![]() | 09. November 2011 Krolock_u_Sarah: Keiner kann anders, als er ist Das wusste schon Schopenhauer (Auch ohne Hirnforschung.) und vor ihm vermutlich viele, viele andere. Das heißt allerdings auch, das es Individuen gibt, die ihre Dominanz erst im Laufe der Zeit entwickelt. (Wenn sie eben so sind.) Abgesehen davon habe ich nach einer wissenschaftlichen Quelle gefragt, die deine "Alpha-Männchen bringen Alpha-Männchen auf die Welt."-Aussage "beweist" oder zumindest untermauert. Krolock_u_Sarah: Dann gibt es z. B. Gerhard Roth ein deutscher Neurobiologe und Hirnforscher. Du musst mir nicht mit Autoritätsargumenten kommen. Ich kenne derlei Ansichten zur Genüge, Zwillingsstudien, Libet-Experimente usw. usf. Fakt ist: Wer sich hinstellt und sagt "Mimimi, meine Gene, frühkindlichen Prägungen usw. usf.", macht es sich a) aus meiner Sicht zu einfach und b) limitiert sich selbst. Früher dachte man auch die Erde sei eine Scheibe. Krolock_u_Sarah: Nur so viel, dass ich nun schon 8 Kinder großgezogen habe und diese Kinder vom Dr. in Physik bis zum einfachen Zweiradmechaniker alle Bildungsebenen erreicht haben und ich sogar schon ein wenig Einfluss auf meinen ersten Enkel ausübe. Zusammenhang/Themenbezug? [Meta: Autoritätsargument, schon klar. Hat aber nichts mit der Fragestellung noch mit meiner Aussage zu tun.] Krolock_u_Sarah: Nicht nur, dass ich dadurch wohl etwas Erfahrung mit Kindern habe, sondern auch weiß, dass sich sogar die Neigungen „vererben“… nun auch schon in der 3. Generation. Dir ist schon bewusst, dass eigene, subjektive Wahrnehmungen/Erfahrungen und Wissenschaft/"Allgemeingültigkeit" per se erst einmal nichts miteinander zu tun haben? Und das Vererbung in dem Sinne nichts damit zu tun hat, ob man es lernen kann. Und im Grunde haben es auch deine Nachkommen gelernt. Durch Bindungs-/Beziehungserfahrungen, die Umwelt, (systemisches) Reagieren. (Nur eben viel früher, als wenn es jemand "jetzt" lernen würde.) [Meta: Zumindest in meinem Weltbild. Ich erspare mir jetzt einfach mal Name-Dropping.] Krolock_u_Sarah: Und ich wiederhole nochmals: Dominantes verhalten ist durchaus erlernbar, jedoch wirklich dominant SEIN eben nicht. Wann "ist" denn für dich jemand wirklich dominant? (Und sind die anderen dann "falsch dominant"?) Das ist ja vielleicht die entscheidende Frage. Zumal (systemisch gesehen) jeder Dominanz und Unterwerfung in sich trägt. Es ist also keine Frage des Lernens, sondern eher des Entdeckens und Auslebens. Sofern man sich denn traut und nicht aufgrund von Konsistenzstreben sagt "Ich war schon immer so und deswegen muss ich auch für immer so sein.". Ich meine, wer das so machen will und macht, schön und gut, aber stülpt das bitte nicht allen anderen über. Krolock_u_Sarah: Denn die Frage lautete ja, ob man Dominanz erlernen kann. Kann man, wenn man will und den Preis dafür bezahlt. Im Idealfall vereint man (meiner Meinung nach) Dominanz und Unterwürfigkeit in einer Person und kann diese kontextspezifisch ausspielen. Menschen tragen das ganze Spektrum in sich. Durch prä-natale Erfahrungen, frühkindliche Erfahrung etc. wird einem eine gewisse Richtung vorgegeben, aber ob man so sein will... das kann man sich eben irgendwann fragen. Oder eben auch nicht. Aber wie gesagt, spannend finde ich in dem Kontext die Frage: Ab wann ist jemand dominant (und verhält sich nicht nur so)? Wer beurteilt/legt das fest? |
![]() | 09. November 2011 @Versuchender um diesen Thread für andere nicht vollkommen uninteressant zu machen und hier einen "Privatdialog" zwischen uns zu präsentieren, schlage ich vor, diesen per CM weiter zu führen. Bekommst demnächst Post von mir |
![]() | 09. November 2011 diese eine Antwort noch... Ab wann ist jemand dominant (und verhält sich nicht nur so)? Wer beurteilt/legt das fest? Diese Frage(n) habe ich (aus meiner persönlichen Sicht) weiter oben schon beantwortet mit: Dominanz an sich hat nichts mit dem Willen zu tun, weil sie auch dann zu Tage tritt, wenn ich es eigentlich gar nicht will. Sie ist –wenn oft auch nur unterschwellig- permanent vorhanden. Diese „natürliche Dominanz“ ist nicht gespielt, sondern durch Herkunft und Erziehung in diesen Menschen integriert. Diese Menschen haben den Vorteil, nicht eine Rolle spielen zu müssen, sondern in der Rolle zu sein. und (denn wer ihr Dom ist und was er können oder ausstrahlen soll bestimmt ja Sub). |
![]() | 09. November 2011 Danke. (Ich hatte nicht den ganzen Thread dauerhaft verfolgt/auf dem Schirm.) Dann sind wir bei Kongruenz. Beim Leben des Anzugs, statt ihn zu tragen. Und auch da bin ich der Meinung, dass man das lernen kann. Allerdings sitzt das tiefer (Glaubenssätze/Einstellungen/Identität) und ist nichts mittels "Verhaltenskopie" zu bewerkstelligen. Persönlichkeitsentwicklung - und die braucht seine Zeit. (Auch, wenn es gewisse Strömungen gibt, die anderes behaupten, aber da bin ich - aus eigenen Motiven - selbst kritisch.) Natürlich (Wobei auch das eine - eigenmotivierte - limitierte Weltsicht ist.) wird jemand, der den Anzug später (leben) lernt ihn nie so perfekt tragen, wie jemand, der ihn seit Geburt an trägt... doch kann man auch das diskutieren (Zur Perfektion braucht man 10.000 Stunden Übung, heißt es, und ist das durchaus auch in älteren Jahren machbar.) und braucht vielleicht auch nicht jeder den perfekten Anzugträger (im Sinne von "Leben") als Gegenüber. Und selbst unter den "natürlich dominanten" wird es dann noch mal eine Normalverteilung geben |
![]() | 09. November 2011 Keiner kann anders als er ist Keiner kann anders, als er ist Das wusste schon Schopenhauer (Auch ohne Hirnforschung.) und vor ihm vermutlich viele, viele andere. Das heißt allerdings auch, das es Individuen gibt, die ihre Dominanz erst im Laufe der Zeit entwickelt. (Wenn sie eben so sind.) Das sind die Sätze, welche die Sterne am Firmament zum Leuchten bringen. Uns siehe sie leuchten, bei solchen WEISSHEITEN sogar tagsüber, heller als die Sonne, klar doch und das Berlusconi sein Land liebt und der EURO für UNS gerettet wird auch, ja und natürlich ist die Erde eine Scheibe. Schopenhauer hat manche klugen Sätze formuliert - hier irrt er. -----------> "JEDER der WILL kann ANDERS als er IST" <--------------- Der Mensch ist von Natur aus eines der lernfähigsten Tierchen auf unserer Planeten. Natürlich kann man eine EIGENSCHAFT nicht ERLERNEN, Menschen können VERHALTENSWEISEN erlernen, und sich dadurch V E R Ä N D E R N . Wenn wir von dieser Fähigkeit Gebrauch machen wird die Erde ruckzuck wieder eine ganz runde Sache. |
![]() | 09. November 2011 Sean_Sirion: -----------> "JEDER der WILL kann ANDERS als er IST" <--------------- Ich sehe keinen Widerspruch zu meiner Aussage, eher eine Bestätigung. Wobei ich zutreffenderweise das von mir assoziierte Schopenhauer-Zitat hätte zitieren sollen: "Sind einem gegebenen Menschen, unter gegebenen Umständen, zwei Handlungen möglich, oder nur Eine? - Antwort aller Tiefdenkenden: Nur Eine." Die eine Handlung kann aber eben auch die sein, anders zu werden, als man (vermeintlich) ist. Als logisch-konsistente Folge der vorangegangenen Schritte. Das und alle anderen Punkte (Plastizität) hatte ich meinem Verständnis nach aber selbst entsprechend ausgeführt. |
![]() | 09. November 2011 @Versuchender um diesen Thread für andere nicht vollkommen uninteressant zu machen und hier einen "Privatdialog" zwischen uns zu präsentieren, schlage ich vor, diesen per CM weiter zu führen. Bekommst demnächst Post von mir Ich finde diesen Dialog ausgesprochen interessant und fände es schade, wenn er nun privat fort geführt würde. |
![]() | 09. November 2011 Marena: Ich finde diesen Dialog ausgesprochen interessant und fände es schade, wenn er nun privat fort geführt würde. Krolock hat insofern Recht, als das in unserem Disput viele Punkte zum Tragen kamen, die sicherlich spannend waren/sind, aber nichts mit der eigentlichen Diskussion zu tun haben. [Meta: Wenn man so will Dominanzgebahren von beiden Seiten Inhaltlich wurde aus meiner Sicht alles wichtige gesagt und ist es letztendlich wohl eine Glaubensfrage. Wenn ich Krolock richtig verstanden habe, sagt er, dass man dominante Verhaltensweisen lernen kann, aber nicht die (innere) Haltung. Dass man die hat, oder eben nicht. (Aufgrund der Gene, frühkindlicher Prägungen, warum auch immer.) Ich sage, dass man dominante Verhaltensweisen lernen und die Dominanz verinnerlichen bzw. "herauskehren"/leben kann, dies jedoch mit fortgeschrittenem Alter (tendentiell) schwieriger wird, länger dauert [Meta: Weil man schon andere (dominante *hrhr*) (Verhaltens-)Muster hat.] und fraglich ist, ob man selbst mit viel Zeit und Übung "das Niveau" eines Menschen erreicht, der sein ganzes Leben lang eine gewisse Ausrichtung lebt. (Aufgrund subtiler Feinheiten.) Gleichzeitig habe ich betont, dass diese Detailunterschiede, die es irgendwann (Wenn überhaupt.) nur noch sind, für die meisten kaum von Relevanz sein werden. Wenn ich mit jemandem rede, der einen passiven Wörterschatz von tausend Wörtern hat, wird dieser meine Flexibilität und Ausdifferenzierung a) nicht zu schätzen wissen, b) nicht wahrnehmen oder c) es sogar als störend/unpassend empfinden. Manchen wird es im BDSM-Kontext reichen, wenn jemand mal ein lautes Wort sagt oder mit der Peitsche knallt, andere modulieren ihre Stimme in diversen Zwischentönen, achten auf Nonverbalität und haben auch mehr als nur einen plumpen Peitschenschlag in der Hand. Wobei es das (per se) nicht besser oder schlechter macht. Wenn jemand nur ein lautes Wort und einen Peitschenschlag braucht/will, und jemanden findet, der ihm das genau gibt - perfekt. Andere brauchen/wollen mehr und suchen demnach jemand anderen. Und solange jeder den oder die für sich passenden Gegenüber findet, und damit glücklich und zufrieden ist, kann es denen so ziemlich egal sein, was andere darüber denken und ob sie echt dominant oder submissiv sind, oder das nur spielen. (Auf welchem Niveau auch immer.) „Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ (Friedrich Schiller) |
![]() | 10. November 2011 Hm... ich glaube alles, was ein Lebewesen im Grunde ab Zeugung geprägt hat, ist wandelbar im Innersten. So auch die Problematiken , die dieses Lebewesen durch seine Erzeuger in sich trägt, also auch ein Teil Vererbung. Ich glaube weniger, dass es angeborene Dominanz gibt. Nein, das glaube ich nicht. Dominanz gehört für mich mit zum Verhalten. Auch Selbstvertrauen, das man mit Dominanz verwechseln könnte, wird- abhängig vom Lebensweg- erworben/verhindert. Und dennoch kann man es wandeln. Aber ich glaube, dass physikalische Grundvoraussetzungen/genetische Basis und Fähigkeiten von Anfang an angelegt sind. Dazu zählt für mich jetzt aber nicht Dominanz oder Sadismus oder ......, sondern die entwickeln sich. Vielleicht entwickeln sie sich bei manchen leichter, weil genetisch Vorleistungen und entsprechende Lebenswege da sind, als vielleicht bei anderen, genauso kann es sein, dass jemand diesselben Anlagen in eine andere Richtung lebt. Achja, ich finde den Dialog auch ausgesprochen interessant. vlg Orientkatze |
![]() | 16. November 2011 ..... ich bin mir nicht sicher gewisse Handhabungen, Begriffe, Auftreten.....ja, dass kann man sich antrainieren, aber ob das Gefühl auch von innen kommt und somit das eigene ICH ist... genau das mag ich bezweifeln das ist nur meine Meinung und mein Empfinden schönen gruss Bella |
![]() | 16. November 2011 Also mal von klein angefangen. Ich bin dom. und ich habe es aus meiner Erziehung heraus so gelernt. Und finde einerseits das man schon dafür gebohren sein muß um es zu sein. Sicherlich ist es weiter ausbaufähig, aber ich denke nicht das eine/r der / die devot ist dom. werden kann??? In einem Spiel für kurze Zeit ganz bestimmt aber auf Dauer geht das nicht. |
![]() | 16. November 2011 Lernen kann man Alles und ein Leben lang, aber seine Persönlichkeit verändern kann man nicht - das ist meine inzwischen feste Überzeugung. Allerdings leben wir auch in einer Gesellschaft in der viele tagtäglich versuchen die Erwartungen Anderer zu erfüllen. Und da wird der oder die eine oder andere im Laufe seines Lebens schon mal zurechtgestutzt. Ich glaube, dass 80% der Menschen die grundsätzliche Anlage zur Dominanz haben, allerdings sehr individuell ausgeprägt; von schwach bis stark. Da gelingt es Menschen mit einer starken Ausprägung (ich schätze das sind ca. 20%) natürlich leichter diesen Wesenszug von Anfang an auszuleben. Die übrigen 60% können es meiner Ansicht nach natürlich lernen, Dominanz entsrechend ihrer Persönlichkeit zu leben - ist eben eine Frage der Motivation im Sinne von Intensität. Und hier gilt wie überall: üben, üben, üben. Traut Euch Jetzt! Liebe Grüße |
