Preise und Wert von Fetishartikeln

03. Dezember 2011
Preise und Wert von Fetishartikeln

Es ist wohl nichts Neues dass man als Verbraucher bei jeglichen Produkten die mit Sex zu tun haben fast immer abgezockt wird. Die Marge auf Sexartikel, seien es nun Kondome, Gleitgele oder Vibratoren, ist ordentlich. Beim Thema Fetish macht sich dies nun besonders bemerkbar. Sehen wirs mal ehrlich: Latex ist ein billiges Material und auch die Verarbeitung ist nicht sooo kompliziert...Alltagsgegenstände wie Klinikhandschuhe sind Wegwerfartikel; und schließlich muss normale Kleidung auch genäht werden...
Als Ausrede kommt oft dass Latexware (Fetishware) halt kein Mainstreamprodukt ist und nicht in der Masse hergestellt wird (was sicher stimmt)... Meiner Meinung nach nutzen hier viele Verkäufer auch einfach die Tatsache aus, dass eben dieser hohe Preis der Produkte, diese für die Kunden so wertvoll macht.

Mich würde es interessieren wie sehr sich bei euch der Preis der Produkte auf den von euch gefühlten Wert auswirkt. Ist ein Gegenstand für euch wertvoll weil ihr eben viel dafür bezahlt habt? Oder sind Preis und persönlicher Wert nicht direkt miteinander verbunden? Wärt ihr genauso glücklich über die neuen Latexkleider wenn ihr sie bei H&M für 30€ bekommen würdet?
04. Dezember 2011
Wie denn?

Preis und Wert kann bei Allem differieren...

Denke mal die vergleichsweise geringen Stückzahlen und die Tatsache das Thema Fetisch auch Richtung Luxus geht... wirkt sich ungünstig auf die Preise aus... die großen Ketten, Baumärkte und das www haben aber schon einen gewissen Preisverfall gebracht...

Es gab auch Zeiten das kostete z.B. ein kurzes Video 200 Märker....

Preise ändern sich....halt.... mit der Zeit .... und auch in Zukunft....

Alles Liebe + oyo
05. Dezember 2011
Preiswert

Dem TE muß ich unumwunden recht geben. Die Kalkulationsspannen sind in vielen Bereichen der erotischen Artikel schlicht 'abenteuerlich' und manchmal auch richtig 'unverschämt'.

Ich will hier jetzt nicht diskutieren wer besonders maßlos zulangt. Es muß einfach jeder selbst entscheiden ob der aufgerufene Preis das Produkt auch wert ist.

Oftmals sieht man zuerst nur den Preis, aber das Produkt gefällt. Dann hinterfragt man den Preis und natürlich auch die eigene Motivation eben diesen Betrag auch dafür zu bezahlen. Dann kommt oft der Verstand der dich fragt: Brauchst Du das überhaupt? Ist dir das der Preis wert?
Also man setzt sich mit dem Produkt auseinander! Sehr gut!

Häufig geht es mir dann so, daß ich einige Tage oder auch Wochen verstreichen lasse und mir immer wieder 'das Bedürfnis' vor Augen führe - und wenn ich mir dann ganz sicher bin schlage ich zu!

In der Regel belohne ich mich dann damit für eine besondere Leistung etc. und dann habe ich auch richtig Spaß mit dem Produkt!!!

In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Standpunkte

Rolf
05. Dezember 2011

Dass Sexartikel teuer sind war eigentlich nur ein Einstieg, mir geht es eben wirklich um den empfundenen Wert und wie weit der mit dem Preis in Verbindung steht.

Wärt ihr genauso glücklich über die neuen Latexkleider wenn ihr sie bei H&M für 30€ bekommen würdet?

Wobei diese Frage impliziert dass Latex usw. dann Mainstream wären... Mir fällt immer wieder auf, dass Menschen auf etwas stehen, weil es eben ungewöhnlich und dadurch besonders ist.
Wobei es eben mittlerweile schon jene Fetische gibt (zb Schuhfetisch bei Frauen), über die sich selbst stockkonservative Leute nicht mehr "aufregen".
05. Dezember 2011

Also uns als große Latexfreunde stört diese wahnsinnigen Preise, frei nach dem Motto: "Von den Perversen kann ich es nehmen". Und wenn man dann mal einen Shop gefunden hat, der schöne Teile für "wenig" Geld verkauft und man sich dann mal auf Seiten wie der latexzentrale ein wenig schlau macht, hetzen alle sofort gegen "Billiganbieter".

Uns persönlich verschließt sich der Sinn warum soviel für etwas genommen wird. Die Begründung vieler Hersteller wie zB die Entwicklung würde soviel Geld kosten, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Deswegen wollen wir uns unsere Sachen nun selber machen. Wobei es noch an den Schnittmustern hapert. Wenn du da jemand helfen möchte, gerne eine PN an uns!

Liebe Grüße
05. Dezember 2011

Hab ich ganz vergessen: Zum Thema "wird nicht in so hohen Stückzahlen produziert" kann ja leider auch nicht stimmen, da beispielsweise Orion deutschlandweit die gleichen, industriell gefertigten Teile verkauft und sie im Verhältnis doch noch sehr teuer sind
05. Dezember 2011

Tja, schon mal Latex verarbeitet?

Und, woraus setz sich denn ein Preis zusammen?
05. Dezember 2011

Uns persönlich verschließt sich der Sinn warum soviel für etwas genommen wird.

Weil *LEERSCHLUCK* mehr Gewinn eben besser ist als weniger Gewinn.

Und jetzt, TÄTERÄTÄTÄÄÄ: Herzlich Willkommen in der Marktwirtschaft, wo ein jeder kaufen kann was er will – oder eben auch nicht. Weil, das muss gesagt sein: Niemand wird gezwungen, überteuerten Fetischfirlefanz zu shoppen.

Nun aber zur Ausgangsfrage: Nein, das beeindruckt mich überhaupt nicht, ob ein Produkt teuer war oder nicht. In der Tendenz geben mein Mann und ich lieber etwas mehr aus wenn dafür die Qualität stimmt. Wobei, wenn die neue in London beim Peitschenmacher der Queen gekaufte riding crop eben auch besonders schön zischt und besonders schöne Striemen hinterlässt, dann macht das schon auch Freude.
Aber eine auf einem Frühlingsspaziergang geschnittene Weidengerte ist genauso geeignet und veranlasst uns nicht, uns 'billig' zu fühlen.
Und übrigens: Die Striemen sind genau so hübsch.
05. Dezember 2011

Uns persönlich verschließt sich der Sinn warum soviel für etwas genommen wird.

Weil es bezahlt wird.

Denke mal die vergleichsweise geringen Stückzahlen
Ein Witz?
In Fernost wird das in genau so großer Stückzahl gefertigt wie viele andere Sachen. Und man sieht es solchem Chinamüll auch an.

Peinlich wenn sich manche Leute in solcher "KIK" Qualität auch noch wer-weiss-wie vorkommen...

Andersherum wird aber auch ein Schuh draus, nämlich wenn es manch SM/Fetischfreak eben NUR um diese Poserei und Statusgehabe geht ("hier, habe ich aus xxx, Handarbeit, Walsnussholz, rate mal was das gekostet hat..." uih, jetzt bist du aber mehr Dom als die anderen hier!).
Naja, so ein Gucci/Versace/DG/LVMH Fimmel kann ja auch ein Fetisch sein...hehe...

Aber zum Thema, es wird keiner gezwungen es explizit im Fetish/SM Handel zu kaufen, viele sachen gibts auch woanders, speziell kleine Hardware (Reitsportbedarf, Baumarkt, Tierbedarf, selbst ist der Mann), für Leder gibt es auch andere Geschäfte.
Bei Korsagen siehts natürlich anders aus, aber auch da kann man günstiger feine sachen finden (Gothiczubehör).

Und jetzt, TÄTERÄTÄTÄÄÄ: Herzlich Willkommen in der Marktwirtschaft, wo ein jeder kaufen kann was er will – oder eben auch nicht. Weil, das muss gesagt sein: Niemand wird gezwungen, überteuerten Fetischfirlefanz zu shoppen.

Brilliant. Perfekt gesagt, chapeau!

Wenn die Leute mehr wert auf WERT statt auf Status und Name legen würden, dann wären VIELE Produkte weit günstiger.
bei vielen sachen kommt zwar nicht der "Perversenaufschlag" drauf, aber der Markenname, Ruf, Kultfaktor (gerne aufgebaut durch 3 stellige Werbemillionenbeträge) usw.
und wenn man das erstmal hat bezahlen die Leute auch für minderwertige Dinge zuviel, viel zuviel Geld.
05. Dezember 2011

Der Punkt ist doch, will ich Treteimerware oder will ich Qualität?

Will ich dünnes Latex oder eine haltbare Stärke?

Vernünftige Nähte die halten?

Ich geb da lieber einen € mehr aus und habe was vernünftiges als diesen Billigmist zu kaufen.
05. Dezember 2011

So weit so richtig, blöd nur dass der Billigmist garnicht so billig (günstig) ist und eben dadurch trotzdem eine gewisse Qualität suggeriert...

Bis nach dem zweiten Clubbesuch/Event die Nähte aufgehen oder das Material rissig ist...
05. Dezember 2011

"Mein Haus, mein Auto, mein LLL-Outfit?" Nein, selbst wenn es als Statussymbol gesellschaftlich anerkannt wäre, würde ich es nicht als solches sehen.
Allerdings erwarte ich ein hochwertiges Produkt, wenn ich dafür relativ viel Geld bezahle. Von daher besteht schon ein Zusammenhang zwischen Preis und Wert. Und da hochwertige und haltbare Kleidung aus Latex oder Lack doch nicht ganz so einfach anzufertigen ist, bin ich auch bereit, dafür einen entsprechenden Preis zu zahlen. Für die Anbieter industriell gefertigter Billigware ist das natürlich eine günstige Situation, weil sie ihre Preise recht hoch ansiedeln können.
Dass dagegen manche Händler es sich auch heute noch leisten können, teilweise saftige Perversenaufschläge zu verlangen, ist mir ein Rätsel. Ein Online-Preisvergleich ist doch im Handumdrehen gemacht.
06. Dezember 2011
@Mangawoman

ich bewege mich jetzt seit über 30 Jahren sehr aktiv im Bereich Fetisch und BDSM - und mein Eindruck ist, dass sehr viele Artikel heute WEITAUS günstiger angeboten werden, als in den Anfängen.

Für vergleichbare Stiefel z.B., die vor 30 Jahren "locker" 600 Euro gekostet hätten, zahle ich heute zwischen 50 und maximal 300 Euro... und das, bei massivem Wertverlust des Geldes in dieser Zeit an sich...

Der für mich reale Wert bestimmt sich für mich vor allem durch das Design und die Qualität. Das Design spricht mich entweder an, oder nicht. Was die Qualität betrifft, sind die "billig-Latex-Serien" bei Beate Uhse oder Orion nicht einmal das relativ wenige Geld wert... nach 2-3 Mal Anziehen sind sie in aller Regel reif für den Müll...

Ist qualitativ hochwertige Ware teuer? Das mag jeder für sich selbst entscheiden, wenn er "Ähnliches" in "besseren" Kleidergeschäften aus ganz normalem Stoff findet... die Preise sind dort für Massenware oft deutlich teurer, als für die vergleichsweise geringen Auflagen der Fetisch-Hersteller. Und die Verarbeitungsqualität ist oft bei "normaler Markenbekleidung" immer wieder deutlich schlechter, als bei den Angeboten mancher SCHEINBAR teuren Fetisch-Hersteller.

Lack, Latex und Leder sind nicht annähernd Massenware, wie "normale" Stoffe. Die Verarbeitung ist deutlich aufwändiger, als bei "normalen" Stoffen... ja dann sollten wir doch auch so fair sein, den Anbietern auch die Mehrkosten zu bezahlen... die in aller Regel ohnehin heutzutage nicht mehr unverschämt sind, WENN die Qualität auch stimmt...

Klar können wir nach dem Motto "geiz ist geil" auch die qualitativ hochwertigen Anbieter als Kollektiv in die Knie zwingen... nur... diese Anbieter gibt es dann halt morgen gar nicht mehr... dummer Weise hatten gerat die die Modelle, die wir unbedingt wollten...

Bissal zum Nachdenken,
DocWolf
06. Dezember 2011

Geheimtipp, aber die Insider wissen das sowieso:
Baumärkte und Anglerbedarf-Läden sind wahre Fundgruben für jede Menge Fetisch-/BDSM-Artikel....*fiesgrins*, ok ein wenig Kreativität und Fantasie sollte man mitbringen....
Alles sehr preiswert,ohne den "Perversenaufschlag"...*zwinker*
06. Dezember 2011
@DocWolf

Die billigsten Artikel haben i.d.R. die höchsten Aufschläge.

Dies ist einfach Fakt!

Bei den richtig hochwertigen Stücken wird viel Wert auf das Design, das Material und die Verarbeitung gelegt. Die Gewichtung dieser Faktoren differiert je nach Marke, Hersteller und/oder Produktgruppe.

Ich arbeite in der Modebranche und wir rechnen ganz simpel mit folgenden Formeln:

Billigsektor (KIK + Co.) Faktor 8 bis 12
Premiumsektor (Boss + Co) Faktor 5 bis 7
Schneider/Manufaktur () Faktor 2 bis 4

Gerechnet von der Herstellung bis zum Endverbraucher. Basis ist immer der reine Herstellwert inkl. Material !!!

Ich trage jedenfalls Markenprodukte und kaufe auch oft als Endverbraucher ganz normal im Laden (da ich nicht in allen Produktgruppen Beziehungen habe).

Gruß Pronto

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