wie kann man lernen, ein gesicht zu malen?

24. Oktober 2006
wie kann man lernen, ein gesicht zu malen?

ich male. so, das sieht jeder der will in meinem profil und auf meiner homepage. soweit so gut.
dass ich einen festen stil noch nicht gefunden habe, kann jeder erkennen. aber das was ich male gefällt mir und kommt auch ganz gut an.
seit einiger zeit versuche ich mich an etwas anderem.
an gesichtern. doch die wollen mir einfach nicht gelingen.
egal, ob in acryl oder als bleistiftzeichnung, es missrät immer.
bücher gewälzt. mach so, mach dort, mach hü, mach hott. alles schön und gut, aber es hilft nicht wirklich.

hat jemand einen rat? außer üben, das tu ich eh... lächel.
in vielen galerien und ausstellungen ist mir mittlerweile aufgefallen, einige haben da wohl ihr problem mit und umspielen das ganze dezent. das ist aber nicht das was ich will. ich will "meinen" körpern auch gesichter geben.
24. Oktober 2006
Gesichter

Liebes SM_Baerchen,
deine Verzweiflung kann ich nachvollziehen, Gesichter sowie Hände und Füße sind in der Malerei/Zeichnerei ein Kapitel für sich.

Ich habe folgende zwei Tricks angewand, um mit den Formen klarzukommen:

1. zum Training ich habe ich keine kompletten Gesichter gemalt, sondern zunächst nur "Einzelteile": Auge, Nase, Mund, Haare usw. großformatige Vorlagen helfen dabei sehr gut. Nicht auf die gedachte Form hin zeichnen, sondern nur das zeichnen, was tatsächlich dunkel ist (z.B. fallen oft Nasen zu sehr auf, weil zuviel daran gezeichnet wird), weglassen von kleinen Schatten hilft auch, mit dünnen Schraffuren arbeiten.

2. Habe ich anfänglich mit einem Raster gearbeitet (diesen Trick haben auch schon die alten Meister verwendet), ich habe auf ein Gesicht eine Folie mit gedruckten Quadraten gelegt und die Qudrate auf meinen Zeichengrund übertragen, das ist wie malen nach Zahlen, aber wirkt. Die Quadrate können mit der Zeit immer größer werden, bis du sie ganz weglassen kannst.

Vielleicht konnten dir die zwei Tipps etwas weiterhelfen, würde mich freuen.

Liebe Grüße
Er von allebeidex
24. Oktober 2006

Hallo SMB,

allebeidex' ersten Tipp halte ich für exzellent! Man kann zur Übung ganze Blätter nur mit Augen, Gesichtsumrissen, Haaren usw. füllen (als preisgünstige "Modelle" eignen sich u.a. einige Frauenzeitschriften, dort sind oft großformatige Anzeigen/Modefotos usw.)

Was mir dabei sehr geholfen war, mir folgendes bewußt zu machen: Gerade bei Gesichtern neigt man sehr dazu, Symbole zu verwenden. Jeder erkennt, daß eine Ellipse mit einem Kreis darin und einem Punkt in der Mitte ein Auge sein soll, aber "echt" sieht es nicht aus. Die Kunst ist also, sich diese Symbole aus dem Kopf zu schlagen, und zu versuchen, wirklich ganz genau das zu zeichnen, was man auch sieht, jeden Schatten, jede Linie - so verstehe ich übrigens auch allebeidex' Satz "nicht auf die gedachte Form hin zeichnen". *roll*

Ich hoffe, ich kriege jetzt nicht von allebeidex' eins auf den Deckel wegen theoretischer Ausführung ohne praktischen Nachweis *zwinker*

Darki
24. Oktober 2006
danke schön

ja klingt vernünftig.

an "einzelteilen" hab ich mich schon probiert, das funktioniert auch schon ganz vernünftig. aber das "zusammenfügen"... lächel

hm. mit dem raster, aber klar, da hätte ich auch drauf kommen können. 5. oder 6. klasse in der schule, da haben wir das mal so gelernt.
danke für die tipps! die rastermethode versuch ich ganz bestimmt!

zu deinen bildern:
da ist das eine oder andere dabei, da könnte man meinen es sei eine fotografie, nur am pc ein wenig "bearbeitet". nein, ich unterstell dir das nicht! denk das bloß nicht! dafür sind auch alle anderen bilder einfach viel zu gut! kompliment!

leider sind hier genug solcher fotoshopmanipulationen eingestellt. ächz... seis drum. solange keiner behauptet er hätte es selber gemalt...

wär aber mal eine idee für die moderatoren:
eine eigene "ecke" für photoshop- oder ähnliche pc-gemälde...
24. Oktober 2006
Darkling

Lieber Darkling,

das hast du doch von mir schon auf den Deckel bekommen, sowas mache ich nicht zweimal ... grins.

Aber danke für die ergänzenden Ausführungen... ja, du hast das besser erklärt als ich ..."nicht auf die gedachte Form hinzeichnen" ... mit den Symbolen ist das vielleicht besser erklärt.

Noch ein Tipp fiehl mir ein:

Ich habe Gesichter u.a. auch so geübt, dass ich zunächst Seitenprofil, später Frontalprofil und dann später erst Halbprofile gezeichnet habe. Auch ist es hilfreich, sich die Schädelform vorher ein wenig zu skizzieren (also Augenhöhle, Ober- und Unterkiefer usw.)
Viel Erfolg beim zeichnen, und lass es uns sehen, wenns gelingt!

Liebe Grüße
Er von allebeidex
24. Oktober 2006
ihr habt mich überholt...

... lächel

ja danke für die tipps. echt genial. warum hab ich nicht früher mal gefragt...tzzzz
24. Oktober 2006
Foto

Liebes SM_baerchen,

in meinem Profil sind vier Fotos dabei, leider gab es keine Möglichkeit, die Sortierung so anzulegen, dass erst die Zeichnungen und später die Fotos aufgeführt sind. Zwei mal ist ein "exotisches" Gesicht in S/W Foto zu sehen, das ist meine bessere Hälfte...

Interessant ist auch, Gesichter in verschiedenen Altersgruppen zu zeichnen, von Kind bis Omi, das trainiert das Sehen.
24. Oktober 2006
hätte ich einen hut auf...

... ich würde ihn vor dir ziehen!

lächel... ja ja. die echten bilder hat "blondie" dann doch auch noch erkannt... grins...
25. Oktober 2006
hey....

...baerchen....

ich habe auch so meine Problem mit Gesichtern, das geht wohl vielen so.

Du könntest versuchen, anstelle des Gesichts den Hintergrund zu zeichnen. So kannst du dich besser an die Gesichtsform "herantasten"......

Bei mir hilfts....

gruss
mike
25. Oktober 2006

Ich hätte da noch eine Ergänzung zum Raster .
Bin mir nicht mehr so sicher, aber ich denke, das ganze war irgendwie mit dem goldenen Schnitt .
Ich weiß, nie mit Fremdwörtern um sich werfen *g* ...

Heißt auf jeden Fall im Idealfall sitzt zwischen beiden Augen eine Länge von einem Auge .
Die Augen sind genau in der Mitte des Gesichts ...

Wenn ich jetzt noch eine skizze hier hätte, würde ich die gern hochladen, hab sie aber leider nicht mehr .

Und noch etwas : In jedem Gesicht gibt es ähnliche "Höhen und Tiefen" , sprich die Nase sitzt für gewöhnlich immer etwas abgehoben von dem Reest des Gesiichts, unter der Unterlippe gibt es oft eine kleine Vertiefung und am Rande des Gesicht , Haaransatz, Kinn ist das Ganze meist etwas dunkler .
25. Oktober 2006
Goldener Schnitt

Liebe derwicht,

Der "Goldene Schnitt" hat etwas mit der Bildaufteilung zu tun, nicht mit dem Raster, aber zum Raster ist mir noch eingefallen:

Verschiedene alte Meister haben einen Holzrahmen genommen und darin quadratisch Fäden gezogen und dann diesen Rahmen beim Zeichnen vor sich gestellt. Das macht sich vor allem auch bei der Arbeit mit Modellen recht praktisch.

Um ein Gesicht nach dem Zeichnen wiedererkennen zu können ist es schon gut das beschriebene "Modell" von derwicht anzuwenden und sich vor allem auf die Abweichungen von dem Ursprungsmodell zu konzentrieren. Manchmal ist es hilfreich, eine Mittellinie anzulegen oder die Augenbrauenlinie...

Liebe Grüße
25. Oktober 2006

sorry, aber erst musste ich tierisch lachen: der goldene schnitt. ist auch ein bezeichnung aus dem schneidern.
so mal wieder im ernst:

ja, kann das gut nach vollziehn. mit dem rahmen und den fäden klingt doch mal richtig gut! könnte mir das auch prima vorstellen, dass dann über vorlagenbilder zu legen, um die nicht mit strichen zu verunstalten.

leider fehlt es mir an models. nicht mal meine familie is so lieb... grummel... *hae*
drum begnüge ich mich mit bildern oder fotos.

dennoch... bin am grübeln, warum klappt das mit gesichtern nicht. vielleicht der wiedererkennungsfaktor?
ein fuß ist und bleibt ein fuß, auch wenn er mal ne nummer zu groß oder zu klein gerät. genau wie ne hand o.ä., ihr wisst sicher wie ichs meine.
aber ein gesicht? änder ich da nur ne augenbraue oder mach es durch falsche schatten schmäler... schon erkennt man die person nicht mehr. vielleicht ist es ja das, warum man sich bei gesichtern so anstrengt bzw. so schwer tut...
25. Oktober 2006
Liebes SM_Baerchen

Den Goldenen Schnitt gibt es auch in der Musik und in der Architektur und in noch unmöglichen Sparten...

Also was mir bei mir selbst manchmal aufgefallen ist, man kann Gesichter auch "tot" malen... das heißt, einfach so lange daran "herumstricheln" bis es wirklich nicht mehr zu erkennen ist.

Und mit den Modellen aus der Familie habe ich die gleichen Probleme wie du... *haumichwech* , die wollen schon nicht mehr still sitzen.

Liebe Grüße und gute Erfolge wünsche ich...
25. Oktober 2006

*heul* menno... ich weiß ich bin blond... aber schneidern fiel mir halt als erstes ein... *snief2* *roll*

*haumichwech*

schön, wenns allen gleich geht, mit den modellen...

hab mal ein live-mal-event gemacht. zugucken wollten alle, aber sich mal hinstellen... äch...
aber dafür gibts ja zum glück genug bildchen...
die haben, außer, dass sie sich nicht bewegen eh nur vorteile:
wollen keine gage
bewegen sich auch in den unbequemsten stellungen nicht
geben keine widerreden
singen nicht falsch...

sind aber teils auch leider nicht sehr gesprächig... *gähn...

wo waren wir gerade?
ach ja. malen. muss das morgen gleich machen mit dem "fadenrahmen". bin ich echt drauf gespannt wie das klappt!

*frage* bootsleute wünschen sich doch immer ne handbreit wasser unterm kiel...
gibts sowas auch für maler und zeichner? *immer genug papier/farbe zur hand? ... *frage*
26. Oktober 2006

aber ein gesicht? änder ich da nur ne augenbraue oder mach es durch falsche schatten schmäler... schon erkennt man die person nicht mehr. vielleicht ist es ja das, warum man sich bei gesichtern so anstrengt bzw. so schwer tut...

Da mag ich noch einen kleinen Einwurf machen: Gesichter sind für uns unheimlich wichtig. In Gesichtern lesen wir, bei Menschen die uns nahe stehen erkennen wir kleinste Stimmungsveränderungen, die andere nicht wahrnehmen, und in früheren Zeiten war es oft überlebenswichtig, aus dem Gesicht (und z.B dem Zusammenziehen der Iris) zu erkennen, was der andere vorhat bzw. ob man gleich angegriffen wird.(Die Körpersprache tut da natürlich auch ihres).
Daher haben wir auch gerade bei uns bekannten Gesichtern ein sehr feines Gefühl dafür, ob sie richtig dargestellt sind, oder ob etwas daran "falsch" ist, selbst wenn wir manchmal nicht direkt sagen können, woran es genau liegt.

Darki

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