![]() | 15. Juli 2011 Bei uns reicht manchmal ein Spaziergang im Wald... grüne frische Zweige landen doch allzu oft ein und wenn Subbie, dann wieder die vorlaute hat, dann geht es ganz schnell. Das Machtgefälle muss nicht immer präsent sein, denn unterschwellig ist es immer da und wenn ich möchte, dann kann ich das via Blick, Räuspern oder Fingerschnipp zum Vorschein bringen. Ohne großartige Vorbereitung, ohne großes Stylingprogramm oder aufwendige Zeremonien. |
![]() | 15. Juli 2011 Verdammt Jetzt wo Du´s sagst, Waldspaziergang, ich hatt´s ja fast vergessen, die guten alten Brennesseln (verdammt, wie schreibt sich das jetzt? Mit zwei oder drei "n"?) Naja, egal, wenn ich sah´ wie IHRE Augen plötzlicht blitzten und leuchteten wenn wir an Brennnesseln vorbei kamen, da brauchts keine Worte mehr, da hast Du recht |
![]() | 15. Juli 2011 Ne, Jens ... wir sind doch sowas von "Beim Thema" Paaren, die sich nicht 24/7 auf die Fahne geschrieben haben ist das Problem der fehlenden Menschlichkeit und Ebene ausserhalb von DOM / Sub völlig fremd. Ich kenne keines und es wird sich wohl auch keines findenlassen. Klar, gibt es bei diesen Paaren dann schon mal Probleme gemeinsam ins Spiel zu finden, klar gibt es Unstimmigkeiten von Lust auf der einen und Unlust auf der anderen Seite (beim Sex nicht ungewöhnlich) Diese Paare haben dann aber eher das Problem von zu viel Menschlichkeit und zu wenig Dom / Sub Ebene. Für diese Probleme gibt es aber eine Reihe von Lösungsansätzen, wie du ja schön einen beschrieben hast. Die beschriebene Problematik ergeben sich doch erst beim Anspruch 24/7. Die Probleme ergeben sich doch sogar, wenn die 24/7 Ansprüche sogar so weit heruntergeschraubt werden, dass man über die Bezeichnung 24/7 nur noch den Kopf schütteln kann. Das von Story beschrieben Problem bedingt doch sozusagen die Anspruchshaltung, dass laufend und immerwährend bestimmte Verhaltensmuster erfüllt werden. Was das grundlegende Merkmal einer 24/7-Beziehung ist, darüber braucht man hier nicht zu streiten, also noch eindeutiger und weniger Spielraum lassend als 24 Stunden 7 Tage die Woche geht ja nicht. Doch, denn genau diese Definition wird ja nun vehement bestritten, bzw. dahingehend abgemildert, dass das Tragen eines Ringes oder das dauernde Innehaben der grundsätzlichen Neigung schon 24/7 ist. Dann kommt dein Erlebnis zum Tragen Natürlich kann intern jeder für sich 24/7 nennen was er mag, aber wenn ich öffentlich herausposaune oder auch öffentlich darüber diskutiere, dann sollte das grundlegende zeitliche Merkmal schon eindeutig klar sein. Es gibt genau zwei Möglichkeiten: Entweder ich möchte 24/7. Dann muss sich aber auch 24/7 an die individuell aufgestellten Regeln gehalten werden und darf nicht über Unlust oder null Bock lamentiert werden ... Und 24/7 BDSM beinhaltet eine 24/7 Dom / Sub - Ebene und nicht 24/7 an BDSM denken oder 24/7 einen Ring tragen oder 24/7 atmen Oder ich habe öfter mal null Bock oder Unlust und ich finde mich damit ab nicht zum erlauchten Kreis der 24/7 Treibenden zu gehören. Diskussionswürdig empfinde ich in diesem Zusammenhang alleine die Ausprägung einer Dom/Sub - Ebene. Häufig wird ja der Standby - Modus angeführt, bei dem diese Ebene immer latent vorhanden ist, aber nicht unbedingt genutzt wird (Dom hat die Fernbedienung) Dies wäre die einzige Konstellation, die entgegen meiner persönlichen Meinung, auch gerne 24/7 BDSM leben genannt wird, bei der sich die im TE beschriebene Problematik ergeben könnte. Aber auch hier betrifft dieses Problem doch eher diejenigen, die es mit 24/7 in Zusammenhang bringen. |
![]() | 15. Juli 2011 Ja aber... Wir brauchen hier doch nicht über Leute zu diskutieren die ihre ach so tolle 24/7 TPE - was auch immer Beziehung in aller Öffentlichkeit selbstherrlich und in aller Breite darstellen. Erstens brauchen wir beide das ja offensichtlich sowieso nicht weil wir da sehr ähnliche Meinungen haben. Zweitens und viel wichtiger ist es ja genau DAS was die ursprüngliche Fragestellerin ja so verunsichert hat und ihre Fragen aufgeworfen hat, also gehört es nicht hierher. (Und drittens ist es eine sinnlose Diskussion) Und ja, ich stimme Dir insoweit zu dass Paare, die ihre eigene D/S- Beziehung leben wollen, gelegentlich an "schwammigen" Grenzen zwischen "normaler" Beziehung und dem Machtgefälle straucheln, oder Probleme haben vom Alltag in´s Spiel (ich mag das Wort nicht) zu kommen. Für mich persönlich hilfreich waren damals (das war unsere eigene Form von D/S ohne Anspruch auf 24/7 oder was auch immer) einige wenige dafür aber unumstößliche Regeln. An einigen Punkten hatte SIE einfach keine Wahlfreiheit. Mir ist das jecht echt zu intim um da in´s Detail zu gehen, aber vom Grundsatz her geht es um Dinge, Regeln, Rituale die : - für SIE einen geringen zeitlichen Aufwand bedeuten - für beide einen symbolischen Charakter haben (SIE muß nicht gleich abdriften deswegen, aber die Symbolik der Handlung erinnert SIE daran welche Rolle SIE innehat) - eine gewisse Regelmäßigkeit haben Beispiel: Sonntags wird gebadet, Sonntags ist das Wochenende fast ´rum, also wenn SIE irgendwann mal ausgeruht ist, dann Sonntag nachmittag, ER dekoriert das Bad, stellt Kerzen auf, sorgt für Musik, SIE kommt in´s Bad , kniet vor der Badewanne und wäscht IHN, kann 30 min dauern oder eine Stunde, kann entspannend sein oder mehr d´raus werden, ist aber auch egal, es geht darum dass SIE IHN wäscht, einen Dienst verrichtet JEDEN Sonntag, der Sonntag nachmittag ist FREI, da müssen die beiden auch nicht zu den Schwiegereltern, da müssen auch keine Freunde zum Kaffee trinken da sein, das kann um 16:00 Uhr sein oder 20:00 Uhr, soviel Wahlmöglichkeit gibt es, aber damit hört es dann auch schon auf Ich habe mir jeden Sonntag den ersten Kaffee am Bett servieren lassen, ich bin gar kein Langschläfer, und wir haben auch gemeinsam am Tisch gefrühstückt, später, und Kaffee im Bett trinken finde ich unbequem und irgendwie sinnfrei, aber darum ging es nicht, Sie ist jeden Sonntag zehn Minuten vor mir aufgestanden und SIE kniete JEDEN verdammten Sonntag nackt vor unserem Bett und hielt mir eine Kaffeetasse hin, und über dieses Ritual gab es keine Diskussionen Aber im Grunde genommen muss natürlich jedes Paar selbst entscheiden wieviel D/S sie in der Beziehung haben wollen, dann aber auch daran arbeiten, auch wenn es manchmal schwierig wird. |
![]() | 15. Juli 2011 Grins, ich weiß, Jens. Zweige, Brennessel, eine zweite Hundeleine.... iwas ergibt sich immer und das meist per Zufall. Und dann ist es da, das Leuchten in Subbies Augen und wenn es passt, ja warum denn nicht? Bei uns war es eigentlich andersherum: Plötzlich hatten wir das Machtgefälle auch im Alltag und das war mir ehrlich dann zuviel des Guten. Zu anstrengend und zu einsam. Muss ich nicht haben. |
![]() | 15. Juli 2011 Ja Birgit das Problem kenne ich auch. Doch wie bekommt man es wieder auseinander? Den Alltag und die Sinnliche Magie? Das stelle ich mir schwierig vor, weil es ja um Gefühle geht-meiner Meinung nach-und nicht unbedingt um Rituale. Oder hast du das anders gemeint? Wieso es einsam macht verstehe ich nicht. |
![]() | 16. Juli 2011 Wieso es einsam macht verstehe ich nicht. Weil man alle Entscheidungen allein treffen muss, mit allen Konsequenzen und der alleinigen Verantwortung. Wen soll man um Rat fragen ? Den Partner ? Der sagt dann oft : Du machst das schon. Freunde ? Die sagen dann : Du bist so stark ..... Du weißt wie es richtig ist. Das kann ( muss nicht ) einem das Gefühl geben, einsam zu sein. |
![]() | 16. Juli 2011 danke Achja- klar! Aber dann verstehe ich unter DS etwas anderes. Ich bepreche alles mit ihm, obwohl ich ihm weitreichend viel überlasse. Ich käme im Traum nicht auf die Idee zu sagen: Du machst das schon. Das ist mir ganz fremd. Aber es lebe die Vielfalt! |
![]() | 16. Juli 2011 Es ist nicht nur einsam...es ist auch sehr fragil seine Sexualität bzw. auch sein Dominanzbestreben zu sehr in den Alltag und die Beziehungen einfließen zu lassen - meiner Meinung nach. Das Leben ist nicht mehr so einfach wie es zu streng patriachischen Zeiten war. Damals galt es für die meisten Menschen einfach ihrer Grundbedürfnisse zu stillen, die Mehrheit ist dann mit 40-50 alt und krank gestorben. Wahlmöglichkeiten, die gab es auch für einen normalen Mann aus dem Volk nicht. Heute haben wir ..komplizierte Jobs, die geistige Flexibilität verlangen von Frauen wie Männern, trotzdem viel mehr Freizeit, keine 8 Kinder mehr zu versorgen, die Frau ist nicht dauerschwanger, alleine die Organisation des Lebens ist kompliziert, man muss sich ständig informieren, hat man die Mittel nicht einiges outzusourcen muss man überlegen, wer von beiden Partner ist besser geeignet für diese Tätigkeit. "Spaß" kann heute jeder haben, nicht nur der reiche Adelige. Spaß will auch organisiert werden, und hier fängt es schon an, dass beide die gleiche Idee von Spaß haben sollten... Und Krisen, die gibt es auch. Krankheiten, Jobverlust, durch die vielen Wahlmöglichkeiten und vielen Einflüsse verändert sich einer der Partner, hat andere Interessen. Und Interessen ist überhaupt ein Stichwort...ich habe so viele Interessen im Leben, bin immer noch auf ganz vieles neugierig, meinen SM lebe ich intensiv genug aus um keinen underflow zu bekommen...und somit ist mein Kopf meist frei für vieles mehr. Ein Partner der sich mir ständig unterwirft, und mir kaum richtig Input gibt, mich im Leben nicht weiterbringen kann wg. zu großer Anpassung wäre für mich nichts. Alles nicht so einfach...im SM brauche ich einen Sub...in der Oper einen Mitbegeisterten, beim Trip durch Tibet ein Teammitglied, bei Krankheit einen verständnisvollen Pfleger, in arbeitsreichen Zeiten einen selbständigen Menschen, der sein Ding durchzieht und schaut das zuhause nicht alles verfällt, und wenn ich genervt/beschäftigt bin - jemand der eigene Interessen verfolgt und sich selbst beschäftigenn kann und will. Hab ich und kann ich auch umgekehrt bieten, die Facetten. Und daher - NICHTS immer! Immer so wie es die Situation erfordert. |
![]() | 16. Juli 2011 pixy Die ganze Zeit hab ich überlegt, wie man das Thema von verschiedenen Seiten beleuchten kann, ohne dass ein Roman daraus wird.... Und dann schreibst Du es in verständlichen Worten, schön komprimiert einfach so in den thread Alles nicht so einfach...im SM brauche ich einen Sub...in der Oper einen Mitbegeisterten, beim Trip durch Tibet ein Teammitglied, bei Krankheit einen verständnisvollen Pfleger, in arbeitsreichen Zeiten einen selbständigen Menschen, der sein Ding durchzieht und schaut das zuhause nicht alles verfällt, und wenn ich genervt/beschäftigt bin - jemand der eigene Interessen verfolgt und sich selbst beschäftigenn kann und will. Hab ich und kann ich auch umgekehrt bieten, die Facetten. Und daher - NICHTS immer! Immer so wie es die Situation erfordert. Diese Statement hat meiner Meinung nach auch umgekehrt Gültigkeit (mit kleinen Abweichungen). Besonders, wenn man als Familie zusammen lebt, scheint mir dies ein Weg, der alle Bedürfnisse abdecken kann. Auch danke LG pörl |
