Zu viel "Reden" über Sex?

04. Oktober 2011
Zu viel "Reden" über Sex?

Hallo,

ich (w) habe momentan ein Problem, bei dem ich das Gefühl habe, dass es die Beziehung sehr belastet.

Mein Freund und ich haben stark unterschiedliche Vorstellungen von unserem Sexleben. Ich bin sehr auf ihn fixiert - Sex mit ihm war immer das Wundervollste für mich und ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, mit jemand anderem Sex zu haben. Er hingegen war wohl schon immer sehr viel aufgeschlossener in dieser Sache und wollte immer öfter etwas Neues ausprobieren. Meistens habe ich auch mitgemacht, rein aus Interesse, weniger aus Verlangen danach, und so haben wir unser Sexspielzeugsortiment immer weiter erweitert. Irgendwann kam dann das Thema Partnertausch / Dreier / Vierer auf, und wir haben sehr offen darüber gesprochen. Ich kann mir das momentan einfach nicht vorstellen, aus verschiedenen Gründen, und wir haben uns darauf geeinigt, dass wir das für den Moment auch mal so stehen lassen.

Als ich im Sommer viele Wochen im Ausland war, hatte ich starke Sehnsucht nach ihm und wir begannen, uns erotische Nachrichten zu schicken. Das war auch ganz anregend in diesen Wochen der "Abstinenz", aber die Nachrichten häuften sich und bald ging es nur noch um das Thema Sex.
Seit ich wieder zurück bin, habe ich kaum Lust auf Sex. Das kann am Stress liegen, vor allem habe ich aber das Gefühl, dass es an der permanenten Präsenz des Themas liegt. Mir fehlt die liebevolle Nähe einer einfachen Umarmung oder einfach mal kuscheln, ihm fehlt ganz offensichtlich der Sex, und so werden seine Berührungen immer fordernder und sexueller, meine Abneigung gegen Sex wird aber immer größer.
Das macht mir wirklich Sorgen, weil es seit einigen Tagen auch immer mehr Unstimmigkeiten in der Beziehung gibt, wir streiten häufiger, und ich habe das Gefühl, dass er manchmal schon gar keinen Bock mehr hat, mich zu sehen oder mit mir zu reden.

Hatte jemand schon einmal ein ähnliches Gefühl oder versteht, was ich meine?

musizierhäsIN
04. Oktober 2011

Ich kenne das auch....aber umgekehrt.
Eine etwas andere Situation, aber im Kern ähnlich wie bei dir.
Wie rauskommen?
Ich suche gerade den Weg dafür.
04. Oktober 2011

Zu viel Druck?

Aus Deiner Sicht: Ich möchte auch nicht unter Druck gesetzt werden, weder direkt noch indirekt. Aber ich hab zumindest Verständnis für den Mangel, den ein anderer leidet, der mich unter Druck zu setzen versucht.

Aus seiner Sicht: Ich möchte niemanden unter Druck setzen, aber was soll ich denn machen, wenn mir etwas so sehr fehlt und ich es mir woanders auch nicht holen darf, was ich gerne hätte?

Was glaubt Ihr - wie könnte man den Druck aus solch einer Situation nehmen?

(Der Antaghar)
04. Oktober 2011

Hm...vielleicht ist es unterschwellig auch Deine Angst, das Thema PT könnte wieder zum tragen kommen und Du wirst weich, machst es mit aus Angst, ihn zu verlieren?
Deswegen denkst Du Dir ggf lieber gar keinen Sex, als zusehen zu müssen, wie er es mit einer Anderen macht.
Ich bin zumindest so, dass ich auch Dinge mitmachen wollte (mit meinem EX), die ich ablehne, nur aus Angst, ihn zu verlieren, oder er holt es sich dann heimlich von einer anderen Frau *snief*
Das ging dann aber gewaltig nach hinten los.
Ich finde allerdings, dass er Dich mit seinen Wünschen ziemlich unter Druck setzt, vielleicht solltest Du lernen, auch mal NEIN zu sagen?
Seine Rücksichtslosigkeit bei der Umsetzung seiner Interessen macht es nicht besser. Da hilft wohl nur ein klärendes Gespräch.
04. Oktober 2011

Der Ausweg beginnt, wenn der Lusthabende die Tatsache anerkennt, dass der Lustentzug kein Liebesentzug ist.
Der Ausweg beginnt, wenn der Lustlose sich selbst ergründet und die Lustlosigkeit offen ausspricht und die ehrlichen Gründe aufzeigt. Das kann auch in persönlichen Eigenarten des Partners liegen wie zB die unablässige Lust, die platt gezeigt nur nervend ist.

Drängeln und Zwangslustpause schaukeln sich in beiderseitigen Frust hoch. Deadlock.

Als immer wieder giftig empfinde ich es, wenn Signale der Zärtlichkeit beim Drängelnden wieder und wieder interpretiert werden als "yes, endlich ficken".

Eine schwankende Libido, die unerklärt aber auch unausgesprochen ist oder bleibt, ist der Anfang vom Ende.

Es einmal der Sache nach zu verstehen ist schon schwierig. Aber anschließend danach richtig zu handeln noch viel viel schwieriger. Und gar unmöglich, wenn nur einer handelt.


F.
04. Oktober 2011
Oh ja, kenn ich genaustens............

Bei "uns" ist das ähnlich!!
Ich hab da weitergehende Fantasien! Auch wir bestitzen ein reichhaltiges Sortiment an Spielzeugen weil mir immer mal wieder nach was neuem ist!!
Und beim Thema Sex mit anderen bin ich es auch der da immer wieder mal anklommt und seine Fantasien äussert einen weiteren mann mit einzubinden! Meine Freundin sagt aber das sie vorerst keine Lust auf Sex mit "fremden" hat!! Für mich ist das vollkommen OK, kann und muss ich akzeptieren! Ich versuch auch einfach nicht zu sehr rumzubohren was solche Dinge angeht! Könnte mir auch gut vorstellen das sich damit dann ihre Lust auf Sex minimieren würde!!

Ich denk dein Freund sollte sich einfach damit zurückhalten!! das man es mitteilt find ich wichtig und auch richtig, doch wenn es eine eindeutige
Stellungnahme von dir dazu gibt sollte er es nich versuchen zu forcieren!!
04. Oktober 2011

Also ich habe es so verstanden das er diese Wünsche zwar mal geäußert hat, sie aber momentan weder auf Sex mit ihm noch mit weiteren Personen hat.
Bitte berichtigen wenn ich falsch liege.


Was kann man tun um aus der Gedanken-Druckspirale rauszukommen?
Ständig kreisen die Gedanken darum.......
04. Oktober 2011

Seit ich wieder zurück bin, habe ich kaum Lust auf Sex. Das kann am Stress liegen, vor allem habe ich aber das Gefühl, dass es an der permanenten Präsenz des Themas liegt.

Klar, es kann an der manischen Übersättigung mit einem einzigen Thema liegen. Wenn dich dein Partner ununterbrochen mit dem Thema Kochen und Rezepten zutextet, wirst du selbst als leidenschaftlicher Gourmet irgendwann mal die Lust am Essen nicht mehr spüren.

Doch kann es auch andersherum sein: Die Sexlust ist aus hormonellen Gründen etc. heruntergefahren, und mit dieser nüchternen Brille auf der Nase nervt das Thema einfach mehr, als wenn man selbst ständig rattig herumrennt.
04. Oktober 2011

Versuch Nr. 2

Manchmal neigen Menschen dazu, fehlende Intensität und Tiefe ihres Erlebens des durch "immer mehr, immer größer, immer öfter, immer härter, immer etwas Neues, immer wilder, immer verrückter" und so weiter zu ersetzen.

Dabei fehlt es eigentlich an gar nichts, außer eben an Intensität, vielleicht auch an der Intensität, die durch Schmusen und Kuscheln, Streicheln und Massieren ohne jede sexuelle Absicht dahinter entstehen könnte.

Ist nur eine kleine Anregung zum Nachdenken und Nachspüren ...

(Der Antaghar)
04. Oktober 2011
ja, ich kann das nachvollziehen

was du da beschreibst.
04. Oktober 2011
Ja.......

vollkommen richtig! Ein Sexoverkill kann bestimmt dazu führen das sich ein Partner genau in die andere Richtung entwickelt!

Geht mir auch manchmal ähnlich! Ich versuch mich dann einfach auch mal
selbst zurückzunehmen und vielleicht auch den Druck selbst unter der Dusche oder so abzubauen!

Die Lust kommt von allein bei meiner Freundin wieder!
04. Oktober 2011

sex ist toll und schön - aber es sollte sich in einer partnerschaft nicht alles nur noch um dieses thema drehen....
04. Oktober 2011


sex ist toll und schön - aber es sollte sich in einer partnerschaft nicht alles nur noch um dieses thema drehen....


Das sich nicht alles in einer Beziehung um Sex drehen darf ist schon richtig. Aber "toll" und "schön" ist der Sex einer Beziehung nicht.
Im Gegenteil, die Sexualität ist exsistentiell: Funktioniert die Sexualität, so funktionieren auch alles anderen Dinge, die in einer Partnerschaft wichtig sind.
Funktioniert der Sex nicht, bzw. einer der Partner ist deshalb frustriert, fehlt eine der tragenden Säulen und das Gebilde "Parnerschaft" stürzt in sich zusammen.

Die Sexualität sollte nicht immer als "es gibt anderes" abgetan werden.

Es handelt sich meist um sogenannte "geschlechtliche Paar- Beziehungen".
Soziologisch gesehen, ist die Sexualität der "Klebstoff", der die Beziehung zusammenhält.


lg curious_sin [mask.]
04. Oktober 2011

Funktioniert die Sexualität, so funktionieren auch alles anderen Dinge die in einer Partnerschaft wichtig sind.

Dem muß ich aus eigener Erfahrung, wiedersprechen. DAS stimmt so nicht.

Der stimmige Sex garantiert noch lange nicht das alles andere stimmt.


Zum Thema:


Wenn Sex nur noch Thema ist, wenn man schon denkt: Hoffentlich fängt er/sie nicht schon wieder damit an, dann redet man definitiv zuviel über Sex, ja.

Manchmal muß man ein paar Schritte zurück treten und auf langsam schalten. Weniger reden, weniger denken.

Es könnte helfen das Thema einfach eine Weile ruhen zu lassen. Sich selber ein bißchen Zeit zu geben.
04. Oktober 2011
Schließ mich mal Amarinta an...

In meiner Exbeziehung war der Sex das Einzige was ganz gut funktioniert hat, mit eben immer wiedermal die Bemerkungen zu PT o.ä., Seitens meines Ex`
Aber der Rest hat gar nicht wirklich funktioniert, deswegen ja auch Exbeziehung.
Das stimmt nicht, Sex ist keine entscheidend, tragende Säule einer Beziehung, wenn auch enorm wichtig und ohne ist die Beziehung oft auch nichts mehr wert.

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