![]() | 13. Oktober 2006 Echte Devotheit möglich mit Regelwerk und safe-wörtern? Eine Frage an die Experten unter Euch: Kann man sich echt devot fühlen wenn beim sub/dom Verhältnis ein Regelbuch aufgestellt wird und safe-wörter vereinbart werden bei denen sofort Schluss gemacht wird? Es ist doch sicher so, dass ein Regelbuch und Zigarettenpausen keine echte Devotheits-Gefühle erzeugen können, da alles mehr ein Spiel ohne wirkliche Überraschungseffekte ist. Und ein safe-Wort wird doch sicher schneller herausgeschrien als es vielleicht nötig wäre um eine echte Devotheit zu erzeugen? Hat jemand Erfahrung (gute wie schlechte) damit ob es Formen gibt, wo Überraschungseffekte erlaubt und Entrinnungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, ohne dass eine wirkliche Gefahr besteht? Klar, dass für so etwas ein tiefes Vertrauen vorhanden sein muss, aber wie regelt man in der Praxis ein weniger geregeltes sub/dom-Verhältnis? Die Dinge sind sehr neu für mich, daher sorry wenn ich die Experten damit langweile oder dies alles schon in x anderen Foren behandelt wurde. |
![]() | 13. Oktober 2006 Hm, fühle mich zwar nicht als die Expertin - irgendwie mag ich diese Bezeichnung auch nicht wirklich Kann man sich echt devot fühlen wenn beim sub/dom Verhältnis ein Regelbuch aufgestellt wird und safe-wörter vereinbart werden bei denen sofort Schluss gemacht wird? Wieso sollte man sich nicht devot fühlen können, nur weil man weiß, dass es ein Sicherheitsnetz gibt, das einen auffängt (-> Safeword, Ampelcode)? Irgendwie verstehe ich die Frage nicht so ganz. JedeR muss selbst herausfinden, wie sie/er sich wohl fühlt, welche psychischen Rahmenbedingunen sie/er braucht, um sich devot zu fühlen. Manche fühlen sich wohler damit und andere ohne, aber deswegen würde ich keine Wertung aufstellen oder anderen sogar absprechen, devot/submissiv/wie-auch-immer zu sein. Es ist doch sicher so, dass ein Regelbuch und Zigarettenpausen keine echte Devotheits-Gefühle erzeugen können, da alles mehr ein Spiel ohne wirkliche Überraschungseffekte ist. Überraschungseffekte gibt es da bestimmt noch genug und wenn sich manche mit festem Regelbuch glücklicher oder vielleicht auch "devoter" fühlen, dann ist doch super! Warum denn nicht? Meinst du wirklich, dass dadurch jede Spontanität verloren geht? Und ein safe-Wort wird doch sicher schneller herausgeschrien als es vielleicht nötig wäre um eine echte Devotheit zu erzeugen? Auch hier kann man nicht verallgemeinern. Auch das hängt wieder von der individuellen Interaktion der beteiligten Menschen ab. LG ...sonne... P.S.: Es gab da mal einen Thread, der vielleicht einiges behandelt, das dich interessieren könnte: SSC-unbedingtes Muss??? (ups, da hab ich ja behauptet, keine SMerin zu sein...ist ja lustig |
![]() | 13. Oktober 2006 Nachtrag, auch an anderer Stelle wurde schon explizit das Thema Safeword diskutiert: Safewort |
![]() | 13. Oktober 2006 also erstmal ganz herzlichen Dank (!) für die interessanten Hinweise, das Thema wurde ja offensichtlich schon sehr ausführlich diskutiert, kenne die Historie als Neumitglied natürlich nicht so gut wie Du. Möchte natürlich niemandem absprechen sich devot mit safewort fühlen zu können, sorry wenn das so rüberkam. Jedem das seine, das ist doch auf jeden Fall klar. Aber trotzdem bleibt meine Frage, die mir auch aus den alten threads nicht so klar wird: Auf der einen Seite steht überall, dass safewörter wichtig sind aus Sicherheitsgründen (jeder weiss warum), aber auf der anderen Seite geht jedes sub/dom Paar offenbar anders mit diesen safewörtern um. Um es klarer zu sagen: Wenn dom bei jedem pieps sofort reagiert, regiert doch die/der sub. Wie kann dom einen pieps von einem echten Hilferuf unterscheiden? SSC, wenn ich es recht verstehe, heisst doch ganz klar, fällt das safewort ist Schluss, ohne wenn und aber. Mir ist natürlich auch klar, um nicht wieder missverstanden zu werden, dass diese Form bei gewissen Spielchen ein absolutes Muss ist, aber gibt es nicht auch viele Spielformen, die keine wirkliche medizinische Gefahr darstellen und wo das safewort eigentlich nicht mehr so wichtig ist? Dahin geht mehr meine Frage, welche Spielformen dies sein könnten und ob man echte Devotheitsgefühle auch darin erleben kann. LG, Melanie |
![]() | 13. Oktober 2006 Ist vielleicht nicht direkt eine Antwort auf deine Frage ...aber stell dir mal bitte vor was passiert wenn es kein Savewort geben würde! Ich nehme mal das es bei einem eingestimmten Paar kaum noch zur Anwendung kommt, da Dom die die Reaktionen von Sub kennt, aber es geht auch anderes. Stell dir einfach mal vor du könntest etwas was dir zuwieder ist oder zu viele Schmerzen versacht nicht abbrechen! Es dient deiner Sicherheit! Ich glaube auch nicht das ein Savewort übereilt gerufen wird ...bei Unerfahren sogar eher das Gegenteil ... |
![]() | 13. Oktober 2006 Das Safewort ist doch nicht dazu da, um gerufen zu werden, wenns mal ein bisschen weh tut, sondern dann, wenns gar nicht mehr anders geht. Vorher kann man schreien, betteln oder was weiss ich nicht noch alles. Ein Dom sollte dann doch soviel Feingefühl haben, dann nicht sofort abzubrechen, aber doch zu merken, wann erst mal genug ist, und eine Pause machen. Das Safewort braucht man dann, wenn der Dom (aus welchen Gründen auch immer) diesen Punkt mal nicht findet. Wenn man dann zusätzlich noch Ampelcode oder einfach ein zweites Wort, dass "langsam" ausdrückt vereinbart, sollte ein Safewort eigentlich kaum noch verwendet werden, ist aber trotzdem gut, um einfach im Notfall abbrechen zu können. Warum sollte Sub das Wort öfter gebrauchen als notwendig? Man sollte ja schon Gefallen am SM finden, und dann denke ich mal gebraucht man es auch nur wenn es gar nicht mehr anders geht. Gruss femsub |
![]() | 13. Oktober 2006 Um es klarer zu sagen: Wenn dom bei jedem pieps sofort reagiert, regiert doch die/der sub. Wie kann dom einen pieps von einem echten Hilferuf unterscheiden? Hm, sollte Dom Sub nicht so gut kennen, als dass er/sie weiß, wann es ein Pieps ist und wann ein echter Hilferuf? Damit Sub sich fallen lassen kann, ist doch dieses Vertrauen Grundbedingung. Klar gibt es immer mal wieder Grauzonen und die Grenzen zwischen "fast noch auszuhalten" und "geht gar nicht mehr" können verschwimmen, aber dafür sollte Sub sich hoffentlich gut genug kennen und Dom sollte Sub genug einschätzen können, damit es da nicht zu Abstürzen kommt. Sollte dies doch passieren, hilft auch da nur reflektieren und gemeinsam einen Weg finden, der beiden gut tut. SSC, wenn ich es recht verstehe, heisst doch ganz klar, fällt das safewort ist Schluss, ohne wenn und aber. Mir ist natürlich auch klar, um nicht wieder missverstanden zu werden, dass diese Form bei gewissen Spielchen ein absolutes Muss ist, aber gibt es nicht auch viele Spielformen, die keine wirkliche medizinische Gefahr darstellen und wo das safewort eigentlich nicht mehr so wichtig ist? Ähm, medizinische Gefahr? Aber es gibt doch noch soooo viele andere "Gefahren". Gerade das Spiel mit Grenzerfahrungen findet auf psychischer Ebene statt und dort kann ein Absturz, der nicht richtig aufgefangen wird fatal sein. Was ist denn mit Emotionen, Gefühlen, Sehnsüchten, Ängsten, Erinnerungen? |
![]() | 13. Oktober 2006 &sonne aber dafür sollte Sub sich hoffentlich gut genug kennen und Dom sollte Sub genug einschätzen können, damit es da nicht zu Abstürzen kommt. Gerade das Spiel mit Grenzerfahrungen findet auf psychischer Ebene statt und dort kann ein Absturz, der nicht richtig aufgefangen wird fatal sein. Also jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Wenn dom sowieso sub so gut versteht, dass es nicht zu Abstürzen kommt, wieso können dann Abstürze passieren, die nicht richtig aufgefangen werden? Du kannst nicht auf der einen Seite sagen, dass alle unechten Hilferufe von einem erfahrenen dom sofort erkannt werden, dass aber alle Spiele ohne safewort hochdramatisch sind. Das passt nicht zusammen, sorry. |
![]() | 13. Oktober 2006 Zum Mitschreiben 1) BDSM kann gefährlich sein. Daher gilt SSC. Und zwar immer. 2) BDSM kann und darf ungemütlich sein. Daher gilt Piep nicht. 3) Dom und Sub sind Menschen. Wenn's nicht anders geht, gibt's ein Safeword. Wo ist da das Problem? Akzeptiert der Dom den Rahmen des Sub nicht? Dann ist's nicht consensual. Verzichtet Sub auf einen "Notausgang"? Das ist nicht sane. Wollen beide ein Spiel ohne Grenzen? Safe ist etwas anderes. |
![]() | 14. Oktober 2006 klarer gehts wohl nicht o.k., ich danke Euch allen für die Zuschriften und meine Frage hat sich wohl erübrigt. Ich habs kapiert, dass alle BDSM Spiele so gefährlich sind, dass SSC ein absolutes Muss ist, dass aber offenbar in der Praxis Wege gefunden werden, dass das safeword nicht einfach so fällt und sich damit eben auch ein echtes Devotheitsgefühl einstellen kann. Kann mir das aufgrund fehlender eigener Praxis zwar noch nicht so 100% vorstellen, aber wenn dem so ist, dann ist dem eben so, umso besser, macht BDSM wirklich reizvoll. Also dank Euch allen und Tschüssi |
![]() | 14. Oktober 2006 Wahl des Safewortes Wichtig ist doch auch, dass ein Safewort gewählt wird, das bestimmt nicht so schnell in den Mund genommen wird. Irgend ein Wort, dass überhaupt nicht im Zusammenhang des Spiels steht. Beispiel: Fensterladen oder Bundesordner Solche Wörter wirst Du bestimmt nicht schnell in den Mund nehmen. Du sagst vorher, Dinge wie Halt, Stopp, es tut weh usw. Dein Dom sollte Dich so gut kennen, dass er weiss, wie er diese Aeusserungen von Dir werten muss, damit es nicht bald zu einem Abbruch des Spiels kommt. Gruss Die Faustspielerin |
![]() | 14. Oktober 2006 "Bundesordner"? Ich hab ganz ehrlich gesagt ein klitzekleines Problem mit dem Begriff "echt". Was bitte ist echte Devotheit? |
![]() | 14. Oktober 2006 Vielleicht sind "echte Subs" das, was "echte Doms" suchen... ?? |
![]() | 14. Oktober 2006 ??? Kann man denn 'echt devot fühlen' überhaupt lernen? |
![]() | 14. Oktober 2006 das ist wahrscheinlich echt schwierig |
