Statisten, Voyeure, Provokateure - die Lust am Spiel per se

08. Oktober 2006
Statisten, Voyeure, Provokateure - die Lust am Spiel per se

Immer wieder ergeben sich Fragen nach Treffen zu dritt, viert, fünft, unbegrenzt. Was passiert, wenn 2 DOMs aufeinandertreffen? Wer hat den Schneid, den Knecht zu spielen, den Verlierer?
08. Oktober 2006

Hallo,
Im Idealfall ergänzen sie sich. Ist uns schon passiert, waren geile Sessions, weil man auch mehr Leute mit einbinden kann. Inzwischen verabreden wir uns sogar vorher.
Gruß
H+S
08. Oktober 2006
Warum sollte es Probleme geben?

Wenn 2 Doms aufeinandertreffen, haben sie nicht als einzige in diesem Augenblick die weitgehend gleichen Interessen und Erfahrungen!

Deshalb erlaube ich mir, mich bequemerweise meinem Vorredner anzuschliessen und behaupte, dass sie sich hervorragend ergänzen werden und die neuen Erkenntnisse des assimilierten Seelenpartners auch in der Zukunft sehr viel Spass machen können:-)

Das sich hier der eine dem anderen unterwirft, halte ich für sehr unwahrscheinlich, es sei denn, es steckt eben doch ein heimlicher Switcher tief in ihm verborgen.

So bin also auch ich der Meinung, es gibt eine tolle Ergänzung und womöglich ein wahres Feuerwerk......
08. Oktober 2006
der Zweite ist mir eher unangenehm

Ich habe es durchaus schon erlebt, dass zwei DOMs einen Draht zueinander entwickeln und eine ganz eigene Freude daran haben können, mich erotisch in die Enge zu treiben.

Manche Kopfbilder verlangen anderes. Der Herr konfrontiert mich mit einem Fremden. Der auch DOMsige Sachen machen darf, aber mein Geliebter will mich eher brüskieren und provozieren, der Fremde soll mir eigentlich gar nicht gefallen. So eine Rolle einzunehmen, für ein Spiel, scheint mir schwer in das Hirn eines Mitspielers zu kriegen sein?
08. Oktober 2006

Nette provokante Frage … @wiredbrain … lächel …

Was passiert, wenn 2 DOMs aufeinandertreffen … Wer hat den Schneid, den Knecht zu spielen, …?

Ich nicht. Und das ist für mich keine Frage von Schneid, sondern von innerer Einstellung.

Ich werde mich nicht, und da bin ich mir sehr sicher, in diesem Leben irgendeinem menschlichen Wesen – weder aus Spaß noch aus anderen Gründen - unterordnen. 1. werde ich dafür nicht bezahlt und 2. bin ich von meiner mentalen Struktur her dafür viel zu autonom veranlagt und gefestigt und 3. - noch extremer, viel weiter – in „ein Treffen“ - gedacht, lässt mich der Gedanke an eine Abgabe von Verantwortung (Sub), die ich übernommen habe nur ganz ganz böse grinsen.

Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht neugierig auf andere Denkstrukturen bin und sie nicht auch still genießen kann oder mich „handwerklich“ nicht gerne weiterbilde – sofern es für mich von Interesse ist. Lernen von anderen auf derselben Augenhöhe macht Spaß. Auch beim Zusehen. Das nette antiquierte Wort >mit Respekt< macht leise „click“ an dieser Stelle.

Treffen zu dritt, viert, fünf etc. haben zwangsläufig eine starke kommunikative Struktur. Kommunikation wiederum findet ganz schlicht betrachtet auf zwei Ebenen statt: Der Inhalts- und der Beziehungsebene.

Wenn nun 2 DOMs aufeinander treffen, passiert das, was gewöhnlich passiert, wenn Menschen aufeinander treffen. Binnen Sekunden wird schon bereits auf nonverbaler Ebene das Gegenüber, gescannt, taxiert und als sympathisch oder nicht eingestuft.

Wird nun durch ein „unsympathisch“ die Beziehungsebene gestört, werden kaum noch Inhalte angenehm ausgetauscht werden können. Sofern beide die Tanzschule besucht haben, kann man sich jetzt immerhin noch – auf der Basis von „leben und leben lassen“ – freundlich nickend „aus dem Weg gehen“ und seinen Dominanzbereich incl. „Zubehör“ *g* mitnehmen.

Meldet man sich jedoch auf der Beziehungsebene gegenseitige Sympathie, kann für mich – Spiellust vorausgesetzt – durchaus ein geflügeltes Wort zum tragen kommen: „Getrennt marschieren – vereint schlagen.“ Gemeint ist, dass man sich auf der Inhaltsebene - wie zwei harmonisch miteinander agierende Spieler - wechselseitig Texte und Bälle (die Führung) zuspielt, um div. Zwischenziele und/oder ein gemeinsames Endziel zu erreichen.

Liebe Grüße - kyto
08. Oktober 2006
Selbstverleugnung?

Spannende Ausführung, Kyoto!

Zur Klarstellung, es ging mir nicht um die Idee, dass sich einer der DOMs sichtlich dem anderen DOM unterordnen sollte, Befehlsempfänger würde, keine kaskadierende Hierarchie. Es wäre eine Unterordnung gegenüber einer einzelnen Spielidee. Beispiel: Der Fremde wäre derb in der Wortwahl, grobschlächtig in seinen Berührungen, unverständig meinen Reaktionen gegenüber, ein wenig autistisch oder voller Missinterpretationen. Was mein Herr irgendwann auflösen würde, ER wüsste ja, was er mit mir wie anzustellen hat, um mich vollends einzufangen ... Wie fühlte sich in jenem Moment der Mitspieler? Klar, er wüsste, es ist ein RSP. Es gäbe ja auch Nettes zu beobachten. Wird er nicht empfinden, er hätte sich unter Wert verkauft?
08. Oktober 2006

@wiredbrain

Danke für Deine Erklärung. Mhmm, wirklich interessant und auch witzig! So unterschiedlich lassen sich gestellte Fragen interpretieren.

Grüße - kyto
08. Oktober 2006

Das klingt ähnlich wie Good Cop - Bad Cop....

Und das unterordnen unter eine Spielidee, ist das nicht eine Ergänzung?
09. Oktober 2006

alleine in der Frage liegt schon eine Provokation.
Mir ist es egal, wer unter mir Dom ist! [auch eine Provokation]

Alleine durch die Konstellation ist bereits eindeutig, welcher Dom an erster Stelle steht. Somit ist die Frage schon beantwortet.

Aber grundsätzlich können durchaus zwei oder mehr Dominante an der Machtausübung beteiligt sein. Da hierbei unterschiedliche Rollen eingenommen werden (von allen Beteiligten) handelt es sich letztendlich um eine durchaus anerkannte Hirarchie.
Ich bin der Ansicht, ohne eine solche Absprache/Einordnung würde es auch nie funktionieren.

Michael
(von Trout)
09. Oktober 2006
Wir

spielen grundsätzlich gemeinsam, d.h. wir teilen uns unsere sklaven.
Mittlerweile sind wir ein gut eingespieltes Team, denn wir können uns auch nonverbal "die Bälle zuspielen".

Petra übernimmt meist die subtile Rolle, Heinz demütigt gerne und gut.

So haben wir eine weitere Facette gefunden, unsere Beziehung zu genießen.

Wir haben aber auch erlebt, daß subs absolut überfordert waren, wenn sie mit mehreren Doms konfrontiert wurden.

lächelnde Grüße...heute aus DA

Petra und Heinz

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