Gruppenzwang

08. Juni 2011
Gruppenzwang

In keinem mir bekannten Umfeld gibt es eine so extrem intolerante Haltung gegenüber dem „Anderssein“.
Warum sind gerade die, die anders sind oder sein wollen so dermaßen in ihre Normen und Regeln verstrickt?
Wir basteln uns unsere eigene heile SM -Welt mit lauter ungeschriebenen Regeln, lehnen Abweichler ab, zeigen mit dem Finger auf sie.
Sind wir uns unserer Sache doch nicht so ganz sicher; benötigen daher ein festes Regelwerk; sozusagen, um die Kontrolle nicht zu verlieren?
Ist es das Gefühl, „Ich bin anders“ aber nicht ganz anders, denn hundert andere sind GENAUSO wie ich?
Warum stören wir uns so an Menschen, die freier sind in Ihrer Gestaltung ?
Ich stoße regelmäßig auf Ablehnung, halte ich mich auf einschlägigen Veranstaltungen nicht an die üblichen Codes.
Vorschnell werden hier Urteile gefällt; Neulingen gut gemeinte, aber verunsichernde Tipps gegeben und so verkauft, als gäbe es keine Alternativen.



Warum ist das so?
09. Juni 2011

Wer dem "Gruppenzwang" unterliegt ist in meinen Augen unsicher und biedert sich der (vermeintlichen) Mehrheit an.

Meine Neigungen lebe ich nun seit mehr als 30 Jahren aus und stoße immer wieder auf "Besserwisser" bzw. selbsternannte Dogmatiker, die glauben die reine Lehre (was auch immer das sein mag) von SM/BDSM verbreiten zu müssen und labern doch nur angelesenes bzw. gehörtes nach.

Eine eigene Meinung haben solche Menschen zumindest in diesem Bereich nicht.

Die Spreu trennt sich vom Weizen und so gehören solche Menschen nicht zu meinem Freundes-und/oder Bekanntenkreis.
09. Juni 2011

Gibt es leider hier auch genügend.

Das hört sich dann bei vielen so an, wie wenn Du BDSM nicht 24/7 lebst, dann machst Du alles verkehrt und die lassen dann auch keine andere Meinung mehr gelten.

Aber es gibt Portale da ist das noch viel schlimmer.

Wir waren mal auf einem da haben doch glatt ca 30 Personen das Forum so beherrscht, dass die anderen nicht mehr getraut haben sich zu äußern. Denn sollte jemand nur irgendwie anderer Meinung gewesen sein, ist die ganze Meute über den hergefallen. Besonders bei Neulingen war das schlimm.

Wir haben uns dann mal eine geschnappt und gefragt, was das soll und sie meinte nur, da muss jeder mal durch.

Das war dann der Grund warum wir dieses Forum dann verlassen haben.
09. Juni 2011
Das Herdentier Mensch.

Das scheint in vielen Szenen so zu sein. Sei es nun eine musikalisch orientierte Szene wie Gothic oder Metal (ich bin true, ich bin viel mehr Gothic als du!) oder eben auch die BDSM-Szene.

Ich distanziere mich daher im allgemeinen eher von Szenen, auch wenn ich diverse 'Erkennungsmerkmale' ebenfalls vertrete, zähle ich dennoch nicht zu den ausgesprochenen Szenegängern. Einfach aus eben dem Grund. Viele Leute sind dermaßen festgefahren in irgendwelche, frei im Raum stehenden Dogmen, so dass man kaum eine Möglichkeit hat anders zu sein, weil man direkt auffällt. Und das wo, gerade in Subkulturen und alternativen Szenen die Individualität und Toleranz so groß geschrieben wird, nur scheinbar innerhalb der Szene bleibt dieses Ideal scheinbar auf der Strecke.

Man muss schon eine gesunde Portion Selbstbewusstsein haben, um auch mal von Standards abzuweichen, und dann auch noch dazu zu stehen.
Aber der Mensch ist nunmal von Natur aus ein Herdentier, und feste Regeln geben uns Sicherheit...

MfG, Satyricus
09. Juni 2011

Ich muss sagen dass ich eure Erfahrungen was das angeht leider auch geteilt habe.
Dabei ist es doch völliger Blödsinn das Ganze in ein Regelwerk zwängen zu wollen.
BDSM lebt doch von der Phantasie und der Experimentierfreude. Ich halte mich da auch nicht an festgelegte Regeln oder Abläufe. Ich nehme mir aus all dem was ich sehe, lese und höre einfach das was mir und meiner Partnerin gefällt und passe es dann an.
Und oft genug entwickeln sich daraus dann von alleine neue Dinge.
Und auch nach etlichen Jahren ist immer noch kein „Ende“ in Sicht.
Es wäre für mich unvorstellbar das Ganze nach einem festen Regelwerk zu leben….
09. Juni 2011
was soll man da noch sagen ...

>>BDSM lebt doch von der Phantasie und der Experimentierfreude. Ich >>halte mich da auch nicht an festgelegte Regeln oder Abläufe. Ich >>nehme mir aus all dem was ich sehe, lese und höre einfach das was >>mir und meiner Partnerin gefällt und passe es dann an.
>>Und oft genug entwickeln sich daraus dann von alleine neue Dinge.
>>Und auch nach etlichen Jahren ist immer noch kein „Ende“ in Sicht.

that's it !

solange es alle beteiligten geniessen brauchts keine anleitungen
regeln und dergleichen das wuerde die dinge nur in ihrer freien ent-
wicklung bremsen. was fuer eine beklemmende vorstellung !

lg,
u.
09. Juni 2011
Orientierungshilfen

An irgendwas muss man sich doch orientieren ?!

Ein Dom hat schwarze Lack oder Lederkleidung zu tragen, dazu einen möglichst grimmigen Blick und in der rechten Hand wahlweise Preitsche, Flogger oder für die Fortgeschrittenen ... den DOM-Koffer!

Subs sind die mit dem gesenkten Kopf und dem Halsband.

Switcher tragen Halsband und einen grimmigen Blick, dazu den DOM-Koffer in der linken Hand *zwinker*



Okay, okay. Auf der anderen Seite müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass wir mit der Gesundheit und dem Leben anderer spielen. Da können gewisse Erfahrungswerte und Kenntnisse der Anatomie schon helfen ungewollte Schäden zu vermeiden.
09. Juni 2011
Bei mir nicht

Ich kann melden, dass mir noch nie aufgefallen ist, dass es Gruppenzwang gibt.


Hier im Netz kann jeder seine Meinung haben, die kann auch meiner Meinung widersprechen - aber missionieren wollte mich noch nie jemand. Man diskutiert, manches bei anderen ist mir unverständlich und nicht nachvollziehbar. Andersherum hat sich schon manches Gemüt mal an meinen Statements entzündet. Aber einen Text im Sinne von "man macht das nicht" bekam ich nie.


Das gilt auch für Live-Begegnungen - sei es beim intimen 1:1, auf Stammtischen oder fröhlichen Perversen-Parties: Noch nie hat mich jemand angenölt, dass mein Tun ihm nicht passt oder ich anders zu sein / auszusehen / zu handeln habe.

Insofern kann ich die Empörung nicht teilen.


Hmmm - bin ich so sehr Mainstream, dass ich erst gar nicht anecke?
*zwinker*
09. Juni 2011

Ich bin nicht empört, sondern verwundert und oft auch wütend und ratlos.

Aber wahrscheinlich bin ich so extrem non-mainstream, dass ich überall auf Unverständnis stosse. *snief2*
09. Juni 2011

Hmmm - bin ich so sehr Mainstream, dass ich erst gar nicht anecke?

Man eckt dann wohl nur bei jenen Dogmatikern an, die "ihre" Szene als geschlossenes Ganzes, Lebensinhalt oder was auch immer wahrnehmen, und sich jegliche "Unterwanderung" von aussen verbitten. Davon dürfte es auch in der BDSM Szene einige geben, ich schätze aber, dass die in der absoluten Minderheit sind.

In meiner Jugend habe ich mich in einigen alternativen Szenen bewegt, und relativ fix festgestellt, dass auch deren Mitglieder oftmals zu lemmingartigem Verhalten neigen. Seit dem sind Szenen, welcher Art auch immer, nichts mehr für mich, selbst wenn ich diese, aufgrund meiner Interessen streife.

Es sind die Begegnungen mit einzelnen Menschen, die BDSM für mich bisher interessant gemacht haben.

Anders ausgedrückt, ich pick mir lieber die Rosinen raus, als das ganze Kuchenstück zu verschlingen. *zwinker*
09. Juni 2011
Orientierungshilfen - aber wie weit?

Na klar, Orientierungshilfen sind nützlich und sogar notwendig.
Aber die Frage ist, wie weit sie gehen sollten und einige scheinen halt diese "Orientierungshilfen" als ungeschriebene Gesetze zu etablieren. Und ab diesem Zeitpunkt gibt es wenig Spielraum für andere Ansichten. Es hängt auch immer davon ab, in welchem Personenkreis man sich bewegt. Wie Wild_Feurig schon sagte, einige sind extremer, andere weniger.

@Aye79: Sie mögen in der Minderheit sein, aber sie sind, zumindest meiner Erfahrung nach, häufig sehr präsent, weil es eben diejenigen sind, die mit ihren Ansichten polarisieren.
09. Juni 2011

Hängt wohl immer davon ab, wo man sich gerade rumtreibt. Je kleiner ein "Club" ist, desto elitärer wird er sich geben. Man will ja was Besonderes sein. *zwinker*

Meistens ist es der oft verteufelte Mainstream, in dem man sich frei entfalten kann. Denn da sind es meist zig verschiedene Ströme, die zu einem Ganzen resultieren.
09. Juni 2011

http://www.joyclub.de/my/1417803.subs_tanz.html (User gelöscht)

Aber wahrscheinlich bin ich so extrem non-mainstream, dass ich überall auf Unverständnis stosse. *snief2*

Und das ist ein Problem für dich? Ich werde lieber von wenigen Menschen für ganz und gar voll und ernst genommen, als von sogenannten Szenen, seien sie nun alternativ oder mainstreamig.

Meine Bestätigung, in Teilen meiner Person BDSM zu leben, und zu fühlen, ziehe ich aus den oben schon erwähnten persönlichen Begegnungen, nicht aus der offensichtlichen Akzeptanz von "Szene-Anhängern", beispielsweise auf einschlägigen Veranstaltungen.
09. Juni 2011

Ich meine nicht nur die "Szene"; ich meine Begegnungen mit Einzelnen, hier und im Realen. Auf derlei Veranstaltungen gehe ich selten; eher versuche ich es im "Kleinen"; aber leider auch hier immer wieder Gegenwehr oder Abwehr. nein, ein problem ist es nicht; nur oft schade, wenn es dann an so einem Blödsinn scheitert.

Ich möchte das verstehen: wenigstens ein wenig.

Was mir übrigends auffällt: hier melden sich fast nur Herren zu Wort.

Wie empfinden das denn die holden Damen??
09. Juni 2011

http://www.joyclub.de/my/1417803.subs_tanz.html (User gelöscht)

Also ist deine eigentliche Frage, warum du als Einzelperson im BDSM-Zusammenhang kein wirklich passendes Gegenüber findest? Um da nur Vermutungen anzustellen, bräuchte es schon ein paar mehr Informationen von dir, woran es genau hängt.

Mit Gruppenzwang und Szenezugehörigkeiten wirst du da nicht all zu weit kommen, denke ich. Zu allgemein, und die Allgemeinheit liegt dir ja nicht so. *zwinker*

Gib dem Thread noch ein wenig Zeit, und vielleicht auch eine konkretere Richtung, dann werden sich noch mehr hier zu Wort melden. Auch die Damen der Schöpfung.

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