Spannungsbogen

23. Mai 2011
Spannungsbogen

Die neuesten Ereignisse lassen mich darüber grübeln, wie der Spannungsbogen zwischen den Erwartungen der Frauen an Männer, der Starke zu sein, eventuell, wenn sie devot und/oder maso sind, ihren Ermutigungen folgend das auch kraftvoll umzusetzen und sie zu beherrschen und den immer deutlicheren Signalen aus der Gesellschaft, dass Mann, wenn er Pech hat, von Strafen bedroht ist, bewältigt werden kann, ob Mann sich das überhaupt noch zumuten sollte.

Ich denke dabei vor allem an Racheanzeigen, wie sie oft auch nach Scheidungen im Kampf um die Elterliche Sorge zu beobachten sind.
23. Mai 2011
Ich glaube

das lässt sich nie wirklich vorhersehen.

Im Grunde kannst du nur mit viel Empathie und Verständnis an jedes "Spiel", jede Beziehung herangehen... und letztlich gehört dazu dann eben auch wohl eine gute Portion Glück.

Deshalb sein Leben einzustellen - denn darauf würde es meines Erachtens nach hinauslaufen, wenn das, was in uns gelebt werden will, eingestellt werden würde - das kann ja nicht das Endergebnis sein, oder?

Aber, wenn du es mal aus der anderen Perspektive betrachtest, die Frau, die sich "willenlos" in die Hände eines Mannes begibt, muss im Grunde - wenn sie ihn noch nicht gut kennt - auch jedes Mal "pokern" und auf ihr Glück vertrauen. Das Ergebnis kann ein anderes sein, ist deswegen aber nicht minder schlimm!

Und in Bezug auf Strauss-Kahn... nun, wer weiss schon, ob es "nur" ein politischer Schachzug oder ein realer, von ihm ausgeübter, Vergewaltigunsversuch war? Für mich ist beides durchaus vorstellbar.

LG Runa
23. Mai 2011
Für mich

ist bei DSK auch beides vorstellbar. Bei Anne Will kam Frau Schwarzer natürlich mit der Meinung "Ganz klar, der war, der ist ein Schwein, der wird es immer bleiben".

Es gibt diese Schwarzers auch im Privatbereich der "besten Freundinnen". Die hetzen solange auf, bis sich die Betroffene zu einer Anzeige aufrafft.Ich persönlich sehe für mich kein Problem, denn ich würde nie zu weit gehen. Eigentlich dachte ich auch mehr an Kachelmann als an DSK.

Was oft übersehen wird in der Öffentlichkeit, ist, dass man differenzieren muss zwischen Macho und Top. Das kann zusammenfallen, ist aber meistens zweierlei.
23. Mai 2011

Racheanzeigen

woher willst du wissen, dass es sich im Fall "Kachelmann" um eine Racheanzeige handelt. Niemand war dabei. Und was hat eine Vergewaltigung damit zu tun, der Starke zu sein? Eine Vergewaltigung bleibt eine Vergewaltigung.
Du hast kompliziert formuliert. Vielleicht verstehe ich dich falsch.
23. Mai 2011
Vielleicht

Ob es bei Kachelmann eine Vergewaltigung war oder Spiel entscheidet am 31. das Gericht. Wir werden es trotzdem nie wissen können. Aber wann wird ein Spiel zur Vergewaltigung, wenn eine Sub usw. ihn zunächst animiert, ihn toll findet.....? Irgendwie scheint mir das immer ein Wandeln am Abgrund zu sein, zumal ich weiß, dass Vergewaltigungsträume bei Frauen sehr häufig lustvoll erlebt werden. Das Problem für Männer wird immer sein, dass sie sich Frauen ausliefern, wenn sie sich auf sie einlassen. Auch die sogenannten Sklavenverträge schaffen keine Rechtsicherheit, weil sie von vornherein ungültig sind.
23. Mai 2011

Nun, wenn du die Zeichen (das ständige schreinen des Stop-Wortes) ignorierst, ist es ne Vergewaltigung und dann gehörste weggesperrt!
Sowas sollte man(n) nicht praktizieren, wenn man sein Gegenüber nicht kennt!

Das einige Frauen darauf stehen (zumindest in der Fantasie) ist zwar so aber es sind sicher nicht !!!alle!!! und mit Sicherheit gibt es einige, die es beim ersten Versuch nicht zu Ende bringen wollen/können.
Daher sollte man(n) wissen wann es zu ende ist und es erkennen können und auch akzeptieren können!

Wer den wandel am Abrund nicht gewachsen ist bzw ihn nicht mag, sollte auf andere spiele zurückgreifen *zwinker* Die Geschichte mit der Unterstellung einer Vergewaltigung kann auch nicht BDSMlern passieren...daher immer schön lieb zu den Damen sein *zwinker*
24. Mai 2011

Wirklich wissen kann niemand, wie der andere tickt.
Woher weiß ich als Frau, dass der Mann, mit dem ich allein in der Wohnung bin, mich nciht vergewaltigt? Das muss nicht mal im BDSM-Kontext sein, ich muss nicht gefesselt und wehrlos sein, wenn der Mann mir körperlich überlegen ist. Woher weiß man, ob der Partner die erotischen Bilder, die im Liebeswahn gemacht wurden, nach der Beziehung im Streit nicht im Internet veröffentlicht?
Selbst wenn ich, im BDSM-Kontext, bei den ersten zwei oder drei Treffen gecovert bin, woher weiß ich, dass er mir nicht beim vierten Treffen sein wahres Gesicht zeigt und mir Dinge antut, die ich nicht will?

Zum einen sollte man auf sein Gefühl hören, sein Hirn nicht ganz ausschalten, aber zu guter letzt bleibt nur eins: Vertrauen.

Ansonsten einfach Fairness, Respekt, Ehrlichkeit im Umgang miteinander.
24. Mai 2011

Die neuesten Ereignisse lassen mich darüber grübeln, … , ob Mann sich das überhaupt noch zumuten sollte.

Mit der Decke übern Kopf im trauten Heim sitzend dachte ich, die Welt da draußen wird immer beknackter und gefährlicher. Ein einziges Meer von Geboten und Vorschriften und Leuten, die mir irgendwie ans Leder wollen. Todsicher würde ich einem auf die Zehen treten, wenn ich mich denn rauswagte. Also beschloss ich für die Zukunft schon mal im Laden um die Ecke permanent die Hände zu heben um zu signalisieren: Ich habe nichts geklaut.

So zottelte ich stolz mit meiner Idee unterm Arm und voller Ohne-mich-Gedanken zum Bad und stieß mir heftigst den großen Zeh am Türrahmen. Voller Wut haute ich dem Miststück eins in die Fresse. Was hat das Scheißding sich mir auch in den Weg zu schieben. Nix ist mehr sicher, selbst der Gang zum Klo nicht. Fuck aber auch.
24. Mai 2011

Ich denke dabei vor allem an Racheanzeigen, wie sie oft auch nach Scheidungen im Kampf um die Elterliche Sorge zu beobachten sind.

Es gibt Frauen, die schlagen ihrem eigenen Geschlecht, das Gewalt erlebt hat, mit solchen Anzeigen ins Gesicht, nur um billige, abartige Rache auszuüben. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

Es gibt Männer, die vergewaltigen Frauen und wissen in diesen Momenten sehr genau, das es gegen deren Willen ist!Auch das ist nicht von der Hand zu weisen.

Was Mann oder Frau dagegen tun, wie sie/er sich schützen kann?Im Grunde gar nicht, denn solche Menschen wird es immer geben.Manche handeln sehr schnell und überfallen einen aus dem Hinterhalt, manche erst nach zig Jahren Beziehung,manche nach der ersten Session und manche nach der 10.

Du kannst einem Menschen immer nur vor den Schädel gucken, ansonsten halte ich es heute mit meinem Bauchgefühl, Zeit, sehr viel reden, den anderen kennenlernen in der Tiefe, seinen Worten Glauben schenken können.Schlägt mein Bauchgefühl irgendwann, irgendwie Alarm, ist das für mich ein Zeichen, das an diesem Menschen etwas nicht/nicht mehr stimmig ist und ich nehme mich zurück.

Es gibt keine Garantie auf Sicherheit und das dich der andere nicht irgendwann auf die ein oder andere Weise " fickt", ausser der Hoffnung, das man selbst sich nicht irrt.
24. Mai 2011

Es gibt keine Garantie auf Sicherheit und das dich der andere nicht irgendwann auf die ein oder andere Weise " fickt", ausser der Hoffnung, das man selbst sich nicht irrt.
Da geb ich Dir uneingeschränkt Recht.
Dieser Satz gilt aber nicht nur für BDSM. Er gilt für alle Lebensbereiche, aber ich denke, das hattest Du ohnehin gemeint.

In so fern ist *vanBruns* Entscheidung, mit einer Decke überm Kopf und mit permanenten Signalen, nichts Böses im Schilde zu führen, die Welt von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen nachvollziehbar *zwinker*
Dennoch schützt ihn das offensichtlich nicht vor Kollisionen, die unmittelbar anarchische Züge in ihm erwecken *oh*

FAZIT:
Es gibt in diesem Leben keine Sicherheiten !!
LG
pörl
24. Mai 2011

Das Problem für Männer wird immer sein, dass sie sich Frauen ausliefern, wenn sie sich auf sie einlassen.

und umgekehrt. Vertrauen ist immer wichtig, aber gerade dort wo Sexualität gängige Normvorstellungen verlässt. Denn auch wenn es nicht gleich um Vergewaltigung geht, die wenigsten Menschen möchten von Nachbarn oder Kollegen darauf angesprochen werden, dass sie beim Sex z.B. auch mal gerne ein wenig würgen, schlagen etc.
Insofern habe ich mich (als Frau) in die Hände meines "Sexpartners" begeben. Ich bin auf seine Diskretion angewiesen. Niemand außer er weiß von meinen Phantasien und so soll es auch bleiben.
Ein Restrisiko ist immer.
24. Mai 2011

Bin ich nun so naiv...dass ich bisher nicht beim blind date zuerst cover und safe-wort rausgekramt habe und noch nie beim sündigen Treff im Zweistundenhotel im Vorfeld schon mal Bauchgrummeln verspürte: "da könnte ja hinter der Tür ein Vergewaltiger lauern" oder wenn es eindeutig zweideutig gar ein BDSM-lastiges Date war: "der Kerl könnte am Ende durchdrehen und dich verstümmeln oder auch nur...nicht raffen, wenn's dir zu arg wird"?

Es will mir auch zukünftig...der letzte bzw. gar kein Gedanke sein und ich mag mich weiterhin auf Verstand, Herz und Gefühl verlassen, die mich bisher intuitiv in die Arme derer geführt (oder auch mal:getrieben *g*) haben, die wohl ebenso darauf bauen, dass ich nicht, kaum das Hotel oder das anrüchige Lager verlassen, etwa den Kerl anzeige für die Herrlichkeiten, um die ich bat und die uns zueinander führten wie zwei verbrüderte Komplizen in geheimer Mission.


*g*
25. Mai 2011
Magdalena

von dir war sicher nicht die Rede, du kannst also weiterhin darauf vertrauen, dass, wenn alles gut geht, du nicht durchdrehst.

Wir hatten bei einem Spiel in einem großen Hotel allerdings den umgekehrten Fall. Ihre Aufgabe war, scheinbar alleine an der Bar ihren Caipi zu nuckeln, auf Ansprechen zu warten und bei Gefallen auch auf das Zimmer mitzugehen. Ein nett wirkender Herr ergriff die Chance. Sie hinterlegte für mich, der als Beobachter etwas tiefer im Sessel hing, eine Nachricht, die Zimmernummer. Ich folgte nach etwa 5 Minuten und hörte Schreie aus dem Zimmer. Mit Hilfe des Portiers ließ ich es öffnen. Dort fanden wir drei Männer vor. Einer der nur beobachtete, den jetzt gar nicht mehr so netten Herrn und einen, der sie gerade brutal im Griff hatte......
25. Mai 2011

Ah, ich dachte schon es gehe wieder einmal um die Leiden des jungen K.

Diese Geschichte ist natürlich überaus glaubhaft. Ich kann mir geradzu bildlich vorstellen, wie drei erwachsene Männer den Aufwand betreiben ein Hotelzimmer zusammen zu mieten, sich dort zu treffen und darauf zu hoffen ihre übelen Pläne umsetzen zu können - weil es ja an der Tagesordnung in deutschen Hotels ist, dass nicht-professionelle Damen dort in der Lobby sitzen und "abgreifbar" sind.

Auf keinen Fall kämen sie auf die Idee sich für ihr Vergünugen 2-3 Mädels aufs Zimmer zu bestellen, die gegen harte Währung willig sind.

Und natürlich würden Menschen für solche bösen Vorhaben ein Hotel wählen - auf keinen Fall eine Privatwohnung, in der man vielleicht Ruhe hätte und niemand so schnell das Ohr an die Tür legt.
25. Mai 2011
Die gleichen Gedanken

War es früher anders? Sie, wartend im Hotelzimmer , die Augen verbunden, ansonsten nackt, kniend auf dem Bett , mich nur aus einigen Telefonaten kennend, ein Safeword auf dem Nachtisch als einzige Rettungsleine...wie Magdalena schrieb: ich habe vertraut, meinem Instinkt folgend. Aber auch mir geht es heute so, dass ich nachdenklicher werde. Schade, es waren ausnahmslos geniale Abende ...

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