Er hat extrem selten Lust

07. Juni 2011
Er hat extrem selten Lust

Hallo!

Vielleicht gibt es unter Euch jemanden, der mir erklären kann, woran es liegen könnte, dass der Sexdrive von meinem Freund und mir so unterschiedlich ist oder jemand der mir Tipps geben kann, wie ich ihn am besten animiere.

Wir haben 5 Jahre eine Fernbeziehung geführt und uns nur ca. 1x im Monat gesehen. Da ist mir noch nichts aufgefallen, außer dass er mir sagte, dass er sich nicht selbst befriedigt. Aber ich habe immer gedacht, dass er es mir nur nicht erzählen mag. Inzwischen glaube ich, dass er es wirklich nicht tut.

Nun leben wir seit 1,5 Jahren zusammen und haben praktisch gar keinen Sex mehr. Ihm reicht eine schnelle Standard-Nummer von 3 Minuten etwa alle 3-4 Monate. Damit bin ich super unglücklich.

Zu Beginn habe ich ständig versucht, ihn zu animieren, z.B. mit Dessous usw. Er sagte jedoch, er empfindet es als Nötigung. Dann dachte ich, vielleicht hilft es, ihn "jagen" zu lassen und habe gar nichts mehr gemacht. Das hat aber nur dazu geführt, dass auch wirklich gar nichts mehr passierte.

Wenn er nun nach Monaten holprige Versuche macht, mich in Stimmung zu bringen, passiert bei mir rein gar nichts mehr, weil ich aus meinem erzwungenen No-Sex-Modus nicht innerhalb von Sekunden in Stimmung kommen kann. Und wenn ich mich darauf einlasse, bin ich nachher noch frustrierter, weil alles schon wieder vorbei ist, wenn ich gerade anfange in Stimmung zu kommen.

Abgesehen vom Sex führen wir eine sehr liebevolle und ausgeglichene Partnerschaft, die mir so wertvoll ist, dass ich sie nicht leichtfertig beenden möchte.

Habt Ihr eine Erklärung für sein Verhalten? Oder habt Ihr Tipps, wie ich besser damit umgehen kann?

Lieben Dank!
minime
07. Juni 2011

Abgesehen vom Sex führen wir eine sehr liebevolle und ausgeglichene Partnerschaft, die mir so wertvoll ist, dass ich sie nicht leichtfertig beenden möchte.

Na ja so ausgeglichen ist sie ja nicht sonst würdest du ja hier nicht schreiben... also ganz ehrlich ich sage einfach es passt nicht beim Sex und wahrscheinlich wirst du auch nicht wirklich was daran ändern können.

Versuch doch mit ihm darüber zu reden und wenn ihr keinen Konsens findet musst du dich fragen ob du auf Dauer damit glücklich bist...
07. Juni 2011
@minime2

Ich kann dir es ziemlich genau nachempfinden, wie du dich fühlst.

Ich war 18 Jahre mit einem Mann zusammen dem der Sex nicht's sagte. Er gab sich schon Mühe, aber auch nur alle paar Wochen. Zuletzt, fast 2 Jahre, überhaupt nicht mehr. Aber wir führten eine tolle Beziehung. Auch wenn das für viele unverständlich klingen mag. Die Liebe war doch zu tief, um an eine Trennung zu denken. Machten alles zusammen und waren "ohne Sex" in einer wirklichen ausgeglichenen Beziehung. Warum die Beziehung ausgeglichen war? Weil ich aufgegeben habe. Habe gelernt ohne Sex zu leben. Bis ich soweit war, dass Sex für mich als überflüssiges Übel galt. Und als ich das merkte, wie ich mich selber, mein Inneres Empfinden, meine Bedürnisse und noch vieles andere selber zerstörte, habe ich mich getrennt.

Es gingen sehr viele Gespräche voraus. Imer wieder versuchte ich ihn mit den "Waffen" einer Frau zu überzeugen, dass Sex was wertvolles ist. Aber ich hatte keine Chance.

Ich habe mir Vorwürfe gemacht. Mich selber als überflüssig und unnütz gefühlt. Und kam auch in eine Depression. Und als mich eine Freundin fragte, was Sex für mich bedeutete konnte ich nur sagen "Das ist doch so was von überflüssig." Ihre Antwort war dann der Schlüssel: "Wie weit bist du gesunken?"

Ja, da habe ich mir einen Weg aus der Situation gesucht. Es gab nur einen. Die Trennung!! Und heute sind wir in sehr freundschaftlicher Verbindung. Wir sind für einander immer da und verstehen uns sehr gut. Aber er hat heute noch keine Freundin. Er sagt immer, ich habe alles was ich brauche. Und ich merkte, das die Freundschaft uns mehr bringt, als sich irgenwann mal die Köpfe einzuschlagen.

Auch ich habe wieder zurückgefunden in das Leben. Ja...das Leben. Den Sex ist nicht nur poppen. Sondern es setzt sehr viele Gefühle frei und vor allem es gibt sehr Vitalität. Man kann das Leben wieder lieben, nicht nur existieren.


Ich wünsche dir sehr viel Kraft. Denn er wird sich sicher nicht ändern. Jeder Mensch empfindet anders. Aber die Liebe allein, mag sie auch noch so gross sei, kann nicht 100% erfüllend sein. Auch die körperliche Nähe muss gegeben sein. Ansonsten stirbt man innerlich.

Lg
07. Juni 2011

Vielleicht liebt er Dich mehr als Mensch, also wie eine gute Freundin - und weniger als Frau? Echte, tiefe Liebe und Sex haben ja nicht unbedingt etwas miteinander zu tun. Es gibt viele Paare, die sich über alles lieben und miteinander längst keinen Sex mehr haben.

Ansonsten könnte er auch noch asexuell sein.

Meines Erachtens hilft da nur ehrliches und offenes, aber liebevolles Reden ohne Vorwürfe und ohne Druck, aber durchaus mit der Mitteilung, wie sehr Du unter der Situation leidest.

Und dann gäbe es noch den Weg zu einer Paar- und Sexualtherapie ...

(Der Antaghar)
07. Juni 2011

Dein Anliegen klingt aber nicht danach als wärst du glücklich. Und auf Dauer kann das auch wohl kaum so sein.

Du findest dich doch sicher nicht attraktiv genug für ihn und nicht in der Lage, ihn in Extase zu bringen, du kannst tun, was du möchtest, es interessiert ihn nicht.

Ist mir bei einem Mann noch nicht bekannt geworden.

Kann mir nicht vorstellen, dass er es sich nicht selber macht oder wenn nicht mit dir, dann mit einer anderen Frau schläft. Sorry, aber so denke ich nun mal.

Ansonsten könnte ich dir nur empfehlen, mit ihm zusammen zum Urologen zu gehen, vielleicht stimmt ja etwas mit seinem Lustempfinden oder anderem mit seinem Unterteil nicht. Vielleicht möchte er nicht mit dir darüber reden.

Normal ist das auf jeden Fall nicht!!!

Und du wirst dich mit Sicherheit von ihm trennen, wenn sich daran nichts ändern wird.
07. Juni 2011

Sollte es keine gesundheitlichen Ursachen haben, und er dabei keinen Leidensdruck empfinden, ist es vielleicht nicht die schlechteste Gelegenheit, einmal über ein Ende der Monogamie nachzudenken?

Jeder hat ein persönlich unterschiedlich stark ausgeprägtes Bedürfnis nach Sex. Das gilt es zu respektieren.
07. Juni 2011
ich kann

auch sehr gut aus eigener Erfahrung nachempfinden wie es dir geht.

Da kann man , wie du , probieren, animieren und reden, es tut sich nichts.
Den Satz: Ich brauche keinen Sex, bzw. ich habe alles was ich brauche, habe ich oft genug gehört.

Nur alleine mit Reden wird man die Lust beim Mann nur sehr schwer wiederbeleben.
Du bist viel zu jung um ohne bzw. mit so wenig Sex auszukommen, gerade wo du es ja herbeisehnst und vermisst.

Auch mein Tip, geht zu einem Paar- oder Sexualtherapeuten. Alleine kommt ihr aus dieser Schlinge nicht raus.

Langfristig gesehen wird deine sexuelle Unzufriedenheit wachsen (wegstecken kann man das nur bis zu einem gewissen Maß) und eure Beziehung kippen.

Also holt euch lieber gleich Rat von Fachleuten.
Reden alleine hilft, meiner Meinung und Erfahrung nach, nicht.

Ich wünsche dir/euch alles Gute

Liebe Grüße
Sabrina*wink*
07. Juni 2011
.....

also sorry..............geht ja mal so gar net. liebe ohne sex??? never never never............

um eine gute beziehung zu führen muss definitiv auch der sex stimmen, denn wenn nicht ist das ganze früher oder später zum scheitern verurteilt.


die SUNless *sonne*
07. Juni 2011

Ich geben den anderen recht, die hier der Meinung sind, dass er sich nicht ändern wird. Du bist vielleicht der richtige Mensch, aber nicht die richtige Frau für ihn...
07. Juni 2011

Vielen, vielen Dank für Eure vielen posts.

Ihr meint also:
1. Therapie
Aber lässt es sich therapieren, wenn Partner einfach unterschiedlich oft Sex haben wollen. Vielleicht ist es normal, dem ganzen keine große Rolle im Leben zu geben und mit Sicherheit gibt es auch viele Frauen, die mit 4x Sex im Jahr glücklich wären. Ich würde mich schlecht fühlen, ihm eine Therapie für uns vorzuschlagen. Damit würde ich ja sagen, das er nicht ok ist. Vielleicht würde aber auch eine Art Kompromiss erarbeitet werden. Aber ist ein Kompromiss sexy, lustvoll???

2. Fremdgehen
Ich könnte es nicht hinter seinem Rücken tun. Ich habe das Thema schon einige Male angedeutet. Sein klarer Standpunkt dazu war: Wenn du das tust, bin ich weg, sofort!

3. Arzt
Körperlich ist mit ihm alles in bester Ordnung. Es ist nur der Kopf, der keine Lust hat. Und um ehrlich zu sein auch kein großes Interesse an der Sache. Eine Zeitlang dachte ich, es wäre Bequemlichkeit, weil er öfter die Ausrede benutzte, entweder zu müde zu sein, oder danach zu müde zu werden.

4. Trennen und Freunde bleiben
Kann ich mir nicht vorstellen aufgrund seiner Reaktion zum Thema Fremdgehen. Und er hat zu keiner seiner Ex-Freundinnen noch Kontakt.

5. Trennen
Damit würde ich einen mir ganz wichtigen Menschen verlieren, unser tolles Leben zusammen. In jeder Partnerschaft muss man Kompromisse eingehen, vielleicht ist es bei mir der Verzicht auf Sex. Aber Kleene, deine Worte haben mich sehr gerührt und mir zu denken gegeben:
Den Sex ist nicht nur poppen. Sondern es setzt sehr viele Gefühle frei und vor allem es gibt sehr Vitalität. Man kann das Leben wieder lieben, nicht nur existieren.

Keine leichte Entscheidung.....
07. Juni 2011

Trennen? von was denn? Ich würde sowas keine Beziehung nennen.
Also kannst du ja auch nicht fremdgehen. *oh2*
07. Juni 2011

Meiner Ansicht nach wirst Du das "sexlose" solange aushalten bis Du gefrustet aufgibst.

Das Problem dabei wird sein das Du in jedem Fall verlieren wirst. Entweder Du bekommst keinen Sex und arrangierst Dich damit oder Du wirst eines Tages so angenervt sein über das was Dir fehlt das Du nicht mehr liebevoll sein kannst.

Man kann seinen Partner nicht dazu bringen etwas zu tun das er nicht will. Nicht mit guten Worten, nicht mit Bösen. Nicht aus Liebe und auch nicht mit Liebe. Das Wollen und Wünschen liegt ganz allein bei ihm. Darauf hat man bedauerlicherweise keinerlei Einfluss.

Bei mir ist nach drei Jahren eine Sicherung durchgebrannt. Ich hab mich eigentlich wegen einer Lapalie getrennt. Der einzige Krach den wir in der Beziehung hatten und ich hatte einfach den Kaffee so was von auf.

Selbst wenn man versteht das der Partner anders denkt, anders fühlt, anders empfindet, man kann seine eigene Lust nicht auf das Nulllevel eines Partners runter schrauben. Das geht genau so wenig wie den Partner zu "zwingen" Lust zu haben.

Es gibt wirklich Menschen die nur sehr wenig Sex wollen und brauchen. Man kann sich eine Zeitlang damit arrangieren. Aber für immer?

Alle Liebe dieser Erde kann nicht ersetzen das man sich körperlich nicht wirklich näher kommt. Es ist ein ständiges Warten. Ständiges Wünschen.

Ich wünsch Dir viel Glück und eine gute Entscheidung. Eine mit der Du leben kannst ohne unglücklich zu sein.
07. Juni 2011

3. Arzt
Körperlich ist mit ihm alles in bester Ordnung. Es ist nur der Kopf, der keine Lust hat. Und um ehrlich zu sein auch kein großes Interesse an der Sache. Eine Zeitlang dachte ich, es wäre Bequemlichkeit, weil er öfter die Ausrede benutzte, entweder zu müde zu sein, oder danach zu müde zu werden.

Was hat denn der Azt da genau gemacht? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dahin gegangen ist und dem Arzt gesagt hat: "Meine Freundin beklagt sich über zu seltenen Sex. Was hab ich?", wenn es ihn selber gar nicht stört.
Wenn er generell wenig Lust auf Sex hat, ist evtl. sein Testosteronspiegel niedriger als normal. Sowas misst der Arzt ja vermutlich nicht beim kleinen Blutbild bzw. mit dem Blutdruckgerät *zwinker*
Wenn er Interesse an einer Änderung hat bzw. im etwas an dir und deinen Wünschen liegt, könntet ihr ja mal mit der Vorgabe das Blut untersuchen lassen. Es schadet nicht und falls es daran liegen sollte lässt sich da vermutlich leicht Abhilfe schaffen.

Wenn er sich allerdings egal woran es liegt sperrt, wirst du vermutlich nicht sehr glücklich werden. Dann bleibt alles so wie jetzt.
07. Juni 2011
@ minime2

Darf ich noch eine höfliche Frage stellen?

Wenn ihm Sex nicht so wichtig ist und nicht so viel bedeutet, was hat er dann dagegen, wenn Du auch mit anderen Sex hättest? Das wäre dann doch ebenfalls unbedeutend, oder nicht?

Also zeigt das, dass ihm Sex eben doch wichtig ist. Und warum er soch trotzdem so asexuell verhält, könnte in einer Paartehrapie erarbeitet werden. Nicht, um ihm zu zeigen, dass er "falsch" ist, sondern dass er sich selbst widerspricht und sich etwas nicht traut, das aber in ihm ist.

Und das könnte ihn innerlich befreien und Eurer Beziehung gut tun.

(Der Antaghar)
07. Juni 2011

Auweiohweh...

na gut....liebe minime2, die Grundlage in einer Beziehung, wie ihr sie führt, ist das WAS.....ist dieses "was" erst einmal offen und ehrlich ausgesprochen, weiß jeder von euch beiden wo er und wie er zum anderen steht.

Erst dann zeigt sich, welche Wege ihr beschreiten könnt.

Es ist schlicht unseriös im Vorfeld aufzulisten was alles möglich wäre, denn jede Gegebenheit hat immer nur eine begrenzte Anzahl an Wegen. Das wäre das gleiche, man würde einen Alkoholiker eine Paarberatung, die AAs, eine Entzugsklinik, einen Heilpraktiker und einen Psychologen empfehlen, obgleich dieser bei einer systemischen Aufstellung und einem Therapeuten weit besser aufgehoben wäre.

Du und dein Partner müssen in einem offenen Gespräch sondieren, ob ihr beide miteinander so offen und ehrlich kommunizieren könnt, um das "was" vollständig aufzudecken oder ob ihr dazu einen Gesprächstherapeuten benötigt, der im Idealfall die Fakten auf energetischer Ebene bereits erkennt.

Das "was" steht für: was stellt er für mich als Partner dar und was erwarte ich in meiner Partnerschaft, sowie was stelle ich für ihn als Partner dar und was erwartet er in dieser Partnerschaft.

Erst nach diesen Schritten macht es Sinn zu eruieren, ob es "nur" ein Thema seinerseits ist, dass ihr innerhalb eurer Partnerschaft lösen könnt oder die Grundsätzlichkeit so different ist, dass eine Lösung gleich welcher Art nicht innerhalb der Partnerschaft zu finden ist.

Der zweite Punkt ist, du kannst für dich überlegen, warum gerade dir das passiert. Niemals passiert etwas zum Vorteil und zur Entwicklung einseitig. Beide Personen in einer Beziehung erhalten durch welche Gegebenheit auch immer gleichwertig ihre Lernaufgaben.

Viel Erfolg und Mut!

hg

D.

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