![]() | 01. November 2011 Anspannen oder Entspannen? Hallöchen rundum, im Zuge einer angeregten privaten Diskussion hat sich folgendes Rahmenthema herauskristallisiert, auf das ich trotz durchaus reichlicher praktischer Erfahrung auf beiden Seiten so "aus dem Handgelenk" keine wirkliche Antwort geben konnte. Vielleicht könnt ihr mir da aus euren Empfindungen / Selbstbeobachtungen ein Wenig weiter helfen: Der Kernpunkt der Fragestellung ist: wie lassen sich Schläge (vergleichbarer Stärke) leichter ertragen... indem man die Muskeln, auf die die Schläge auftreffen werden, besonders anspannt.... oder gerade im Gegenteil, sich darum bemüht, sie möglichst locker zu lassen... Es ist mir durchaus klar, dass alles, was erwartungsgemäß Schmerzen verursachen wird, ganz unwillkürlich erst einmal eine "Spannung" erzeug... nicht nur emotionell sondern durchaus auch physisch... Es ist mir ebenso klar, dass Ablehnung wie Sehnsucht nach Schmerzen ganz unterschiedlich verteilt sind, ganz unterschiedlichen Strategien folgen dürfte... Und im Grunde meine ich dabei nicht einmal nur Schmerzen durch Schläge, sondern durch welche "Spielart" auch immer... ob Schläge, Klammern, Strom, Nadeln... was immer vorstellbar ist... Was hilft euch am besten "durchzukommen"? Wobei stellt sich am ehesten der "Lustschmerz" ein? Wenn ihr die betroffene Körperregion möglichst anspannt... oder möglichst entspannt... Würde mich über eure Erfahrungen und Einschätzungen sehr freuen, LG, DocWolf |
![]() | 01. November 2011 Hihi, und jetzt antwortet dir ausgerechnet die Blutigste aller Anfängerinnen. Also jegliches Schlagwerkzeug, an mir selber ausprobiert, ist, wenn überhaupt, nur entspannt zu ertragen. An meinem Diener beobachte ich, dass auch er sich ganz entspannt - und dabei auch Lust am Schmerz entwickelt. Allerdings baue ich jetzt auf der statistisch völlig irrelevanten Zahl der allerersten Erfahrung auf. |
![]() | 02. November 2011 Was hilft euch am besten "durchzukommen"? Wobei stellt sich am ehesten der "Lustschmerz" ein? Wenn ihr die betroffene Körperregion möglichst anspannt... oder möglichst entspannt... Ich bin bekennendes Weichei, auf der Subseite. Außerdem tummeln sich in meinem Hirn diesbezüglich "verkorkste" D/s Gedanken u. Emotionen. "Mein D/s Denken/Empfinden sagt mir, es muß einen spürbaren Unterschied zwischen "Belohnung" und Bestrafung" geben. Damit mein ich und will ich aussagen: Schmerz alleinig find ich doof. Alles was ich doof finde kann eine Strafe für mich darstellen, salopp gesagt. Lustschmerz definiere ich persönlich wir folgt : Die Verbindung von Lust , also sexueller Erregung, und die Beibringung von gewissen Schmerzreizen. Nutr die Kombination ist für mich Lustschmerz oder "Lust am Schmerz". Denn nur mit sexueller Erregung " fühlt sich schmerz anders an, kann sich Schmerz für mich lustvoll anfühlen. Mir Lustvolles zu vermitteln sotiere ich dann unter " Belohung" ein. Bestrafung wäre also demnach und ist für mich, "einfach mal Schmerz ertragen" und das auch noch ohne sexuelle Erregung dabei. Mein persönliches Leidwesen bei der ganzen Thematik. Die allgemeine und doch z.T weit verbreitete Vorstellung : Ich verhau dem Weib den Hintern, dann wir die schon geil... funzt bei mir überhaupt nicht. Heißt also: er nioch in der Lage ist mich zu erregen oder in sexuelle Erregung zu versetzen, der braucht auch nicht an meinen Hintern. Ob in schlagender oder nichtschlagender Weise. Denn die körperigenen Endorphine und Hormone, die sexulle Erregung hervorbringt, bringt auch erst "die Lust am Schmerz" hevor . Dann ist es auch ziemlich egal, ob man angespannt oder entspannt ist. Wichtig ist, das auch genug Raum und Zeit bleibt, einem gelassen wird,Schmerz zu verarbeiten. Denn so ein Gertenhieb auf den Hintern, da dauert es doch eine Weile bis der Aufschlag die Synapsen im Hirn erreicht hat und durch den Körper gekrochen oder gerast ist und wieder abgebbt. Zumal müssen die Synapsen ja auch noch " die Wirkung wieder in die Lendengegend zurück transportieren. Das Atmen dabei nicht vergessen, wähend dieses Vorganges, wäre da mein Tip. Wobei man automatisch, selbst bei der Verbindung von sexueller Erregung und Schmerzimpuls, die Luft anhält. Bei Nadelsetzung würde ich folgenden Tip geben. Bei Einstich nicht Luft anhalten, sondern bewußt ausatmen. Ansonsten ist es eh ratsam nur jemanden an seinen Körper zu lassen, der weiß was er tut, über das nötige " Fingerspitzengefühl /Empathie verfügt und daran auch eigenen Genuß empfindet. |
![]() | 02. November 2011 Hallo Omphale, aus aktueller (und nicht nur aus DER) Erfahrung kann ich deine Beobachtung nur bestätigen. Es ist nichts, aber auch gar nichts "Minderes" daran, wenn es deine erste Erfahrungen sind! Sie sind mir genauso wichtig, wie die Erfahrungen von jenen, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigen! JEDER, ganz egal ob Dom(me) oder sub(ie) hat irgendwann einmal angefangen... deine Erfahrung zu meiner Frage ist mir genauso wichtig wie jene von denen, die BDSM schon seit vielen Jahren betreiben. Hallo Lina_Berlin, ich würde deinen Kategorien "Belohnung" und "Bestrafung", die ich sehr gut nachvollziehen kann, gerne noch eine weitere hinzufügen: "Dom(me) WILL einfach"... lassen wir mal den Aspekt von Belohnung und Bestrafung weg... Dom(me) hat einfach Lust darauf, egal, wie du dich vorher verhalten hast, dich auf die eine oder andere Weise zu quälen... wie findest du den besten Weg für DICH, damit umzugehen? Danke für die ersten Antworten, mit großem Interesse auf weitere hoffe... LG, DocWolf |
![]() | 02. November 2011 Dom(me) hat einfach Lust darauf, egal, wie du dich vorher verhalten hast, dich auf die eine oder andere Weise zu quälen... wie findest du den besten Weg für DICH, damit umzugehen? Dann bleibt mein Denken und meine " Ansprüche " bestehen und ich freue mich, das mein Gegenüber authentisch ist. Mein, ist es nicht die "Freude am - sexuellen-quälen", die einen "BDSM Sadisten" und/oder auch " Dom" antreibt ? Warum sollte man eine BDSM Sexualität ausleben, wenn man darin keine Freude und Erfüllung/Befriedigung drin findet ? Ist halt meine Sichweise, da BDSM für mich einfach Sexualit ist. Keine eigenständige Lebensphilosphie oder Religion. |
![]() | 02. November 2011 Was hilft euch am besten "durchzukommen"? Wobei stellt sich am ehesten der "Lustschmerz" ein? Wenn ihr die betroffene Körperregion möglichst anspannt... oder möglichst entspannt... Ich bleibe jetzt mal gerade beim Schlagen. Wenn der Schlag kommt versuche ich die Muskulatur zu entspannen, die spannt sich dann nach dem Treffer wieder an. Das funktonert natürlich nur da, wo man aufgrund eventueller Fesselung selbst für Entspannung sorgen kann oder wenn es die Frequenz der Schläge zulässt. Das funktoniert für mch ganz gut. Der so oft verwendete Begriff Lustschmerz sagt mir nichts, ich kenne das nicht, ich bin eine Endorphinsurferin, da ist nix mit Lust, sondern mit körpereigenen Drogen. Und die produzieren sich nur, wenn mein Kopf frei und unbelastet ist und ich mich fallenlassen kann. Es ist also eher eine Sache der Kopfanspannung, nicht der des Körpers. Andere Schmerzarbeiten wirken teilweise genauso auf meine innere Fabrik, aber nicht alle, manches geht garnicht das tut dann auch ganz endorphnfrei einfach nur scheisse weh. Das dumme ist, das ist von Mal zu Mal unterschiedlch, was es denn ist. noxx |
![]() | 02. November 2011 Dankeschön, DocWolf! @all: Ihr habt mir grad nen Schubs für die eigene Denke gegeben. Stimmt, die Muskelan- und -entspannung (so möglich) ist nur der rein körperliche Aspekt. Wenn ich erinnere, was ich an meinem Diener beobachte und von ihm gesagt bekomme, dann findet das Ding mit der Lust klar im Kopf statt. Ist mehr D/S wie S/M. Ihm gibts den Kick, aus "aua" eben "geil" zu machen, wenn er den Kontext hat, dass ich das einfach will - tun wir das nicht alle einfach deswegen? Einerseits ist es meine Authentizität, meine Lust, und dann sein Ausgeliefertsein, weil er ja wirklich nicht mit Wohl- oder Fehlverhalten die Situation steuern kann, sondern schlicht bei aller Hingabe doch dem ausgesetzt ist, was ich grad will. Die Tatsache, dass die Frequenz dem Denken angepasst sein muss, konnte ich auch beobachten. Er braucht Pausen, das wieder in "geil" umzusetzen. Netterweise kann man das beim Mann an sich ja gut mitbekommen. Ausserdem muss ich hin und wieder das Kommando "Augen auf - Aaaatmen" geben, weil er die Luft anhält und das Ausatmen verspätet kommt. Ich werde mal genauer drauf achten (NOCH genauer? Ich hab das Gefühl, in so einem Moment untersteht jede Pore meinem Monitoring) |
![]() | 02. November 2011 immer schön locker Bei meinen Flag-Sessions muss ich immer schön locker bleiben, sobald ich meine Pobacken anspanne , bemerkt dies meine Erzieherin sofort und ich bekomme die Aufforderung locker zu lassen, ansonsten geht es mit der Bestrafung nicht weiter. Aber die Hiebe ziehen im lockeren als auch im angespannten Zustand ordentlich durch , ich kann in dieser Beziehung keinen konkreten Unterschied bei mir persönlich feststellen. Über den Zuchtbock gespannt oder in der Internatsstellung hat man zudem eh keine Chance die Pobacken anzuspannen , bei der Züchtigung am Tripod oder auf der Auspeitschbank liegend ist dies dann schon eher wieder möglich . Viele Grüsse Caneboy |
![]() | 02. November 2011 Bei mir ist es genau wie bei equinoxx! Ich muss mich innerlich und äußerlich entspannen, aber vor allem muss der Kopf frei sein. Wenn ich das schaffe, kann ich eine ganze Menge vertragen, und dann macht es auch beiden Seiten Spaß, schließlich will ich nicht die ganze Zeit jammern (müssen). LG, Thova (w) |
![]() | 02. November 2011 mentale Vorbereitung / Entspannung Die mentale Vorbereitung und Entspannung vor einer Session kommt natürlich noch hinzu , ohne diese entsprechende Einstimmung könnte ich nicht über die Distanz durchhalten , dies ist ein weiterer ganz wichtiger Faktor für eine erfüllende und gelungene Session. Trotzdem ist nicht jeder Tag gleich und die Belastungsfähigkeit ist trotz aller Vorbereitung auch von der entsprechenden Tagesform abhängig , manchmal kommt man gut ins Spiel und kann die Session relativ lang geniessen und an anderen Tagen treiben einen bereits die ersten Lektionen fast in den Wahnsinn und man versucht krampfhaft die Haltung zu wahren und die Lektionen einigermaßen ruhig zu ertragen. Viele Grüsse Caneboy |
![]() | 02. November 2011 Trotzdem ist nicht jeder Tag gleich und die Belastungsfähigkeit ist trotz aller Vorbereitung auch von der entsprechenden Tagesform abhängig , manchmal kommt man gut ins Spiel und kann die Session relativ lang geniessen und an anderen Tagen treiben einen bereits die ersten Lektionen fast in den Wahnsinn und man versucht krampfhaft die Haltung zu wahren und die Lektionen einigermaßen ruhig zu ertragen. Wie wahr!!! LG, Thova (w) |
![]() | 02. November 2011 Einfach: Wenn's gut ist, wenn sich der Schmerz gut anfühlt, kann ich mich entspannen, und wenn die Session nicht so gut verläuft und/oder ich gar nie so richtig in Stimmung komme, dann eben nicht. Ich kann da relativ wenig steuern, oder hab noch nicht recht rausgefunden, wie. Allerdings, wenn ich's mir so überlege, könnte es durchaus sein, dass es manchmal genau umgekehrt ist. Naja, sei's drum. |
![]() | 02. November 2011 Schmerz empfinde ich zuerst immer als reinen Schmerz, gegen den ich mich versuche zu wehren.Also ist er anfangs immer eher Strafe als Lust für mich. Unbewusst bzw. entgegen aller guten Vorsätze vergesse ich beim ersten Schlag auch sofort alles, was ich mir vorher so schön ausgemalt hatte zu ertragen, versuche auszuweichen. Also spanne ich meine Muskeln automatisch bei weiteren Schlägen an. Das geht bis zu dem Punkt, an dem ich den Schmerz kaum mehr denke, ertragen zu können und mich dann erst reinfallen lassen kann.Mich quasi in ihn ergebe. Dann hört auch die Anspannung auf, meine Muskeln lockern sich, mein ganzer Körper wird weich und nimmt an, was mir gegeben wird.Ich spüre den Schmerz nur noch im Hintergrund, sehr weit entfernt und als das, was er für mich bedeutet.Meine Bereitschaft, meinem Top zu signalisieren, das ich es geniesse, das er seinen Willen durchsetzt, das es sein Recht ist, mich zu schlagen, wenn es ihn ihm ist.Das verschafft mir wiederum Lust und eine tiefe innere Befriedigung. In genau diesem Moment falle ich in eine Art Subspace.Nehme kaum mehr wahr, was real ist, sondern fühle mich ganz im Einklang mit ihm und mit mir.Ich spüre die Verbindung zwischen uns auf eine ganz andere Art und Weise als sonst.Auch die Art meiner Lust ist nicht körperlicher, eher seelischer Natur und Verbundenheit. Wirklicher Lutschmerz ist mir scheinbar nicht gegeben, denn das verbinde ich eher mit der Lust an den Schlägen selbst.das ist nicht unbedingt meine Intention und dazu bin ich auch zuwenig maso. Evils_Bitch(w) |
![]() | 02. November 2011 Lustschmerz / echter Schmerz Bei mir sind es meistens 3 Phasen, die ersten 60 - 80 Rohrstockhiebe sind immer übel und ziehen schmerzhaft durch , speziell natürlich , wenn nicht vorgewärmt wird , dann stellt sich irgendwann die 2. Phase ein , in der kann ich den Klang des Rohrstockes in der Luft und beim Auftreffen richtig wahrnehmen und geniessen , die Schmerzen treten jetzt etwas in den Hintergrund und letztlich tritt dann die 3. Phase ein , ein reines Ankämpfen gegen den echten und stechenden Schmerz , auch dann durch bereits wunde Stellen noch verstärkt , bis ich schließlich kraftlos aufgeben muss und jämmerlich um Gnade bitte. Je nach Tagesform sind diese angesprochenen Phasen unterschiedlich lang und intensiv , es fühlt sich bei jeder Session immer wieder anders an. Viele Grüsse Caneboy |
![]() | 02. November 2011 Dann hört auch die Anspannung auf, meine Muskeln lockern sich, mein ganzer Körper wird weich und nimmt an, was mir gegeben wird.Ich spüre den Schmerz nur noch im Hintergrund, sehr weit entfernt und als das, was er für mich bedeutet.Meine Bereitschaft, meinem Top zu signalisieren, das ich es geniesse, das er seinen Willen durchsetzt, das es sein Recht ist, mich zu schlagen, wenn es ihn ihm ist.Das verschafft mir wiederum Lust und eine tiefe innere Befriedigung. Bei den Zeilen muß ich einfach Danke sagen. Wundervoll beschrieben. |
