Sollte Dom nur so weit gehen, wie er selber bereit ist...?

22. Mai 2011
Sollte Dom nur so weit gehen, wie er selber bereit ist...?

Sie stand vor mir, eine Frau, gepeinigt, sehnsüchtig nach Schmerz und Liebe, nach Lust und Ruhe.

Ich fragte mich selber wie weit ich bereit wäre zu gehen und was sie erlebt hat, sich wünsche würde, was sie kicken würde, die Situation war nicht so, dass man frei und offen darüber reden könnte.


Einige Zeit später stelle ich mir folgende Frage:


>>>> Sollte der dominante Part nur so weit gehen wie er selbst bereit ist die Pein zu ertragen? <<<<



Man muss dazu sagen, dass ich ich eine dominate Persönlichkeit mit starken sadisistischen Neigungen bin. Schlagen, Kratzen, Beißen, Demütigen ist, was mich reizt, und nun habe ich in einem sehr klaren Moment, als ich mir einen Eingangsstempel - Abdruck vom Unterarm gebürstet habe, und ich Lust empfand bei der Vorstellung meine Sub könnte diesen Schmerz genießen, daran gedacht, ob ich selber bereit wäre dies zu ertragen. Ob ich einer Submaso-Persönlichkeit wie ich sie eine Stunde vorher traf dies antun sollte/wölle, wenn ich selber dabei... ja was... ich weiß es nicht!


.... so weit gehen wie man selber bereit wäre zu gehen? ohne zu wissen was es bedeutet?
unempathisch bin ich sicherlich nicht, aber ... ?!?
22. Mai 2011

"Tue jemand anderem nur etwas an, wenn du dir sicher bist das er es dir nicht auch antun kann oder will" Ein recht guter Leitfaden...

Ich muss nicht wissen, wie sich der Rohrstock anfuehlt oder die Peitsche... Wenn ich damit "wirklich" zuschlage...
Es reicht wenn ich mir bewusst bin, was es ausloesst und welche Gefahren es birgt.

Also ich selbst ziehe meine Grenze was ich tue da, wo ich "mir am naechsten morgen" nicht mehr "im Spiegel begegnen" will...

Ergo... Ich als Top/Sadist/dom sollte nur so weit gehen, wie ich selbst es vor mir und meinem Partner verantworten kann...

Ich muss nicht Spueren was mein Partner Spuert denn ich bin nicht maso... mir bringt es nichts, schmerzen zu "erleiden"...
Sie zuzufuegen hingegen bringt mir einiges...
22. Mai 2011

Nun Dom zu sein bedeutet für mich vor allem sein eigenes BDSM-Konzept zu haben, die eigenen Wünsche aber auch Grenzen zu kennen und diese auch durchsetzen zu können und zu wollen.

Von daher halte ich es für mich persönlich für wichtig, dass ich mich zum einen "technisch" mit den Praktiken auskenne, die ich anwende, diese in ihrer Wirkung einschätzen und - ganz wichtig für mich - auch vertreten kann.

Dabei spielt es m. E. eher keine Rolle ob ich selbst stundenlang geschlagen, genadelt oder sonstwas werden möchte, sondern eher, dass ich mir auch aus Sub-Sicht vorstellen wo darin der Reiz liegt und mich dieser Reiz auch kickt.
22. Mai 2011

dass ich mir auch aus Sub-Sicht vorstellen wo darin der Reiz liegt und mich dieser Reiz auch kickt.

Das wuesste ich bei sehr vielem das ich tue auch gerne...
Nur erklaeren, so das ich es verstehe, konnte mir bisher noch niemand... *gruebel*

Ich habe inzwischen einfach akzeptiert das das so ist...
22. Mai 2011

Dass ich mir den Reiz dadurch vorstellen kann reicht mir eigentlich...

Wissen wie es sich anfühlt, würde ja bedeuten, dass es sich bei mir genauso anfühlt wie bei meinem / meiner Gegenüber. Dafür sind wir Menschen dann wohl doch zu verschieden.
22. Mai 2011

Ich gehe immer so weit, wie ICH es verantworten kann-unter Berücksichtigung MEINER Neigungen und Vorstellungen, aber natürlich auch und vor allem unter Rücksichtnahme auf meine Sub.

Jeder Mensch ist anders-warum sollte ich also aufhören, wenn ich meine, dass das Spiel im umgekehrten Sinne für mich zu hart (oder zu lasch) wäre, wenn es doch genau das ist, was Sub anmacht?

Solange man sich als Dom BEWUSST ist, was man gerade tut (und dabei auch die Folgen-körperliche wie auch seelische-im Auge behält), ist doch alles gut....

Frei nach dem Motto: "Man kann ein Thema auch zerreden"......
22. Mai 2011

Frei nach dem Motto: "Man kann ein Thema auch zerreden"......

Lieber ein Thema x mal zerredet als etwas zu tun, das einen spaeter "verfolgt"
22. Mai 2011

Natürlich MUSS man miteinander reden-aber es gibt auch Grenzen...
Über viele Dinge kann man endlos reden...ohne dabei auf einen grünen Zweig zu kommen.

Manche Dinge muss man einfach "erfahren"-dann klärt sich vieles..

Über Grenzen z.B. kann man ewig reden-aber wirklich erleben, wo die eigenen Grenzen sind, kann man nur durch ausprobieren....
22. Mai 2011

nein, du solltest ihr geben, was sie braucht
22. Mai 2011
...

Tja wenns danach geht haben meine Subs die echte Arschkarte *gg* denn ich war selbst die ersten 3 Jahre meines BDSMer-Seins Maso *grins* und ich hab einiges vertragen...

Ich fahre nach dem Prinzip das ich mit meinen Subs nichts tue, was ich selbst nicht auch schon erlebt habe und persönlich finde ich, dass das das sinvollste ist, da man dann einfach besser einschätzen kann was noch geht und was schon zu weit geht.

Das einzige was ich selbst nie erlebt habe sind Nadeln und Cutting, aber während der Session ständig in Ohnmacht fallen is halt nich so cool *lach* und wenn man Panik vor nadeln und Skalpell hat (wie ich eben) naja...

Solche Sachen die ich selbst noch nie erlebt habe am eigenen Leib probiere ich dann immer erst mit meiner Frau bevor ich es an andren Subs praktiziere, weil ich von ihr ein 100%ig sicheres Feedback bekomme ob es zu krass ist oder passt.


Khaos
22. Mai 2011

Er sollte soweit gehen wie er es für richtig hält, sofern er sie gut genug kennt.

War es zuviel, wird er das merken und genauso lernen müssen, das auch Rückschritte und Fehler manchmal dazu gehören.

Den perfekten Dom und die perfekte sub gibt es nicht.Aneinander lernen ist da eher die Devise.Schliesslich sind wir Menschen keine Roboter.
22. Mai 2011

ich glaube nicht, dass es ein Problem ist, wenn du Subbie einen Schmerz zuführst, den du selbst nicht ertragen wollen würdest - solange Subbie das will.
Ich hatte schon einen deutlich blauen Hintern von meinem Herrn - und ich wusste, dass er das nicht ertragen hätte /hätte ertragen wollen. Aber es war gut für mich. Ich hab gerade diese Session sehr genossen.

Wichtig ist denke ich, dass du dich am nächsten Tag noch selbst ansehen kannst - schließe mich Jirik an. Tue nichts dass dir selbst zu krass ist.
Und solange du weißt, dass deine Sub das auch will - musst du dir keine Sorgen machen.
22. Mai 2011

Es zeigen sich unterschiedliche Meinungen und Erfahrungsebenen.

@Jirik @Ronove @whitenight
Es geht mir nicht um die eigene Erfahrung einer mehrstündigen Session, nein, das möchte ich nicht und das ist auch nicht die Intension meiner Frage, da stimme ich zu.

Aber z.B. probiere ich Rohrstöcke aus, in der Hand, mal am Bein, vielleicht habe ich da auch einen gewissen Masochismus, nicht verbunden mit der Empfindung von Lust, sondern in der Bereitschaft heraus Schmerzen und Härten zu ertragen, die ich auch von anderen fordere.

Womit ich zu Renoves Aussage des "eigenen BDSM-Konzeptes" komme. Pauschal würde ich dem zustimmen, jedoch möchte ich eher den Kern und die Essenz einer Erkenntnis finden und deshalb muss es doch auch ein generelles Konzept geben, dass sicherlich nicht immer, aber dennoch meistens zum "Erfolg" führt (Erfolg wäre hier die gemeinsame Zufriedenheit)


> Interessant finde ich auch die Aussagen von @hart und @whitenight, das man nur soweit gehen sollte wie man es selbst verantworten kann, bzw. soweit, dass man sich am nächsten Morgen noch selbst im Spiegel gegenübertreten kann.


Kontrolle und eben auch Selbstkontrolle ist sicherlich einer der Kernpunkte und wichtig, aber gerade im Grenzbereich ein Gradwanderung. Und wer von euch stand nicht mal, am nächsten Morgen, mit Blick in den Spiegel und dem Gedanken daran welch heftigen aber bereichernden Dinge gestern passiert sind, da und musste sich wiedermal ein Stück neu definieren?
Somit vlt. ein wichtiger Punkt aber wirklich entscheidend?


@ TerrorUndKhaos, ja ihr habt es ja mal wieder schön erwischt, so ein Auskunft gebendes "Testobjekt" wünscht man sich ja häufiger.


@Lucy_M hat es meiner Meinung nach schön formuliert: ihr geben was sie braucht , es ist ein gegenseitiges "Spiel"


....hmmmmm
22. Mai 2011

DasNehmIchMir du hast sicher recht, dass es schon den ein oder anderen "Morgen danach" gab an dem ich dachte - huch was hast du denn gestern alles gemacht? Doch das beschränkt sich nicht nur auf den BDSM Bereich - so "Morgen" hatte ich auch schon im "alltäglichen" Leben. Und musste dann noch mal über mich und meine eigene Definition nachdenken.
Aber das waren, zumindest bei mir, bislang immer Abende/Tage/Situationen - bei denen ich mich von den Momenten mitreißen ließ. Bei denen mich die Situation einfach an "Grenzen" vorbeigetragen hat und ich es erst gar nicht merkte. Und da finde ich es auch in Ordnung wenn man sein Spiegelbild am nächsten Tag etwas schräg anschaut. Man war dann ja direkt in dem Moment voll und ganz mit sich selbst im Reinen.

Was ich meinte war man sollte nichts tun, bei dem man in dem Moment in dem man tut schon ein ungutes Bauchgefühl hat.
22. Mai 2011

Eine der (mMn) wichtigsten Unterschiede zwischen Sub und Dom:

Während es bei Subbie sogar "erwünscht" ist, das sie sich vollkommen fallen lässt, sollte dies bei Dom auf gar keinen Fall passieren..
Er muss jederzeit die Kontrolle (über sich) behalten....

Dazu ist es aber nicht unbedingt notwendig, alles vorher an sich selbst auszutesten-oder hat schon jeder, der auf anal steht, dies vorher an sich selbst ausprobiert?

Es ist nicht nötig...schließlich hat der Mensch die Gabe, sich in einen anderen "hineinzufühlen"....
Solange man also in der Lage ist, sein Gegenüber zu "lesen" (also die Zeichen RICHTIG zu deuten), ist doch alles okay.......

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