![]() | 08. November 2011 Verpasste Chancen Hallo liebe Chancennutzer ;-), Was wäre, wenn? Haben wir uns nicht alle diese Frage bereits gestellt? Silke Maschinger nahm sich einmal des Themas "Verpasste Chancen" an und würde gerne wissen, ob auch ihr Momenten in der Jugend oder allgemein nachtrauert, wo es eventuell besser gewesen wäre, sich anders zu entscheiden (rein auf die Partnerschaft oder die Sexualität bezogen ... also beispielsweise "Monogamie vs. Polyamory", "die plötzlich vergebene große Liebe, der ihr eure Liebe nie gestanden habt", ...)? Und gibt bzw. gab es eurerseits Bestrebungen, diese verpassten Chancen irgendwie nachzuholen? Zur Einstimmung der Artikel von Frau Maschinger: Verpasste Chancen In diesem Sinne: freeman |
![]() | 08. November 2011 mal ganz spontan ... Generell würde ich für mich sagen: NEIN! Ich trauere keiner verpaßten Chance - dann hätte ich damals ja eine Alternative haben müssen - hinterher und meine Entscheidungen waren vielleicht nicht immer die optimalsten, aber in den damaligen Situationen wahrscheinlich die am möglichsten. Durch meine Erfahrungen bin ich so geworden wie ich bin; oftmals bin ich nicht gefragt worden, ob ich mit etwas einverstanden war und ich wurde sehr häufig fremdbestimmt - mal vorsichtig ausgedrückt. Oftmals hat man eben keine Entscheidungsfreiheit..... Nein, und ich würde wahrscheinlich nur ganz wenige Entscheidungen möglicherweise anders treffen - aber es ist geschehen und das macht nunmal das Leben aus. In der Vergangenheit mag einiges schief gelaufen sein, aber dem hinterhertrauern? Definitiv NEIN; lieber nach vorne schauen und im Heute leben, vielleicht aus gemachten Fehlern lernen und versuchen nicht ständig in die gleichen Fettnäpfchen zu treten.... |
![]() | 08. November 2011 Es ist ein Unterschied, ob ich mir etwas wünsche, weil ich etwas nachholen möchte, was ich verpasst habe, oder ob es ein ganz aktueller Wunsch ist. Wenn ich den Wunsch habe etwas zu tun, weil ich das Gefühl habe etwas verpasst zu haben, ist das dann kein aktueller Wunsch? Abgesehen davon frage ich mich, wie viele Paare derart "erwachsen" sind, dass sie so offen und ehrlich mit sich und miteinander umgehen. Ich meine, vielleicht ist mein Weltbild zu nihilistisch oder habe ich überzogene und verkappte Ansprüche, aber... Ich möchte jetzt nicht sagen "Entweder-Oder", aber entweder bin ich (grundlegend) erwachsen und spiele vielleicht in direkten Kommunikationssituationen alte (kindliche) Muster, oder ich bin eben noch nicht (grundlegend) erwachsen und trampel wie ein kleines Kind auf dem Boden und rufe "Ich will, ich will, ich will.". (Die Phasen gibt's ja auch so noch oft genug Im letzten Fall muss Klaus trotz seines Alters erst einmal der erwachsene Mann werden, der er eben noch nicht ist. Erwachsenes Verhalten (nach meinem Verständnis) geht weder mit dem äußeren Erscheinungsbild noch Alter einher. Was die "Was wäre wenn..."-Geschichte angeht: Nettes Spiel, aber für die Vergangenheit verschwendete Liebesmüh. Für die Gegenwart/Zukunft weitaus hilfreicher und gewinnbringender, lässt sich da (handlungstechnisch) nämlich was anders machen. Die Vergangenheit ist Geschichte und kann ich sie maximal anders bewerten. Möglicherweise wäre Klaus schon längst tot, hätte er vor zwanzig Jahren diese oder jene Entscheidung anders getroffen. (Von daher kann er froh sein, dass es so ist, wie es ist, selbst, wenn es ihm vielleicht nicht gefällt.) Und es gibt wohl nur wenige Phasen, wo man lieber tot als alles andere wäre. (Aber auch die gibt es.) Schließlich bereut man meist eher das, was man nicht getan hat, als das, was man getan hat. Wobei hier ja die Frage im Raum steht, ach nein, das führt zu weit... Verpasste Chancen sind das, was sie sind, verpasst. Vom nachtrauern kommen sie nicht wieder. Schade, but that's life. Ob ich das Gefühl habe was verpasst zu haben? Nicht in dem Maße, als dass es mein Leben übermäßig beeinträchtigen würde. Natürlich wäre es wünschenswert gewesen, wäre ich früher dort gewesen, wo ich heute stehe, oder würde ich heute schon dort stehen, wo ich in ein oder zwei Jahren stehe, aber es ist, wie es ist. Und im Großen und Ganzen - auch, wenn einiges (arg) besser sein könnte - bin ich ganz froh darüber und (insgesamt) "ganz zufrieden" mit mir. Was sollte ich schon verpassen? Und selbst, wenn ich etwas verpasse, was wäre so schlimm daran? Es ist, wie es ist |
![]() | 08. November 2011 Ich bin die, die ich letztendlich durch meine Entscheidungen geworden bin. Wenn ich die Vergangenheit wieder und wieder durchdenke und mir überlege, was ich verpasst habe, dann stimmt ja wohl in meiner Gegenwart etwas nicht. Dann bin ich JETZT unglücklich. Wenn es Lebensträume gibt, die ich noch nicht verwirklicht habe, dann kann ich das JETZT tun. Was ist eine verpasste Chance? War der Traum tatsächlich mein Traum zur damaligen Zeit, oder stilisiere ich ihn mit meinem Wissen von heute zu einem nicht erfüllten Traum, zu einer verpassten Chance? Sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen und aussöhnen ist wichtig. Wenn ich zurückdenke, hat mich jede einzelne Entscheidung, die ich getroffen habe, an den Punkt gebracht, an dem ich jetzt stehe. Und ich kann keine von den vergangenen Entscheidungen als schlecht hinstellen. Zu ihrem jeweiligen Zeitpunkt waren sie immer richtig und für mich notwendig. Und heute? Wie ich heute handle, halte ich heute für richtig. Vielleicht denke ich in ein paar Jahren anders darüber, aber dann ist die Entscheidung durch. Ich kann nur an meinem heutigen Punkt stehen und so handeln, wie ich es für richtig halte. Ja, bestimmte Dinge bedaure ich. Trotz allem: Ich habe so gelebt, ich habe es so für sinnvoll gehalten, und es hatte seinen Grund, warum ich diese Entscheidungen getroffen habe. Und ich hielt es für richtig. Im Endeffekt war es auch richtig. Da gibt es ein zwei schöne Sprüche: Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts. Und: The next train is now. |
![]() | 08. November 2011 Gefällt mir, Frau MaschinGer. Muss ja auch mal gesagt werden. wobei der erwachsene Mann stets der Junge ist und bleibt, wenn auch als erwachsener Junge hg D. |
![]() | 08. November 2011 @Rückenwind Ich kann dir leider kein "Danke" für deinen Beitrag aufdrücken, das würde die Sache wesentlich einfacher machen, aber trotzdem stimme ich dir voll und ganz zu. Was macht es denn für einen Sinn, eine was wehre, wenn Frage zu stellen, das Leben war und ist, wie es ist und daran lässt sich im nach hinein nichts mehr ändern. Das einzige, was man tun kann, sich die Zukunft, so positiv wie möglich gestalten und ev. aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. LG Vagabund73 |
![]() | 08. November 2011 Anderer Meinung... Hallo zusammen, ich bin da doch etwas anderer Meinung als meine Vorredner... Ich trauere nicht meiner Vergangenheit hinterher und ich bin auch derzeit wirklich alles andere als unglücklich. Und trotzdem gibt es hin und wieder die Momente, in denen ich mich an vergangene 'verpasste Chancen' erinnere. Nein - ich möchte nichts nachträglich ändern, aber es gibt im Kopfkino spannende Anregungen. Was wäre wenn... ... ich früher gewusst hätte, dass eine ehemalige Tanzpartnerin wochenlang nur darauf gewartet hatte, dass ich den ersten Schritt machen. ... wenn ich in einer unglücklichen Beziehung früher selbst zu mir ehrlich gewesen wäre und die Geschichte früher beendet hätte und als direkte Folge ... wenn ich einer sehr scharfen Versuchung gefolgt wäre (nicht nur platonisch, sondern vollständig...) Ich trauere nicht nach, aber systemisch betrachtet hätte sich das gesamte Umfeld anders entwickeln können. Diese Gedanken finde ich hin und wieder ganz spannend... |
![]() | 08. November 2011 ich sehe das nicht als "andere Meinung", sondern als anderen Aspekt. Solche Gedankenspiele verfolge ich auch. Und sie sind auch spannend. Aber trotzdem bin ich mir bewusst, dass es Gedankenspiele sind. |
![]() | 08. November 2011 sledie: Ich trauere nicht nach, aber systemisch betrachtet hätte sich das gesamte Umfeld anders entwickeln können. Diese Gedanken finde ich hin und wieder ganz spannend... Der Punkt, den man dabei schnell vergisst: Die Worst-Case-Szenarien. Zumal sich manche Puzzleteile manchmal erst Jahre oder Jahrzehnte später bemerkbar machen, im Guten wie im Schlechten. Das Posting hier (Genau dieses!) kann dazu führen, dass irgendjemand in zwei Jahren sich denkt "Hey, den schreib ich an.". Vorausgesetzt ich bin dann noch hier, der JC existiert noch, die Erde wurde noch nicht plattgemacht etc. pp.. Solche Überlegungen sind durchaus reizvoll, aber stellt sich mir immer die Frage: Naja, hätte es denn "ideal" werden müssen. Wer sagt, dass es jetzt nicht auch "ideal" wird? Schaue ich kurz-/mittel-/langfristig. Gibt ja genug, die sich am Wochenende die Birne wegknallen und sich am nächsten Morgen fragen "Was wäre eigentlich passiert, wenn ich mich nicht vollends abgeschossen hätte.". Für die Gegenwart finde ich das weitaus spannender. Was passiert, wenn ich jetzt auf "Antwort speichern" klicke, was würde passieren, wenn ich mir denke "Ach, was für einen Scheiß du wieder geschrieben hast.", alles markiere, lösche und mich trolle?! Wir werden wohl nur den einen Weg verfolgen können. Und mir kribbelt es in den Fingern einfach alles zu löschen und sein zu lassen "Sind einem gegebenen Menschen, unter gegebenen Umständen, zwei Handlungen möglich, oder nur Eine? - Antwort aller Tiefdenkenden: Nur Eine." Abgesehen davon: Es ist egal, wofür man sich entscheidet. Wichtig ist, dass man sich entscheidet. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Wer nicht handelt, wird behandelt. |
![]() | 08. November 2011 Sowas wie verpasste Chancen kenne ich nicht. Würde auch niemals an der Vergangenheit hängen: "Was wäre gewesen wenn..." Das macht nur unglücklich. Ausleben sollte man sich meiner Meinung nach wenn man Lust dazu hat... Schlecht natürlich wenn man verheiratet ist, aber das interessiert heute ja kaum noch. |
![]() | 08. November 2011 kurz und knapp ich würde sagen... hätte ich mich bisher durchs leben geschlafen, dann hätte ich sicherlich den Wunsch endlich mal eine feste beziehung zu haben!! ich habe mich aber anders entscheiden und bin froh diese entscheidung getroffen zu haben! natürlich kommt nach langer zeit der wunsch auf, aber egal wie man es macht. hat man das eine hat man das andere nicht. |
![]() | 08. November 2011 Als guten Film zu diesem Thema habe ich übrigens "Lola rennt" in Erinnerung. Und von wem ist die Filmmusik? Na? Hm? . . . Richtig... Thomas D. |
![]() | 08. November 2011 rueckenwind_69: Als guten Film zu diesem Thema habe ich übrigens "Lola rennt" in Erinnerung. Wo wir aber bei Filmen sind, so hat mich "in jungen Jahren" ( "Mr. Nobody" genießen (!), fühlen, sehen und verstehen. Mehr braucht es nicht, würde ich behaupten. |
![]() | 08. November 2011 Lola hat dreimal die Chance, eine Schlüsselszene ihres Lebens "hinzukriegen". Ich fand's gut gemacht. |
![]() | 08. November 2011 Ich halte nichts davon über vergossene Milch zu weinen. Es ist wie es ist und es ist gut wie es ist. Ich habe in meinem Leben immer nach bestem Wissen und Gewissen entschieden, versucht meiner Linie und dem woran ich glaube treu zu bleiben und blicke, wenn überhaupt, mit dem Gefühl zurück: Und wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, auch mit dem Wissen das ich heute habe, ich würde es immer wieder noch einmal genau so leben. Denn jede Entscheidung die ich getroffen habe, jeder Mensch der mich begleitet hat, jede Erfahrung, ob gut oder bitter hat mich zu dem gemacht das ich bin! Und selbst wenn mich mal das: Was wäre wenn Gefühl überfällt: Es lässt sich nichts mehr ändern. Nichts verbessern, nichts verschlimmern. |
