Devot oder Hörig?

28. April 2011
Devot oder Hörig?

Hallo!
Ich lese schon einige Zeit hier mit und möchte jetzt auch mal eine Frage stellen. Ich denke, ich muss da ein bisschen weiter ausholen…
Seit meiner Jugendzeit weiß ich, dass ich „anders“ bin. Mein Partner (Mann) teilt diese Neigung nicht, spielt aber mir zuliebe ein bisschen mit. Deshalb und weil wir jetzt 2 Kinder haben, habe ich meine Neigungen inzwischen ziemlich unterdrückt. Nun bin ich wohl auf einem „Selbstfindungs-Trip“ und beschäftige mich mehr mit diesem Thema. Dabei habe ich jetzt (!) herausgefunden, dass meine Neigung wohl als „Devot-Masochistisch“ deklariert wird. Soweit die Vorgeschichte…
Im Netz habe ich jetzt einen Dom aus meiner Nähe kennengelernt, der es wunderbar versteht, die richtigen „Knöpfe“ bei mir zu drücken! Wir haben uns schon einmal getroffen, das war aber hauptsächlich zum Quatschen. Einerseits genieße ich dieses Gefühl, andererseits habe ich Angst, zu was er mich bringen kann… Und ich habe Angst, ihm „hörig“ zu sein.
Was gehört noch zu einer „normalen“ Dom-dev-Beziehung, und wo beginnt Hörigkeit?
Vielen Dank schon mal für Eure Antworten, und viele Grüße!
28. April 2011
Was auf jeden Fall...

... zu einer solchen Beziehung gehört ist gegenseitiges Vertrauen.

Als Sub musst du in der Lage sein dich vertrauensvoll in die Hände deines Top zu begeben und dir dabei sicher sein können, das er deine Grenzen einhält und diese nicht überschreitet.

Dabei sei unbeachtet das Grenzen immer wieder neu gesteckt werden können und auch ausgedehnt.

Hörigkeit fängt bei mir eindeutig dort an, wenn Sub Dinge tut die eingentlich ein Absolutes No Go für sie sind, nur um ihren Top zu gefallen und dabei Gefühlstechnisch auf der Strecke bleibt.

lg
sweetie
28. April 2011
Verkompliziert

Guten Tag die Damen und Herren,

schön erstmal, dass du scheinbar Zeit gefunden hast, dich mit dir selbst auseinander zu setzen (manchmal findet man diese einfach nicht)...

Wenn man in diesem Bereich eher unerfahren ist, passiert leider zu häufig, dass man als Frau an einem Dumm-Dom gerät, wenn das bei dir und deinem ersten Treffen nicht der Fall gewesen ist, hast du das Glück schonmal auf deiner Seite -lach- *zwinker*

Natürlich muss man sich kennenlernen, vertrauter werden, ein unabdingbares A und O!

Wenn man sich doch dann versteht sollte eigentlich der "Genusspunkt" erreicht werden. Ich würde nämlich nicht sagen, dass Hörigkeit immer etwas Negatives sein muss, es kann durchaus eine Vertrauenserweiterung und genauso -und das vor allem- eine Horizonterweiterung sein.

Nichts ist schöner als festzustellen, dass man noch über Grenzen geführt werden kann, ohne das so empfunden zu haben, sondern es so empfunden zu haben, dass man es mag. Das fällt für mich unter auch unter Hörigkeit.

Das sind momente, an denen man sich dann grinsend und vollkommen vertraut ansieht *g*

Einen schönen Tag wünsche ich...
28. April 2011

Hörigkeit bedeutet eine Abhängigkeit, der ich unterliege, obwohl sie mir nicht gut tut, wäre jetzt meine Spontandefinition. Damit wäre Hörigkeit immer etwas schlechtes. Ich denke, so hat es TE auch gemeint.

Ich halte es für fahrlässig die Hörigkeit durch positive Wertungen zu verniedlichen.

Diese "posuitive Hörigkeit" kann man genauso gut Liebe nennen.

Wenn ich etwas bekomme, wonach ich mich sehr lange gesehnt habe, was mir sehr große Glücksgefühle verschafft, dann besteht natürlich die "Gefahr", dass ich mich verliebe oder daraus sogar Liebe wird. Ich vermute mal, dass wäre auch kein Problem, wenn es da nicht noch die bestehende Beziehung gibt. Diese Entscheidung kann dir hier keiner abnehmen. Manchmal ist es aber hilfreich zu wissen, dass mit der Liebe nicht immer der Mensch gemeint ist. In diesem Fall würde ich schon versuchen darauf zu achten, ob ich den Mensch oder die Sache liebe, insbesondere wenn davon weitere Entscheidungen abhängen sollen.

Wie schon geschrieben, Hörigkeit beginnt da, wo du Dinge tust, die dir in letzter Konsequenz nicht gut tun. Vergleiche es in etwa mit Nikotinsucht. Das Problem von Hörigkeit ist, dass positive Gefühle die negativen Eigenschaften häufig überdecken und die hörige Person ihre Hörigkeit selbst nicht so empfindet ... zumindest eine Zeit lang.

Selbstbewusste Personen sind übrigens seltener von Hörigkeit "bedroht" als man denken oder befürchten könnte.
Solltest du dich aber gefährdet fühlen, so solltest du auf äußere Warnungen nicht verächtlich reagieren, dich selbst ruhig häufig in Frage stellen um falls nötig lieber einmal zu früh die Notbremse zu ziehen, als zu spät.

Nein, nur weil man im BDSM Dinge tut, die man sich teilweise vorher niemals hätte vorstellen können, gegen die man teils moralische Bedenken äußern könnte, die auf andere pervers wirken würden, kann man nicht auf Hörigkeit schließen. Das ist relativ normal, wenn man entsprechende Neigungen besitzt und merkt, dass das Ausleben richtig gut ist.

Bedenke immer, das Ausleben deiner Devotion, deines Masochismus sollte erst dir nützlich sein. Dein Dom darf sich an den daraus enstehenden Vorteilen "bedienen".
28. April 2011
devot/hörig.........

..........ich finde das ist irgendwann eins.
Ich empfinde es auch nicht als schlimm, warum auch, ich wollte es ja nicht anders. Ich wollte nur ihm gefallen, alles für ihn sein, ihm dienen.
Ist es dann nicht schon hörig?????
Mmmmh, für den einen wahrscheinlich ja und für den anderen ehr nein.
Ich für meinen Teil war sehr glücklich als mir mein Herr gesagt hat, dass er stolz ist dass ich ihm so hörig bin.
Es reicht schon das wir telefoniere und wenn er mich anschnautzt, gehe ich selbst dann in die Knie. Ich würde es auch nie wagen ihn anzulügen, obwohl das solange wir "nur" telefonieren, ja kein problem wäre, aber ich könnte das nicht....niemals................bin ich deswegen hörig.........Kopf kratz
Doch, ich sage eindeutig ja dazu.................und ich bin stolz darauf!!!!!!!!
28. April 2011

...

Ich gebe mir den ganzen Text von "Dunkle_Seiten" nicht.

Was ich hierzu sage ist:

Man ist soweit hörig, wie man es zulässt...

So ein Unsinn!
28. April 2011

Es kann ja wohl nicht sein, dass hier Devotion und Hörigkeit gleich gestellt werden!

Devot zu sein ist etwas sehr Schönes und Kostbares!

Hörigkeit dagegen ist krankhaft, denn man tut Dinge, die man zwar noch freiwillig tut, aber die trotzdem nicht gut für einen ist!

Im Fall der TE würde ich sagen: Es fängt da die Hörigkeit an, wo dein Dom eine höhere Stelle einnimmt, als dein Mann und deine Kinder, und du es selbst nicht mehr merkst!

Luna
28. April 2011

Devot sein ist für mich ein.... ja, sozusagen ein `sich Unterordnen`, sich dem anderen hingeben und doch noch `bei sich sein`.

Hörig sein hingegen verbinde ich persönlich stark mit `Selbstaufgabe`.

Saranah *herz*
28. April 2011

Hörigkeit bedeutet eine Abhängigkeit, der ich unterliege, obwohl sie mir nicht gut tut, wäre jetzt meine Spontandefinition.

Ja, ich glaube Hörigkeit ist Abhängigkeit die mir nicht gut tut.

Um mal ein paar krasse Beispiele zu nennen: Wenn eine Mutter nicht sehen will das ihr Mann, die eigene Tochter sexuell belästigit, dann ist das für mich Hörigkeit.

Wenn eine Frau ihrem Partner Alkohol kaufen geht, obwohl sie wider besseren Wissens weiß, das er später handgreiflich werden könnte, ist das für mich ebenfalls Hörigkeit.

Ich bin nicht das Meinung das es vergleichbar ist, wenn sich zwei Menschen auf ein Spiel einlassen dessen Zeil gegenseitiger Lustgewinn ist.

Aus einer normalen SM-Beziehung *lol* kann ich aussteigen. Aus einer Hörigkeit nicht so einfach.
28. April 2011

Mein Beispiel ist:

Wenn ich gerade in der Küche stehe und mir unerwartet gesagt wird "zieh dein Höschen aus" und wenn ich es dann ausziehe ...

...ist das keine Art der sexuellen Hörigkeit? Kann mich das nicht anmachen...? Das Spiel des Lockens und der Verweigerung?

Wenn man hier so auf diese Definitionen und eigene Vernegativierungen steht dann kann man sich den Beitrag doch sparen.

So wie ihr eure Hörigkeit beschreibt, beschreibe ich Dummheit.
28. April 2011
Na, na, na....

@ Rigoletta Was soll das denn:

So wie ihr eure Hörigkeit beschreibt, beschreibe ich Dummheit.

Jeder hat nun mal `seine` Sicht und Wahrnehmung der Dinge - um so vielfältiger die Meinungen, desto besser für den Anfangsposter, bei sich nachzuschauen was für ihn stimmt.

Da muss man andere aber nicht gleich abwerten - unterste Schublade- durch solche Kategorisierungen wie `dumm`.


Saranah
28. April 2011

Wenn ich gerade in der Küche stehe und mir unerwartet gesagt wird "zieh dein Höschen aus" und wenn ich es dann ausziehe ...

...ist das keine Art der sexuellen Hörigkeit?

Nein, ist es nicht! Es ist Dummheit überhaupt eins angezogen zu haben.

Aber mal im Ernst. Das wäre für mich eine Normalsituation in einer Dom/dev Beziehung und keine Hörigkeit.

Hörigkeit wäre es, wenn ich den Befehl bekomme meine Hand auf die heiße Herdplatte zu legen, und ich tue es! *grins*

Luna
28. April 2011

Spannende Frage, und eine die öfters gestellt werden sollte. *ja*

Ich definiere es ähnlich wie Dunkle_Seiten: Hörigkeit ist eine Abhängigkeit von jemandem, die einem nicht gut tut.

Nun bringt diese theoretische Definition nicht viel, schließlich geht's ja drum herauszufinden für sich selbst, ab wann man in die Hörigkeit abrutscht.

Deswegen noch diese Definition hinterhergeschoben: Der Verdacht der Hörigkeit ist dann da, wenn die Person wichtiger wird als alle anderen und ohne Nachzudenken grundsätzlich immer Vorrang hat, egal was passiert.

Bei dir, liebe Threaderstellerin, ist es insofern relativ einfach herauszufinden: Ist der neu gefundene Dom wichtiger als deine Kinder? Würdest du, wenn es deinen Kindern schlecht geht, trotzdem zu IHM fahren wenn er es befiehlt?
Wenn es soweit ist, spätestens dann weißt du, dass du IHM hörig geworden bist. Kurzfristig mag es dir gut tun (= wenn du bei ihm bist, geht es dir gut), langfristig aber nicht, weil deine geliebten Kinder so über die Klinge springen.

Hörigkeit ist nicht, wenn du Dinge für IHN tust, die dir unangenehm sind.
Hörigkeit ist es vielmehr dann, wenn du Dinge für IHN tust, bei denen sich dir der Magen umdreht und du dich anschließend hoffnungslos schlecht fühlst - es aber wieder tun würdest, würde er es erneut befehlen.

Die Definition von Dunkle_Seiten positiver Hörigkeit finde ich sehr passend und schön: Genau, das ist Liebe. Denn das ist auch eine große Abhängigkeit. Diese aber tut einem langfristig (kurzfristig nicht immer) gut.
28. April 2011

Da unterstelle mal, als vierzigjährige Frau und Mutter zweier Kinder bist wohl nicht zu dumm eine Suchmachine zu nutzen *g*
Bringt mich zu der Frage.
Einerseits genieße ich dieses Gefühl, andererseits habe ich Angst, zu was er mich bringen kann…Und ich habe Angst, ihm „hörig“ zu sein.
Ist es das wirklich?
Oder begründet sich die Angst durch die momentan nicht zu beantwortende Frage: Wie weit bin bereit zu gehen, bzw. die Befürchtung der eigenen Leidenschaft hörig zu werden, von all den neuen Erlebnissen und Empfindungen "abhängig" zu werden.

Zugegeben, wenn's auch auf Erfahrungen beruht, nur ein Verdacht.
Aber egela wie nun, Gibt ein ganz einfaches Mittel gegen deine Angst abhängig oder hörig zu werden: bezieh' deinen Partner mit ein *zwinker*

Jo von mondlicht6
28. April 2011

Ohja, bitte noch mehr Definitionen und Absolutionen, weil wir allesamt nicht in der Lage sind, jene selbst nachzuschlagen...


Denn wenn er einmal schnipst, bin ich wehrlos und krankhaft hörig, weil er ein Zauberer ist...


Schreck oh schreck

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