![]() | 19. Juni 2011 @dark_amber Ich bin im "normalen" Leben nicht devot aber schöne, wenn sich die Dinge so schnell für dich zum Guten ändern. Ich freue mich auch für alle, die sich im Klaren sind über Ihre Gefühle, die nicht so hin und her gerissen sind, manchmal nicht wissen was sie wollen, vielleicht zu viel wollen, weil alles wollen, die auch Angst haben etwas zu zerstören, die manchmal etwas wollen und dann in ein paar Wochen nichts davon wissen wollen. Aber das Leben ist ja dazu da, um herauszufinden was man möchte. |
![]() | 19. Juni 2011 @thomdev: da mach dir mal keine Sorgen, so wie du es beschrieben hast geht es fast allen. Manchen früher, manchen später. Klar gibt es Jungs die mit 18 sagen - bin ich, will ich, werde ich jetzt verfolgen. Heute vielleicht auch immer mehr, da man sich durch die Möglichkeiten im Netz nicht mehr so alleine fühlt und nicht mehr das Gefühl hat "das ist doch alles total krank was ich fühle". Aber bei der Gruppe die noch ohne Netz durch die Pubertät musste konnte es schon mal bis zu 20 Jahre und mehr dauern bis sie sich getraut haben. Also - erste Gedanken in diese Richtung mit 12 oder früher - das erste Mal das Gefühl, "ich werde das nie mehr los und es will gelebt werden" - mit 30+. Dann muss man sich erstmal trauen und sich orientieren. Bis dahin sind die meisten längst in einer festen Beziehung, vielleicht sogar verheiratet mit Kindern. Also verschiebt sich alles nochmal nach hinten...man will das ja, verständlicher Weise nicht gefährden. Irgendwann gehts aber nicht mehr. Und dann...sind sie ja immer noch verheiratet - und haben halt weniger Chancen bei den nicht-kommerziellen Mädels, das merken sie dann langsam, die es sich mehr oder weniger aussuchen können. Solche, die auch in Beziehungen sind...können es sich halt auch aussuchen. Und wenn er schon eine Herrin hat - überlege ich mir auch fünfmal wo der Gewinn für mich ist. D/s braucht so oder so viel Zeit und Geduld...wenn vieles was ich nun mal mag, dann nicht möglich ist...tja. So denken aber ja nicht alle Frauen. Und zwischen diesen Phasen gibt es dann immer wieder Zweifel. ist ja logisch...man will ja alle Rollen gut ausfüllen. Mann, Ehemann, Vater, im Job durchsetzungsfähig, usw... auch verständlich. Bis man(n) das für sich klar hat, dass das natürlich möglich ist, und die Neigungen nur ein Teil der Persönlichkeit sind...das dauert. Da bist du wirklich nicht alleine. |
![]() | 19. Juni 2011 Ich bin im "normalen" Leben nicht devot aber schöne, wenn sich die Dinge so schnell für dich zum Guten ändern. Davon war doch auch nie die Rede? Das sind doch die wenigsten. |
![]() | 19. Juni 2011 @Pixi war schneller... ...ich wollte dir ganz ähnlich lautende Gedanken schicken, @thomdev. Fast alle, die ich näher kenne im BDSM-Neigungszirkel (außer die ganz jungen), egal ob dominant oder devot, haben wohl eine ähnliche Phase wie du durch, waren schon etwas älter, in einer Beziehung (mit oder mitohne Kinder) und fühlten an einem Punkt kein Vor und kein Zurück, nur ein Hin-und Her vielleicht, wie du. Die Frage, ob du in Doppellebigkeit dir und deiner Neigung gerecht werden kannst, kann niemand dir wirklich beantworten. Raten mag ich dir nicht, nur ebenso aus Erfahrung, auch der eigenen, erzählen, dass du ja auch einen Partner hast und gerade wenn du noch voller Respekt und Zuneigung für diesen handeln willst, scheint mir der Schritt: 'Karten auf den Tisch' der angebrachte. Zum Einen fliegt es eh auf Dauer auf. Der Tag lauert, da die Bombe platzt oder du...implodierst in Zerrissenheit. Wer bist du...wer bist du wirklich? Mutest du dir und deiner Partnerin die (ehrliche) Antwort auf diese Frage nicht zu, so enthältst du ihr etwas ganz Wesentliches vor. Das Vorenthalten, das Nicht-Vertrauen, das Nicht-Zumuten deiner (jetzt zerrissenen) Wahrheit...kann viel verletzender sein, als die Offenbarung, dass in dir pocht und tobt, was dir selbst nicht geheuer ist, sich aber unüberhör und unüberspürbarbar Weg bahnt. Der erste Schritt aus der Zerrissenheit, dem inneren Hin- und Her heißt, eine Entscheidung zu treffen. Entscheidungen, selbst die falschen, sind gut, weil sie das Hin-und Her stoppen und so erlösende Wirkung haben, selbst wenn das Resultat oder die Konsequenz der Entscheidung traurig ist. Ich wünsche dir den Mut, zu dir selbst zu stehen, dich anzunehmen, als das ganze Paket, das du bist, auch wenn du den einen Teil des Inhalts jetzt noch manchmal lieber nicht sehen oder wahrhaben möchtest. Er gehört zu dir und wird vermutlich niemals aufhören, an den Gitterstäben der inneren Emigration zu rütteln, solange du ihn einsperrst und weghörst, wenn das Rufen aus der Zelle laut und lauter wird. Das bist DU da drin. Keine Herrin der Welt kann dir diesen ersten entscheidenden Schritt abnehmen. Den Kniefall vor dir selbst, das 'ja', so bin ich. Sophia |
![]() | 20. Juni 2011 @pixy und magdalena Vielen Dank für die ausführlichen Nachrichten. Irgendwie scheinen es ja zwei Schritte zu sein, die ich tun sollte. Erst dass Akzeptieren der Neigung (mit meiner Devotheit habe ich keine Probleme) vor allem aber mit dem Verlangen nach Extremen, mit dem ich auch nach Jahren der Beschäftigung noch Probleme habe (vor allem wenn ich nicht weiß wohin es potentiell führt). So weit bin ich noch nicht oder nur manchmal. Und dann die Offenbarung dem Partner gegenüber, mit dem Risiko, eine sehr lange, gute Beziehung zu zerstören. Wenn schon ich manchmal Probleme habe es zu akzeptieren, wie ist es dann mit jemandem, dem dies alles fremd ist, auch wenn man nicht mit der Tür ins Haus fallen... PS Grüße nach Saarbrücken, ich bin nicht so weit davon aufgewachsen. |
![]() | 22. Juni 2011 Ich bin mal irgendwann wirklcih ins Extrem gegangen... Ins härteste Extrem, das ich mir vorstellen konnte. Ich bin, nahezu vollständig pleite, mit nichts als Rucksack, Isomatte, Schlafsack und 200 Euro in der Tasche mit dem Wochenendticket am Sonntag quer durch Deutschland gefahren. Am Ende meiner Fahrt musste ich über 50 Euro fürs Hotel ausgeben, und dann hatte ich nur noch gute 100 Euro, wenn man die Kosten für die Rückfahrt mal abzog. Und es war Montag. Ich würde erst am Samstag wieder zurückfahren können, mit dem WE-Ticket, ich war alleine, ich hatte kein Zelt und keine Alternative zum Übernachten unter freiem Himmel, ich hatte nicht mal eine Plane (und klaute mir dann irgendwann unterwegs eine). Ich habe jede Nacht unter freiem Himmel schlafen müssen. Das ultimative Tunnelspiel. Am dritten Abend wurde ich von einem Gewitter überrascht. Es war Mittwoch. Meine Muskeln taten super weh, ich war längst über meine Grenzen hinaus und konnte nicht mehr. Ich machte bereits um sieben Rast auf einem kleinen Weg am Rand eines Feldes. Nicht besonders idyllsich da, aber zumindest außerhalb der Sichtweite der immer noch hörbaren Straße ins nächste Dorf. Ich hatte ja kein Geld für die Bezahlung einer Übernachtung, ich musste ja Futter kaufen. Da hatte ich einen super heißen Tag, an dem ich trotz Flaschen, in die vier Liter passten (und die geschleppt werden wollten) schon haarscharf an meine Grenzen herankam, weil ich nach einer Übernachtung und beim Wandern mit schwerem Gepäck in voller Hitze so sehr schwitzte, dass ich das Wasser wirklich zum Überleben brauchte - und dann zwei Kilometer mit nur noch einem Viertelliter Wasser in praller Hitze an einem Feld langgehen musste, um zum nächsten Gebäude zu kommen, in dem ich ums Auffüllen meiner Wasserflaschen bitten musste... Da kommt man an seine Grenzen, und es war sehr befriedigend, sie zu spüren. So. Dann der Mittwoch abend, am Feldrand. Ein Gewitter zog auf. Ich hatte kein Zelt, nur eine stibitzte, schmutzige Plastikplane. Und ein Regencape. Um meine Sachen so gut wie möglich zu schützen, rollte ich mich und mein ganzes Gepäck unter dem Cape zusammen, schützte mich weiter mit dem Schirm ... Und ließ das Gewitter klein zusammengekauert über mich kommen. Ultimatives Tunnelspiel, ohne jeden Ausweg. Ich konnte nichts tun. Der Wind, der Sturm kamen... Mein winziges Gepäck, dass doch so schwer wog, musste geschützt und trocken gehalten werden. Auf dem Boden, der jetzt nassgeregnet wurde, würde ich in dieser Nacht schlafen müssen. Egal, wie feucht der Schlafsack oder meine Kleidung waren. Ich würde die Nacht überstehen müssen und trotzdem gesund bleiben müssen, denn erst in 72 Stunden hätte ich die Möglichkeit, mich WE-verbilligt auf die 14-stündige Heimreise mit den Regionalexpressen zu machen. Dazu all die Dominanz, die Mutter Natur zu bieten hatte, um mich auf meinen Platz zu verweisen... Irgendwann, der Donner knallte blitzend über einem nahen Wäldchen, die Kornähren tanzten in der wildblauen Luft, eine Mohnblume wurde wieder und wieder bis zum Boden herabgedrückt, merkte ich, dass die Nässe in meinem Gesicht nicht nur vom Regen kam, sondern dass ich weinte. Heftigst schluchzte, mich zusammenkrümmte und mich selbst irgendwie verlor. Dabei fühlte ich gar nichts. Also, ich fühlte schon, die drückenden Schuhe, den zusammengekrümmten Rücken, die nasskalte Berührung des Windes auf meiner Haut... Aber keinerlei Emotionen. Dabei weinte ich die ganze Zeit, schluchzte und schluchzte, bis ich leergeweint war und der immer weiter herabstürzende Regen die Tränen fortwusch, als ob sie nie existiert hätten. Das war die ultimative Devotionserfahrung. Die Nacht schlief ich dann im nassen Schlafsack, stand morgens früh auf und aß mein letztes durchgeweichtes Brötchen. Wusch mich mit regennassem Gras und packte meine Sachen zusammen, blieb sitzen und weinte noch mal vor Erschöpfung. Dann marschierte ich wieder los, weil ich sah, dass der Tag hell und heiß werden würde und ich die kühlen Morgenstunden so gut wie möglich ausnutzen wollte. Mein Körper rebellierte vor Muskelschmerzen, aber ich dachte mich ins Runners High hinein und ging singend weiter. Die anderen Tage habe ich dann noch hinter mich gebracht, meine Schuhsohlen durchgelaufen, und bin dann nach Hause gefahren. Aber danach hat es lange gedauert, bis ein Dom in mir wieder Sub-Gefühle auslösen konnte. Mindestens ein Jahr. Es war so, als ob ich an diesem Abend voller ultimativer Hilflosigkeit, an meinen Grenzen kam. So, als ob es eigentlich das war, was ich im SM immer nur gesucht habe und nie voll und ganz finden konnte. Danach brauchte ich lange Zeit keine "sexuelle Devotion" mehr. *** Vielleicht suchst du irgendwie auch nach so etwas? Nach einer echten Grenzerfahrung, die dich wieder spüren lässt, dass du wirklich am Leben bist? Nicht durch Schmerzen, die eine Domina dir zufügt, sondern durch etwas, was wirklich stärker als du ist und dich auslöschen kann, wenn du nicht Schritt für Schritt weiter gehst und deine Grenzen immer genau so weit verschiebst, dass dein Überleben trotzdem gesichert bleibt? |
![]() | 23. Juni 2011 @dark_Amber: schöne Beschreibung! Ähnliches, allerding in kürzerer Zeit hab ich mir so manches mal in der Auseinandersetzung mit dem sächsischen Sandstein gegeben. Allein, nur der Fels und ich. Ein existenzieller Dialog! |
![]() | 23. Juni 2011 Ich bin seit meinen ersten sexuellen Erfahrungen auch im Sinne von BDSM aktiv. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es die ersten Jahren (so zwischen 14 und 18 Jahren) eher ruhiger dahingeplätschert ist und einer Entdeckungsreise glich. Mit 18 Jahren setzte sich die Entdeckungsreise fort, indem ich mehr oder weniger alles mitnahm, nur um gewisse Erfahrungen zu sammeln. Dies steigerte sich langsam über die Jahre bis ich Anfang / Mitte 30 das erste Mal an so etwas wie eine Grenze gestoßen bin, in der ich körperlich und psychisch so dermaßen fertig war, dass ich das erste Mal in meinem Leben hart eine Session abgebrochen habe. Seitdem betrachte ich das "höher, schneller, weiter" relativierter, muss nicht mehr alles mitnehmen, auch wenn vieles davon mich noch sehr reizt. Ich "muss" nicht mehr, aber ich "will" mit dem richtigen Partner und in der richtigen Situation. Im Grunde genommen, steht bei meinem SM immer die sexuelle Lust im Vordergrund, d.h. SM Aktionen, welche nicht direkt oder indirekt an sexuelle Lust geknüpft sind, muss ich nicht haben, nur um darstellen zu können, dass ich härter spiele als andere. Es geht um Sexualität und Geilheit und nicht um Leistungssport oder Show-offs. |
![]() | 26. Juli 2011 Es gibt sicher immer eine Steigerung aber ich finde, dass dies von dem Partner bzw. der Partnerin abhängt, mit der man diesen Weg geht. Da der Weg in der Regel das Ziel ist, gefällt mir der Weg. Sehr schön ist es, wenn man mit jemanden den Weg gehen kann, der ihn erst eingeschlagen hat, da er dann länger ist |
![]() | 27. Juli 2011 es gibt kein richtig wie auch bei sm gibt es auch in der art wie man dazu kommt kein richtig, schon alleine weil die art der kontaktaufnahme heute eben durch das netzt so erleichtert wird. klar war das alles früher schwerer, aber das war eben so. wichtig sehe ich die selbstreflektion, das immerwährende überprüfen, ob das was man tut sich gut anfühlt, ob das sich befreien von erziehung, konventionen, moral und gesellschaftlichem druck einen wirklich näher zu sich heran bringt. das ist in meinen augen der springende punkt. viele menschen haben so viel druck von aussen, dass sie das was sie wirklich sind aus den augen verloren oder haben so viel angst, dass das was sie leben wollen nicht geht, dass sie ihr ganzes leben damit vertun - schade. ich sehe als wahre kunst, das wissen um sich selber und das eigene innere tier. selbstreflektion sollte in meinen augen nie enden, denn durch erfahrung und entwicklung verändert sich auch das selbst und wenn man sich wirklich öffnet, kann man dinge an sich heranlassen, die einem vor einiger zeit vielleicht vollkommen undenkbar erschienen |
![]() | 27. Juli 2011 Es ist halt immer das Problem wenn man einen Fetisch hat, das mangels Abwechslung man auf dem eigenen Gebiet irgendwann immer eine Steigerung braucht. Nur ist natürlich irgendwann eine Grenze erreicht, wo es kitzlig wird. Man muss nur sich selber fragen ob es noch andere Dinge im Leben gibt, die einem etwas geben oder man nur noch all seine "Erfüllung" in diesem einen Bereich bekommt. Auch die geilste Session kann nicht zig Probleme oder Unzufriedenheit in anderen Bereichen kompensieren, wenn man die unbeachtet lässt. |
![]() | 25. August 2011 @Dark Amber Toller Reisebericht und echt abgefahren,Mutter Natur auf diese Weise in die dominante Positon zu stellen! Vielleicht wäre es ja nochmal ein extra Kick für Dich,eine solche Reise z.B. in den argentinischen Anden zu machen,um die Macht der Natur so noch direkter zu spüren,mit dem Wissen,daß in den nächsten 3km nicht unbedingt der nächste Bauernhof kommt,an dem man seine Trinkflasche aus der regulären Wasserleitung einfach wieder neu befüllen kann! Seit Deinem Bericht hier,werde ich ganz sicher bei der nächsten Doku z.B. über Bergsteiger am Limit parallel über der die unterschwellige sexuelle Komponente des Ganzen nachdenken müssen!;) Wirklich zu höchst interessant,diese,Deine Hypothese in diesem Zusammenhang! Das extremste,was ich mal hierzu hörte-vielleicht auch eine Anregung für Dich: ein devoter Typ lernte einen dominanten kennen!Mister Unbekannt!Er nahm nur Befehle entgegen und führte sie aus und genoss dieses Spiel ohne Ende.Kannte ihn gar nicht,gehorchte nur,ein Großteil der Kommunikation nur via SMS.Das verstärkte wohl noch die mysteriöse Komponente des Spiels und führte noch mehr in absolut blindes Sichkontrollierenlassen. Am Ende stand er nachts mit T-Shirt und bei Minus-Graden für ne Stunde alleine im dunklen Winterwald und mußte sich zusätzlich,im Auftrag seines Meisters,noch eine Flasche Mineralwasser über den Leib schütten,um die Demütigung und Kältefolter noch weiter zu intensivieren! |
