Tabu

08. November 2011
Mauerfall

Die Welt war klein und fein
Vor diesem Tag
Mit einem Schlag
Zerbrach der schöne Schein
Der Bürgerschicht
Die nie erpicht
Auf sauren Saalewein

November
Kalt und grau
Der Rote Stern
War schwach und fern
Kein Mensch wusste genau
Was da begann
Doch jedermann
Tat freudenblind
Und schlau

Viel hektisches Papier
Der Mauerfall
Ein Opernball
Der ungezähmten Gier
In geiler Trance
Verspielt die Chance
Auf Freiheit
Statt Hartz IV

Der Rausch ging bald vorbei
Was blieb
War Frust
Vielleicht auch Lust
Auf wütendes Geschrei
Im Untergrund
Kein neuer Bund
Entwuchs
Dem Einheitsbrei


© Berglöwe, 08.11.2011
09. November 2011

Das passt wie Faust aufs Auge. *top*

Viele meiner Gedanken stehen nun in Deinem Gedicht...und dafür bedanke ich mich.

Liebe Grüße
Barbara
09. November 2011
Botox & Co...

Da kommt die Operierte
Es war schon ihre Vierte

Whisperts im Faltenstall
Neidisch beim Opernball
Und bleiben wie sie sind
Mit Angst vor Gegenwind
Hören Sie schon ein Lästern
Von den Knitter-Schwestern
Mit hoheitsvollem Lächeln
Und neugierigem Hecheln
Würden sie so gern wissen
Von ihren Beauty-Erlebnissen

Stehn scheel zu ihren Falten
Die mißmutigen jungen Alten
Botox um Gottes Willen NEIN
Giftiges kommt mir nicht rein
Weder Stirn noch hier und da
Selbstbewusstsein joo ja klar
Mit billig oder teuer Cremchen
Wird gesalbt bei den Dämchen
Warum bloss denn jeder weiss
Kosmetik ist der letzte Scheiss
Hilft nicht ein Stückchen weiter
Ist nur ein kleiner Hilfsarbeiter....


©B. S. R. (ich) 09.11.2011
09. November 2011

Liest sich wie ein neuer Text für Kylie Minogue. *grins*
Oder ist es einer vielleicht einer über sie ? *zwinker*

Liebe Grüße
Dieter *kuss*
09. November 2011

Nein das ist nicht für und über die Minogue.

Eher für Die, die ihre Worte über Schönheits-Op`s beleidigend verkünden.

Meine Worte dazu sind da eher als " the Empire strikes back" gemeint.

Liebe Grüße
Barbara
09. November 2011

Stimmt, beim zweiten Lesen - und mit Deinem Hinweis -
liest es sich wirklich als ein Sich-Lustig-Machen über die,
die über Schönheits-OP´s gerne mal lästern.

Ich finde, jede/r sollte für sich selbst entscheiden,
wie weit sie/er in diesem Punkt gehen will.
Und akzeptieren, dass andere vielleicht andere
Entscheidungen treffen. *g*

Liebe Grüße
Dieter
09. November 2011

Sowieso ist es mir tatsächlich egal,
was andere denken über solche Op`s.

Du weißt ja, ich krätsche ganz gerne mal zurück...gegenüber solchen Leuten.

Liebe Grüße
Barbara *zwinker*
06. Februar 2012
Nachkriegstraum

Ich weiß nicht mehr genau:
War der Himmel wirklich blau
An jenem Morgen im April?

Waren wir wirklich frei?

Überhörten wir den Schrei,
Weil wir zu hungrig waren?

Jedermann schwieg still.

Was wir brauchten,
War ein Traum.

Wir erinnerten uns kaum
An die Zeiten
Vor dem ersten großen Krieg

Wir wussten nicht,
Wie uns geschah.
Das Ende schien
Unendlich nah.

Ein Kind erzählte uns
Von ihrem Sieg

Es war vorbei.
Endlich war es vorbei.
Dass wir verloren,
War uns einerlei.

Wir verbrannten den Galgenbaum.
Wir lebten für den Nachkriegstraum.

Bald schon war er vorbei.


© Dieter Müller, 06.02.2012
08. Februar 2012
Geld und Macht

Ein ganzes Leben vergeht
Bis man versteht
Worum sich all unser Sehnen dreht

Geld und Macht

Tag und Nacht
Hegen wir den Verdacht
Dass verbrennt
Was man kennt
Doch nur heimlich beim Namen nennt

Geld und Macht

Wer da lacht
Wird zum Schweigen gebracht


© Dieter Müller, 08.02.2012
10. Februar 2012

Einspruch, lieber Dieter.

Geld und Macht ist doch nur etwas für Menschen,
die das wirkliche Leben nicht verstanden haben.

Geld und Macht in den falschen Händen ist und bleibt fatal.

Bisher haben Geld und Macht zu 90% nur Kummer und Leid gebracht.
Und die restlichen 10% an Menschen versuchen aufzufangen was noch aufzufangen ist...natürlich ohne viel Erfolg.

Gut gemacht. *spitze*

*kuss*
Barbara
10. Februar 2012

Mit Deinem Einwand hast Du sicher recht, liebe Barbara:

Geld und Macht in den falschen Händen ist und bleibt fatal.

Genau da liegt das Problem.

Ich glaube, viele der Reichen und Mächtigen haben vergessen,
dass Geld und Macht nur Mittel zum Zweck sind und es auf die
Zwecke ankommt, die erreicht werden sollen.
Man kann eine Menge Gutes für Viele tun, wenn man will.
Man kann aber auch in pompöser Dekadenz versinken und
so ein neues Sodom & Gomorrha bauen.

Manche sagen, dass Geld und Macht den Charakter verderben.
Ich denke, sie machen ihn nur sichtbar. *g*

Danke für Deine Worte. *roseschenk*

*kuss*

Dieter
11. Februar 2012
Ein vermeidbares Ende

Er flattert verloren im eisigen Wind
Für neue Gedanken und Bindungen blind
Der Traum einer Welt ohne Tränen und Schmerz
Ist heute für viele ein trauriger Scherz
Man hat ihn verkauft für Bananen und Bier
Man will ihn vergessen im Jetzt und im Hier

Was ist geschehen?
Ich will es verstehen:
War das ein vermeidbares Ende?


Ein Mädchen schaut weinend hinaus in die Nacht
Ihr Vater spricht leise von Mühlen der Macht
Die Preise diktieren das Leben im Licht
Der Schatz der Familie ist ihr zartes Gesicht
Wenn sie es vermietet an Männer mit Schlips
Wird er sie belohnen mit Cola und Chips

Was ist geschehen?
Ich will es verstehen:
War das ein vermeidbares Ende?


Die Zeitung sprach von einem tragischen Fall
Der Sekt floss in Strömen beim jährlichen Ball
Der Wohlfahrtskonzerne im städtischen Schloss
Ein bärtiger Mann ohne Ticket genoss
Den hilflosen Schrei einer Dame in Rot
Sein Dolch brachte schnell ihre Welt aus dem Lot

Was ist geschehen?
Ich will es verstehen:
War das ein vermeidbares Ende?


Für immer verloren im eisigen Wind?
Für neue Gedanken und Bindungen blind?
Der Traum einer Welt ohne Tränen und Schmerz
Ist heute für viele ein trauriger Scherz
Man hat ihn verkauft für Bananen und Bier
Soll man ihn vergessen im Jetzt und im Hier?


© Dieter Müller, 11.02.2012
11. Februar 2012
Zu Geld und Macht...

Sie haben nicht vergessen für was Geld und Macht gut sein sollen.

Weißt Du lieber Dieter, sie sind einfach so...S O für ihre Zwecke.
ICH...ICH...ICH...und irgendwo am Schluß nochmal ICH.
Die Welt ist nicht verkommen...aber diese Leute.

Selbst wenn jemand nur in der Lage ist Macht auszuüben und wenig Geld hat, wird das um des großen Geltungsbedürfnisses getan.

Ich verteufel nicht Geld und Macht.
Hätte ich selber sehr gerne...aber doch nicht um jeden Preis.

*kuss*
Barbara
13. Februar 2012

Ich habe mir heute morgen seit langem mal des Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland durchgelesen, liebe Barbara.
Darin enthalten sind ein paar Sätze, die gut in den Zusammenhang
hier passen und die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.

Hier eine kleine Auswahl:

Artikel 1, Satz 1
Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Artikel 2, Satz 1
Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit,
soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die
verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Artikel 3, Satz 1
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Artikel 4, Satz 1
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen
und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Artikel 14, Satz 2
Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle
der Allgemeinheit dienen.

Nimmt man diese und andere Sätze ernst, wären Macht und Geld
hauptsächlich dafür einzusetzen, das Zusammenleben in unserer
Gesellschaft zu fördern. Dass im wirklichen Leben manche damit
durchkommen, wenn sie sich anders verhalten, finde ich selbst
schon lange hochgradig bedauerlich.

Aber: nicht Macht und Geld als solche sind dafür verantwortlich,
dass die Dinge sind, wie sie sind. Es sind die Entscheidungen
Einzelner, denen keine Grenzen gesetzt werden.

*kuss*

Dieter
16. Februar 2012
Heldenlied

Bunte Bilder trüben meinen Blick
Leichte Mädchen
Tanzen einen Weg ins Licht
Jemand sagte mir
Das ist der Trick
Hohn ist der Lohn
Für all die süßen Stunden
Die man Dir verspricht

Ich halte mein Herz in der Hand
Ich ringe mit meinem Verstand
Ich träume von Worten
Der Liebe an Orten
Wie diesem
Ich suche mein Land

Später liege ich auf meinem Bett
Finde keinen Schlaf
Obwohl ich müde bin
Denke an die Nacht im Lazarett
Sehe den Stern
Der in der Ferne funkelt
Rieche das Benzin

Es war die entscheidende Schlacht
Mich hat sie zum Krüppel gemacht
Die Nachrichten nannten
Die Zahl der Verbrannten
Und niemand
Hat damals gelacht



Spendierst Du mir ein Bier ?
Bleibst Du ein Weilchen hier
Bei diesem alten Mann
Der Dich nicht mehr vögeln kann ?




© Dieter Müller, 16.02.2012


Für Atiba

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