Kommunikation

Ist die Art der Kommunikation in einer BDSM Beziehung intensiver und tiefgreifender als in einer "normalen" Beziehung ?

27. Oktober 2011
Kommunikation

Im Gespräch mit meinem Partner kam die Frage auf , ob Menschen die in einer BDSM Beziehung , egal wie gelagert z.B. D/S mehr und intensiver miteinander reden , als es Menschen in einer ohne BDSM geführten Beziehung tun ?!

Wie erlebt ihr es oder habt es erlebt ? Habt ihr einen Unterschied feststellen können , das sich eure Kommunikation geändert hat und wenn ja wie !

Danke für eure Antworten !
27. Oktober 2011

Ich behaupte: Nein.

Denn notwendig ist es, wenn es um beider Sexualität geht, ohnehin immer.
Der einzige Unterschied ist, dass BDSMlern häufiger bewusst ist, dass sie es tun (also miteinander kommunizieren) müssen.
Nicht mehr und nicht weniger. *g*
27. Oktober 2011

Ich glaube schon.
Hanjie hat zwar recht, dass eigentlich die Kommunikation immer notwendig ist, egal ob es eine BDSM Beziehung ist oder nicht, aber ich bilde mir zumindest ein, dass ich seit ich mir meiner Neigungen bewusst bin und sie lebe, sehr viel freier über das Thema Sex und meine Wünsche mit mein Partnern reden kann als früher.
Außerdem finde ich auch, dass die Aufmerksamkeit auf den Partner bezogen in nahezu allen Lebenslagen steigt.
27. Oktober 2011

@hanjie:
aber führt nicht alleine das wissen darum, dass man es tun muss, auch automatisch zu einer entsprechenden reaktion - und man sucht das gespräch eher? also ich denke schon!

was im umkehrschluss nicht heißt, dass das bei allen bdsm-lern auch so wäre! es gibt wohl genügend, die kommunikation als gar nicht sooo wichtig ansehen - oder sie auch quasi gezielt unterbinden!

zu meinem bdsm gehört kommunikation aber durchaus sehr intensiv dazu! auch wenn ich vorher intensive gespräche immer schon gemocht und geführt habe, so ist es doch ein wenig mehr geworden seit ich meinen bdsm gefunden habe. eben weil ich weiß, dass es nötig ist... *zwinker*
27. Oktober 2011

was im umkehrschluss nicht heißt, dass das bei allen bdsm-lern auch so wäre! es gibt wohl genügend, die kommunikation als gar nicht sooo wichtig ansehen - oder sie auch quasi gezielt unterbinden!

Genau deswegen behaupte ich mein "nein". *zwinker*

Man müsste mehr drüber reden (alleine schon der Absprachen bezüglich Tabus und Grenzen). Aber dass es die BDSMler auch alle tun ... öhhh ... ich habe Zweifel. *zwinker*

Ich glaube, dass es übers ganze Spektrum von intensiver Kommunikation bis zu "wir reden darüber nicht sondern machen es ohne drüber zu reden" absolut alles dabei ist.
Sowohl bei BDSMlern als auch bei Nicht-BDSMlern.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass man sich als BDSMler zuvor als solcher outen muss, sonst kommt man nicht dazu. Ein Erstgespräch ist da dann inklusive, das haben andere nicht automatisch.
Ich glaube aber nicht, dass alleine die Existenz dieses Erstgesprächs dazu führt, dass die Kommunikation im Anschluss daran intensiver ist als ohne dieses. Das ist dann eben doch wieder individuell verschieden.

Hmmm - ich glaube, ich habe heute einen "unbequeme Meinungen"-Tag *lach*
27. Oktober 2011

@ hanije:

aber ist nicht dadurch, dass es BDSMlern häufiger bewusst ist, automatisch die Kommunikation intensiver?

Ob sie tiefgründiger ist, möchte ich nicht beurteilen.
Ich kann nur für uns sagen, dass es ist so ist.
Liegt aber an den vorher nicht in der Form vorhandenen / bewussten Gefühlen.
Dadurch ergab sich der "Gesprächsbedarf" dann quasi automatisch.

LG
27. Oktober 2011

Naja, dass sich hier viele melden werden für die es tatsächlich intensiver ist, ist mir ja schon klar. Schließlich ist man hier angemeldet in einem Erotikforum, da kann man schon von ausgehen, dass das Interesse an der eigenen Erotik ausgeprägter und intensiver ist als normalerweise.
Auch und gerade die Kommunikation miteinander, denn wer schon das Bedürfnis hat diese zum Thema mit wildfremden Menschen zu pflegen, wieso sollte er dieses dann prompt nicht zuhause haben ...?

Was ist aber mit jenen die Kommunikation einfach nicht mögen? Die nach dem Motto "nicht quatschen, machen!" leben? Da ist dann nix an Intensität in Sachen Kommunikation, es gibt sie nämlich nicht.
Da gibt's dann neben dem Feierabendsex eben den Feierabend-SM. *cool*

Achja, und nur weil Kommunikation stattfindet, muss sie ja noch lange nicht intensiver sein! Man erinnere sich an jene die Listen abarbeiten um bescheid zu wissen was der andere mag.
Man kann diese dann im Anschluss ans Ausfüllen ausführlich, intensiv und sehr erotisch-anziehend besprechen.
Man kann's aber auch lassen, sich die Kreuzchen angucken, sagen "interessant" und dann wieder zur Tagesordnung rübergehen.
Gibt's nicht? Ich behaupte: Gibt's nicht gibt's nicht. *zwinker*
27. Oktober 2011

Ich telefoniere gerade die vierte Stunde mit meinem Diener....

Natürlich habe ich auch in Stino-Vanille-Beziehungen lange mit dem jeweiligen Mann gesprochen. Auch über den Sex, ja.
Aber da gab es kaum mehr zu sagen als vielleicht ein paar Komplimente und so Dinge wie "also, das und das mochte ich besonders, das kannst du gern öfter machen".

Jetzt spreche ich stundenlang mit einem Mann, und nicht nur so grob, sondern sehr explizit, wo welches Empfinden ist, wie sich das und das anfühlt, was genau in welcher Kombination "kickt", wie es der andere Part empfindet ( da wir beide ja eigentlich sehr Unterschiedliches tun) usw....

Wenn ich das so ansehe - klar hat Hanjie mal wieder Recht, Nicht-Reder gibts hüben wie drüben.
Wenn wir aber mal von den grundsätzlich Redenden ausgehen, dann reden die in der BDSM-Beziehung mehr / intensiver / öfter / explizieter.

Tja, und mir ist heute danach, von mir auf andere zu schließen.
27. Oktober 2011

Mein Diener ergänzte eben noch, dass er ja vielleicht auch deswegen mehr darüber spricht, weil man mehr reflektiert.

Kaum einer denkt bei normalem Sex "Oh, ich habe einen Orgasmus, wieso finde ich den denn toll?" - aber er z.B. musste gerade am Anfang seiner BDSM-Erfahrungen so Gedanken verarbeiten wie "eigentlich ist das hier total fies und gemein und aua, und es macht mich auch noch an, wie bekloppt muss ich denn sein?".
Und darüber nachdenken, reflektieren, bedingt das Drüber-Reden-Wollen doch erheblich.
27. Oktober 2011
nicht nur beim Sex........

....ist bei uns die Kommunikation ein sehr wichtiger und intensiver Anteil in unserer Beziehung und das halt nicht nur im sex. Bereich.

Auch ich habe in der Vergangenheit gern mit meinen Partnern geredet , aber ich gebe meinen Vorredner recht , das gerade in einer BDSM geführten Beziehung , ich erlebe das man einfach viel offener , ehrlicher und halt intensiver miteinander spricht , weil die Vertrauensebene eine andere ist und Vertrauen ja nicht entsteht ,wenn ich nur im sex. Bereich sage was ich denke und fühle !

Also ran an die Tasten erzählt mir wie es euch damit geht !
27. Oktober 2011
ja ich denke schön

.... wenn ChastityClaire damit das Reden über BDSM meint:
JA EINDEUTIG !

........ ich rede viel mehr über diese Form der Sexualität, diese Form der Lebenseinstellung, des Einbringen in den Alltags, als in meinen alten "Stino-Beziehungen"


..... ich rede intensiver und auch offener, deutlicher, länger darüber

.... viele Tabus, Wünsche, die man sich sonst nicht getraut hat anzusprechen, werden von einem Selbst angesprochen oder man wird damit konfrontiert und MUSS sich somit damit auseinander setzten

...... wie ompfhale es grade auch richtig sagte, man reflektiert auch viel mehr, ich mich, ihn, andere ........ warum, wieso, weshalb

....... ich glaube, das dies auch abfärbt auf die Gespräche, wo es eben nicht um die sexuelle Ausrichtung geht, habe jedenfalls das Gefühl, das es so ist.


.... also ganz ehrlich:
ICH selbst finds viiiiieeeeel schöner und interessanter
....... auch meine Gespräche könnten wohl stundenlang gehen *zwinker*
27. Oktober 2011
Vorsicht ...

.... man bekommt nur eine kleine Rechtschreib und Grammatik - Schwäche davon *lol*

verzeiht mir die Fehler *zwinker* .... hab nicht Korrektur-gelesen einfach nur runtergeschrieben, weils mir grad im Kopf rumging *zwinker*
27. Oktober 2011

Nein.

Ich glaube nicht, dass SMler etwas Besonderes sind und auch nicht dass sie pauschal bessere und tiefere Beziehungen führen als Nicht-SMler.
Für den Femdom-Bereich würde ich sogar vehement das Gegenteil behaupten.

Ich denke, Nicht-SMler führen ebenso oft oder selten Liebesbeziehungen, die tief und bedeutungsvoll sind und sehr befriedigend für beide Seiten. In denen Kommunikation hervoragend funktioniert und eine schöne, abwechslungsreiche Sexualität gelebt wird. Das haben SMler nicht für sich gebucht.

Und kommt mir nicht mit "Gefahr, Safewort usw..". 90% aller SMler führen eindeutig keine hochgefährlichen Aktionen aus. Bei den allermeisten geht es um Lust und Spaß.

Und es gibt Menschen die fügen sich dann tatsächlich übelste Schmerzen zu, betreiben waterboarding, kunstvolles japanisches Hängebondage, Langzeitkäfighaltung - und haben sich ansonsten rein gar nichts zu sagen.

Und Lüge und Selbstlüge fühlt sich in der SM-Hütte auch bisweilen wohler als sonstwo...
27. Oktober 2011
Anders ja aber besser ?

Meiner Meinung nach ist Kommunikation immer der Schlüssel zu einer guten Beziehung und ich denke dass SMler vielleicht nicht besser kommunizieren aber anders...

SM führt für mich zu einem intensiveren Erleben des miteinander, man lernt sich einfach anders vielleicht besser kennen.

Wenn aber nach einer Session jeder für sich nach Hause geht, was bleibt dann von der achso wichtigen und tiefgreifenden Kommunikation ?

Ich beneide alle die sich hinterher nicht trennen...denn dann führt die "SM bedingte Kommunikation" bestimmt zu einem sehr erfüllten und umfassenden miteinander auf vielen fantastischen Ebenen.

Grüßee!!
Dark
27. Oktober 2011

Sich unterwerfen, sich gänzlich öffnen, wie es bei der Art BDSM der Fall ist, den ich fühle, erfordert meines Erachtens intensivste Kommunikation.

Im Gespräch mit meinem Partner kam die Frage auf , ob Menschen die in einer BDSM Beziehung , egal wie gelagert z.B. D/S mehr und intensiver miteinander reden , als es Menschen in einer ohne BDSM geführten Beziehung tun ?!

Rein aus meiner eigenen Erfahrung heraus:Ja, ich rede sehr viel mehr über Gefühle, Wahrnehmungen, positive und negative Empfindungen als in meinen nicht-bdsmigen Beziehungen.

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