![]() | 14. Mai 2011 Erziehung vs Ausbildung Bei Dom - Sub Beziehungen (Voraussetzung ist natürlich, Sub ist absolut aus freiem Willen Sub) lese ich öfters was von "Erziehung". Für mich ist "Erziehung" eher etwas, was mit "Zwang" zu tun hat, also von Sub nicht wirklich gewollt ist. Ich würde deshalb lieber den Begriff "Ausbildung" wählen. Ausbildung bedeutet für mich, dass Sub lernt wie sie (oder auch er) sich in unterschiedlichen Situationen zu verhalten und zu benehmen hat, und das meine ich keineswegs nur auf das Sexuelle reduziert. Eine "devote Ja-Sagerin" halte ich für langweilig, ich will ja auch ein "Gegenüber", eine selbstbewusst-devote Partnerin (und das ist für mich absolut kein Widerspruch!). Dennoch, eine devote Frau muss schon auch lernen wann sie als voll gleichberechtigte Partnerin und wann als devote Sklavin aufzutreten hat, oder wie ist euere Meinung hierzu? |
![]() | 14. Mai 2011 Ganz so wie du sehe ich das nicht. Fange ich mal mit den beiden Begrifflichkeiten an. Ich halte von dem Wort Ausbildung so gar nichts. Wenn ich ausgebildet werde dann in einem Beruf, aber doch nicht von dem Mann, dem ich mich hingebe. Dabei stößt mir auch das Wort erziehen irgendwie auf. Denn im Grunde bin ich doch auch das schon, erzogen. Ich würde das ganze eher als Prozess sehen, als gemeinsames wachsen und als formen von mir als sub durch den dominanten Part. Aber erziehen oder ausbilden klingt in meinen Augen und für mich persönlich einfach gar nicht gut. Aber das auch nur dazu. Wobei sich eigentlich daraus auch schon die Antwort auf deine Frage entwickelt, ob eine devote Frau gezeigt bekommen sollte, ob sie jetzt gerade unterwürfig ist oder ob eben gleichberechtigt. Wie möchtest du ihr das denn bei bringen? Ich kann jetzt ja nur für mich sprechen und das ist mit Sicherheit nicht die Meinung der Allgemeinheit, aber ich weiß sehr wohl wie ich mich den Situationen angemessen zu verhalten habe. Das sollte aber schon eine Grundvorraussetzung sein, um sich erwachsen zu nennen. Aber in der Beziehung an sich gibt es doch von vornherein klar definierte Grenzen, wo man sich gerade befindet. Das hat doch vorallendingen auch ganz viel damit zu tun, was man erwartet und wo man hin will. Möchte ich diese 24/7 angestrebte Beziehung wird meine Devotion natürlich für ihn immer spürbar sein, aber auch dort weiß man doch von ganz alleine, dass man das nicht immer offen zeigen kann. Und das man für Gespräche, die das eigene Wohlbefinden betreffen oder Entscheidungen aus dem Alltag dann wieder für kurze Zeit auf eine gewisse Augenhöhe muß. Legt man fest, dass man es eben nur sexuell lebt, ist doch selbstverständlich, dass ich immer ausserhalb des Schlafzimmers auf gleicher Augenhöhe bin, außer man weiß, dass man jetzt auf eine Session zu geht. Aber das ist dann eben durch Zeichen zu klären. Ich weiß nicht wirklich was man da erziehen muß. Aber vielleicht verstehe ich auch nur deine Frage falsch. |
![]() | 14. Mai 2011 Dennoch, eine devote Frau muss schon auch lernen wann sie als voll gleichberechtigte Partnerin und wann als devote Sklavin aufzutreten hat, oder wie ist euere Meinung hierzu? 1. Du unterschätzt die natürliche Empathie, die Frauen mit einbringen gewaltig. 2. Hat mann so´n Ding unter der Nase, damit kann man ganz wunderbar jederzeit Laute und Worte formen und so mitteilen, was gerade angesagt ist. Sollte das Ding fehlen, kommt eine hochgezogene Braue auch ganz gut. Ein Händchen für´s Timing reicht beiden völlig, da gibt´s kaum was "zu erlernen". |
![]() | 14. Mai 2011 Ausbildung bedeutet für mich, dass Sub lernt wie sie (oder auch er) sich in unterschiedlichen Situationen zu verhalten und zu benehmen hat, und das meine ich keineswegs nur auf das Sexuelle reduziert. Hm, was denkst Du was man da lernen muß? Mit Messer und Gabel zu essen? Oder wie man sich ordentlich benimmt? Ich finde Erziehung genau wie Ausbildung hat in einem Verhältnis zwischen zwei Menschen die Freude miteinander teilen wollen, absolut nichts verloren. Ja, ich weiß, den ein oder anderen kickt das. Aber ich bekomme immer Ausschlag wenn ich sowas höre. Ich mag den Gedanken nicht das Jemand glaubt er müsse mich ausbilden. Ich bin kein Lehrling und kein Angestellter. Wenn überhaupt bin ich eine Partnerin mit eigenen Wünschen, Gedanken und Phantasien. Die man hoffentlich aneinander angleichen kann. Aber dafür braucht man doch keine Ausbildung. Normaler Anstand und der Wunsch dem Partner zu gefallen sollten doch allgemein ausreichend sein. |
![]() | 14. Mai 2011 Ich mag den Gedanken nicht das Jemand glaubt er müsse mich ausbilden. Mit den Worten Ausbildung/Erziehung tun sich viele weibliche Subs schwer (von den <O> oder Gor Fans mal abgesehen). Dabei wird Erziehung auf D/s Ebene allerorten munter und zum beidseitigen Gefallen praktiziert. Nur … verschlagene Kerle nennen´s einfach nicht so, die genießen und schweigen dazu ... bei der Wortwahl. |
![]() | 14. Mai 2011 *schmunzel verschlagene Kerle nennen´s einfach nicht so, die genießen und schweigen dazu ... bei der Wortwahl. Yepp. Kann @vanBruns nur beipflichten. Wie so oft bei BDSM-Begrifflichkeiten tut man sich mit manchen Ausdrücken schwerer als mit anderen. Und manche wollen einem gar nicht über die Lippen kommen, so sehr sind sie belegt...mit allerlei gedanklichen Beilagen, die man in sein BDSM nicht einsortieren mag. Ich selbst habe eine (auch in Nachbetrachtung) ganz einzigartige und wunderbare 'Ausbildung' einst genossen und mich in Sachen D/S nie wohler und runder gefühlt als eben an der ganz festen Kette, bei der ein großer Bestandteil allen Wirkens und Schaffens eben 'Bildung', 'Formung' und ja: 'Erziehung' im besten Sinne war. Die Saat, die der, den ich Herr nannte, in mich pflanzte, wurde eine Ernte, von der ich heute noch zehre, blühe und gedeihe. Die Worte 'Erziehung', 'Ausbildung' erinnern so dermaßen an Schule, Eltern und all dem, was damit zusammenhängt. Ich denke gern in dem Zusammenhang an einen Acker, an Säen, Befruchten, zu Leben erwecken, Wachsen und Gedeihen lassen...ein schönes Bild für mich...und der Sache inhaltlich (wie ich es erlebt habe und sehe) bekommt es auch gut. "siehe ein Ackermann wird kommen..." Sophia |
![]() | 14. Mai 2011 negativ Hatte ich fast befürchtet, dass der Gedanke an "Ausbildung" völlig falsch und negativ verstanden wird. Komisch, die meisten denken immer gleich an Berufsausbildung oder daran zu lernen mit Messer und Gabel zu essen. Darum geht es ja gar nicht, absolut nicht. Es geht eher um gewisse (Verhaltens-) Regeln. Sowas kann sehr reizvoll sein. Wer es nicht mag oder negativ sieht, lässt es einfach. Dennoch, ich denke wir sind uns alle darüber einig, dass der Mensch eigentlich alles erst lernen muss, vom lesen und schreiben bis hin zu guten Manieren. Wenn es aber in den Bereich von Beziehung und Sexualität geht, glauben die meisten sie bräuchten nichts lernen, sie können schon alles, sie sind von Haus aus gut. |
![]() | 14. Mai 2011 Dabei wird Erziehung auf D/s Ebene allerorten munter und zum beidseitigen Gefallen praktiziert Es soll ja auch Leute geben die das ganze nur aufs Schlafzimmer beschränken . Dennoch, ich denke wir sind uns alle darüber einig, dass der Mensch eigentlich alles erst lernen muss, vom lesen und schreiben bis hin zu guten Manieren. Wenn es aber in den Bereich von Beziehung und Sexualität geht, glauben die meisten sie bräuchten nichts lernen, sie können schon alles, sie sind von Haus aus gut. Das denke ich nicht nur, das weiß ich sogar. Nein, im Ernst. Dann erklär doch mal was man da denn so lernen muß. Vielleicht bin ich ja auch nur zu Phantasielos um mir das vorzustellen. |
![]() | 14. Mai 2011 Es ist doch vollkommen wurscht, wie das heißt. Erziehung klingt wesentlich geiler als das neudeutsche Wort Ausbildung. Allein schon die Berufsbezeichnung Auszubildender finde ich bescheuert und ins Althochdeutsche übersetzt heißt das Lehrling, was dann total sinnwidrig wäre, denn i. A. lehrt der Meister dem Lehrling sein Handwerk, aber ich will dieses Handwerk gar nicht erlernen oder gar Meisterin werden, sondern das Gegenteil von dem sein, was sie ist. Im Übrigen, Amarita, Du hast unrecht, wenn Du der Meinung bist, Du wüsstest alles und müsstest Dich überhaupt nicht auf die Bedürfnisse Deines Partners einstellen - so mal ganz außerhalb des BDSM-Kontextes. |
![]() | 14. Mai 2011 Konditionierung ... würde ich noch zusätzlich anführen |
![]() | 14. Mai 2011 Nur … verschlagene Kerle nennen´s einfach nicht so, die genießen und schweigen dazu ... bei der Wortwahl. Und das schweigen macht es dann einfach aus. Von daher kann ich vanBruns nur zustimmen. Ich genieße das Gefühl der Macht des Doms über mich, das Gefühl er formt mich, aber beim besten Willen die Worte Erziehung und Ausbildung wollen einfach dabei nicht über meine Lippen kommen, auch wenn ich gerade den D/s Bereich so sehr genieße. Das Problem ist für mich nicht was du erwartest oder dir wünschst, sondern für mich einfach die Wortwahl dabei. |
![]() | 14. Mai 2011 @leif Übrigen, Amarita, Du hast unrecht, wenn Du der Meinung bist, Du wüsstest alles und müsstest Dich überhaupt nicht auf die Bedürfnisse Deines Partners einstellen - so mal ganz außerhalb des BDSM-Kontextes. Mich auf Bedürfnisse eines Partners einzustellen und mich erziehen oder ausbilden zu lassen sind für mich zwei Paar Schuhe. Und ich habe auch nie behauptet das nicht zu müssen. |
![]() | 14. Mai 2011 einfach mal etwas, was mir zu den Begriffen Erziehung/Ausbildung einfällt. Erziehen ist für mich das vermitteln von Verhaltensweisen. Erziehen kann ich Kinder, Tiere, Partner Ausbilden ist das vermitteln von Fähigkeiten. Ausbilden kann ich fast jeden. Und nun muß ich nurnoch überlegen, was ich vom Gegenüber möchte. Soll es Fähigkeiten besitzen und anwenden, oder soll es sich mir gegenüber angepasst verhalten. Oder lassen wir die ganze Definition dieser Begriffe, und lasst uns ganz einfach Spaß haben. Egal ob kniend (Verhaltensweise=Erziehung) super blasend/leckend (Fähigkeiten=Ausbilden)oder weiß ich nicht was, der Spaß für beide zählt. LG Petra |
![]() | 14. Mai 2011 @NurSoX1 ich bin nicht deiner Meinung, Sexualität und Beziehung hat hauptsächlich mit Gefühlen zutun und Gefühle lassen sich nicht ausbilden. Was man "erlernen" kann, ist das "Werkzeug" das man braucht. Nämlich miteinander reden, Komunikation ist das A und O jeder Sexualität und Beziehung. Gerade bei BDSM sind Gefühle und reden miteinander sehr wichtig, eigentlich sogar die Grundlage. Und das willst du durch eine Ausbildung erreichen? Wohl kaum, und wenn bist du dann ein Ausbilder? Was befähigt Dich jemanden darin auszubilden? Gruß Andreas |
![]() | 14. Mai 2011 Ja nu, Erziehung setz aber Beziehung voraus. Was bedeutet, ich muss mich mit meinem Gegenüber auseinandersetzen. Ausbildung hingegen ist das endlose Wiederholen von dingen ohne Bezug, so wie ich einem Hund via Einüben eines bestimmten Bewegungsmusters Sitz oder Platz bspw. beibringe. Von daher bevorzuge ich die Erziehung. Lach, Konditionierung... jau, ich wollte Markus schon immer mal clickern. Kann er sich gleich zum Hund gesellen. Mal schauen, wer was schneller gelernt hat. Birgit |
