Dominanz verloren? BDSM eingeschlafen?

07. August 2011
Dominanz verloren? BDSM eingeschlafen?

... um das Thema zu verstehen muss ich wol vorab einiges erklären.

Ende 2009 habe ich meine Partnerin kennengelernt. Nach ein paar Wochenenden, die natürlich auch im Bereich BDSM spielten haben wir uns entschlossen eine feste Beziehung zu führen. Auf Grund der wenigen Zeit, die wir bis zu unserm Zusammenziehen im Sommer 2010 gemeinsam verbringen konnten hatten wir nicht viele Gelegenheiten unsere Leidenschaften auszuleben. Es kamen einige stressige Monate mit Umbau eines Hauses und herrichten eines gemeinsamen Nestes. IN dieser Zeit blieb die Zweisamkeit auf der Strecke. Wir hatten uns zwar wieder zusammengerauft aber leider finde ich keinen Einstieg mehr in den SM. Sie sagte mir, ich habe ihr gegenüber meine Dominanz verloren weil wir über einen längeren Zeitraum nichts in dieser Hinsicht untrnehmen konnten.

Kennt jemand dieses Problem und kann mir helfen wieder in den von uns beiden gewünschten Beziehungsstatus zurückzufinden?

Gespräche haben uns zwar offengelegt, dass wir beide noch Interesse an BDSM haben aber leider aus genannten Grund den Einstieg nicht finden.
07. August 2011

Hö? Sie sagt dir, du hättest deine Dominanz verloren?
Das ist doch verkehrte Welt ...

Fühlst du denn die Leidenschaft von "oben" in dir oder ist da auch gar nix? Das ist doch die eigentliche Frage.
Denn um auf sie dominant zu wirken musst du dir ja deine eigene Dominanz auch selbst glauben. Wenn du das nicht tust, wird sie sie in dir auch nicht mehr entdecken können.

Insofern würde ich da am ehesten raten einfach mal wieder anzufangen! Am besten an einem Tag an dem ihr dafür viiiel Zeit habt.
Und gleichzeitig nicht zu erwarten dass alles gleich wieder auf Anhieb klappt.

Konkreteres als Tipp von außen ist m.E. nicht möglich, da ja jeder Dominanz individuell lebt. Irgendwelche "Spieltipps" kann es nicht geben, da ja niemand weiß wie ihr SM gelebt habt.
07. August 2011

Sicher kenne ich das. An mir und auch in einer mehrjährigen SMlastigen Beziehung. Bei letzterer löste sich das Problem durch das Beziehungsende von selbst - das soll ja nun für euch hoffentlich keine Option sein.

Vielleicht geht man als Frau mit solchen Auf - und Abs an sicher leichter um, da wir Mädels eh im unruhigen Hormonstrom schwimmen und Lust und Laune nichts konstantes für uns ist? Nur eine Vermutung.

Was hilft nun? Ein nachsichtiger Umgang mit sich selbst und dem Partner, vielleicht. Druck rausnehmen. Nicht erwarten, dass ein Blitz einschlägt und schon befindet man sich wieder in einer mehrstündigen, lustvollen Session.
Wie ein Wiedereinstieg innerhalb einer Beziehung funktioniert hängt natürlich auch davon ab, ob ihr überhaupt noch ein regelmäßiges Sexleben habt? Wenn dem so ist, sollte es nicht ganz so schwer sein. Der Übergang zwischen "nur" Sex und smigen Sex kann ja sehr fließend sein, wenn sie eh schon erregt ist, pack sie halt mal härter an, hau ihr auf den Arsch. Kleine Sachen, nichts choreographiertes, einfach lässig was du in dem Moment für passend hälst. Dann siehts du ja ob und wie sie mitgehen kann. Und - Scheitern zulassen. Vielleicht müsst ihr lachen oder merkt, so gehts noch nicht - anders vielleicht. Na und? Ihr seid nicht in einem Wettbewerb und müsst keinen Pokal gewinnen.
Vielleicht hilft auch mal ein Club- oder Partybesuch. Wirklich ohne Mitspieldruck. Einfach mal neugierig schauen und wer weiß was passiert - oder auch nicht.

Und noch etwas zu deiner Partnerin - auch sie soll mal die Kirche im Dorf und den Dom menschlich sein lassen. Gerade in den Anfangsjahren scheitern gar nicht wenige Verbindungen daran, dass der Mythos "Dominant" irgendwann verblasst. Im Licht des Alltagsstresses, von Beziehungsproblemen, von Krankheiten usw. und nicht zuletzt, weil Sub in Märchenshären schwebt und von "wahrer Dominanz" träumt und verwundert ist, dass Monsieur (oder Madame) dann doch tatsächlich ein Mensch und auch mal schwach und auch mal hilfsbedürftig und vor allem unsicher ist. Das würde ich - ganz dominant *zwinker* - auch einfordern! Dieses Recht. Und dann noch eine gelassene, realistische Sub - und Flauten kommen und gehen und der Spaß kommt auch immer wieder *g*
07. August 2011
Phasen

Moin.
Auch bei mir gibts Phasen von mehr oder weniger aktiv gelebter und gefühlter Dominanz.
Mal versinke ich mehr in Literatrur und Phantasie, mal tobe ich mich aus.
Und mal habe ich null Bock.
Halt menschlich, oder?
07. August 2011
Dominanz verloren ?

Verloren ? Wo isse denn hin ?

a) Mann ist dominant
b) Mann ist nicht dominant

in a) ist ers immer
in b) wird ers nie sein

Das Problem ist ein anderes.
07. August 2011

öh - nö ... weder a) noch b) stimmt ...

Bist du immer selbstbewusst?
a) du bist es immer
b) du bist es nie

?

Oder: Bist du immer schüchtern?
a) immer
b) nie

Oder: Bist du immer verliebt in dieselbe Person?
a) immer
b) nie

Oder: Hast du immer Lust auf Sex?
a) immer
b) nie


Das nur mal um herauszustellen, wie albern diese "immer/nie" - Paare sind. Man ist nun einmal nicht immer dominant, immer selbstbewusst, immer devot oder sonstwas. Gibt immer Tagesformen und Zeiten, zu denen es eben einfach mal nicht geht und man dann auch nicht dieselbe Ausstrahlung hat die man eben hat, wenn es einem grade gut geht.
07. August 2011

Man ist nun einmal nicht immer dominant,
das seh ich etwas anders
den wenn man dominanz wirklich in sich hat, dann ist man es stets
was jedoch wiederum nicht heisst ob man es immer auch und vor allem in welcher form auslebt
den da gibt es sicher unterschiede
doch dominanz nicht mehr haben wenn man wirklich domînant ist?
da zweifle ich doch eher
07. August 2011

Na, wann zeigt sich denn Dominanz? Dann, wenn auch der Kopf dafür da ist. Der ist aber nicht immer da, wenn z.B. auf Arbeit voll was um die Ohren ist, wenn pubertierende Kinder einem das Leben schwer machen oder schlicht und einfach eine Arbeitslosigkeit droht, weil es der Firma schlecht geht.

Dominanz schleicht sich nicht einfach, das ist schon richtig. Aber damit sie auch spürbar wird, muss eben schon n bisschen was stimmen und nicht nur der Aufkleber "Dominanz".

Wenn Sub schon einmal bei Top Dominanz gespürt hat dann weiß Sub, dass der Mensch zu Dominanz grundsätzlich fähig ist. Wird diese hier vermutlich auch wissen.
Ob sie dann aber auch wirklich da ist, sich also zeigt und spürbar ist, das ist nun einmal nicht immer von einem selbst abhängig.
Da hilft es lediglich, sich Freiräume zu schaffen, emotional wie zeitlich, um sie auch wieder leben zu können.
Wenn das gegeben ist, dann wird, denke ich, auch eine Dominanz wieder spürbar.

Insofern halte ich es für völlig bekloppt zu sagen "Dominanz - Wenn sie jetzt nicht da ist dann hattest du sie nie", das stimmt so nun einmal einfach nicht. *nein*
07. August 2011

@anaid: Ich widerspreche dir.

Was "ist" denn? Das was wir subjektiv in einem bestimmten Moment wahrnehmen und was dann in Gefühle verwandelt wird. Zeitgleich fast.

Wie hanjie es beschreibt - "immer" ist kein Wahrnehmunszustand. Immer ist höchstens eine Wunschvorstellung. Nichts ist - immer - gleich.

Kürzlich lag ich zwei Wochen krank im Bett. Ehrlich, ich habe mich nicht dominant gefühlt und wurde auch ganz sicher so nicht wahrgenommen. Der blöde Infekt hatte mich unterworfen - so habe ich mich auch gefühlt.

Es gibt berufliche Situationen, da ist klar, einer muss nun den Hut aufhaben und das breite Kreuz - dann merke ich, wie ich fest in der Erde verankert bin, den Rücken gerade habe und dann weiß ich, die betreffende Gruppe weiß sie kann mir vertrauen, ich mache das schon. Oder niemand traut sich aufzumucken - was ab und an leider notwendig ist. Dann fühle ich mich ganz normal und dominant - und eindeutig nehmen mich andere so wahr und geben mir diese Rückmeldung.

Es gibt Situationen da hocke ich irgend wo rum, freue mich an netter Gesellschaft und lächele ein Klein-Mädchen- Lächeln. Dann fühle ich mich auch normal und weder noch. Und werde so wahrscheinlich auch wahrgenommen. Was Stammtische angeht kann ich dir das so versichern, dass man mich schon fragen muss - was und wie. Den Teufel werde ich tun und für jemand ein Klischee erfüllen.

Und ja, ich hatte auch durchaus schon näheren Kontakt mit dominanten Männern - und nein, sie waren mit mir nicht dominant. Sie waren i.d.R. mit mir auch nicht devot. Sie waren einfach normale Kerle.

Umgekehrt sind natürlich auch die devoten Jungs nicht dauerdevot und schon gar nicht "immer" irgend etwas. Und müssen das auch nicht sein.
07. August 2011

Also bei mir ist das so:
Ja Dominant bin ich immer aber j nach Tagesform und Laune drueckt sich das ganz unterschiedlich aus...
Mal gebe ich klare anweisungen... Habe lust zu "Spielen" Dann gibt es Phasen in denen ich "keinen nerv" habe und einfach nur sage: Lass mich in ruhe...
Ich habe sicher nicht immer Lust mit meiner subbie zu spielen oder "BDSM-Dominant" aufzutreten...
Muss ich das denn ?
Wenn halt gerade die Stimmung nicht passt... ok dann halt nicht...
07. August 2011

Da ist die Frage, über welche "Dominanz" wir sprechen

Ist es die Neigung? Die hat man in sich.
(Ob angeboren oder anerzogen,
sollen sich andere drüber streiten, ich nicht)
(und anaid hat Recht)

Oder geht es um die Beziehung,
in welcher sich 2 Personen begegnen?
Da kann die Dominanz verlorengehen.
(und hanjie hat Recht)

Oft geschehen nur durch Phasen, in welchen Dom auch nur Mensch ist.
Und mit Zweifeln eben so gar nicht das Selbstbewußtsein ausstrahlt, welches die Sklavin davor so schätzte und liebte.
Und plötzlich ist der Zauber weg....
07. August 2011

Kürzlich lag ich zwei Wochen krank im Bett. Ehrlich, ich habe mich nicht dominant gefühlt und wurde auch ganz sicher so nicht wahrgenommen. Der blöde Infekt hatte mich unterworfen - so habe ich mich auch gefühlt.
es gibt sicher viele situationen wo es so wie im zitat beschrieben geht
doch das heisst deswegen noch lange nicht das es deswegen nicht in dir wahr

den nur weil man sich gerade nicht danach fühlt, oder äussere umstände es nicht zum tragen bringen
bedeutet noch lange nicht, das man es dewegen in der zeit nich in sich hat
07. August 2011

Zurück zum eigentlichen Thema, was eigentlich nur die Frage sein kann, was kann er, was können sie tun?

Mein Rat:
Nehmt euch mal eine Auszeit!
Nein, nicht voreinander, sondern von der Umgebung,
die euch derzeit da auch belastet.
Ihr habt euch eine Umgebung geschaffen.
BDSM-frei. Und so paßt der BDSM für euch beide jetzt
weder zum Partner, mit welchem ihr lange nichts derartiges mehr unternommen habt, sondern ebensowenig zu der Umgebung, die ihr mit allem möglichem, nur nicht BDSM verbindet.

200-300km weit weg, (wenn ich ins Profil sehe,
warum nicht auch über die Grenze?), dort in eine kleine
Pension über möglichst mehr als 3 Tage.
Ohne vorher durchzuplanen, demnoch vorbereitet, auf
Ausflügen auch genügend Seil zum Fesseln, einen Fotoapparat,
einen Pfannenwender (als Schlagwerkzeug) dabei...

Und ich hoffe, ihr findet Fleckchen auf dieser Erde,
wo ihr den Partner wieder mit den Augen seht,
wie zum Kennenlernen.
Verbunden mit dem "da fällt mir gerade etwas ein...." *fiesgrins*
07. August 2011

Ob immer oder nie hängt natürlich davon ab welcher Stimung man ist.

Und... ob man nun eine Lederhose trägt oder nicht.

Es ist doch immer dasselbe. Pseudodominanz und ihre Verfechter in schwarzen Lederhosen. *kicher*
07. August 2011

Nein, meine Sozialisation ändert so ein kleiner Infekt sicher nicht...aber sie ist nie abgeschlossen. Die äußeren Einflüsse verändern sich fortlaufend und man verändert sich mit ihnen.

Um auf das EP zurück zu kommen - Zwei treffen sich, wollen ein bißchen Sex & SM ausleben, verlieben sich - und erleben eine tolle Zeit. "so soll es sein - so kann es bleiben". Dann ist man in einer Beziehung - zieht mit jemand zusammen den man noch nicht gut kennt - beginn auch noch ein Hausbauprojekt - und fließt man auf einem ganz anderen Nebenfluss. Und wer weiß, da hat der TE vielleicht seine Dominanz noch in sich...aber sie spielt keine Rolle und vielleicht hätte er dann eben auch mal einen starke, souveräne und mind. alltagsdominante Partnerin gebraucht - die Verantwortung trägt. Vielleicht wäre ihm auch mal passiv zumunte gewesen - das trägt auch jeder in sich. Lieber TE - es ist nur ein Beispiel und ich habe keine Ahnung ob es so war!

Hier ging es ja so weiter, dass er jetzt - wo sich alles wieder beruhig, wieder Zugang zu seiner dominanten Seite hat - dann fließt man halt wieder auf einem anderen Fluss in eine andere Richtung.

m.E. kann die Annahme Dinge die Menschen und ihr Leben betreffen seien statisch am Ende nur Leid verursachen. Man hält etwas fest, merkt viel zu spät, dass es sich verändert hat, dann rutscht man ab oder es tut weh.

Ich spiele nach Jahren immer noch oben - und kann mir immer noch nicht vorstellen dass es anders ist. Ob das IMMER so bleibt, weiß ich nicht. Was ich weiß ist, dass ich mich sehr verändert habe. Und die Top die ich heute bin, ist absolut nicht mehr die, die ich vor 5 oder auch 3 Jahren war.

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