![]() | 03. Oktober 2011 Gefühlte Devotion/Demut hallo zusammen, ich bin seit ein paar wochen aktiv im forum unterwegs und immer mehr drängt sich mir folgende frage auf ! ab wann fühlt ein devoter mensch seinem dom gegenüber auch wirklich dieses gefühl der absoluten hingabe , der demut ? ist das auch zu 100 % in einer reinen spielbeziehung möglich ? meiner erfahrung nach ist es in einer reinen spielbeziehung ( man trifft sich allein ausdem dev-dom kontext ) nicht möglich dieses gefühl , diese neigung wenn sie zur persönlichkeit gehört und nicht nur ein rein sex. teil des menschen ist wirklich auszuleben ! natürlich kann ich , wenn ich weiß was ich als devote person geil finde ( schläge mit der hand , peitsche , verbale führung usw.) mit einem dominanten gegenüber lust dabei erleben , weil man es vorher bespricht ..... aber entsteht nicht erst das gefühl der demut usw. wenn der dom mich auch gefühlsmäßig und menschlich erreicht ? welche erfahrungen habt ihr gemacht als ihr gespürt habt das ihr eher devot veranlagt seit , war es immer ein volltreffer auf der "suche" nachdem eigenen ich ? wer dachte am anfang er ist devot und merkt heute das es nur eine spielform seiner sexualität ist ? wer hat mit der zeit gespürt das es eine pers. neigung ist , zur persönlichkeit dazu gehört devot zu fühlen und kann das auch 100 % ausleben ? ich freue mich auf eure antworten !!!! |
![]() | 03. Oktober 2011 wie passend gerade .... .... ich bin nämlich gerade in die Situation geraten , das herauszufinden ... .... für mich waren die Spiele mit Schmerzen im Vordergrund , aber keine stark demütige Haltung einem Menschen gegenüber ........ bis zu einem gewissen Grade Demut zu fühlen, einem Menschen gegenüber mit dem man "nur-lediglich" eine Spielbeziehung hat ist bestimmt möglich ... ich für mich denke aber, das ich tiefe Demut nur einem Menschen gegenüber fühlen, zulasssen kann, wenn der Mensch auch in meinem Herzen ist ... es ist aber vielleicht wie so vieles eine Einstellungs- und Empfindungssache eines jeden Einzelnen ...... und ich bin gespannt was die "Anderen" darüber denken |
![]() | 03. Oktober 2011 Devotion, Demut und Hingabe Ich erlaube mir mal eine Betrachtung aus der Sicht des dominanten Parts: Der Ausdruck Demut kommt aus dem althochdeutschen diomuoti = dienstwillig. Die Bereitschaft zu Dienen ist für mich ein wesentliches Element sexueller Devotion. In dem Film Gosford Park spricht die Dienerin Mrs. Wilson von der Vorausschau als wichtigste Gabe der perfekten Dienerin. Es geht meines Erachtens also nicht darum durch Demütigungen physischer oder psychischer Art den Willen zu brechen und Demut bzw. Unterwerfung zu erzwingen, sondern um die Bereitschaft sich unterwerfen zu wollen und dienen zu wollen. Und diese Bereitschaft gilt ja nicht irgendjemandem sondern dem Dom, dem man sich auch gefühlsmäßig und menschlich derart verbunden fühlt, dass die Unterwerfung dem eigenen Willen und Wollen entspricht. Im Idealfall entsteht daraus beiderseitige Hingabe. Die Bereitschaft sich zu öffnen, sich einzulassen auf die mentale und körperliche Vereinigung, die durch BDSM entstehen kann. Hingabe - das schönste Geschenk einer BDSM-Beziehung. Egal ob Spiel oder Paar. |
![]() | 03. Oktober 2011 ab wann fühlt ein devoter mensch seinem dom gegenüber auch wirklich dieses gefühl der absoluten hingabe , der demut ? Das wird wohl individuell sehr verschieden sein. Und kann auch bei derselben Person extrem schwanken. Bei mir genügt es oftmals, wenn er mein Haar packt und Sekunden später bin ich total in 'submode'. Und manchmal ärgert es mich eher. Aber grundsätzlich glaube ich schon, dass diese Form der Hingabe (und allenfalls auch Selbst-Aufgabe) viel Zeit braucht um sich zu entwickeln. Absolut wird sie allerdings auch nach Jahren kaum sein. ist das auch zu 100 % in einer reinen spielbeziehung möglich ? Keine Ahnung. Meine erste und bisher einzige BDSM-Beziehung ist weit mehr als nur eine Spielbeziehung. meiner erfahrung nach ist es in einer reinen spielbeziehung ( man trifft sich allein ausdem dev-dom kontext ) nicht möglich dieses gefühl , diese neigung wenn sie zur persönlichkeit gehört und nicht nur ein rein sex. teil des menschen ist wirklich auszuleben ! Denke ich auch. Deshalb glaube ich, dass devot/dominant im Kontext eines reinen sexuellen Spiels die falschen Begriffe sind. Üblicherweise brauche ich hier das englische 'kinky play'. Auch ein furchtbar unscharfer Begriff, ich weiss ...natürlich kann ich , wenn ich weiß was ich als devote person geil finde ( schläge mit der hand , peitsche , verbale führung usw.) mit einem dominanten gegenüber lust dabei erleben , weil man es vorher bespricht ..... aber entsteht nicht erst das gefühl der demut usw. wenn der dom mich auch gefühlsmäßig und menschlich erreicht ? Das mag für dich stimmen, für andere nicht. Für andere reicht vielleicht schon der Tonfall des Partners beim Spielen um in die richtige, devote Stimmung zu kommen.welche erfahrungen habt ihr gemacht als ihr gespürt habt das ihr eher devot veranlagt seit , war es immer ein volltreffer auf der "suche" nachdem eigenen ich ? Nö, da gab's natürlich Hindernisse und auch den einen oder anderen Frosch zu küssen, bis dann der Märchenprinz in glänzender Rüstung angeritten kam. Oder so ähnlich.wer hat mit der zeit gespürt das es eine pers. neigung ist , zur persönlichkeit dazu gehört devot zu fühlen und kann das auch 100 % ausleben ? Ich nicht. Da stehen mir Berufsleben, gesellschaftliche Konventionen, Strafgesetz, unsere Tochter und vieles andere im Weg.Ist aber ganz OK so, ich denke nicht dass es wirklich so toll wäre, meine Neigungen zu 100% und immer auszuleben. |
![]() | 03. Oktober 2011 ab wann fühlt ein devoter mensch seinem dom gegenüber auch wirklich dieses gefühl der absoluten hingabe , der demut ? Kann ich so genau gar nicht sagen. Je mehr ich loslasse, desto mehr gebe ich mich hin. Ich kann beeinflussen, ob ich loslasse, wenn ich aber loslasse, nicht, inwieweit ich das tue. Es gibt ja diesen Spruch: Man sollte nur so hoch fliegen wie man sich traut, tief zu fallen. Ich muss zugeben, ich kann die Höhe meines Fluges und somit die Tiefe meines Falls nicht selbst bestimmen, wenn ich loslasse. Insofern muss ich sorgfältig wählen, wem ich mich anvertraue. ist das auch zu 100 % in einer reinen spielbeziehung möglich ? Ich habe schon recht früh zu Beginn meiner BDSM-Erfahrungen festgestellt, dass aus meiner Hingabe nach einiger Zeit quasi zwangsläufig Liebe erwächst. Emotional kann ich das nicht trennen. Insofern wäre es für mich fatal, mich mit einen verheirateten oder auch nur gebundenen Mann einzulassen - oder auch nur mit einem der "nur spielen will". ich bin immer wieder fasziniert von dem Konzept einer Spielbeziehung, die ich mir im reinen SM-Bereich noch so gerade vorstellen könnte, mit D/s-Anteilen für mich aber niemals, weil ich das so ohne emotionale Verletzungen gar nicht leben könnte. Ansonsten habe ich noch einiges über mein Verständnis von Devotion auf meiner Homepage geschrieben: "Devotion" Grüße ~ Blackfux |
![]() | 03. Oktober 2011 Du sprichst... von "absoluter Hingabe" und diesen Aspekt beleuchte ich dir gerne (aus dominanter Perspektive), die Bedeutung von "Demut" hingegen hat uns ja @Renove schon freundlicherweise näher erläutert. Aus meiner Sichtweise läßt sich eine Frau generell, sei sie nun submissiv oder nicht, nur komplett (wobei hier die Limitierung eindeutig in den Fähigkeiten des dominanten Parts liegt) aufschließen, wenn die emotionale Komponente, das Gefühlsleben eine wichtige Rolle "mitspielen" kann und darf. Wobei "aufschließen" für mich die Äquivalenz aus dominanter Sicht zur Hingabe bedeutet. Du fühlst dich zu einem Menschen nicht nür körperlich und/oder geistig, sondern eben auch emotional hingezogen...hat er/sie den passenden Schlüssel für dich, wird er/sie in der Lage sein, deine Hingabefähigkeit zu steigern, wobei 100% oder absolut immer ein vermessener Anspruch sind, den dominantes Personal natürlich nur zu gerne für sich reklamieren Somit ist der Teil deiner Frage "ab wann?" sicherlich nicht zu beantworten, handelt es sich hierbei doch um eine Überzeugung, die aus dem Gefühl heraus formuliert ist. Eine reine Spielbeziehung findet in klar abgesteckten Grenzen statt, ein Teil der Persönlichkeit bleibt somit meiner Meinung nach immer unberührt, was mit (un)bewußter Zurückhaltung einhergeht. Die Hingabe hätte somit per Definition eben auch einen abgesteckten Rahmen. Was nicht gleichzeitig bedeutet, dass eine solche Art von Beziehung nicht zutiefst erfüllend sein kann. Inv. (m) |
![]() | 03. Oktober 2011 ab wann fühlt ein devoter mensch seinem dom gegenüber auch wirklich dieses gefühl der absoluten hingabe , der demut ? Ab dem Zeitpunkt, wo man sich gegenseitig sicher sein kann, dass man den anderen so liebt, weil er genau so ist wie er ist. Dann kann man es ganz authentisch leben, ohne die Fingerspitzen an der Notbremse haben zu müssen. |
![]() | 03. Oktober 2011 Demut und Devotion dieses Gefühl, entwickelt man, dieses Geschenk gibt man aus freien Stücken, sie sind in jeder Person vorhanden, es geht hier nicht um Spielbeziehung, oder um Spass, ich empfinde es als Teil einer devoten Person, die bereit dazu ist- dieses jemanden in seine Hände zu geben, Vorraussetzung, das man Frau oder Mann immer noch den nötigen Respekt entgegen bringt. weil sonst ist es Ausnutzung , weil sonst ist es kein Geschenk weil es beide dann gemeinsam ausleben, das Gemeinsame steht im Vordergrund, sollte es jedenfalls lg Pariser42 |
![]() | 03. Oktober 2011 japp es ist auch in einer spielbeziehung möglich. allerdings, sobald es funktioniert wird daraus mehr werden, zwangsläufig. der leim, auf den du allerdings nicht kriechen soltest, ist die ewige geschichte vom geschenk der devotion. hört sich wunderbar an und verbrämt das kopfkino. das problem dabei? es ist nichts anderes als das was du willst, du spielst dein kopfkino mit jemanden der dein kopfkino entgegennimmt. die spannung wird schwinden, irgendwann wird dein gegenüber nur noch langweilig. man kann fremdbestimmung nicht eigenbestimmt erzeugen, ist nun mal so. |
![]() | 04. Oktober 2011 Ist Hingabe von äuseren Umständen abhängig? Hingabe ist ein Gefühl für eine Sache oder für einen Menschen und Gefühle halten sich seltenst an das, was realistisch einschätzbar ist. Hingabe sehe ich auch unabhängig von einer Dom/dev. Beziehung.Denn hingeben kann ich mich auch einem Menschen, dem ich mich nicht im Machtgefälle unterworfen habe. aber entsteht nicht erst das gefühl der demut usw. wenn der dom mich auch gefühlsmäßig und menschlich erreicht Erreicht er das denn allein in einer "richtigen" Beziehung? Wobei ich diese jetzt mal dem allgemeinen Anspruch der Gesellschaft nach definiert sein lasse. Es gibt eine wunderschöne und für mich zutiefst stimmige Aussage aus dem I-Net, die eigentlich all das aussagt, was ich unter Hingabe verstehe und warum sie für mich in jedweder Art von Beziehung zueinander möglich ist: Völlige Hingabe zu einem Menschen beinhaltet, sich willentlich ganz zu öffnen, den tiefsten Teil mit einer/ einem anderen zu teilen und die eigene Verletzlichkeit ohne Furcht preiszugeben, um Vertrauen, Glaube, Geduld, Aufrichtigkeit und Einigkeit zu finden. Hingabe ist die Fähigkeit, sich zu überlassen, Platz zu machen für das Unerwartete, das Leben. Also ist Hingabe für mich in erster Linie ein zutiefst freiwilliger Akt, den ich aus meinem Herzen heraus zulasse oder nicht und in dem erstmal die äusseren Umstände keine Rolle spielen, sondern einzig mein Gefühl des Vertrauens und Glaubens in den anderen. Die Frage wäre, inwieweit ich das in einer Beziehung kann, die auch und vor allem von BDSMlern als weniger tief empfunden wird? Und das wiederum ist eine Sache der individuellen Empfindungen.Will und kann ich mich trotz des Risikos des Verlustes so sehr auf einen Menschen einlassen oder nicht? Die meisten Menschen können das nur in oben angegebener Beziehung, da letztendlich die Angst vor Verlust und somit auch die vermeintlich grössere Absicherung dadurch, einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor zu vertrauen, darstellt. Ganz wenige Menschen sind so frei in ihrem Denken und ihrem Glauben, das sie das Risiko auch in einer weniger stabilen Beziehung eingehen. |
![]() | 04. Oktober 2011 Hingabe hat etwas mit Glauben und Vertrauen zu tun: In der indischen Philosophie und im Yoga gibt es den Begriff Bhakti, der übersetzt Liebe und Hingabe bedeutet und die emotionale Hinwendung zu Gott bzw. zum Göttlichen meint. Ziel ist die Kontaktaufnehmen mit den Dingen hinter der Fassade bzw. mit dem Göttlichen hinter allem. Im Tantra wird die Vereinigung von Mann und Frau als göttlich angesehen wird, da sie Shiva, das männliche Prinzip und Shakti, das weibliche Prinzip symbolisieren die durch ihre Wechselwirkung das Universum bilden. Hingabe ist m.E. NICHT: "Kritiklose Selbstaufgabe mit Lustkomponente". wie ich es einmal in einem anderen Forum gelesen habe. Hingabe ist m.E. der Glaube daran, dass das worauf ich mich einlasse gut für mich ist und wird. Worauf ich mich einlasse liegt zunächst an mir selbst. Und ob es gut für mich ist und wird hängt nicht zuletzt von meinem Glauben, meiner Überzeugung und meiner Sichtweise ab. |
![]() | 04. Oktober 2011 Hingabe ist m.E. der Glaube daran, dass das worauf ich mich einlasse gut für mich ist und wird. Worauf ich mich einlasse liegt zunächst an mir selbst. Und ob es gut für mich ist und wird hängt nicht zuletzt von meinem Glauben, meiner Überzeugung und meiner Sichtweise ab. Herzlichen Dank an @Ronove Denn genau so sehe ich es auch. Nur habe ich, wie immer, scheinbar mehr Worte gebraucht um es auszudrücken LG Die Bitch |
![]() | 04. Oktober 2011 Hingabe ist m.E. der Glaube daran, dass das worauf ich mich einlasse gut für mich ist und wird. Worauf ich mich einlasse liegt zunächst an mir selbst. Und ob es gut für mich ist und wird hängt nicht zuletzt von meinem Glauben, meiner Überzeugung und meiner Sichtweise ab. hmmm... fragt Hingabe wirklich (erst) danach ob/was einem gut tut. Macht man nicht vieles mit Hingabe wohl wissend , dass es einem nicht gut tut? Hingabe - gerne, mit Leidenschaft.... weil man will, weil man muss? Manch einer ist gar nicht in der Lage seine devote (auch dominante) Seite innerhalb (s)einer Beziehung auszuleben, geschweige denn mit Hingabe. Ist wohl eher selten 100% an Gefühlsintensität in einer reinen Spielbeziehung zu erreichen aber durchaus möglich. Je weniger die Neigung auf rein Sexuelles beschränkt ist, desto unmöglicher erscheint es in einer Spielbeziehung, Nebenbeziehung wie auch immer "100%" zu erreichen. |
![]() | 04. Oktober 2011 Also ich bin auch gerade erst in der Phase des Suchens/Ausprobierens:). Aber ich muss sagen, ich habe so meine Probleme mit dieser Art der Spielebeziehung. Wo fängt Spiel an und wo hört es auf? Ich brauche ein gewisses Gefühl des Mögen's, der Vertrautheit um mich überhaupt auf den jeweils Anderen einlassen zu können. Von daher könnte ich mich nie jemandem anvertrauen, den ich nicht mag, wo nicht wenigstens ein Funke Vertrauen zu der Person da ist. Ist es dann noch Spiel? Aber ich denke mal wirklich "absolute" Hingabe und Vertrauen findet man nur bei einem Menschen, den man auch liebt:). Wenn wirklich das blinde Vertrauen in diese Person auch da ist. Lieben Gruß Niniel |
![]() | 04. Oktober 2011 hmmm... fragt Hingabe wirklich (erst) danach ob/was einem gut tut. Kann man Hingabe erzwingen oder ist es noch Hingabe, wenn sie nicht freiwillig und in gutem Glauben und mit Vertrauen erfolgt? Ob dann das Vertrauen und der Glaube, der Hingabe erst möglich macht, in den- oder diejenige mit der Zeit gerechtfertigt war, ist die andere Frage. Hingabe an diesen einen Menschen würde sich dann aber doch generell ob des Mangels daran von selbst verlieren und dann wäre es doch keine Hingabe mehr, sondern Abhängigkeit. Würde ich zumindest so sehen. Hingabe - gerne, mit Leidenschaft.... weil man will, weil man muss? Hingabe und Zwang schliessen sich meiner Ansicht nach also gegenseitig aus. Ist wohl eher selten 100% an Gefühlsintensität in einer reinen Spielbeziehung zu erreichen aber durchaus möglich. Da schliesse ich mich sehr gern wieder den Worten von @Ronove an: Hingabe - das schönste Geschenk einer BDSM-Beziehung. Egal ob Spiel oder Paar. |
