Femdom Neuling trifft auf erfahrenen Sub

27. September 2011

Ich würde aber niemals klein-klein meiner Partnerin in dem Fall erzählen was ich mit der anderen erlebt habe oder davon in den höchsten Tönen schwärmen

Musst Du ja auch nicht tun.

Wenn es auch nichts schöneres gibt, als mit seinem Liebsten Freud und Leid zu teilen .... offen, frei und ohne den Gedanken zu haben ..... darf ich das jetzt sagen, verletzte ich Ihn / Sie ?
27. September 2011

Wir haben es so vereinbart, man gibt die grobe Info á la "da gibt es jemanden" und der Andere kann entscheiden, ob und was er fragt - dann steht der Gefragte aber auch ehrlich Rede und Antwort.

Jep, ich würde es nicht anders machen. *g*

Wenn es auch nichts schöneres gibt, als mit seinem Liebsten Freud und Leid zu teilen .... offen, frei und ohne den Gedanken zu haben ..... darf ich das jetzt sagen, verletzte ich Ihn / Sie ?

Naja, in dem Augenblick in dem man das andere mit jemand anders erlebt, teilst du es mit deinem Partner ja nicht.
Ich empfinde das Erzählen im Nachhinein als eine Rechtfertigung, derer es ja gar nicht bedarf. Wenn ich mit, sagen wir mal: Meiner Freundin tollen Sex im Kontext SM habe und mit meiner Frau tollen Sex konventionell habe, wieso sollte ich von mir aus der anderen jeweils das auf die Nase binden wollen? Dass es schön war merken beide im Anschluss sowieso (wenn ich z.B. zu Frau / Freundin anschließend fahre).

Egal bei wem ich bin, diese Person ist für mich dann wichtig. Ich empfinde es so dass ich die abwesende Person zu wichtig machen würde, würde ich alles klein-klein von mir heraus erzählen, was ich mit ihr erlebt habe.

Wenn sie dann doch wissen möchte wie es war, gut, dann erzähle ich es ihr auch gerne. Aber damit habe ich die Entscheidung, wieviel sie erfährt von der anderen, ihr überlassen und es ihr nicht eigenmächtig von mir heraus aufgedrückt.

Ist schwer zu erklären. Jedenfalls hat sich in meinem Leben dieses Prinzip "Grob erzählen, fein nur auf Nachfrage" in meinem Leben als sehr sinnvoll erwiesen. Es half, immer gerade bei der Person zu sein und zu bleiben (emotional), bei der man sich gerade befand.

In einer Polybeziehung laufen die Dinge etwas anders, da haben alle Beteiligten i.d.R. ja auch häufiger miteinander Kontakt.
Bei offenen Beziehungen indes kommt's dann schon öfters vor dass sich die Beteiligten gegenseitig eher selten bis nie begegnen.
Ist zumindest meine Erfahrung.

Achja, Ergänzung: Freundin/Frau in meinem Fall ist natürlich n fiktives Beispiel, beides existiert in meinem Leben außer einer "Spielfreundschaft" gerade nicht *zwinker*
Aber ich war eben auch schon einmal Teil einer offenen Beziehung und habe daraus nicht wenig gelernt, wie man am besten miteinander umgeht. *ja*
27. September 2011

I
n einer Polybeziehung laufen die Dinge etwas anders, da haben alle Beteiligten i.d.R. ja auch häufiger miteinander Kontakt.

genau *ja*

Aber selbst unabhängig davon, finde ich und mein Partner es schöner miteinander offen zu reden ohne falsche Rücksicht.

Ich empfinde das Erzählen im Nachhinein als eine Rechtfertigung, derer es ja gar nicht bedarf.

Dein Empfinden sei dir belassen.

Es ist für mich / uns keine Rechtfertigung, sondern ein ganz normales mitteilen von Gefühlen, negative wie auch positive Gefühle.
28. September 2011
Öhmm...

Jetzt mal von einer offenen Beziehung ausgehend, Frau kommt von ihrem Liebhaber zurück und erzählt ihrem Mann breit grinsend "der Sex war der HAMMER, das glaubst du nicht!"

Würde ja wohl auch niemand machen


Warum denn nicht?

Bei uns wäre das durchaus möglich - und was daran taktlos sein soll ist für uns nicht nachvollziehbar...

Moxy
08. Oktober 2011
@Omphale

Heute mal ein paar Zeilen zu deinem Fred.

Erst einmal finde ich deinen Eingangsbeitrag sehr mutig - weil du sehr offen darüber schreibst, dass du neu bist, welche Ängste und Bedenken dir durch den Kopf gehen.

Wenn ich zurück spule, stand ich vor Jahren genau vor den selben Fragen. Und die Feststellung dominant zu sein, beinhaltet nicht, dass man sofort alles kann und weiss. Kopfkino und Realität, man denkt sich, wie soll ich was tun, wie kommt es an, schaffe ich das.

Und wenn ich zurück denke an meine Anfänge, dann muss ich heute noch schmunzeln. Ich glaube, es geht dir auch darum, von anderen zu erfahren, wie es bei ihnen am Anfang war.

Bei mir gab es vlt den Vorteil, dass ich als Sub angefangen habe, also schon mal wusste, was in so einem 'Spiel' abläuft. Ging allerdings nicht lange gut, weil ich schnell merkte, dass ich eigentlich auf der anderen Seite besser aufgehoben war. Habe dann erst einmal profan viel gelesen und merkte, das kickt mich wirklich. Dann ging es mir so wie dir, irgendwann musst du mal ran an den Sub. Ich meinte, ich müsste im Kopf ein Drehbuch schreiben und dachte mir, na hoffentlich habe ich keinen Filmriss, das geht dann aber völlig nach hinten los. War so mit diesem Drehbuch beschäftigt, dass ich mich auf mich nicht mehr konzentrieren konnte und meine Lust auf der Strecke blieb, glaube 2-3 Mal. Dann kam hinzu, ich hatte plötzlich alle Verantwortung, das sollte man als Anfänger auch nicht unterschätzen.

Es wurde entspannter, als ich anfing, mit Sub ausserhalb des Spiels darüber zu reden, mir seine Phantasien anzuhören. Und plötzlich hat es in meinem Kopf klick gemacht, ich brauchte kein Drehbuch mehr - habe mich nur noch auf mich verlassen und auf die in jedem Moment entstehenden Situationen eingelassen und mir ihr gespielt. Und davon wurde ich getrieben, ohne Drehbuch und du wirst sicherer. Irgendwann gehst du in ein Spiel, völlig locker, ohne dass du vorher weisst, was am Ende dabei heraus kommt. Das enstpannt ungemein, du erkennst, dass du dich auf dich verlassen kannst. Für mich ist das manchmal wie in einem Trance_Zustand, bei dem ich einfach abhebe. Safewort war bisher noch nicht nötig. Du solltest verinnerlichen, dass seine Lust, deine ist, die dich treibt und umgekehrt - damit kannst du spielen, damit pusht ihr euch beide, jeder in seiner Rolle. Und dann macht natürlich Übung die Meisterin *zwinker* - kann schon auch mal was nicht so laufen, wie du es dir gerade vorgestellt hast - passiert.

Die Techniken, wie z.B. Bondage, musst du erlernen - da hilft kein Kopfkino. Peitsche/Rohrstock/Gerte oder an was du alles denkst, als Schlagwerkzeug - kannst du z.B. an einem Kissen probieren, um die Führung des Werkzeugs zu üben. Ganz ohne lesen wird es aber auch nicht gehen, denn du solltest wissen, wohin du nicht schlagen darfst. Und es gibt noch ein paar andere Dinge, die es zu verhindern gilt, um nicht im Krankenhaus zu landen. Wichtig auch, sich über Atemreduktion zu informieren!! Das kann ich dir nur ans Herz legen und mit auf den Weg geben.

Und vieles, auf was man zwischenmenschlich achten soll, hat Hanije sehr schön beschrieben, deshalb dazu nichts mehr von mir. Nur kurz, Absturz - hatte ich schon auf beiden Seiten, da brauchst du Gespür und auffangen hilft meist in entspannter Atmosphäre. Wenn du abstürzt, ist es notwendig, dass du mit deinem Partner sprichst. Hatte ich nämlich auch schon so wie beschrieben, nach 2 Tagen kam mir plötzlich....ohmeingott, war ich zu heftig? Mir war eine Rückmeldung wichtig und auch wichtig, ob alles in Ordnung ist - auch gesundheitlich. Das gibt Sicherheit und die brauchst du.

Jo
08. Oktober 2011
Der erste "Tanz"

Danke, liebe Jo!

Nun, von meinem ersten "richtigen" Mal jetzt am Mittwoch hatte ich in der Gruppe "BDSM für Anfänger" schon berichtet.

Dass ich hier sein, lesen und mich austauschen konnte, hat mir wirklich viel geholfen.
Ich hatte einen akribisch vorbereiteten Anfang und einige gut vorbereitete Möglichkeiten in petto.
Habe wie auch beim Kennenlernen die Führung ganz alleine übernommen - der mir zu Willen ist, wusste nur, wo er sich einzufinden hatte und was er anziehen sollte - nicht aber, nicht im Mindesten, wohin es geht und was ich tun will.
Seine Spannung hat mich über die ersten Minuten getragen, ich konnte garnichts "falsch" machen. Das wiederum gab mir Sicherheit, ich war aufgeregt, aber kein bisschen nervös oder unsicher.

Tja, und nach diesem gut geplanten Anfang - da geschah etwas, wovor ich immernoch wohlig erschauere: Es kam etwas in Gang, ein Fluß kam in mir in Bewegung, ein Sturm, der durch mich durchbrauste - ich kann es immer noch nicht in Worte fassen.
Es kam auf einmal einfach alles aus mir selber heraus, ich habe nicht mehr gedacht oder geplant, nur noch gefühlt, gespürt, gemacht.
Hatte aber auch einen hervorragenden Diener, der mir jede Sekunde mit Augen, Atem, Stimme die klare Rückmeldung gab, dass das alles passt. Der mich mitnahm auf seinem Flug.
Und der mir in jeder Sekunde volles Vertrauen zeigte.

Ich habe mich selten so "ganz" gefühlt wie in diesem Moment. Ich war so sehr ICH, so authentisch, so völlig unverstellt. Das war weder Rolle noch Spiel, sondern nur ICH.

Der Moment, in dem meine Beute abhob und nur noch flog, war ... ähm, ... geil. Ich bin mitgeflogen.
Ein Teil von mir stand ruhig draussen, beobachtete, sicherte. Fühlte nach kalter Hand, sicherem Haken, sorgte dafür, ihn regelmäßig mit Trauben, Beeren und Eisstückchen zu füttern. Der Rest schwebte ein paar Stunden in bunten Sphären durchs Paralleluniversum.

Gut, das reicht wohl an Blumigkeit. Offenbar ist mir der Abbau der Hormone noch immer nicht ganz gelungen.

Eine ungewollte Grenzüberschreitung (oder sowas ähnliches) gab es wohl auch, nicht schlimm, in so einem Moment wusste Mann aber kein Safewort mehr, nur ein zutiefst entsetzes "nein - bitte nicht". Das Entsetzen war aber nicht der Wachs, sondern die Tatsache, dass ich ihn zuerst auf meine eigene empfindliche Haut innen am Handgelenk tropfen ließ und dann auf ihn abperlen, um es für ihn vorsichtig anzugehen. Er sah, dass ich mir selber weh tat, um es ihm leichter zu machen, und bettelte, ich möge das lassen - den kleinen Schmerz lieber für sich selber annehmend. Ich habs verstanden, meinen Arm weggezogen, gut war.
Kein Absturz, Abbruch, irgendwas, der Fluss des Vertrauens floß einfach weiter.

Komischerweise war genau diese Situation die Beste. Wir haben nochmal nen Tag später in Ruhe miteinander sprechen können. Für mich war die Situation gut, weil ich merkte, wie gut ich ihn lesen kann - das Entsetzen gespürt, bevor es ausgesprochen war, auch wenn ich zuerst dachte, er würde den Wachs fürchten. Für ihn war sie gut, weil er sah, dass er mir in jeder Kleinigkeit vertrauen konnte und ich sehr gut auf ihn achtgebe.

In wenigen Tagen sehen wir uns wieder, und auf beiden Seiten ist nichts weiter als Spannung und Vorfreude. Dass wir zwischendrin auch "ganz normal" miteinander sprechen können und wir auch mal einfach spazieren- und essen gehen wollen, rundet das Ganze noch ab.

Ich bin sehr froh, mit Geduld und Sorgfalt diesen Diener ausgewählt zu haben - er ist aber sowas von der Richtige dafür (zumindest für mich).

So, und wenn ich damit vielleicht noch einem weiteren Neuling auf der Aktiven Seite etwas Mut machen kann, dann ist auch meine Tipperei hier etwas wert. *zwinker*
10. Oktober 2011
@Omphale

Gratuliere!


Genau so soll es sein *g*

Meint der
Moxy
09. November 2011

So, und wenn ich damit vielleicht noch einem weiteren Neuling auf der Aktiven Seite etwas Mut machen kann, dann ist auch meine Tipperei hier etwas wert.

Definitiv! Danke für Deinen ausführlichen Beitrag und vor allem auch für Deine Offenheit, Dich und Deine Gedanken so authentisch rüber zu bringen.

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