![]() | 02. Juni 2011 D/S und real life Ich bitte um Meinungen: Eine erwachsene Frau fordert in ihrer BDSM - Beziehung ihre Sub- Rolle massiv ein, ist unzufrieden mit einer nur 24/2 Beziehung , also einer nur partiellen BDSM Beziehung . Die Einschränkungen entstehen durch berufliche Eingebundenheit, Kinder und sozialem Umfeld. Sie wil umfassend unterworfen werden. D/S als umfassende Lebensgrundlage. Er ist sich nicht sicher, ob er darauf eingehen soll. Langjährig erfahren, auch mit TPE, aber immer nur als Spiel , nie umfassend, alle Lebensbereiche beinhaltend. Bitte nur Stellungnahmen zu folgenden Punkten: Gibt es langjährig funktionierende TPE-Beziehungen innerhalb normaler Strukturen, also Beruf, Kinder , Umfeld? Kein theoretisieren, tatsächliche Erfahrungen. Und bitte keine Wertungen. Tom |
![]() | 03. Juni 2011 Ja Gibt es Aber was definierst du als Lang ? Und was bringt dir unsere Antwort ? Nur weil es bei anderen funktioniert unter komplett anderen Voraussetzungen bringt dir das gar nichts... |
![]() | 03. Juni 2011 Einfache Antwort auf Deine Frage: JA Komplizierte Antwort (vielleicht doch mit Wertungen, aber auch mit Erfahrungen): Ich glaube die bisherigen Begriffe 24/7 und TPE sind vielleicht von beiden Parteien unterschiedlich interpretiert worden. Meiner Meinung nach kann 24/7 (=immer) nicht partiell ausgelebt werden, genauso wenig wie TPE nicht alle wesentlichen Teile der Beziehung betreffen kann. Die Ansprüche der erwähnten Sub scheinen dies einzufordern, während Deine Sichtweise eine spielerische ist. 24/7 und TPE sind aber letztendlich nur plumpe Hilfsmittel, um einen umfassenden und komplexen Lebenswandel in wenigen Buchstaben auszudrücken. Den Inhalt der Beziehung bestimmen die Partner letztendlich immer selbst und es wird kaum zwei identische Lebensweisen von 24/7 TPE geben. Du findest im Joyclub und anderswo jede Menge funktionierende Beziehungen. Alle Leben 24/7 TPE auf ihre Weise aus, weil sie ihren Weg gefunden haben. Was hilft sind klare und ehrliche Absprachen, an die sich dann beide Parteien halten. In jeder mir bekannten Beziehung ist aber eine Sache wie eine Konstante: Jeder dominante Teil der Beziehung hat den größeren Anteil daran, dass die Beziehung funktioniert, denn er hat die größere Verantwortung und den größeren Einfluss, er ist der Steuermann auf dem Schiff, dass auch mal in stürmische Gewässer kommt und Klippen umschiffen muss. Man muss bereit sein diese Verantwortung dauerhaft zu tragen. Viele Grüße, M. |
![]() | 03. Juni 2011 Begriffe und Steuermann Lieber M., das sind auch meine Erfahrungen, eigene und mitgeteilte. Die Frage stellte sich aus dem Umfang ihres Wunsches, allumfassend. Ich kenne keine Beziehung , also dauerhaft und ernsthaft, in der das zelebriert wird. Kenne ich nur die falschen Beziehungen ? Tom |
![]() | 03. Juni 2011 Auch "allumfassend" ist auf verschiedenste Weisen interpretierbar. Heißt allumfassend, jeden Bereich ihres Lebens umfassend, also auch Beruf, Freunde, Familie, Freizeit? Wenn ja, was gehört dazu? Bsp. Freunde: Bestimmst du, mit wem sie befreundet sein darf? Wenn ja, beendest du evtl. eine ihrer Freundschaften für sie, wenn du merkst, dass sie ihr nicht gut tut? Wenn ja, bestimmst du, wen sie wann treffen darf? Wenn ja, bestimmt du, mit wem sie wann telefonieren darf? Wenn ja, bestimmst du, wem sie was erzählen darf? Dies lässt sich für alle Lebensbereiche beliebig immer weiter ins Detail führen. Das Einfachste und Umsetzbarste ist, meiner Meinung nach, dass ihr euch zusammensetzt und ihre Wünsche so modifiziert, dass es für dich lebbar ist. Denn auch wenn du ihr Leben in allen Bereichen bestimmst, kannst du ja trotzdem bestimmen, dass sie in Bereich x alle Entscheidungen selbst trifft. Oder dass sie in Bereich y zwar alles selbst entscheiden darf, aber es auf eine solche Weise tun soll, wie sie denkt, dass du es für am Besten hältst. Ich lebe übrigens seit fast 3 Jahren in einer funktionierenden 24/7-Beziehung, im letzten Sommer haben wir geheiratet. LG Ninchen |
![]() | 03. Juni 2011 @Tom Ich bin sicher, dass sich hier noch einige zu Wort melden werden, die erfolgreich in solchen Beziehungen leben und ihre Erfahrungen mitteilen. Ansonsten ist auch ein Besuch in der Gruppe "24/7 BDSM als Lebensstil" zu empfehlen, die sich etwas spezieller mit dieser Lebensweise beschäftigt. Was wirklich "allumfassend" ist, kann nur die Person selbst definieren, hier kann ich leider nicht helfen. Aber es scheint doch genaue Vorstellungen zu geben. Genauso wichtig wie ihre "Wünsche" zu kennen ist es aber natürlich auch selbst einzuschätzen, was man anbieten kann. Viele Grüße, M. |
![]() | 03. Juni 2011 Die Bausteine Liebes Ninchen, die Bausteine sind richtig beschrieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so umfassend funktioniert, deshalb die Frage nach tatsächlichen Erfahrungen. Und da habe ich nicht nur Bedenken wegen der Auswahl ihrer Kontakte. Tom |
![]() | 04. Juni 2011 Sobald Kinder im Spiel sind, ist das mit dem realen, bösen, durchgängigen 24/7 Essig. Nicht mal, weil sub das nicht wollte, aber weil Doms Handlungsspielraum dadurch eingeschränkt ist. Er kann sie schlecht zu seiner Lust abkommandieren, wenn sie gerade den Jüngsten füttert oder den mittleren für die Schule fertigmacht. Genausowenig, wie Mama vor Papa nur noch auf dem Boden herumrutschen kann, wenn Kleinteile im Haushalt leben oder die grosse Vorführung vor 10 anderen Herren starten kann, wenn just an dem Abend ein Kindergartenabend ansteht. Es ist halt wie mit allem. Die eigenen Grenzen sind da, wo es das Terrain anderer massiv berührt. Und... Eltern sein ist die reinste Form des D/s, die ich je erlebt habe. Allerdings trägt der dominante Part da oft Windeln. Was geht, ist das eigene D/s auf eine subtilere Ebene zu bringen. Nicht mit sofortigem Handeln und absoluter Handlungsgewalt, sondern mit mehr gegenseitigem Wissen, um das, was aus Handlungen von sub erwachsen kann. Langjährig erfahren, auch mit TPE, aber immer nur als Spiel , nie umfassend, alle Lebensbereiche beinhaltend. Verstehe ich nicht - entweder ist es TPE oder man spielt das ganze nur. "Total" umfasst nunmal das gesamte Leben... noxx |
![]() | 04. Juni 2011 Der Traum vom schwarzen Ritter... Ach was träumen die Subs und Sklavinnen von IHREM großen schwarzen Ritter. Seine Macht ist allübergreifend, Subs Knie werden schon weich, wenn er nur um die Ecke kommt. Immer und allzeit bereit, ach da rauscht das Blut in die untere Etage. Das Selbe, mit umgekehrten Vorzeichen, dann haben wir den passenden Dom dazu. Wie phänomenal könnt das laufen, wenn da nicht die Einschränkungen wären: Nicht vor den Kollegen. Ja nicht wenn die plaudertaschige Nachbarin etwas mitbekommen könnte. Die Eltern sollen ja nichts merken, und und und ... Sich selbst ein Ziel zu stecken, von dem man weiss, dass es Kraft realen Lebens nicht erreichbar ist? Nicht gerade ein Rezept um irgendwo hin zu kommen. Aber lassen wir spaßeshalber, das Ziel einfach stehen. Was würde denn passieren? Man stelle sich mal vor, der Ritter hat heute keine Lust, der Ritter zu sein. Boing hat die Rüstung ne Beule. Stück für Stück blättert der Lack ab. Meine Erfahrung zu der oben gestellten Frage: Es ist schön, von vielem zu träumen. Es ist schön, viele Dinge zu tun. Aber es ist dumm, alle Träume real werden lassen zu wollen. Bösartig formuliert: Lasse dich nie nie!! mit jemandem ein, der ein festgefahrenens Kopfkino unbeding umsetzen will. Das geht immer in die Hose. meine 5 cents |
![]() | 04. Juni 2011 @Noxx/@Odin Ich gebe Euch beiden Recht mit dem Beschriebenen. Wenn man seine Macht dauerhaft demonstrieren muss, damit beide glücklich sind, wird es ein unschönes (und schnelles) Ende finden. Allerdings gibt es dieses Verhalten bei den mir bekannten SM-Beziehungen nicht. Dort rutscht eben niemand auf den Knien vor den Kindern oder ist dort nur "mächtig", wenn man stark ist. Vielmehr funktionieren solche Beziehungen über die Gefühlsebene und die innere Einstellung. Es geht nicht darum, die Macht zu jeder Zeit auszuüben, sondern es genügt das Gefühl, dass die Macht da ist. Genauso muss der Herr das Gefühl haben, dass er die Verantwortung inne hat und leitet. Dabei spielt es dann keine Rolle, ob jemand mal keine Lust hat oder sogar krank ist und es deshalb nicht geht. In diesen Beziehungen könnte der Herr Aktionen machen, die schädliche Konsequenzen für das weitere Leben der Sub hätten (z.B. vor den Kollegen/Nachbarn/Kindern), aber die Verantwortung hält ihn ab. In einem Aspekt unterscheiden sich "normale" von SM-Beziehungen eben nicht: Respekt und Verantwortung müssen vorhanden sein. Viele Grüße, M. |
![]() | 04. Juni 2011 Es geht nicht darum, die Macht zu jeder Zeit auszuüben, sondern es genügt das Gefühl, dass die Macht da ist. Wenn macht nichta ausgeübt wird, verebbt sie... sagt mir meine Erfahrung... noxx |
![]() | 04. Juni 2011 Nur weil die Macht nicht jede Sekunde ausgeuebt wird verebbt sie nicht... es reicht vollkommen, wenn zwischendurch das "koennte" im Raum schwebt ohne das Top die Macht auch wirklich gebraucht... Das verstaerkt sie eher als das es sie "verebben" laesst... Es sind dann die Kleinigkeiten... Das Funkeln in den Augen... der entsprechende Blick... Das Wisssen.... |
![]() | 05. Juni 2011 Das Wisssen.... Yep.. das Wissen, dass es die nächsten 3 Wochen eh nix wird mit der Machtausübung, weil der Kleene zahnt und nachts nur weint und besonders kuschelig ist, dass er fast an Mama klebt, nächstes Wochenende die Schwiegerleute kommen, dann erstmal das Kindergartenfest ansteht yadda yadda yadda... Wissen allein nutzt nichts, wenn man Macht nur als irgendwie ätherisches Gebilde nutzt und sie nicht körperlich werden lässt... noxx |
![]() | 05. Juni 2011 Einen guten Mittelwert finden... ...aber ich schätze mal, das meint ihr auch beide @Jirik und @equinoxx, oder? Eine permanente Machtausübung funktioniert in der Realität nicht, aber sie garnicht mehr auszuüben führt wohl auch nur dazu, dass dieses Machtgefälle irgendwann einschläft. Mit einwenig Übung, Vertrauen und gegenseitigem Verständnis sollte schon irgendwann der Dreh raus sein, wann Dom aktiv seine Macht ausüben kann und wann er es besser sein lassen sollte, weils grad unangebracht ist. Mir persönlich gefällt auch dieser "Überraschungseffekt". Mir nichts, dir nichts sich plötzlich in einer Session wieder zufinden oder zu meinen "oh, gleich kommt was" und dann doch nicht. Das ist meine Definition von 24/7. |
![]() | 05. Juni 2011 Danke ...fur die Antworten, ihr habt mir weitergeholfen. Tom |
