Wunscherfüller(-in)

23. Oktober 2011
Wunscherfüller(-in)

hallöchen rundum,

"Wunscherfüller" ist meiner Beobachtung in vielen BDSM-Foren leider ziemlich zum Schimpfwort verkommen...

Ich möchte das Thema ganz bewusst HIER neu aufgreifen... weil ich durch Lesen vieler Beiträge HIER den Eindruck gewonnen habe, dass man das Thema hier auch einmal ernsthaft diskutieren könnte... ohne von "Kasperln", wie sie sich in typischen BDSM-Foren tummeln, lächerlich gemacht zu werden...

Mein Ansatz: ob wir Dom(mse) oder ob wir sub(bie) sind... WENN wir gleichzeitig den Focus auf eine dauerhafte Beziehung legen... müssen wir nicht LETZTLICH alle die Wünsche unseres Gegenübers erfüllen?

Ja klar... ich kann als Dom meine subbie fix und fertig machen... aber was habe ich davon, wenn sie dann gerade noch auf allen Vieren meine Wohnung verlässt... und nie wieder kommt?... steht diese kurze Machtdemonstration in irgend einem wünschenswerten Verhältnis zum Ergebnis?

Klar kann ich als Dom über jede Grenze gehen... und natürlich als Switcher in der sub-Rolle auch eine ganze Menge ertragen... ABER... früher oder später stellt sich die Frage nach dem WARUM?...

Ich behaupte jetzt mal ganz kühn... wenn nicht LETZTLICH jeder der Wunscherfüller des anderen ist... dann klappt das MITEINANDER nicht... vielleicht ein paar Tage oder günstigstenfalls Wochen... weil jeder am Anfang doch irgendwelche Hoffnungen an den anderen hegt...

Gibt es hier einen sub, eine subbie... die WIRKLICH auf JEDEN eigenen Wunsch ernsthaft dauerhaft verzichten KANN und WILL... OHNE jede Einschränkung... und sich ABSOLUT Dom(me)'s Wünschen und Launen unterwirft... nicht für ein geiles Spiel... sondern auf Dauer...

Ich halte das für unrealistisch... unrealistisch auf Dauer... möglich, für den Moment... aber unrealistisch als Dauerzustand...

Ob Dom(me), ob sub(bie)... ich behaupte, wenn das Ziel eine langfristige Beziehung ist, dann wird das nur klappen, wenn LETZTLICH jeder der Wunscherfüller des anderen ist... nicht unbedingt zum gleichen Zeitpunkt, aber "insgesamt"...

Ich bekenne mich dazu, Wünsche zu erfüllen... als Dom, als sub... schimpft mich also einen "Wunscherfüller"(doch muss ich das eigentlich als Schimpfwort verstehen???...) ... wenn euch danach ist... diskutiert mit mir alle Für und Wider des Themas...

Ich bin neugierig auf eure Sichtweisen,

LG,
DocWolf
23. Oktober 2011

Hallo,

da können wir Dir im Großen und Ganzen zustimmen.

Manche Formulierungen sind wohl zu "Absolut".

Aber jede Beziehung die auf Dauer angelegt ist, besteht aus "Geben und Nehmen".

Das gleiche gilt aber auch für "Stino" oder "Normalo" Beziehungen.

Also ja, wir sind so gesehen auch Wunscherfüller-Dom und Wunscherfüller-Sub.

LG
23. Oktober 2011
aus Sicht der Subbie

Ich diene meinem Herren gerne in dem ich seine Wünsche erfülle,
wenn er meine Bedürfnisse dann auch wahrnimmt und erfüllt,
kann Subbie nur noch fliegen.

Wenn zwei Menschen auf ihrer gemeinsamen Ebene die Wünsche erfüllen,
ist das der Weg ins Paradies. (um ein wenig aus dem Formulierunges meines Top zu zitieren).

Ich sehe mich gerne als Wunscherfüllerin und verwendet auch gerne dieses Wort.

LG
Delfine
23. Oktober 2011

Die Fantasie eines Subs, uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen und bedingungslos zu dienen ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse, ist doch letztendlich auch ein Wunsch, der erfüllt werden will, so wie andere Fantasien auch. Oder nicht?

Die einzige Möglichkeit, dem submissiven Part KEINEN einzigen Wunsch zu erfüllen, wäre doch in letzter Konsequenz, mit ihm GAR KEINEN BDSM zu praktizieren!

Auf diesem Hintergrund kann für mich gar kein BDSM-Szenario ohne gegenseitige Erfüllung von Wünschen stattfinden.

Kann es sein, daß die Abneigung gegen den Begriff "Wunscherfüller" eher auf dem Hintergrund von gewissen "Wunschzetteln" zu sehen ist, also daß es als Untergrabung der Dominanz gesehen wird, wenn der eine dem anderen schon ein fix und fertiges Drehbuch vorlegt, das er gerne "abgearbeitet" hätte? Vielleicht werden hier nur die Begrifflichkeiten ein wenig unterschiedlich interpretiert...
23. Oktober 2011

Also ein fix und fertiges Drehbuch fände ich auch total ätzend.

Aber das braucht man ja auch nicht, selbst wenn man sich die Wünsche gegenseitig erfüllt. Ich jedenfalls finde genau das den richtigen Weg. Für mich geht es darum meiner Dom ihre Wünsche und Fantasien so weit ich es mit meiner Einstellung tragen kann zu erfüllen. Im Gegenzug geht es meiner Dom darum mir meine Wünsche und Fantasien zu erfüllen (auch wenn das manchmal zu Anfang nicht gleich zu erkennen ist *grins*). Das was dabei herauskommt ist für beide Seiten optimal, da beide Seiten genau das bekommen, was sie wollen.
23. Oktober 2011

Ich empfinde es als nicht schlimm, als Sub Wunscherfüllerin zu sein, oder einen Dom zu haben, der auf meine Wünsche eingeht.

Das Wichtigste ist doch, dass zwei Menschen sich lieben und ihre Neigugng gemeinsam ausleben. Natürlich werden dabei auch Wünsche geäußert und zu gegebener Zeit erfüllt.

So haben doch beide etwas davon.

Luna
23. Oktober 2011
Wunscherfüller

"Wunschzetteldom" ist noch so ein Begriff für Menschen die im Sinne der
DIN Norm 66DS-SM13 Nicht geeignet sind für jegliche Form des Auslebens von BDSM oder auch nur DS geschweige denn Fetischkrams...

Ich bin bekennender "Wunscherfüller" denn ich bin davon überzeugt das zum Aufrechterhalten einer intimen Beziehung die Zufriedenheit aller Beteiligter wichtig ist.

Zudem hat bisher kaum ein dominanter Mensch erahnen können was sich submissive Menschen wünschen und UMGEKEHRT ebenfalls nicht.

Die absolutistische Sicherheit das Dinge im Bereich BDSM so und so sein müssen und das dominante Persönlichkeiten grundsätzlich ihren Willen IMMER durchsetzen MÜSSEN und devote IMMER OHNE EIGENE WÜNSCHE ZUS EIN HABEN ist eine "phantasmagogische" Vorstellung die den realen Verhältnissen mit der Tendenz gegen null entspricht.

Dennoch wird diese Vorstellung häufig postuliert, bohrt man dann in die Tiefe jener die diese Vorstellung äußern gerät man recht schnell in die Bereiche der Unsicherheit, der mangelnden Erfahrung und der Aberglaube wird entweder manifestiert oder löst sich in wohlgefallen auf.
Manche sind weniger lernfähig als andere....

BDSM / DS ohne Meinungsaustausch ohne Berücksichtigung der Wünsche wird meist etwas einseitig. Das es Tage gibt wo Sub nur dient und diese Einseitigkeit bewußt gelebt wird ist durchaus wünschenswert und in Ordnung - nur - ist es nicht so gut wenn dies immer und ausschließlich der Fall ist.
23. Oktober 2011

Letztlich müssen doch die Wünsche der beiden Beteiligten sowohl in einer Normalo-Beziehung als auch in einer BDSM Beziehung so weit kompatibel sein daß beide einen emotionalen Nutzen aus der Aufrechterhaltung der Beziehung ziehen können.

Also wird letztlich auch die BDSM Beziehung nur funktionieren wenn beide das ausleben können was sie sich wünschen.

Und ich denke "darüber reden" und dann eine gemeinsame Schnittmenge finden ist, wie in jeder anderen Beziehung von Vorteil wenn man will daß die Beziehung von Dauer ist.

Weil ein Sub ist doch letztendlich auch kein automatischer Fussabstreifer sondern eine Person der/die das tut was er/sie tut um einem emotionalen Gewinn daraus zu ziehen.

Also entweder finden sich 2 Menschen zusammen die von natur aus genau kompatible Wünsche haben oder aber sie reden darüber und finden eine für beide akzeptable Schnittmenge. Wenn das nicht geht wird die Beziehung nicht dauerhaft aufrechtzuerhalten sein.
23. Oktober 2011

Selbstverständlich sind wir (hoffentlich) alle Wunscherfüller. Selbst indem, wenn wir Wünsche nicht erfüllen, erfüllen wir Wünsche *zwinker*
Irgendwann, irgendwie, irgendwo kommt der Punkt an dem man vor lauter Wünsche erfüllen nicht mehr von dominant reden kann.
Es gibt viele, viele sogenannter, selbsternanter "Doms" die doch gar keine sind, sondern nur die aktive Rolle einnehmen und Wünsche erfüllen. Übehaupt nix dran rumzumeckern oder gar sowas als "weniger wert" oder noch schlimmer zu betiteln.
Wenn sich solche Menschen dann aber als "Dom" bezeichenen, dann gebrauche gern Worte wie "Wunschzettelabarbeiter"
Dominanz hat nun mal ein klein wenig mit Egoismus, durchsetzen der eigenen Wünsche und "beherrschen" zu tun.

Sicher muss es in einer Beziehung passen, muss die Mischung an Egoismus und Wunscherfüllung stimmen. Andersrum doch auch, nix langweiliger als Sub die alles mit sich machen lässt und keine Wünsche erfüllt sondern nur Befehlen gehorcht oder gar hörig ist.

Jeder "wirklich Dominante" kommt irgendwann, irgendwie, irgendwo mal an dem Punkt da macht es Spass, da bringt es Lust Dinge tun zu können, die man eigentlich nicht hätte tun können sollen dürfen. Schlechtes Deutsch? nur auf den ersten Blick *zwinker*
23. Oktober 2011
Ein alter Bekannter

Schön, Deinen Stil und Deine coolen Beiträge nach laaaanger Zeit (und dem Zoff mit K. damals) mal wieder zu lesen.
Und stimme Dir nach Ösiland herzhaft zu: SM ist wie das Leben, ein Erfüllen von Wünschen, Begehrlichkeiten, Vorlieben.
Und wenn wir viel Glück haben, passen die Dinge auch noch mit EINEM Partner untrer EINEN HUT ;-))))

Grüße von Tablettenschmeisser an Gasmann *zwinker*
23. Oktober 2011
Unser sub hat wünsche

und die werden respektiert und werden auch umgesetzt,denn jeder mensch ob sub oder dob hat wünsche,ohne so ein miteinander geht eine solche beziehung nicht und so fühlen sich alle wohl....
23. Oktober 2011

@ wolf

ich stimme deiner frage zu, ja der ständige angriff ist unsinnig. allerdings aus anderen gründen.

verneint man die frage wunschzettelerfüller zu sein, ( welcher top lässt sich denn unterstellen, er werde von sub gesteuert?? ) erscheint sekunden später die behauptung dann kann das nur ein dummdom sein. sofort brodelt es von anschuldigungen abstrusester art, was man alles böses denn zu tun bereit wäre.

dass die anhänger der "reinen lehre" wunschzetteldoms verachten? ist doch klar!! und genauso idiotisch!!!!!!!

schlußendlich werden sich beide seiten damit abfinden müssen, dass das ganze eben doch unter einem großen wunsch steht: etwas zu haben, bei dem sich beide wohlfühlen.

die einen erreichen das ziel, in dem sie wünsche erfüllen und erfüllt bekommen, die anderen in dem es eben keine wunscherfüllung gibt.

wo steht geschrieben, dass einer von beiden recht haben muss? warum muss immer irgendein priester aufstehen und seine weißheit als die alleinseeligmachende verkaufen wollen?

ganz ehrlich, ärger dich lieber über die politik, ist genauso unsinnig aber bringt mehr abwechslung.

relaxed ne tasse cappu trink

schönes we
23. Oktober 2011
Wenn

der Egoismus des Doms

die geheimen Wünsche der Sub erfüllen.

Darf man da von Glück sprechen?

LG
Delfine
23. Oktober 2011

"Dominanz hat nun mal ein klein wenig mit Egoismus, durchsetzen der eigenen Wünsche und "beherrschen" zu tun."




Dann muss genau das was dieser Dom als Dom so tut eben das sein was Sub den Kick gibt. Dann ist das ganze ja wieder zu beiderseitigen Befriedigung.

Wenn Sub aus Doms Agieren nicht einen emotionalen Gewinn zieht scheitert die Beziehung.


Dabei ist es wurst ob die Übereinstimmung deshalb vorhanden ist weil Sub und Dom natürlicherweise kompatible Bedürfnisse in dem Bereich haben oder ob vorher darüber geredet wurde um eine Schnittmenge zu finden. Letztlich ist auch der egoistischste, durchsetzungsstärkste Dom darauf angwiesen daß ein Sub genau auf DIESES spezifische Agieren abfährt. Weil es ohne einen Sub der/die das geil findet dann kein BDMS stattfinden wird.

Daß Dom Sub also aus Egoismus etwas aufzwingt ist also letztlich eine Illusion. Und wenn das wirklich passieren würde wäre es kein BDSM mehr sondern Vergewaltigung. Weil das ist eben die Trennlinie: Gibt es Sub den Kick und wünscht er/sie es, sich dieser "Behandlung" auszusetzen, oder ist es Gewalt , Freiheitsberaubung und Sex wirklich gegen den Willen von Sub.

Die ganze sogenannte Dominanz und Submission findet nämlich nur im Hirn der Beteiligten statt. Es ist in Wahrheit eine freiwillige Aktivität in beiderseitigem Einvernehmen und zu beiderseitigem emotionalem Gewinn, wie ganz normaler Sex zB auch.
23. Oktober 2011

Wunscherfüller sind alle.
Mehr oder weniger vorsätzlich

Pauschal finde ich das Wort auch nicht beleidigend.
Es kommt immer darauf an worauf es sich bezieht.

So wie zB. Delfine es eben schrieb.
Es muss ja nicht absichtlich geschen und wenn dabei die Wünsche des Sub erfüllt werden ist das doch eine wunderbare Sache.

Wenn aber Top auchschließlich mit dem vom Bottom gewähltem Instrument nur so oft wie vom Sub angegeben auf die vorgegebene Stelle schlägt, sollte man die Rollenverteilung nochmal überdenken.
Erstrecht wenn der Wunschzettel des Sub schön der Reihe nach abgearbeitet wird ohne das Top dabei ausschert.

In diesem Kontext paßt Wunscherfüller auch ganz prima.
Ob das dann noch so löblich ist, laß ich mal dahin gestellt.

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