Wie geht ihr mit behinderungen um?

10. November 2006
Im Jahre 1988...

hatte ich ebenfalls einen Unfall. Eigentlich ist der relativ glimpflich abgelaufen. Ein PKW ist mir hinten drauf gefahren. Ich stand an einer roten Ampel, als sich ein 18 - Jähriger mit einem geliehenen Mercedes 200 D näherte und dabei leider Gas und Bremse verwechselte.
Er schob mich mit meinem Ford Granada mal eben ein paar Meter weiter.
Als es Knallte, hantierte ich nach vorne gebeugt am Autoradio.
Dadurch flog mein Kopf nach hinten, was wahrscheinlich der Auslöser meines Problems war.
Zunächst schien jedoch bis auf den Blechschaden alles normal zu sein.
Habe mich im Krankenhaus untersuchen lassen, da mir der Schädel seit dem Unfall brummte und ich mich nicht wohl fühlte.
Nach 2 Tagen jedoch bekam ich Blasenprobleme. Ich mußte immer von einer Sekunde auf die andere dringend zur Toilette.
Es ist so heftig, daß ich nicht mehr ohne " Unfall " zur Toilette komme.
Konnte es einfach nicht mehr halten.

Mußte zum Urologen, der mich stationär ins Krankenhaus einwies, wo ich 6 Wochen verbrachte. habe an Untersuchungen alles Mögliche mitgemacht.
Nach der Entlassung gab es keine Besserung trotz einiger Versuche mit Medikamenten.

Dann 1 jahr später noch ein Klinikaufenthalt ( 14 Tage ) wegen meiner Blase. Auch dort wurde nichts Besonderes festgestellt.

Seit dem Unfall muß ich Windeln tragen. Mittlerweile hat sich das zum Glück etwas gebessert und ich komme oft ohne Windeln aus.

Dieses Jahr hat mein Urologe dank modernster Technik festgestellt, daß an den " schlechten Tagen " meine Blase auf sehr geringe Urinmengen unheimlich empfindlich reagiert.
Es ist ein Gefühl, als ob die Blase in wenigen Sekunden platzt.

Jedenfalls bin ich seitdem manchmal auf Windeln angewiesen und bekomme die natürlich von der Krankenkasse.

Leider ließ sich der Zusammenhang zwischen Unfall und Inkontinenz nicht beweisen.

LG

Sabine62
11. November 2006
@andruschka

Ich habe mir deinen Text in Ruhe durch gelesen, kannte ja vieles von Dir vom schreiben her.
Niemals hätte ich den Mut dies alles zu bestreiten,ich hätte aufgegeben.
Alle Achtung das du es soweit gebracht hast.Mich berührt sehr deine geschichte und bin einfach stolz auf dich, du schaffst auch noch die anderen Wege zu gehen.
Bin sehr froh dich hier kennen gelernt zu haben und stehe dir immer wieder gerne zur Hilfe.
Weiter so *meinheld*
schmusekatze
11. November 2006

Ich habe nur eine leichte Behinderung, nämlich eine spastische Hemiplegie (ab Geburt).

Ich kann zwar fast alles machen, jedoch darf ich nicht Autofahren, da ich nur 60% undd 90% sehe. Ausserdem kann ich mit der rechten Hand nicht alles machen, und der rechte Fuss ist ca. 2 cm kürzer. Damit kann ich aber ganz normal leben, im Gegensatz zu einer gleichaltrigen Nachbarin bei meinen Eltern, welche das selbe hat wie ich, jedoch etwas schlimmer.

Deshalb bin ich froh, dass ich nur das habe. Ebenfalls hatte ich das Glück diesen Sommer endlich eine Ausbildung beginnen zu können.
13. November 2006
Meine Geschichte

Nun erzähl ich hier jetzt mal meine Geschichte zu meiner Linken schulter.

Ich wurde vor 10 Jahren von unserem Schäferhund angefallen. War im Krankenhaus, wurde behandelt und alles wunderbar.

Hatte immerwieder Beschwerden, die hat aber keiner ernst genommen.

Februar 2005 Hatte ich auf einmal ein Taubes gefühl in der linken schulter, über nacht. Als sich das Taube gefühl verzog hatte ich unglaubliche Schulterschmerzen, irgendwann konnte ich nachts nicht mehr schlafen. Bin zum Arzt gegangen, und der erste der 3 in der Gemeinschaftspraxis meinte es wäre allem anschein nach Arthrose. Er hat gespritzt, die medikamente haben nicht angeschlagen, durch zufall kam ich an einen anderen aus der Praxis, und er meinte, es sie klare sache, etwas mit der Bizepssehne.

Er hat mich dann kurzerhand zum Kernspinnt geschickt. Die schmerzen wurden immer schlimmer, ich hab jeden 2. tag schmerzmittel gespritzt bekommen die mich so richtig schön high gemacht haben. dann kam die diagnose, die komplette linke schulter war entzündet. der OP termin kam auch gleich mit.

bei der OP wurden dann die schliembeutel entfernt, schulter ausgekugelt und an gelenkkopf sowie pfanne die entzündeten flächen leicht abgefräst. die Rotatorenmanchette (die bei dem Hundebiss geplatzt war, die niemand gesehen hatte) geflickt, die entzündete Bizepssehne gerafft) und dann wieder alles zu gemacht. nach 2 monaten durfte ich den arm das erste mal wieder bewegen. musste dann in reha usw....

Dann kam mein Arbeitgeber ins spiel. Da ich mich noch in der ausbildung befand bestand der arbeitgeber auf eine wiedereingliederung, mein arzt war nicht begeistert, aber meinte ok. Was mich teuer zu stehen kam, ende vom lied war, es hat sich wieder alles entzündet, mit inneren blutungen usw.

die Folge war eine 2. OP, in der die Lange Bizepssehne entfernt wurde und der Sehnenstumpf im oberarmknochen fixiert wurde.

nach 2,5 monaten ging dann die reha los, kontrolliert wurde alles bewegt. mir war wirklich zum heulen. ich konnte meinen arm nicht mehr seitlich hinauf bewegen. nach vorne ging.... ich hab ein halbes jahr 3 mal in der woche zur reha gemusst, bis ich meinen arm wieder einigermaßen normal bewegen konnte. Stabilisierungstraining, zahlreiche Massagen, usw.

Bis heute kann ich ihn nicht voll bewegen. Seitwärts hoch geht, aber seitwärts belasten geht nicht, da knallt der arm runter wie ein kartoffelsack. Deswegen eine behinderung von 20 %

Traurig an der ganzen sache ist, das ich seit mitte 2005 kein sport mehr machen durfte und bis heute noch sportverbot hab. Ich habs jetzt zwar einmal probiert mit Wakeboarden, doch naja, das ging voll nach hinten los, durfte danach gleich wieder beim Arzt vorbei gucken.

Mein Arbeitgeber hat mir dann versucht zu unterstellen das ich alles nur simuliert habe, was mir eigentlich gänzlich unverständlich ist.

Kann man sowas wirklich simulieren?


Grüße

Chris
am tag nach der 2.OP
Kurz nachm fäden ziehen
13. November 2006

wow kompliment an alle---ich könnte es nicht...ich selber habe keine behinderung
aber vor ca 4 wochen hatte sich einer aufgehangen wegen seiner behinderung..er hatte steife hals wirbel konnte sich also nciht richtig bewegen dann kam seine hüften dazu die was sich enzündeten und das hat ihm das rückrad gebrochen...

das ende vom lied war das er sich einen strick genommen hat und sich auf einem feld in einer hütte aufgehangen hat...
13. November 2006

Eine Behinderung muss nicht heissen das man aufgibt. ich werd weiter kämpfen, komme was wolle. klar werde ich ab und zu tiefpunkte haben.

Doch es ist eine der Größten stärken, seine schwächen zeigen zu können.

und ich glaub da stimmen mir alle hier zu.
13. November 2006

Hab schon viele gekannt denen es ähnlich erging.

Entweder man schafft es damit zu leben oder man verreckt dran.

Ich stand am Anfang auch öfters an der Entscheidung ob ich so weitermachen will .....

Irgendwann nahm ich es als Neuanfang hin und ich ließ mein altes Leben komplett hinter mir.

Jeder muß seine eigene Entscheidung treffen ob man weitermacht oder die Sache benden will. Leider findet man in der Gesellschaft wenig Toleranz dafür. Man wird künstlich am Leben gehalten etc.... Aber Gesetze werden von Leuten gemacht die mal wieder keine Ahnung von der Sache haben bzw nicht wissen was die Menschen teilweise durchmachen.

Ich bereue meine Entscheidung zum Neuanfang nicht, hätte es damals vom Gesetz eine Möglichkeit gegeben die Sache zu beenden, dann hätte ich Sie wahrgenommen.

meineehrlichemeinungmitgrußaus *nrw*

Heino

Er von uns
13. November 2006

manche menschen packen es nicht...aber jetzt fällt es mir ein...ich war mit einem zusammen er hatte epilepsie...

er hatte mir erzählt er war 17 und war mit seinem mofa unterwegs und er ist in einen tunnel rein gefahren und dann is es schwarz geworden und muss einen fast tötlichen unfall gehabt haben(auto muss ihn überfahren haben)
er war 8 wochen intensiv und man hatte seine schädeldecke geöffnet weil er blutungen hatte...das ende vomlied war dann die epilepsie


wo ich ihn kennengelernt habe ist ja ne zeit vergangen aber man hatte die große narbe auf seiner stirn gesehen und da durfte man ihn nicht anlangen das tat ihm weh...nicht mal leicht da is er zurück gewichen

und seine anfälle oh gott ich habe die paar mal mit bekommen...ich wünsche nicht mal meinen größten feind diese behinderung

ich habe das mit dieser behinderung nicht ganz stand halten können und habe mich getrennt nicht zu vergessen ich war 16 jahre erst...

heute habe ich leider keinen kontakt mehr zu ihm obwohl ich gerne wissen wolln würde wie es ihm geht...naja thats life

lg namenlose
13. November 2006

ich hab gelernt meiner behinderung die positiven seiten abzugewinnen, und das is auch eben der antrieb der mich weitermachen lässt. viele bewundern mich und ich bade mich dann förmlich darin.... tut auch manchmal ganz gut.

werde von manchen jugendlichn von hinten angemacht, dann dreh ich mich um und guck recht böse, die sehen die narbe und verklicker dann irgend ne story, das das ein messer von einem war der jetzt unter der erde liegt und dann pinkeln die sich alle schier ein *gg*.... ich bin eigentlich ein ganz sanfter, hab seit über 11 jahren keinem mehr eine mitgegeben, aber alle haben angst vor mir *g*

Meine Physiotherapoitin meinte nur narben würden sexy machen.... ja, sie war auch ein grund warum ich weiter gemacht hab... ich glaub ich bin einfach nur ein hoffnungsloser optimist.

Man muss nur immerwieder die kleinen sachen sehen die so passieren und die einen umgeben, mir zumindest sind sie grund genug weiterzumachen.

Was auch wichtig ist, die ziele nicht zu hoch stecken, sondern immer in kleinen zu bewältigenden etappen, denn wenn einem mal die motivation fehlen sollte kannste zurückblicken und sagen, wow, soviele etappen schon, da wär ich jetzt ja schön blöd wenn ich aufgeben würde. die paar die vor mir leiegen schaff ich auchnoch.....
13. November 2006

werde von manchen jugendlichn von hinten angemacht, dann dreh ich mich um und guck recht böse, die sehen die narbe und verklicker dann irgend ne story, das das ein messer von einem war der jetzt unter der erde liegt und dann pinkeln die sich alle schier ein .... ich bin eigentlich ein ganz sanfter, hab seit über 11 jahren keinem mehr eine mitgegeben, aber alle haben angst vor mir

*ggg* sorry das find ich so geil das mir die worte fehlen
13. November 2006

ja ne, is ein fakt. manche meinen sogar ob ich mir das beim bund zugezogen hab. ich war nie beim bund und werd da auch nie hingehen.... aber das is echt lustig, die leute nehmen einem jeden scheiss ab. sei es ne kriegsverletzung aus afghanistan, messerstecherei, schießerei bei der das schultergelenk beschädigt wurde.....

das nehmen die einem alles ab, und stehen dann immer mit WOW!gesichtern da..... einfach knallig
04. Dezember 2006
Behinderung ohne sichbare Merkmale

Leider denkt nicht jeder bei einer Behinderung an Menschen
die durch Krankheiten der inneren Organe ( Herz,Lunge usw.)
auch extrem behindert sind. Auch wenn man es manchen Menschen
von außen nicht ansieht, haben viele stellenweise einen vom Amt
festgestellten Behinderungsgrad von 80%. Da man aber normal aussieht,
wird man schnell zum Simulanten abgestempelt und findet fast keine Hilfe, bzw. Akzeptanz von außen. Für diesen Behindertenkreis ist es besonders
schwierig.
04. Dezember 2006

hallo...jetzt schreibt mal der weibliche teil ;)....
ich zum beispiel habe überhaupt keine probleme mit behinderten ...bin mit nen blinden bruder aufgewachsen der älter ist als ich... und manches wurde für mich selbst verständlich...mein schatz z.b. der ist auch schwerbehindert...und für mich ist es nich schlimm gewesen, ich habe ihn so lieben gelernt und liebe ihn immer noch mit seinen einschränkungen und? er ist wie jeder andere auch...bloß mit halt ein paar einschränkungen!!!( da war ich noch gesund).... und dazu kommt noch das ich selber frisch erkrankt bin an MS... und mir sieht man nichts an das ich was habe...es ist schon komisch leuten erklären zu müssen was man hat...da sie ein junges mädel ohne einschränkungen sehen. Manchmal ist das schon nicht leicht da manche keine rücksicht nehemen da man ja noch so gesund aussieht...bloß die leute wissen nicht wie es einen geht....aber dadurch das ich diese krankheit selber erfahrungen gemacht habe mit nichts mehr sehen zu können oder mit den rechten arm nichts mehr machen konnte etc. weiß ich wie es ist wenn man auf andere angewiesen ist...und es kein schönes gefühl...

lg andrea
05. Dezember 2006
Der Tag der mein Leben veränderte

Es war der 27.03.1997, 8 Tage vor meinem 18ten Geburtstag, als ich meinen Unfall hatte. Als ich m Koma lag dachte ich, das ist ein Traum aus dem jeden momment aufwachst, aber als ich dann nach etwa nach 1 Woche aus dem Koma erwachte, kam der Schock mein rechter Unterschenkel war total eingebunden und tat höllisch weh und dann der nächste Schock ich wollte etwas sagen aber ich brachte keinen ton heraus, was dann folgte das wünsche ich nicht mal meinem schlimmsten Feind, ich musste mühsam wieder Laufen und Sprechen lernen. Nun Laufen und Sprechen das kann ich wieder einigermaßen und habe sogar meine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker geschafft. Nur was mich ziemlich ankotzt ist das ich wegen meines ganges und meiner Sprache ziemlich oft für besoffen gehalten werde, weil ich Spreche ziemlich langsam und monoton!!

LG Floechen
10. Dezember 2006
@ Legacy

Bitte entschuldige, wenn ich das jetzt loswerden muss..
aber irre viel Betroffene und deren Angehörige kämpfen seit Jahren drum, dass endlich die richtigen Begriffe verwendet werden und das vollkommen veraltete "Wolfsrachen" oder "Hasenscharte" endlich aus dem Sprachgebrauch verschwinden.
Es heißt nämlich richtig
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte.

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