Macht und Auslieferung

29. September 2006
Macht und Auslieferung

Hallo Ihr,

meine Partnerin und ich haben vor ca. einem Jahr unsere jeweilige Neigungen entdeckt (besser gesagt ich habe meine entdeckt und bin auf sehr offene Ohren bei ihr gestoßen *g* ).

Wir haben dann eine Zeitlang experimentiert, bis es uns klar war, was wir aus dem ungeheuer breiten BDSM-Bereich für uns annehmen wollten.

Letztlich herausgekommen ist dabei weder die klassische devote Spielrichtung mit Demütigung, "Dienen" und so weiter, noch der Maso-Bereich. Klar gehören auch ein paar Schläge oder ein bißchen Wachs ab und zu dazu, aber wenn es wirklich anfängt weh zu tun, hört es sofort auf ...

Für uns beide liegt der Kick in Auslieferung und Macht. Für sie in der totalen Auslieferung an mich, der Hilflosigkeit, das völlige Fallen lassen in meine Hände und Pläne. Für mich in der völlig uneingeschränkten Möglichkeit, sie mit aller meiner Fantasie in den Wahnsinn zu treiben, und zwar dann und so wie ich es möchte ... :-))

Entsprechend unserer Spielart stehen bei uns (funktionale) Fesselungen, Augenbinden, Ketten etc. hoch im Kurs. Zur Lustverzögerung gehören die oben beschriebenen Schläge, Wachs, Eis etc.; Möglichkeiten zur Luststeigerung brauche ich hier wohl nicht aufzählen *gg*

Wir stehen im Moment an der Schwelle, dass wir überlegen, weitere Spielpartner in unser Spiel, dass wir bisher nur zu zweit gespielt haben, mit rein zu nehmen. Der Schritt ist für uns naheliegend, da wir auch im konventionellen Bereich ab und zu mal "swingend" unterwegs sind ...

Was mich nun interessieren würde (und damit unsere Chancen abschätzen zu können), ist die Frage, ob wir mit unserer Art von BDSM (weder devot noch maso; und einen anderen Begriff dafür kenne ich nicht *g*) wirklich so exotisch sind, wie ich nach dem Durchlesen vieler Beiträge im Forum (und auch anderswo) den Eindruck habe oder ob es auch andere Paare gibt, die ähnlich wie wir empfinden.

Würde mich über entsprechende Beiträge sehr freuen.

LG
Baron
29. September 2006

Hm, ich vermute einfach mal, dass viele euch damit noch gar nicht in den "wirklichen" BDSM-Bereich einordnen würden.

Meiner Meinung nach sind das alles Sachen, die auch etwas heftigere Vanillas machen.

Befürchte grad, dass ich mal wieder falsch verstanden werde. Will damit nichts in der Richtung "Nur ein harter BDSMler ist ein guter BDSMler" sagen, sondern denke einfach, dass die Grenzen fliessend sind, und viele Leute diese Praktiken machen, ohne sich als BDSMler zu verstehen. Deswegen sind sie auch seltener in dementsprechenden Foren zu finden - vermute ich einfach mal so.

Gruss femsub
29. September 2006
Das ist ja das Schöne

Dass es bei BDSM eben so viele diverse Spielarten gibt.

In diesem Sinne gibt es eben keine guten oder schlechten BDSMler, denke ich.

Also ich finde das, was ihr macht, jedenfalls voll "normal".......und wenn ich richtig gelesen habe, arbeitet ihr ja auch noch dran... *g*
29. September 2006
übergang fließend ...

hallo baronundp,

ich denke das es keine zu devinierende grenze zwischen "normale" und "bdsm" sexualität gibt. viele praktizieren dinge im schlafzimmer die sicherlich als bdsm-praktik angesehen würde ... als beispiel ... augen verbinden, leichte fesselspiele, dirty talk oder aber der obligatorische schlag auf den arsch beim sex von hinten.

auch harter sex oder aber rollenspiele würde dazugehören ... sicher ist auch das viele die solche dinge praktizieren sich selbst nicht als bdsmler bezeichnen würden da immernoch viele vorurteile und auch falsche bilder diesbezüglich existieren.

sado-maso? ... das sind doch die die sich schlagen, in ketten legen und das ist auch bestimmt illegal ... schlimm finde ich auch das gerade dieses bild oft durch die medien unterstützt wird ... häufig werden solche praktiken in verbindung zu pedofilen, entführungen ... (ich denke an das zitat von dem entführten mädchen in der schweiz ... "er war nicht mein gebieter") ... oder aber an den fall von einvernehmlichen kanibalismus der duch die medien ging.

ich denke es kommt auf die einstellung an. die von euch erwähnten gefühle bezüglich auslieferung und macht sind schon ehr dinge die ich in dem bdsmbereich zuordnen würde.

die frage ob ihr damit also exoten seit würde ich, aufgrund der oben beschriebenen situation, eindeutig verneinen!

gruß vom puppenspieler
29. September 2006

Nein, baron, ihr seid keine Exoten. So wie ihr haben viele angefangen, und ihre Neugier wurde durch tolle Erlebnisse nach und nach belohnt. Wie femsub schon gesagt hat, es gibt keine Definition von BDSM, die Grenze ist fließend. Nehmt es leicht und experimentiert weiter, macht, was euch Spaß macht und denkt euch nix dabei!
30. September 2006
ähhhhm

jetze muss ich doch mal einhaken ...
als ich gestern den beitrag freigab, dachte ich mir was für ein quark ... dem werden sie aber ordentlich die meinung geigen .... aber denkste

liebe user ihr solltet die beiträge nicht nur überfliegen!

zum thema:
hallo Baron
zum ersten lebst du/ihr BDSM in reinkultur aus!
jeder der euch erzählen will, das ihr am anfang steht, weil ihr euch nicht gescheit weh tut, weis offenbar nicht alles worum es sich bei bdsm dreht. eine beziehung wie ihr sie führt als harten sex mit rollenspielanteilen zu vergleichen, ist ebenfalls ... knapp daneben => und wie man weis ist das auch vorbei
was ihr lebt bezeichnet man als reinrassige Dom/Dev-Beziehung! die - so vermute ich mal - einen ganzen zacken schärfer abläuft als bei den Sado/Maso-Kisten ... obwohl sie - unserer meinung nach - fester bestandteil auch dieser beziehungen sein sollte.
wir leben beide seiten aus ... sowohl die S/M als auch die D/S ... manchmal auch in kombination ... beide spielarten nicht gerade im mauerblümchenstatus (*räusper*) auf grund unseres hohen alters und der länge der beziehung.
wir kennen auch ne menge leutchens die hier in deutschland so rumspringen. aaalso wenn euch die regeln nicht zu starr und stumpf sind - marschiert in GOR-Nächte (berlin) oder O-Nächte (so ziemlich überall) oder diese kasino nächte ... ansonsten sucht euch mitspieler auf eurem stammtisch ... mit denen kann man meisten sehr locker über solche szenarien sprechen.
im prinzip pflegen alle bdsm-ler eine beziehung wie ihr sie führt, also keine scheu sie anzusprechen, sagt ihnen halt nur das ihre maso und sadistischen anteile für das spiel mit euch etwas zurückstecken müssen. dafür, so denke ich mal, werden sie ein feuerwerk an D/S erleben dürfen, welches sie nicht so schnell vergessen werden.

  • SchlagFertige grüße
01. Oktober 2006
Genau ... Ja, "Schlagfertig" ...!

Die Aussage ...

Für uns beide liegt der Kick in Auslieferung und Macht.
Für sie in der totalen Auslieferung an mich, der Hilflosigkeit,
das völlige Fallen lassen in meine Hände und Pläne.
Für mich in der völlig uneingeschränkten Möglichkeit,
sie mit aller meiner Fantasie in den Wahnsinn zu treiben,
und zwar dann und so wie ich es möchte ... )

... lässt wirklich keinen Zweifel daran, dass
die beiden echtes BDSM betreiben und damit
Spaß haben.
Ich wundere mich beim Lesen mancher
Beiträge auch oft darüber, dass viele BDSM
grundsätzlich mit "wehtun" übersetzen.

Ich persönlich liebe es, "Macht" auszuüben
und zu erleben, wie sich die ausgeübte
Macht auswirkt ...
Mein SADO-Seite ist sehr schwach ausgebildet.
Wenn ich schlage, macht mich die Tatsache
nicht geil, dass ein Arsch gut durchblutet ist
oder Striemen hat.

Aber wenn ich davon ausgehen kann, dass
Disziplinierungs-Spuren auf dem SUB-Arsch
zu besonderem Genuss geführt haben ...
dann fühle ich mich richtig gut.
Das selbe gute Gefühl habe ich, wenn ich
SUB einen Super-Orgasmus verschaffen kann
(ganz ohne Haue) ...

Die SUB-LUST muss in meiner Hand
liegen ... dann ist es richtig!
01. Oktober 2006
Apropos

echtes BDSM betreiben

Danke für den Hinweis. Und wer mach jetzt den Oberschiedsrichter für echtes und unechtes BDSM? *ganz artig und submässig frag*
01. Oktober 2006
@baronundp :-)

*lächel* ... was du schreibst, hat nix mit exotik zu tun ... mit oberflächlichem ankratzen einer neuen spielart ... ich spüre darin genau das, was ich für mich umsetzen konnte : leben ... genau das leben, was man ist, was man wirklich empfindet :-))
ihr gehört meines erachtens nicht zu den jenigen, die sich lauthals als bdsmler bezeichnen und derein einiziger inhalt daraus besteht, jede frau die ihnen begegnet, sich bücken zu lassen um ihr auf den arsch zu hauen ... so etwas habe ich derzeit in meinem bekanntenkreis und es macht mich fast krank .... nicht die tatsache, dass diese leute es tun (jedem das, was ihm vergnügen bereitet *schmunzel* ) ... aber ihre behauptung, die tollsten und dominantesten zu sein, weil sie eben dieses eine so gerne tun ...
es tut wirklich gut, zu lesen was du geschrieben hast ... *lächel*

kontakte zu knüpfen ist gar nicht so schwer.
schau dich um : stammtische, partys ... all das wird es sicherlich in eurer ecke geben ... geht hin und schaut euch um ... es ist wirklich einfacher, als man denkt *g*
01. Oktober 2006
achtung ironie

Und wer mach jetzt den Oberschiedsrichter für echtes und unechtes BDSM?
ich werde mal masc befragen ob wir eine jury gründen ... so ala DSDSS (deutschland sucht die super sub) kann man ja auf doms und paare ausweiten

*hüstel*

  • SchlagFertige grüße
01. Oktober 2006
@baronundp

Es ist schön von anderen zu hören, die auch das Spiel mit der Macht als Kern der Sache begreifen. Ich habe mich immer gefragt, ob ich in diese Richtung "gehöre", fand aber Schmerz an sich kein Ziel für mich, trotzdem war ich neugierig...aber mit wen darum bitten, wo ich selbst doch nicht genau weiß wie es geht?

Letzte Woche durfte ich eine Nacht mit einem sehr einfühlsamen dominanten Mann erleben. Unser Spiel mit meiner Hingabe und auch meinem Widerstand, seiner Art meine Grenzen immer wieder anzutesten, mir damit immer wieder aufzuzeigen, dass er der dominante/führende ist, war unbeschreiblich schön.

Ihr wohnt in der Nähe - ich würde Euch sehr gerne kennenlernen, falls ihr mögt.

Solana
01. Oktober 2006
@halt_er_lose

Das entscheidet das oberste BDSM-Schiedsgericht - bestehend aus den Vorsitzenden der Lederwesten-Gilde.

PS: angekommen. Danke. Ähnlich. Nur der Arsch ist schöner. ,-)
01. Oktober 2006
Der Befragte

meint dazu: Dafür gibt es hier doch den von mir schon häufiger zitierten BDSM-Ältestenrat des Scheuclubs. Das Problem bei diesem Rat ist nur, dass niemand weiß, wann er eigentlich tagt und wer genau drin sitzt (ich hatte Flloyd vorgeschlagen).

NOTFALLS müssen wir improvisieren und ein BDSM-Schnellgericht einsetzen oder zumindest einen BDSM-Ombudsmann.

Unabhängig davon kann natürlich jede submissive Dame von mir persönlich Gutachten erstellen lassen zur Subtauglichkeit usw. (Macht sich immer gut zur Vorlage bei der Behörde und ist gar nicht so teuer, wie man denkt.) Die Telefonnummer ist, äh, wat soll's, schreibt ne Clubmail.
01. Oktober 2006
o. T.

stempel nicht vergessen *kichert-sich-eins*

oder doch gleich branding?

  • SchlagFertige grüße
01. Oktober 2006
von kuchenbacken auf arschbacken

*schock* schnellgericht? ist das sowas wie sadofix? werden da die falschen bdsm-ler in die pfanne gehauen oder - womit wir beim branding wären - bekommen einen übergebraten?
dann sitzen da sicher nur doms im ältestenrat und im hintergrund erklingt: "mit sado macht das toppen spaß" *zwinker*

frechen gruß
DieSukkubus

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