute Lust auf ein Geschlecht, manchmal auch auf zwei Geschlechter. Natürlich bestimmt die Lust in der Bisexualität, speziell in sexueller Hinsicht. Aber wie sieht die Situation aus - wenn man sich verliebt? Persönlich konnte ich mich noch nicht in einen Herren verlieben. Würde jedoch gern die Erfahrung teilen. Heterosexuell zu lieben ist ja in dieser Welt das allernormalste. Homosexuelle Liebe ist für mich auch das allernormalste - aber gesellschaftliche und soziale Zwänge regieren leider auch das Unterbewusstsein. Meine große Frage ist nun - wie entscheidet ihr? Ist es "wie es der Tag bringt" wonach ihr Liebe und Lust verspürt? Gibt es Zeiträume in denen ihr homo- oder heteroerotischer liebt? Wenn ja, versucht zu erklären woran das liegen könnte. Achja und gleich an die Damen und Herren, die sich ihrer Überzeugung klar sind, an euch ist dieser Thread nicht gerichtet. Vielen Dank. |
![]() | 11. Dezember 2011 Aber ist das nicht bei 'Bisexualität so? Ich meine, manchmal hast Du Lust auf ein Geschlecht und in der nächsten Zeit mehr auf Dein eigenes? Ist bei mir jedenfalls so. Kann man die Lust auf das jeweilige Geschlecht überhaupt steuern? Denke mal nicht. Und wenn Du Dich in einen Mann verliebst, das kannst Du ebenfalls nicht steuern. Es passiert und dann wirst Du es wissen. Aber auf Zwang sich jetzt und heute in einen Mann verlieben ist wohl nicht möglich. |
![]() | 11. Dezember 2011 Mit dem Begriff "Bisexuell" habe ich generell meine Probleme. Zunächst bin ich ja kein Freund der absoluten Zweiteilung der Geschlechter, was aber der Begriff "bisexuell" impliziert. Andererseits wird oftmals interpretiert, dass man als Bisexueller einfach beide Geschlechter mag (und ebenso Kontakt zu diesen braucht). Ich sehe es für mich aber eher so, dass für mich das Geschlecht bei der (Sex-)Partnerwahl einfach keine Rolle spielt. Ob mein Gegenüber nun männlich, weiblich oder etwas fernab dieser beiden Begrifflichkeiten ist, ist mir schnurzpiepegal. Der Mensch muss passen, und da ist es für mich irrelevant, ob da ein Dödel zwischen den Beinen ist, jemand Röcke trägt, etc. Daher finde ich für meine Art der sexuellen Ausrichtung den Begriff "pansexuell" passender. Dieser ist leider nicht all zu verbreitet, und grade in Communities gibt es da eher die Auswahl "hetero, bi, homo". Es gibt ab und zu Tage, in denen habe ich zB speziell Lust auf eine rothaarige TV, die auf Lackkleider steht. Aber das sind kurze Momente, in denen dann ein gewisses Bild im Kopf ist, dass ich gern umsetzen möchte. Ich habe also keine ganzheitlichen homosexuellen oder heterosexuellen Phasen. |
![]() | 11. Dezember 2011 @LostInReverie Danke für den guten Beitrag, dem ist nichts hinzuzufügen. Der Begriff "pansexuell" sollte mehr verbreitet werden. Wir könnten ja auch einen Verbesserungsvorschlag an die Redaktion machen. Ich möchte mich auch nicht in eine Schublade stecken, aus der ich dann nicht mehr rauskomme. |
![]() | 11. Dezember 2011 Okay ich verstehe deswegen heißt der Thread auch "Bisexualität - klar definiert?" Prinzipiell ist es auch egal in welche Schublade man sich stecken lässt - ob jetzt homo-, bi-, inter-, trans-, asexuell, etc. Auch jegliche Kategorisierung halte ich für überflüssig. Obwohl ich gerne ein Wort für mich hätte - obwohl das in jeder Hinsicht nur falsch sein kann. Wie für jeden anderen Menschen auch Man sollte das machen - worauf man Lust verspürt. Doch meine Frage war z.B. steht ihr auf und sagt "heute hab ich es auf Frauen abgesehen?" oder sagt ihr "ich lebe wie es mir gefällt und was der Tag bringt?" Meine Meinung ist es nämlich dass aufgrund emotionaler Ereignisse sich die Orientierung orientiert. Fiktives Beispiel: Ihr hattet Stress mit einer emotional angebundenen Person - doch gerade deswegen aus 'Trotz'(?) fühlt ihr euch zu gerade zu dem anderen Geschlecht hingezogen. Noch ein klischeehaftes Beispiel: Ein Paar trennt sich. Mann betrinkt sich Abends. Man spricht darüber was passiert ist. Dann kommt der vielleicht momentan angebrachte Satz "Wahre Liebe gibt es jedoch nur unter Männern." |
![]() | 12. Dezember 2011 Wenn man es auf den kleinsten Nenner runterbricht – und ich denke das sollte man – ist Bisexualität klar definiert. Über 99% aller Menschen gehören zu einem von zwei Geschlechtern die man körperlich eindeutig zuordnen kann. Wer nur mit Zugehörigen des anderen Geschlechtes Sex möchte, haben will und hat, ist heterosexuell. Wer nur mit dem eigenen Geschlecht Sex möchte, haben will und hat, ist homosexuell. Wer mit beiden Geschlechtern Sex möchte, haben will und hat, ist bisexuell. Soweit die Theorie. Jetzt zur Realität. Da kommt nämlich der Trieb des Menschen sich abzugrenzen ins Spiel. Jeder will anders sein als »die Anderen« und bastelt sich aus seiner persönlichen Ausle[g/b]ung seiner Lust und Sexualität eine eigene Definition und am Besten einen eigenen Begriff. Ich denke dass ich mir zwar meiner »Überzeugung« klar bin, dass du aber etwas anderes meinst, nämlich dass du auf die Entscheidung für einen männlichen oder weiblichen Partner im jeweiligen Fall hinauswillst, so lese ich jedenfalls die beiden Fragen im dritten Absatz. Richtig verstanden? Es gibt durchaus Zeiten in denen ich mehr in die eine oder andere Richtung fühle. Ich merke aber, dass das in lustvollen Momenten mal eben so wieder über den Haufen geworfen werden kann. Da reichen ein Film (nicht mal ein Porno), eine erotische Geschichte oder mein reales Gegenüber in diesem Moment. Dafür habe ich keine auch nur halb so schlaue Erklärung wie für die Definiererei oben. |
![]() | 13. Dezember 2011 Was ich gern einbringen würde in die Debatte ist zweierlei: 1. @Christian_m Ich finde die Definition gar nicht so leicht, eben weil das Leben nicht so gradlinig verläuft. Ist die Zuordnung eine reversible, oder ist es eine Membran, die nur in eine Richtung durchlässig ist? Also wenn ich einmal in meinem Leben und sei es mit 15 meinen besten Freund begehrt habe, bin ich dann mit 60 immer noch bisexuell, auch wenn es der einzige Mann in meinem Leben war? Oder bin ich dann wieder hetero? Sprich: Sammeln sich alle Menschen, die mal einen Anflug von Homosexualität hatten im Bi-Becken? 2. Was mich (nicht von euch) stört in der Bi-/Homo-/Hetero- Diskusison ist, neben der oben ja schön geklärten Zwei-Geschlechter-Matrix, die Vorstellung des "auf Frauen abgesehen habens". Mir geht es so, dass ich mit der überwältigenden Anzahl an Menschen, gleich ihres Geschlechts, GAR KEINEN Sex haben will. Banal sagt ihr, ich dagegen kriege immer wieder die gleiche Szene ab, wenns um homo-/bi-Neigungen geht. Plötzlich haben alle Männer das Gefühl sie wären sofort im sexuellen Fokus... "bloß nicht bücken" @TE Ich würde das nicht an einzelnen Tagen festmachen. Es gibt Tage, da treffe ich gar niemanden mit dem ich Sex haben will. *schmunzelt* Mit Liebe meinst du wahrscheinlich die romantische Liebe? Denn sonst würde ich mal fragen, wie es mit Brüdern und Vater aussieht. Klingt blöd, aber wenn du dich noch nicht verliebt hast, kann das ja unterschiedliche Ursachen haben. So kann es daran liegen, dass du mit dem gesellschaftlichen Konzept von Männlichkeit ein Problem hast, dich also die Rollen die 90% der Männer spielen nicht anmachen. Gepaart mit der oft noch stigmatisierten Homosexualität, kann das so ziemlich jede Verliebtheit ausradieren, ehe sie entsteht. Warst du schon mal in einem Online-Spiel unterwegs wie World of Warcraft? Dort wird viel geflirtet und auf manchen Plattformen (Rollenspiel-Servern) wird darauf verzichtet die Persönlichkeit hinter dem Avatar aufzudecken. Ich will nicht wissen, wieviele hetero-Männer sich dabei in Frauen spielende Männer verliebt haben... ich kenne einige. Was ich damit sagen will ist, dass ich daran glaube, dass Begehren auf biologischer Ebene noch sehr simpel gestrickt ist und dann mit Kultur durchtränkt so kompliziert wird. Wenn du für dich wissen willst, was dafür sorgt das Männer keine Schmetterlinge in die auslösen, dann kannst du es versuchen herauszufinden, in dem du bestimmte Ebenen ausschaltest. |
![]() | 13. Dezember 2011 Ich finde die Definition gar nicht so leicht, eben weil das Leben nicht so gradlinig verläuft. Ist die Zuordnung eine reversible, oder ist es eine Membran, die nur in eine Richtung durchlässig ist? Genau das meinte ich Das Leben, die individuelle Entwicklung der Menschen ist derartig vielfältig und verschieden, dass es darauf hinauslaufen würde, dass es für jeden einzelnen eine eigene Kategorie geben müsste. Wenn zwei sich kennenlernen und die Frage ob die/der andere auch mit Frauen, bzw Männern ins Bett geht geklärt ist, sollte damit auch die Frage hetero-, homo- oder bisexuell abgehandelt sein – und fertig. So denke ich mir das. Deshalb das mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner des biologischen Geschlechtes. Alles weitere ist dann rein individuelles Abgleichen der Wünsche und Vorlieben, aber der Bereich bi/hetero/homo ist dann abgefrühstückt. Ich bin der Meinung, dass die Definition, die ich schon gepostet habe voll und ganz zutrifft und ausreicht. Und ja, damit wäre die große Mehrheit der Menschen »eigentlich« bisexuell. Das wird von vielen Psychologen, Biologen, Verhaltensforschern, Soziologen, etc auch genau so gesehen. Es gibt keine höhere Tierart ohne bisexuelles Sexualverhalten und Fremdgehen. Wenn man sich auf der Welt und in der Geschichte umsieht ist der Mensch kein bischen anders. Das Einzige was Probleme verursacht sind Moralvorstellungen, Schönreden und der menschliche Trieb sich durch Herabsetzen von anderen selbst zu erhöhen. Ich persönlich würde auch der »reversiblen Zuordnung« zustimmen. Wers zB mal ausprobiert und meint es wäre nichts für ihn dann ist das halt so. |
![]() | 13. Dezember 2011 Definition von christian_m nichts hinzuzufügen Christian hat sich erfolgreich an eine Definition von Bisexualität gewagt - und damit eigentlich alles gesagt! Da möchte ich nix ergänzen! zu Eleo: Bisexualität bedeutet nicht, dass du männliche und weibliche Körper zur gleichen Zeit (also parallel) begehrst, sondern, dass du erotische oder verliebte Gefühle bei Männern sowie Frauen empfindest. Wann, wie und warum ist da völlig egal Ich finde es echt verständlich, dass man mit Anfang Zwanzig von seinen hormonellen Stürmen hin und her geschleudert wird. alles gut so Ein Zitat von Shane aus der L-Word-Serie: "Sexuality is fluid, whether you're gay or you're straight or you're bisexual... you just go with the flow." Ich denke nicht, dass sich aufgrund emotionale Ereignisse die Orientierung ändert. Heteros denken dann so, z.B. als Frau: nie wieder Männer mit brauen Haaren, z.B. als Mann: nie wieder Frauen mit großem Busen Vorsätze die bekanntlich zwischen drei Minuten oder drei Tagen halten zu Brynjar: ein interessanter Ansatz, der mich auch beschäftigt Ich finde die Definition gar nicht so leicht, eben weil das Leben nicht so gradlinig verläuft. Ist die Zuordnung eine reversible, oder ist es eine Membran, die nur in eine Richtung durchlässig ist? Also wenn ich einmal in meinem Leben und sei es mit 15 meinen besten Freund begehrt habe, bin ich dann mit 60 immer noch bisexuell, auch wenn es der einzige Mann in meinem Leben war? Oder bin ich dann wieder hetero? Sprich: Sammeln sich alle Menschen, die mal einen Anflug von Homosexualität hatten im Bi-Becken? Ist jedes gleichgeschlechtliche Empfinden gleich "Orientierung" - oder doch "Neigung"? Wikipedia benutzt beide Begriffe bei der Definition von Bisexualität synonym, was m.E. nicht richtig ist. Man hat eine lesbische/schwule/bisexuelle Orientierung, wenn man durch den Geruch und den Geschmack eines Körpers erregt wird, der wie der eigene ist, aber man hat "nur" eine Neigung, wenn man durch eine homoerotische Situation erregt wird, die gerade kickt. |
![]() | 14. Dezember 2011 Klare Definierung Als das man nach der genauen Bezeichnung sucht, wobei sie von allen trotzdem immer wieder anders definiert werden, sollte man viel lieber seinen Wünschen nachgehen, seinen Mut zusammennehmen und es ausprobieren. Wer es einmal ausprobiert hat, der wird so wie ich nie wieder davon loskommen, es ist einfach was sehr schön. Ich wünsche allen das sie den Mut aufbringen, etwas offener werden und sich nicht immer nur von Vorurteilen leiten lassen. Das Leben ist viel zu kurz, als das man alles in Frage stellen sollte. |
![]() | 14. Dezember 2011 Sehr schöne Beiträge und meiner Meinung nach auch zu treffend. Ist man Bi,nur weil man es mal mit dem Gleichen Geschlecht getrieben hat?.Nein man ist für mich Bi wenn der Sex mit beiden Geschlechtern zur Persönlichen Natur eines Menschen gehört alles andere ist Neugier oder Pseudonym. Meine Jüngste Schwester ist Bi seid ihrem 16Lebensjahr,jedenfalls hat sie es sich mit 16 selber eingestanden.Sie sagt immer das es für Sie aber einen Unterschied zwischen Bisexuell un einem Biintresse gibt. Ich frage mich immer warum es bei den meißten die sich als Bi bezeichnen,sich die Bisexuallität nur auf den Sex reduziert?.Warum wird nicht einfach mal der Mut aufgebracht es auch mal im alltäglichen Leben es mit einander zu versuchen?.Wer Sex hat der der kann und wird auch Gefühle zulassen und Liebe kann auch enstehen oder ist eine Gleichgeschlechtliche Beziehung für die meißten doch noch ein Tabu? Bi heißt für mich in allen Lebenslagen für beide Geschlechter offen zu sein. LG.Simen |
![]() | 14. Dezember 2011 Grauzone ... für mich sind die Definitionen von "christian_m" schlüssig. Ich selbst fühle mich hetrosexuell mit einem Schuss Bi-interessiert. Das heisst, dass ich in einer MFM-, MMFF- Konstellation nicht von der Matte springe, wenn mich ein männlicher Mitspieler nicht nur aus Versehen berührt, sondern ich kann da gerne einsteigen. Dagegen wäre mir eine reine MM-Spielerei eher unangenehm.... FTC |
![]() | 15. Dezember 2011 Ich grenze mich überhaupt nicht ab Wenn schon eine Klassifizierung sein muß würde ich mich als Bisexuell einordnen. Ich liebe Frauen und ihre geilen Körper, die leckeren Muschis, die schönen runden Pos und die weichen Brüste mit den Nippeln. Ich bin glücklich verheiratet und wir haben täglich auch nach 20 Jahren mehmals Sex. Und zwischendurch habe ich mit männern Sex, intensiv und ausdauernd. Da liebe ich die Stärke, die Kraft, die schwönze mit den Hoden, die kleinen Pos, die Muskeln. Mit Männern habe ich am liebsten passiven Sex, lasse mich am liebsten anal nehmen und blase irsinnig gerne. Für mich ergänzt sich beides optimal und ich mache mir da keinerlei Gedanken drüber ob das normal ist. Für mich ist die Art zu leben. |
![]() | 18. Dezember 2011 Bisexuell zu sen, heisst für mich nicht, ständig mit Männlein oder Weiblein herumzuficken, sondern beschreibt nur die Orientierung, sich in beide Geschlechter zu verlieben... Wobei auch das egal ist, man verliebt sich IMHO eh in einen speziellen Menschen und nicht in dessen Geschlecht. noxx |
![]() | 18. Dezember 2011 bi Während sich hier Foristen darüber streiten was Bi Sexualität ist und dabei die Schönheiten des Leben vernachlässigen, tue ich es lieber mit Frauen und Männern. Für mich ist es in erster Linie meine und die der Freuden anderer damit nachzugehen, Spaß und Freude am Leben zu haben, ohne dabei die richtige Definition gefunden zu haben. Ich wünsche allen einen schönen vierten Advent. Ein Bi-Freund der nicht nur darüber spricht, sonder es auch macht. heute am späten Nachmittag werden wir es wieder gemeinsam machen und uns köstlich darüber amüsieren, dass andere dazu keinen Mut finden. |
