Wenn ''anständig'' die Fetzen fliegen...

18. August 2011
Wenn ''anständig'' die Fetzen fliegen...

Hallo!

Hat wohl Jede(r) schon mal erlebt.
Sowohl als aktiv Betroffener oder passiver Zuhörer/Zuseher.

Die Rede ist von einer höchst-streitbaren partnerschaftlichen Auseinandersetzung, die in aller Öffentlichkeit ausgetragen wird, sich in ihrer Heftigkeit immer weiter emotional hochschaukelt und im schlimmsten Falle durch Handgreiflichkeiten völlig eskaliert.

Der Partner wird durch verbale Kraftausdrücke in extrem lauter Manier regelecht den Umstehenden vorgeführt und es wird gestritten, als ob es kein Morgen gäbe.

Eine Kompromittierung der härtern Art also. *streit*

Ich persönlich empfinde eine solche Art des öffentlichen Konflikts als in hohem Maße respekt-, wie auch stillos und mache einen gewaltigen Unterschied, ob im privaten Rahmen (also alleine zuhause) mal ''anständig'' die Fetzen fliegen, oder eben in oben beschriebener Form.

Wei ich diesbezüglich die Ansicht vertrete, daß Mann/Frau sich hinsichtlich seiner Beziehung ansich, also etwas zutiefst Privates zwischen zwei Menschen, in fragwürdiger Weise für Dritte angreifbar macht.

Fände ich interessant, wie ein solches Vorgehen hier individuell bewertet wird (vielleicht auch anhand persönlicher Erlebnisse), inwieweit man nach so einer Nummer wieder einfach zur Tagesordnung übergehen kann, oder es vielleicht auch als ein unverzeihliches NoGo gesehen wird.

Ein freundlicher Gruß von Purple_Sky an Alle, die Interesse an dieser Thematik finden.
*g*
18. August 2011
orthographischer Edit:

...noch ein r für regelrecht und
l für Weil.

Nur so der Ordnung halber... *zwinker*
18. August 2011
Ein Input

Ich könnte mir vorstellen, dass Menschen, die einen Streit in der Öffentlichkeit führen, möglicherweise beide (oder einer) die Zuhörer als "Schiedsrichter" "brauchen/missbrauchen", um sie mit ihrer Position auf seine/ihre Seite zu ziehen.
Nur ein kleiner Input
Lg
Freimut
18. August 2011

Immer, wenn ich Zeuge einer solchen Auseinandersetzung war,
empfand ich die Situation als hochgradig peinlich.
Ich selbst achte drauf, die Notbremse zu ziehen, wenn sich eine
solche Situation zwischen meiner Partnerin und mir anbahnt.
Notfalls (war noch nicht nötig) würde ich auch die Szene verlassen.

Was Hintergründe angeht, liegt Freimut wahrscheinlich nicht falsch.
Jedoch glaube ich, dass es zweckdienlichere Wege gibt, mit seiner
Hilflosigkeit umzugehen.
Es sei denn natürlich, dass der Zweck ausschließlich darin besteht,
den Partner zu demütigen.

LG Berglöwe
18. August 2011

Ich persönlich empfinde eine solche Art des öffentlichen Konflikts als in hohem Maße respekt-, wie auch stillos und mache einen gewaltigen Unterschied, ob im privaten Rahmen (also alleine zuhause) mal ''anständig'' die Fetzen fliegen, oder eben in oben beschriebener Form.

im schlimmsten Falle durch Handgreiflichkeiten


Das erste gepaart mit dem zweiten hat ca. ein Jahr nach der Trennung endlich mal aufgezeigt, was mein Ex für ein Psycho ist...
Konnte nämlich keiner glauben was 2 1/2 Jahre lang bei uns hinter verschlossenen Türen abging...

Ich kann jeden verstehen, der davon peinlich berührt ist als Außenstehender, aber ganz ehrlich, ich war nur froh über Zeugen...

Mit meinem Wissen von heute (als Opfer) würde ich dazwischen gehen oder die Polizei rufen sobald es zu Handgreiflichkeiten kommt!


LG HP
18. August 2011
Beides ist peinlich und unnötig:

Ich persönlich empfinde eine solche Art des öffentlichen Konflikts als in hohem Maße respekt-, wie auch stillos und mache einen gewaltigen Unterschied, ob im privaten Rahmen (also alleine zuhause) mal ''anständig'' die Fetzen fliegen, oder eben in oben beschriebener Form.

Natürlich ist der öffentlich ausgetragene Konflikt um ein vielfaches schlimmer. Wenn es denn wirklich außerhalb der 4-Wände passiert, dann ist zumeist, wie sagt man so schön in Franken der Hochburg der Biere "Hopfen und Malz verloren!"
18. August 2011

Wenn es denn wirklich außerhalb der 4-Wände passiert, dann ist zumeist, wie sagt man so schön in Franken der Hochburg der Biere "Hopfen und Malz verloren!"

@IV-Säulen

Da magste Recht haben -falsch, da haste Recht!- , manch einer Frau hilft es aber durchaus, wenn sie sieht das man ihr ENDLICH glaubt...

Es kann der Ausstieg aus einer Gewaltbeziehung sein...muss aber nicht -leider-

Achso, Frau kann man natürlich auch mit Mann ersetzen, solls ja tatsächlich auch andersrum geben.


LG HP
18. August 2011

Wobei ich jetzt nicht jedem sich öffentlich zoffenden Paar zwingend gleich eine Gewaltbeziehung unterjubeln würde.

Sondern erstmal ''nur'' die Stil- und Niveaulosigkeit, Partner-internen Konfliktstoff kompromittierenderweise öffentlich machen zu müssen.

Für Außenstehende nämlich außerordentlich unangenehm und peinlich, wie hier schon treffend gesagt.

Und nicht immer einfach zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen wäre, schlichtend und deeskalierend einzuschreiten.
18. August 2011
HP

Achso, Frau kann man natürlich auch mit Mann ersetzen, solls ja tatsächlich auch andersrum geben.

Seltener und in anderer Art und Weise -ohne die psychische Gewalt zu benennen ;-(

LG
18. August 2011
...die Fetzen fliegen...

...ich habe vor einiger Zeit ein sehr schockierendes Erlebnis gehabt:

Auf der schönen Einkaufsmeile Prinzipalmarkt in Münster rauchte ich draussen vor dem Laden in einer Shoppingpause eine Zigarette...in meiner Nähe ein Paar (40-50) mit zwei Kindern (14-16)...das Paar führte einen leisen Wortwechsel, plötzlich holte der Mann aus, und schlug der Frau mit voller Wucht in´s Gesicht. Sie zeigte keinerlei Reaktion ebenso wie die Kinder, die danebenstanden.
Das machte mir klar, dass diese Frau es gewohnt war, geschlagen zu werden.
Das Quartett ging dann weiter, und ich machte mir im Nachhinein Gedanken, ob ich dem Mann auch hätte eine scheuern sollen...
18. August 2011

Schlichtend und deeskalierend eingreifen sollte man tunlichst vermeiden, die Möglichkeit, dass beide Teile eines so öffentlich streitenden Paares sich dann gemeinschaftlich gegen einem selbst wenden ist doch groß.

Ok, das hätte dann den Streit zwischen den beiden auch geschlichtet *grins*


Nein, ehrlich. Ich würde niemals in der Öffentlichkeit mit meinem Partner auf eine solche Weise streiten. Geht keinen was an und muss keiner mitkriegen.

Und wenn ich selbst Zeuge solcher Streits werde, verzieh ich mich, find ich einfach nur übelst peinlich.
18. August 2011

Also die Nummer mit der öffentlichen Ohrfeige für die Frau, und das auch noch vor eigenen Kindern, fand` ich eindeutig grenzüberschreitend!

Hier wegzusehen, halte ich dann für gefährlich und auch falsch.
18. August 2011
Nicht nur das ...

... Zivilcourage ist gefragt!
18. August 2011

das Paar führte einen leisen Wortwechsel, plötzlich holte der Mann aus, und schlug der Frau mit voller Wucht in´s Gesicht. Sie zeigte keinerlei Reaktion ebenso wie die Kinder, die danebenstanden.

Mir als bekennender Anti-BDSMlerin fällt da nur ein Begriff ein: 24/7?


*ironie*
18. August 2011
Zivilcourage....

...gut und schön...aber es gibt nunmal Situationen, die sich so schnell abspielen, dass man(n) keine Möglichkeit hat zu reagieren.

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