![]() | 10. Mai 2011 "Häusliche Prostitution" Hallo, über häusliche Gewalt wird immer wieder in den Medien und der Gesellschaft diskutiert. Durch aktuelle Ereignisse in meinem Bekanntenkreis habe ich mir ein paar Gedanke über "häusliche Prostitution" gemacht. Da ich beide Bereiche nicht gleichsetzen möchte und auch nicht weiß, ob dieser Ausdruck angebracht ist, habe ich ihn zunächst in Anführungszeichen gesetzt. Es bleibt zu diskutieren, ob und was wirklich dran ist. Worum geht's: eine Bekannte hat erfahren, dass ihr Freund sie regelmäßig betrügt. In der Diskussion darum, wie es nun mit den beiden weiter gehen wird, stellte ein anderer Bekannter fest, dass sie sich wohl einigen werden, schließlich wäre die Konsequenz für sie ein deutlich unentspannteres Leben: er bezahlt die Wohnung, die Verpflegung und auch größere Ausgaben wie Urlaub. Ihr Geld kann sie getrost für den gehobenen Lebensstandard aufwenden, den sie mittlerweile gewohnt ist. Verlässt sie ihn, fällt auch dieser Aspekt weg. Von ihrem schmalen Gehalt wird sie den Stil nicht halten können. Weiter führte selbe Bekannte an, dass er so eine Situation auch bei einem anderen, ihm bekannten Paar erlebt hatte. Er betrügte sie, sie fand es raus und wollte ihn verlassen. Dann hat eine Freundin ihr allerdings mal vor Augen geführt, was sie auch an materiellen Vorteilen verlieren würde. Also ist sie wieder zurück zu ihm. Er soll sich mittlerweile gebessert haben und treuer sein. Mich machte dies aber dennoch nachdenklich. Gibt es so etwas wie "häusliche Prostitution", bei der ein Partner (nicht zwingend immer der weibliche Teil) massive Einschnitte im Leben hin nimmt, um die finanziellen/materiellen Vorteile der Beziehung nicht zu verlieren? Sich und seine Prinzipien damit quasi an den Partner verkauft? Oder trifft dieser Begriff hier garnicht so recht zu und dieser Umstand sollte anders bezeichnet werden? Gruß, Sam |
![]() | 10. Mai 2011 wie wäre es mit - Druckmittel - Abhängigkeit - Unselbständigkeit - Macht - etc. mit häuslicher Prostitution oder Aufgabe von Prinzipien stelle ich das nicht gleich wenn ich höre wie gut ich es als Frau bei so einem Mann habe. Das sind rein materielle Werte die dann nicht aufgegeben werden wollen. Mit Liebe oder reiner Gewohnheit hat das überhaupt nichts zu tun. |
![]() | 11. Mai 2011 Prostitution... wäre es nur, wenn sexuelle Handlungen nur gegen Entgeld erfolgen. Er/Sie erscheint -> Sex gegen Bezahlung -> Er/Sie geht Sobald jedoch die beiden zusammen wohnen, wird es nicht mehr als Prostitution bezeichnet, auch wenn die/der jenige abhängig vom Partner ist und Geldwerte Vorteile bezieht. Für mich prostituieren (sich aufgeben oder sich ausliefern) sich Menschen jedoch immer, sobald Sie um besser Leben zu können, Ihre eigenen ethischen und moralischen Wertevorstellungen aufgeben. Sich somit verkaufen, oder sich für materielle Werte aufopfern. Aber das ist eben nur eine Ansichtssache. Der Weg zur Prostitution ist da nicht mehr weit, er/sie brauchen nur noch getrennt wohnen. Wir sind die Sklaven von dem, was uns nicht glücklich macht. Zitat: Hans Arndt |
![]() | 11. Mai 2011 nun, wenn ich es richtig verstehe wollte sich deine Bekannte von ihrem Partner trennen. Dieser hat sie jedoch nicht ernst genommen und ihr, wie an einem kleinen Kind erzählt, was sie eigentlich alles durch ihn hat. Er hat ihr erklärt, dass sie ohne ihn Nichts ist, dass sie nicht selber zu sich schauen kann, dass sie nicht selber Verantwortung für sich übernehmen kann, dass sie unselbständg ist, dass sie nicht selber für sich aufkommen kann etc. wenn deine Bekannte also dies alles glaubt und bei ihm bleibt... da kann ich nur den Kopf schütteln. Bestimmt hat sie auch mal einen Beruf erlernt und kann wieder im Berufsleben Fuss fassen, zu sich selber schauen, für sich selber aufkommen. Abstriche muss man dann schon machen. Mindestens eine Zeit lang. Aber nicht für ewig. Entscheidet man sich jedoch wegen all dem Materiellen bei dem Partner zu bleiben, so ist das eine wesentlich längere Zeit. Für mich wäre da mein Entscheid klar. Aber jeder entscheidet für sich. Was für mich richtig ist, ist nicht für den andern gleich zu werten. |
![]() | 11. Mai 2011 Ich kann die Frage des TE gut nachvollziehen. Wenn eine Frau nicht aus Liebe bei einem Mann bleibt, sondern NUR wegen des Geldes (und dabei natürlich auch Sex mit ihm hat), dann kann man schon aus bestimmten Blickwinkeln als eine Art Prostitution sehen, finde ich. Es ist eben in gewisser Weise verschleiert oder versteckt, aber sie geht ja mit ihm ins Bett und spielt ihm so etwas wie angebliche Liebe vor, weil sie dafür letztendlich gut bezahlt wird. Anders sähe es aus, bliebe sie wirklich aus Liebe bei ihm ... (Der Antaghar) |
![]() | 11. Mai 2011 Dann wäre sein Verhalten dem eines Zuhälters gleich zu stellen... |
![]() | 11. Mai 2011 In gewisser Weise wäre das dann wohl so - er hält sich sozusagen eine Art Mätresse, die nur wegen des Geldes bei ihm bleibt. Aber ich würde es in einem solchen Fall nicht aus seinem Blickwinkel sehen, sondern aus ihrem: Sie "verkauft" ihre Freiheit, ihre Seele und ihren Körper gegen ein abhängiges, aber immerhin kommerziell gut gestelltes Leben, also letzten Endes gegen gute Bezahlung. Nicht zu vergleichen mit direkter Prostitution, klar - aber es ist doch schon so ähnlich. Oder nicht? (Der Amtaghar) |
![]() | 11. Mai 2011 Interessantes Thema...... Frau wird betrogen, möchte Konsequenzen ziehen und tauscht sich mit Freunden darüber aus. Zum einen frage ich mich, was das für Freunde bzw Bekannte sind, die jemanden solche Ratschläge erteilen? Was bringt es, aus rein finanziellen Gründen in einer Partnerschaft zu verharren, die auf Lügen aufgebaut ist bzw nicht funktioniert? Zum anderen sehe ich es nicht als Prostitution sondern schlicht und einfach als Bequemlichkeit! Wie einfach ist es, alle Vorzüge zu geniessen, Urlaube, Shopping, Luxus, nicht den Cent rumdrehen müssen, tolle Klamotten, bessere Restaurants ect ect Bleibt da nicht etwas ganz Wichtiges und in meinen Augen Entscheidendes auf der Strecke? Was ist mit Herz, Liebe und Respekt? Kann man wirklich bei jemandem bleiben, um versorgt zu sein, den man nicht liebt bzw respektiert? Hatte erst vor ein paar Tagen ein Gespräch mit einer Bekannten, die mir schon vor ein paar Jahren erzählt hat, wie unzufrieden sie in ihrer Partnerschaft ist. Jeder Versuch ihrerseits, Schwung in die Ehe zu bringen, werden von ihm abgeblockt. Sie hat resigniert, bleibt aber bei ihm, da O-Ton der Bekannten: Zumindest finanziell gehts mir gut, ich bin versorgt! Auf meine Nachfrage was denn mit ihren Gefühlen sei und wie lang sie ihr Herz und andere Bedürfnisse vergraben möchte, kam nur ein Schulterzucken. Natürlich muß das jeder für sich selbst entscheiden, meine Meinung ist aber ganz klar, was nützt all das Geld, wen die Seele und das Herz verkümmern? *MalausdemNähkästchenplauder* : Ich hatte alles, einen sehr gut verdienenden Mann, ein großes nach eigenen Wünschen gebautes Haus, hätte nicht arbeiten müssen, immer Geld in der Tasche..... Aber mir fehlte etwas ganz Entscheidendes! Gemeinsamkeit, Verbundenheit ect....irgendwann schläft auch der letzte Rest Liebe ein und der Zustand wird unerträglich! Und jetzt? Hab ich kein Haus, gehe hart arbeiten, muß immer wieder mal Abstriche machen... ABER: Ich habe den Partner an meiner Seite, der mein Herz und Seele mit Glück erfüllt, man lebt miteinander und nicht nebeneinander! Für mich ganz klar! Geld mag sicher angenehm sein, ist aber noch lang nicht alles! LG Frau Dream |
![]() | 11. Mai 2011 @Anthagar + @Hanauer @Anthagar Wenn eine Frau nicht aus Liebe bei einem Mann bleibt, sondern NUR wegen des Geldes (und dabei natürlich auch Sex mit ihm hat), dann kann man schon aus bestimmten Blickwinkeln als eine Art Prostitution sehen, finde ich. Sehe ich genau so. @Hanauer Prostitution wäre es nur, wenn sexuelle Handlungen nur gegen Entgeld erfolgen. Woher nimmst Du diese Definition? Prostitution liegt grundsätzlich vor, wenn man sexuelle Handlungen nur deshalb vornimmt, um dadurch einen "materiellen" Vorteil zu erreichen. Das ist üblicherweise Geld, kann aber genauso gut ein toller Job oder eine Beförderung sein (Stichwort: Sich-hoch-schlafen). Ich sehe da zwischen der "normalen" Prostituierten auf der Straße, der "dienstbeflissenen" Sekretärin, der Studentin, die für Sex mit dem Prof bessere Noten bekommt, und der ehrenwerten Ehefrau, die für einen Diamantring, einen Pelzmantel oder schlicht für ein sorgenfreies Leben in Wohlstand mit ihrem Ehemann in die Kiste steigt, keinen Unterschied. Lord Soth |
![]() | 11. Mai 2011 Lord_Soth Prostitution wäre es nur, wenn sexuelle Handlungen nur gegen Entgeld erfolgen. Woher nimmst Du diese Definition?Prostitution (von lateinisch prostituere „nach vorn/ zur Schau stellen, preisgeben“) – früher Gewerbsunzucht – bezeichnet die Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt. Quelle: Wiki Wenn ich mich an Hamburg erinnere, so haben Frauen Ihren Körper auch dort gewerblich verkauft. Freiwillig und auch unter Zwang.Also wechselnde Sexpartner für Geld, was wohl in einer Beziehung nicht der Fall ist. Doch auch ich finde sobald jemand Geld oder Sachleistungen für eine sexuelle oder körperliche Gegenleistung entgegennimmt, prostituiert er/sie sich. Das "sexuelle" unterscheidet wohl auch normale Arbeit von Prostitution. |
![]() | 11. Mai 2011 Ich sehe da zwischen der "normalen" Prostituierten auf der Straße, der "dienstbeflissenen" Sekretärin, der Studentin, die für Sex mit dem Prof bessere Noten bekommt, und der ehrenwerten Ehefrau, die für einen Diamantring, einen Pelzmantel oder schlicht für ein sorgenfreies Leben in Wohlstand mit ihrem Ehemann in die Kiste steigt, keinen Unterschied. Ich sehe schon einen Unterschied. Natürlich habe beide ( ähnlich der Prostution ) beide etwas davon. Er den Sex, sie das Geld. Er könnte aber auch andere Frauen zum Sex haben. ( Er betrügt sie ja offensichtlich.) Besagter Mann will sich aber wohl auch nicht trennen, ( sonst hätte er es ja getan ) sondern hat seine Gründe ( welche auch immer das sein mögen), bei ihr zu bleiben. Patt. |
![]() | 11. Mai 2011 erschreckt mich gerade umso mehr Geld Mann zu haben scheint, umso eher scheint Frau zum "Objekt" degradiert werden solange Liebe "käuflich" zu sein scheint, solange wird scheinbar die Partnerin "mit Füßen getreten" und das Problem: Männer mit Macht und Geld wirken anziehender auf das weibliche Geschlecht. Diese Männer haben die Qual der Wahl. Zu viele Versuchungen... da ist die Untreue schneller da als man gucken da. klar wäre es schwer, den "gehóbenen" Lebensstil aufzugeben. Aber was nützt einem Reichtum, wenn man nicht glücklich wird. Als Betroffene würde es wohl aufs Gefühl ankommen: bin ich in den Mann schwer verliebt, würde mich die Untreue stark verletzen (und vor allem auch die Unehrlichkeit) würde ich nicht allein wegen dem Geld mit ihm zusammen bleiben. Entweder er will und kann sich ändern oder man geht getrennte Wege. Aber wie sieht es aus, wenn Frau überhaupt nur wegen dem Geld mit ihm zusammen ist? Die Gefühle eben nicht so stark sind? Und die Verletzungen geringer? Dann sag ich mal soll sie doch bei ihm bleiben. Da haben sich zwei gefunden... Einer, der erobern kann und darf und eine, die dafür "bezahlt" wird, und die es mehr oder weniger einfach egal ist. Kalt lässt. Ein Mann der selbst nicht bereit ist zu geben (und nein, damit meine ich nicht finanziell), z.B. Freiheiten aufzugeben, Versuchungen widerstehen, der kann eben auch nicht erwarten mit einer Frau, die ihn wirklich liebt glücklich zu werden. Oftmals werden solche Männer wohl mit geldgierigen, lieblosen Frauen am glücklichsten und merken nicht mal die Abwesenheit von Liebe weil sie nebenher viel zu beschäftigt sind mit anderen Frauen. |
![]() | 11. Mai 2011 Sie "verkauft" ihre Freiheit, ihre Seele und ihren Körper gegen ein abhängiges, aber immerhin kommerziell gut gestelltes Leben, also letzten Endes gegen gute Bezahlung. nun...so krass würde ich es nicht sehen... sie hat die freiheit zu gehen ihre seele gehört ihm nicht, denn sie bleibt aus pragmathismus bei ihm und ob er ihren körper nach wie vor will, wissen wir auch nicht im endeffekt ist es ihre entscheidung. zumindest momentan... diese entscheidung kann sie jederzeit ändern. also geht sie dieses "arrangement" bewußt ein... in solcher situation leben heute sicherlich genug frauen... doch gilt das gleiche für männer, die sich nicht trennen wollen... weil es bequem ist bei der ehefrau zu bleiben, ein neuer haushalt und die unterhaltszahlungen für kinder zu teuer sind... damit gibt auch der mann "unfreiwillig" etwas, was er bereit ist für seine bequemlichkeit zu opfern... umso mehr Geld Mann zu haben scheint, umso eher scheint Frau zum "Objekt" degradiert werden hm...meinst du?.. in einer solchen konstellation würde ich den mann auch durchaus als "objekt" bezeichnen... sie nutzt ihn aus, er - sie... und beide sind zufrieden |
![]() | 11. Mai 2011 der zitierte Teil war auch auf Frauen bezogen, die ihren Mann wirklich lieben (unabhängig vom Geld) sie nutzt ihn aus, er - sie... und beide sind zufrieden eben! Komischerweise wollen "reiche" Männer immer eine Frau, die ihn nicht nur wegen des Geldes liebt. Haben sie eine solche, wissen sie es nicht zu schätzen, machen sie unglücklich und trennen sich wieder von ihr. Haben sie das was sie eigentlich nicht wollen, dann denken sie dass sie endlich DIE Partnerin gefunden haben. Weil sie... nicht nachfragt, nicht eifersüchtig ist, Seitensprünge gelassen hinnimmt, nicht weint, nicht traurig ist. WEIL ES IHR AM ARSCH VORBEI GEHT!!! |
![]() | 11. Mai 2011 Das ist dann eine Wohngemeinschaft ... ... aber keine Prostitution. Beide Partner sind berechnend! Der Mann sucht irgend etwas Anderes, etwas Zusätzliches. Gleichzeitig hat er etwas Bequemes zum Vögeln zuhause. Welche Motivation dahinter steht, ob das moralisch ist ... Wer kann da hier richten! Es ist auf jeden Fall kein Grund, pauschal erfolgreiche Männer zu dizzen. Sie ist auch bequem und berechnend. Geniesst einen spendablen Partner. Akzeptiert das Verhalten des Spenders, spendet ihm ab und zu auch Freude und teilt eventuelle Krankheiten, die er mitbringt. Sie haben einen Deal! Sie arrangieren sich! Wer den besseren Deal macht - sollen die doch selber für sich entscheiden. Beide verpassen aber bestimmt die Chance auf echte Partnerschaft. Auf Liebe und auf Streit, der so richtig im Herzen wehtut! Geld macht nicht glücklich! Menschen machen glücklich! Man kann Geld geniessen - und wenn das eigenes, erarbeitetes Geld ist, soll man/frau das ausgiebig tun. Aber bei der Liebe zählen zum Glück meistens andere Prioritäten. Der (blauäugige) Geniesser |
