![]() | 24. Juli 2011 Ich wünsche mir Erklärung: gute Sub Ich muß hier doch mal fragen wie andere das sehen. Häufiger lese ich: Ich wünsche mir eine gute Sub sein. Ich gestehe, mir sind solche Gedanken sehr fremd. BDSM ist für mich eher etwas das nebenher läuft, das ich manchmal vermisse aber nie elemantar für mich. Außerdem bin ich so gar nicht in der D/s Schiene Zuhause. Ich mache wirklich viel für einen Partner den ich liebe und dem ich gefällig sein möchte. Dafür mach ich auch MAL was dessen Sinn und Zweck sich mir nicht erschliesst, das ich nicht so dolle finde. Aber wenn ich feststelle das es MIR so gar nichts gibt, dann mach ich das auch nicht nochmal. Und es scheint mir oft so das grade weibliche Subs diesem Gefühl erliegen: Ich kann nicht genügen. Ich bin nicht gut genug. Kann nicht genug aushalten. Für mich ist mein SM so einfach und klar. Ich mache genau das was zwei Menschen gut tut. Punkt! Da denke ich nicht an Grenzen, nicht daran ob ich genug aushalte, nie darüber nach ob ich nicht genügen könnte. Wenn ich etwas nicht erotisieren kann dann kann ich es eben nicht. Und da zerbreche ich mir nicht meinen Kopf. Ist das so eine D/s Sache? Sich damit so intensiv zu befassen? Sich da in seine eigenen inneren tiefsten Regionen zu begeben? Das man von Hingabe spricht und offenbar auch fühlt? Oder denk ich einfach nur nicht genug über eine für mich eher nebenläufige Sache nach? Ich würde gern verstehen was einen antreibt sich selber als nicht gut genug zu empfinden bei etwas das doch so gar nicht schlimm ist. Das ich eher als: Naja, gut, dann ist das eben so einstufen würde. Vielleicht kann der ein oder andere ja ein bißchen Licht in mein Dunkel bringen. |
![]() | 24. Juli 2011 Eine Sub ist gut, wenn sie ihren Gegenüber dominant erscheinen lässt. |
![]() | 24. Juli 2011 Zwei Begriffe sind da für mich maßgeblich: Loyalität und Hingabe Loyalität, die innere Verbundenheit und deren Ausdruck im Verhalten gegenüber dem Dom. Ein Verhalten, das dessen wesentliche Werte und Einstellungen mitbedenkt in allen Handlungen - ohne eigene Einstellungen aufzugeben. Hingabe, die Bereitschaft sich dem Dom emotional zuzuwenden, zu öffnen, sich einzulassen auf die mentale und körperliche Vereinigung, die durch BDSM entstehen kann. Dies ist jedoch keine Einbahnstraße - es gilt für beide und hat m.E. genauso mit der zwischenmenschlichen Beziehungsebene zu tun, wie mit der Dom/sub Ebene. In der Dom/sub Ebene sollte sich sub m.E. bewußt sein dürfen: Hinter jeder Handlung (des Doms) steht eine positive Absicht. Das setzt jedoch viel Vertrauen voraus.... |
![]() | 24. Juli 2011 In der Dom/sub Ebene sollte sich sub m.E. bewußt sein dürfen: Hinter jeder Handlung (des Doms) steht eine positive Absicht. Das setzt jedoch viel Vertrauen voraus.... Vertrauen halte ich ohnehin für maßgeblich für jede, wie auch immer geartete Beziehung. Allerdings erklärt mir das nicht warum und wieso oft das Gefühl auftaucht nicht zu genügen. Wenn ich doch im Vertrauen darauf das mein Gegenüber weiß was mir gut tut, ich weiß was ich ihm damit gebe, das Gefühl entwickel das ich nicht "gut" genug bin, nicht genug aushalte, das es noch einen Tacken mehr sein muß, das meine Hingabe nicht ausreichend ist, dann empfinde ich das mit meinem Vertrauen oder mit meiner eigenen Wahrnehmung etwas nicht stimmen kann. |
![]() | 24. Juli 2011 Wenn ich doch im Vertrauen darauf das mein Gegenüber weiß was mir gut tut, ich weiß was ich ihm damit gebe, das Gefühl entwickel das ich nicht "gut" genug bin, nicht genug aushalte, das es noch einen Tacken mehr sein muß, das meine Hingabe nicht ausreichend ist, Ob meine Hingabe ausreichend ist kann ich nur mir selbst gegenüber beantworten, es gibt keine Maßstäbe für "genügende Hingabe". Genausowenig wie es für einen religiösen Menschen einen Maßstab für "genug Glauben" gibt. Was die Angst zu versagen und nicht zu genügen angeht: Dafür gibt es vielfältige Gründe, die in der eigenen Person, in bestimmten Mustern der Beziehung oder in bestimmten "Spielen" liegen können. Spielarten, wie Leistungsspiele "Du musst 10 Schläge aushalten ohne zu zucken" oder Ansagen wie "Du musst einen Dauerständer haben, darfst aber nicht kommen." können leicht zu einem Gefühl des nicht genügens beitragen. Letztlich ist der Kampf um "Ich muss noch mehr aushalten." ein Kampf um Anerkennung. Anerkennung auf der "Leistungsebene" und oft auch auf der zwischenmenschlichen Ebene. Problematisch wird's wenn sich diese Ebenen vermischen. |
![]() | 24. Juli 2011 Letztlich ist der Kampf um "Ich muss noch mehr aushalten." ein Kampf um Anerkennung. Anerkennung auf der "Leistungsebene" und oft auch auf der zwischenmenschlichen Ebene. Ok, damit kann ich zumindest was anfangen. Da ich solche Sachen ja aus dem normalen Zusammenleben einer Partnerschaft kenne. Mich erschreckt eben immer wieder wenn ich lese das jemand sich selber als nicht gut genug in so einer Hinsicht empfindet. Was sicher auch daran liegt das SM für mich eher eine Nebensächlichkeit ist der ich jetzt nicht so eine Bedeutung zu messe wie einige andere Menschen. Und mir fällt eben auf das sowas gehäuft bei Frauen auftritt. Von männlichen Vertretern lese ich das eher selten, wenn ich recht überlege, so gut wie gar nicht! |
![]() | 24. Juli 2011 Allerdings erklärt mir das nicht warum und wieso oft das Gefühl auftaucht nicht zu genügen. Der Unterschied mag in der Herangehensweise und der Erfahrung liegen. Wo liest du denn "ich will eine gute Sub werden"? Meistens bei Menschen, die diese Art der Sexualität gerade für sich entdeckt haben. Manche erleben darin zum ersten Mal erfüllte Sexualität, warum auch immer. Oder beleben eine langweilig gewordene Langzeitbeziehung plötzlich wieder. Da liegt es halt nah, die Thematik aufzusaugen und sie (fürs Erste) zu einer Art Lifestyle zu erklären. Und da will man dann eben alles richtig machen, im neu gefundenen Lifestyle. Da werden 45jährige Frauen mit viel Lebens- und Liebeserfahrung plötzlich unsicher wie sie sich verhalen müssen usw... Aber das ist nur vorrübergehen. Nach einigen Jahren und mit mehr Erfahrung finden die sich und ihr Selbstbewusstsein alle wieder. Die reiferen Damen früher und die jüngeren etwas später. Und nicht vergessen, viele Menschen schreiben im Netz etwas was für sie ideal erscheint. D.h. da ist oft viel Traum & Wunsch enthalten. Sitzt du mit ihnen an einem Tisch, hast sie als komplette Persönlichkeit vor dir sieht das alles auch oft schon anders aus. Du erlebst im Netz ja auch nur den SM Teil. Ich kann zum Thema auch schreiben, für mich ist es ein Teil meiner Sexualität, der direkten und erweiterten und ansonsten halte ich meine Dominanztendenzen unter Kontrolle da ich sie als nicht hilfreich im Alltag empfinde. Ich interessiere mich für vieles und will mich auf keinen Fall auf dieses Thema beschränken und schon dreimal ist es nicht mein Lifestyle. ...aber du erlebst mich hier ja auch nur als jemand, die ab und zu einen Beitrag in einem BDSM Forum verfasst...so wird es mit den devoten Mädels auf Sinnsuche auch sein. |
![]() | 24. Juli 2011 ohne Wertung Amarinta du wirst es kaum glauben, aber der Schuh kann auch am anderen Ende drücken. Mehr als einmal erlebt: Die Dauerimmerdevoten. Jede Handlung, jeder Kontakt, selbst Alltägliches läuft auf der Schiene. Immer verbunden mit der Erwartung: Dom nimmt die Hingabe jedezeit anerkennend an. Funktioniert auch nicht. Aber stesst. Bleib also ruhig bei deine Lightversion, am Ende ist es eh so das sich die Dinge, wenns denn funktionieren soll, auf ein verträglich Maß einpendelt. |
![]() | 24. Juli 2011 Mich erschreckt eben immer wieder wenn ich lese das jemand sich selber als nicht gut genug in [BDSM-]Hinsicht empfindet. [...] Und mir fällt eben auf das sowas gehäuft bei Frauen auftritt. Von männlichen Vertretern lese ich das eher selten, wenn ich recht überlege, so gut wie gar nicht! Ich glaube, dass dies nicht unbedingt geschlechtsspezifisch ist. Ich glaube nicht einmal, dass es auf subs bzw. devote Menschen beschränkt ist. Es ist m.E. eher eine Frage der Kommunikation und der Wirkung hier im Netz: Frauen trauen sich eher hier in den Foren und Gruppen des Joyclub ihre (BDSM-)Beziehungsprobleme anzusprechen und zu diskutieren als Männer. Das Gefühl des Nicht-Genügens kann Dom genauso haben - nur wird er / sie dies eher nicht offen und öffentlich ansprechen, da das Gefühl der Überforderung, das Gefühl des Nicht-Genügens eben nicht zur dominanten Rolle, zum Anspruch alles unter Kontrolle zu haben, passt. Ich glaube - wie auch Pixy - eher, dass das Gefühls des Nicht-Genügens in Bezug auf die Rolle als sub (oder eben auch Dom), wesentlich damit zusammenhängt welchen Stellenwert der BDSM-Teil in einer Beziehung hat und wie sehr man sich selbst über diese Rolle definiert. |
![]() | 24. Juli 2011 Versuch einer Erklärung... Ich finde ganz wesentlich für die Aussage: Ich will eine gute Sub sein, ist für mich, um welche Art des Auslebens von BDSM eigentlich geht. 24/7, D/S oder BDSM dann, wenn beiden danach ist oder ggf. einem. Jedes Paar, das eine Beziehung hat (ich lasse die Spielbeziehungen jetzt mal weg), definiert das in gewisser Weise für sich selbst. Ich vermute, dass bei noch unerfahrenen Paaren das Kopfkino erst mal eine große Rolle bei so einer Aussage spielt. Näher betrachtet gibt es aber einfach eine Vielzahl unterschiedlich veranlagter Menschen und es gibt eben nicht DAS BDSM und nicht das richtige oder falsche. Ich finde, dass man tolerieren sollte, dass es Menschen gibt, die sich ganz hingeben und ertragen wollen etc. etc. andere eben nicht. Außerdem ist eine BDSM-Beziehung meistens Entwicklungszyklen unterworfen, so dass sich Grenzen nach und nach verschieben können und was heute tabu ist, kickt morgen vielleicht schon, im besten Fall natürlich beide. Oft gibt es auch Ängste auf beiden Seiten, etwas zu fragen oder zu zu geben, weil man befürchtet, dass es für den anderen zu "hart" ist. Manche leben nach SSC, andere nach RACK, aber das ist letztlich Geschmacksache und individuell vereinbar. Was eine "gute" Sub ist...ja, das ist wie guter und schlechter Sex, wenn beide es immer wieder tun, ist es wohl gut... |
![]() | 24. Juli 2011 Erwartungshaltungen erfüllen Hi Amarinta, ich persönlich seh es (mittlerweile) so wie du. BDSM ist eine sehr schöne Sache, die mich erfüllt, die ich vermisse wenn sie nicht da ist, aber für die ich nicht alles geben werde. Als ich meine ersten Schritte in dem Bereich getan habe bin ich allerdings auch voll und ganz in die Welt "Ich bin eine Sub und möchte/muss alles für meine Herrn tun" abgetaucht. Allerdings nicht lange - war einfach nicht mein Weg. Ein Problem, dass ich leider auch selbst schon erlebt habe: Es gibt Doms, die ihrer Sub dieses Gefühl des nicht genügens aufdrängen. Aussagen wie : "du musst das lernen". "Das musst du als Sub aushalten können", etc. bauen Leistungsdruck auf. Und wenn man dann (noch) nicht weiß, dass es bei BDSM nicht _eine_ Art gibt, sondern viele - dann nimmt man das hin und denkt man muss sich ändern. Oft kommt dazu noch ein Kommunikationsproblem. Ich hatte zum Beispiel einmal das Problem, dass ich mich mit einem Dom nicht wirklich gleichberechtigt unterhalten konnte. Bzw ich hatte das Gefühl immer als Sub behandelt zu werden. Im Nachhinein bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich mich vielleicht nicht stärker hätte Beschweren sollen. Auf der anderen Seite: Wenn man in einer zwischenmenschlichen Beziehung das Gefühl hat, nicht komplett ernstgenommen zu werden, oder nicht gleichberechtigt zu sein - und das Gefühl hat sich das erst erkämpfen zu müssen, dann läuft eventuell wirklich etwas falsch. Letztendlich läuft es auf das was Shibariaddicted sagt hinaus - es gibt sehr viele unterschiedliche BDSM Arten und jeder muss seinen Weg finden. Und eben auch welchen Stellenwert BDSM für einen selbst hat. Du und ich können nichts damit anfangen, wenn wir das Gefühl haben als Sub immer genügen zu müssen, oder gar nicht zu genügen. Auf der anderen Seite gibt es Subs, die genau dies suchen. Ich denke an diese hat sich deine Frage auch gerichtet. |
![]() | 24. Juli 2011 Ich sag's mal ganz kurz und knackig: Eine Sub ist eine "gute Sub", wenn Sub zu Dom passt und Dom weiß, was er an ihr als Sub hat. Ist dasselbe wie "guter Sex": DEN guten Sex gibt es ebenfalls nicht. Wenn aber beide sexuell gut miteinander können, sie beide mit einem Lächeln im Gesicht danach zu sehen sind, dann war es dann ja wohl guter Sex. Selbst dann, wenn es andere für schlechten Sex halten sollten. |
![]() | 25. Juli 2011 Was ist eine gute Sub? Das ist ungefähr so wie die Frage, was eine gute Ehefrau ist. Wobei diese Frage ja sehr einfach zu beantworten ist: "Natürlich meine! Sie ist die beste von allen" Aber diese Antwort gilt nur für mich Und jeder wird eine andere als die beste für ihn bezeichnen...und das ist ja auch ganz natürlich, denn jeder hat sich die gewählt, die IHM am besten gefällt...und v.v. natürlich auch. Und so ist es mit den Subbis auch. Da hat jeder und jede seine und ihre ganz eigenen Vorstellungen. Und so kann man eigentlich nicht fragen, was eine gute Sub ist, sondern nur, was für Dom Hans oder Sir Franz eine gute Sub ist. Und diese Frage, bzw. ihre Antwort ist dann nur von Bedeutung für eben Hans und sein Subbi oder Franz und dessen Subbi - alle anderen müssen ihre eigene Antwort finden. Gäbe es eine Antwort, die für alle gültig wäre, so bräuchten wir auch einen Verband deutscher BDSMler, der für die Einhaltung der Regeln zuständig wäre...jedem Tierchen sein Plaisierchen. Aber ich bin froh, daß der einzige, der mir hier dreinreden kann, mein Subbi ist Moxy ...der im Augenblick ganz subbilos ist |
![]() | 25. Juli 2011 Ich beantworte die Frage dann mal mit einem Satz: Sub ist ein/ne gute/r Sub, wenn er/sie einen Dom hat,der sie gut nennt und zufrieden und stolz auf sie ist. |
![]() | 25. Juli 2011 Ach Jirik, das nächstemal lass ich doch wieder Dich schreiben Aber so weiß ich, daß wenigstens einer verstanden hat, was ich meine Moxy |
