![]() | 29. August 2011 back to topic ich musste beim lesen wirklich schmunzeln... würde mein partner mir nur das geben was er selbst zu ertragen bereit wäre.. ( sorry schatz!!!) aber dann würde ich an schmerz wohl verhungern. ich bin maso/dev (ja bewusst sorum geschrieben) ich mag schmerz, brauche ihn, genieße ihn auf meine weise. das kann mein mann nicht. er mag keine schmerzen, schon gar nicht wie ich sie erhalte/brauche/mag. wie glücklich wären wir wohl miteinander, würde ich nur das erhalten was er erträgt?!... nein ich bekomme mehr; viel mehr und das ist sehr gut so. mein mann testet jedes neue spielgerät.. wie zieht der schmerz, wie muss ich zulangen um die wirkung zu erzielen? aber er tut sich dabei nicht ernsthaft weh |
![]() | 29. August 2011 "Heldenschmerz" Besonders gut kann ein Mensch Schmerzen aushalten, wenn man daran glaubt, dass es für etwas gut ist... Genetische Faktoren und frühere Schmerzerlebnisse beeinflussen die Schmerzempfindlichkeit, die somit immer individuell ist. Die Schmerztoleranz steigt zunehmend mit dem Grad der psychischen Einstellung hierzu, dass es gut ist - die Bewertung ist positiv: Beispiel: Eine Mutter rettet ihr Kind aus einem brennenden Fahrzeug ohne die Schmerzen wahrzunehmen.... Schmerz ist ein Gefühl, das erst im Gehirn entsteht, also bewusst wird. Verbrennen wir uns die Hand, werden diese Infos als elektrische Impulse nach oben ans Gehirn gemeldet. Wie stark aber der Schmerz tatsächlich empfunden wird, hängt stark von der Psyche ab. Der Mensch hat ein inneres Schmerzdämpfungssystem, das Opioide ausschüttet und so das Schmerzempfinden dämpft. Wieviele Opioide ausgeschüttet werden, steuert das Gehirn: Dies funktioniert wie ein Medikament, das sich durch Gedankenkraft aktivieren lässt. Diese Gedankenkraft machen sich Naturvölker und indische Fakire zu Nutzen. Hat das Leiden einen Sinn, weil man dadurch sein Kind rettet oder Sub ihren Top oder sich selbst damit glücklich macht oder der Fakir viel Geld verdient....hält man mehr aus; macht es für Top nur ein Gefühl von sinnlosem Leiden mit nur negativen Folgen, sinkt seine Schmerzschwelle. In diesem Sinnkontext muss man auch den Schmerzwächter im Rückenmarksbereich erwähnen, der ebenso die Schmerzschwelle beeinflusst: Ein ängstlicher ( Dagegen in Gefahrens- und Wettkampfsituationen ( z.B. eine Session mit zwei Subs, die Konkurrenzgefühle haben), bei akutem Stress, bei Ablenkung und völliger Entspannung, aktiviert das Gehirn den Schmerzwächter, somit werden weniger Schmerzreize oben im Gehirn ankommen, da sie mehr abgefiltert werden. Die Einstellung zum Gefühl Schmerz entscheidet also was wir aushalten/können und wie stark wir ihn wahrnehmen. Sub hat völlig ANDERE Einstellungen zum Schmerz als Top!!!, der ein Schlaginstrument schnell mal testet. Sub, die völlig entspannt, weil sie ihrem Herren vertraut, hat einen aktivierten Schmerzwächter, zudem ersehnt sie die Opioidwirkung...den "SUBSPACE" wenn sie ihn schon mal erlebt hat. Sub produziert mehr Opioide durchs AUFWÄRMEN in einer Schlagsession, das ist anders, als wenn Top mit der Gerte einen Versuchsschlag auf die Wade durchführt. Sub kann auch das Gefühl haben, ihrem Herren heldenhaft zur Verfügung für seinen Sadismus stehen zu wollen und hält viel aus......... usw... Fazit für mich:..es kommt auf die Einstellung an Nur das, was er selbst aushält, soll er seiner Sub zuführen...ist mit diesem theoretischen Hntergrund doch zu überdenken allerdings sollte Top um diese Schmerzmechanismen Kenntnis haben, dass Sub Schmerzen gedämpft wahrnehmen kann, aber dennoch körperliche Schäden im strukturellen Zusammenhang innerhalb des Gewebes ausgelöst werden können...die erst Stunden danach beim Nachlassen der Opioidwirkung ihre volle Wirkung entfalten. ( Grundsätzlich kann jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad Herr über seine Schmerzen werden, nämlich wie er es spürt...dies lässt sich sogar trainieren. (...zu diesen Ausführungen sei angemerkt, dass "Schmerz" noch nicht bis ins Detail erforscht ist...) |
![]() | 29. August 2011 Schmerz im üblichen Sinn ist ein wichtiger Indikator davor, dass im Körper etwas nicht stimmt. Daher darf Schmerz nur ausgeschaltet werden, wenn er aus dem ersten akuten Stadium in das Chronische wechselt. Schmerz im BDSM hat eine völlig andere Funktion. Ich erspare mir hier nachlesbare Dinge zu schreiben. Ich selbst kam als Kind noch in den "Genuss" von Lehrersadisten, die aus der Hitlerzeit in das Nachkriegsdeutschland übernommen worden waren. An der Klassenzimmerwand hing sozusagen die Grundausstattung eines heutigen Sadodoms. Weil es nicht möglich war, den Schmerzen zu entgehen, lernte ich schnell, dass man diese verwandeln kann, bei mir zum Beispiel durch momentanes Luftanhalten, in Lustgefühle. Der Schmerz im BDSM ist eine Art Geschenk an die, die damit umzugehen wissen. Er kann größte Lust hervorrufen, weshalb ein Dom, der ihn nicht ertragen könnte, vollkommen fehl am Platz wäre und dieses Tun dann besser einem Anderen überlassen sollte. |
![]() | 30. August 2011 Ich muss auch lächeln. Markus ist maso und zieht seine Lust aus Schmerz. Den Endorphinen sei dank... Sollte ich aushalten, was ihn anmacht, dann hätte ich ein ernsthaftes Problem. Allerdings, ich gehe tatsächlich nur soweit, wie ich es vor mir verantworten kann und praktiziere nur das, womit ich mich im Gedanken anfreunden kann. |
![]() | 31. August 2011 Interessante Frage Erst hatte ich die Frage so verstanden, dass Du meinen würdest, dass ich selbst auch Grenzen als DOM habe und zwar solche, dass ich bestimmte Sachen aus eigener Überzeugung oder Veranlagung nicht mache. Früher habe ich z.B. keine Ohrfeigen gegeben...bis Sub mich quasi überredet hat...;-). Ich hätte da z.B. Schwierigkeiten mit Branding, Blutsachen und Nadelspielchen etc. Aber Du meinst die Frage ja anders, nämlich, dass ich die gleichen Schmerzen ertragen müsste, wie Sub. Ich bin überhaupt nicht maso. Insofern ist der Ansatz schlecht bzw. nahezu unmöglich. Eine lustige Begleiterscheinung ist allerdings, dass ich Kerzenwachs überhaupt nicht als schmerzhaft empfinde. Es ist halt ein bisschen warm. Die Peitschenhiebe, die ich bisher mal versuchsweise bekam, fand ich eher lächerlich....Insofern wäre es auch ein gefährlicher Ansatz, wenn ich mich als Maßstab nähme für den devoten Part.... Bondage gäbe es dann gar nicht, da ich es nicht mag, gefesselt zu sein....Es gibt keine "Gesetze" und "Regeln". In Modellen zu denken heißt, es sich zu einfach zu machen....und ich halte BDSM nach allgemeinen Leidfäden für dumm. Die Regeln bestimmen ausschließlich die beteiligten Personen. |
