![]() | 19. April 2011 Euer Partner hatte einen Unfall-bleibt ihr bei ihm? Mal wieder ein Gemeinschaftsthema,für Weiblein und Männlein Man liest,hört und sieht täglich von schweren Unfällen.Was würdet ihr tun,wenn euer Partner z.b einen Unfall zwar überleben würde,aber danach körperlich,oder geistig behindert wäre? Bei ihr/ihm bleiben,weil man sich ja ewige Treue geschworen hat,oder ganz einfach deshalb,weil man den Partner liebt und schon seit ewigen Zeiten verheiratet/zusammen ist?Oder vielleicht doch ernsthaft über eine Trennung nachdenken? Ich denke,so eine Entscheidung wird sich wahrscheinlich weniger für Paare stellen,die 20 oder mehr Jahre zusammen,bzw. verheiratet sind.Obwohl man auch da nichts ausschliessen sollte...... Was ist aber mit den Paaren,die sich erst einige Monate kennen und die vielleicht jünger sind?Ist da die Bereitschaft da,möglicherweise sein ganzes Leben einen Partner pflegen zu "müssen",oder Einschränkungen beim Sex hinzunehmen? Ich bin mal gespannt auf die Antworten..... Consi |
![]() | 19. April 2011 Je nach Schwere der Behinderung würde ich bleiben oder gehen. Sollte das Beziehungsleben dauerhaft gefährdet sein bzw ich es nicht mehr nach meinen Vorstellungen gestalten können, würde ich mich trennen. Generell bin ich aber auch keine Person, die Beziehungen für die Ewigkeit auslegt. Wenn es für den Moment passt, dann ist dies gut und dann wird auch kein Gedanke an Trennung verschwendet. Wenn sich aber grundlegende Umstände ändern, dann kann es durchaus schnell zu einer Trennung kommen. Und ja, ich kommuniziere dies auch direkt so, bevor ich eine Beziehung eingehe. |
![]() | 19. April 2011 Wenn die Beziehung bis zum Schicksalsschlag glücklich war, er mir also immer auf Augenhöhe begegnete, ganz klar bleiben oder zumindest auch weiter für ihn da sein. Ich halte nicht viel von den Vorgaben der Kirche, aber die Worte "In guten wie in schlechten Zeiten" machen schon Sinn und sollten im Ernstfall auch gelebt werden. Sonst braucht es gar keine feste Beziehung. |
![]() | 19. April 2011 spontan sage ich, ja ich bleibe bei der Partnerin. Ob es im Ernstfall und je nach Art und Grad der Behinderung dann wirklich so gelebt wird/werden kann, traue ich mich jetzt nicht mit Bestimmtheit sagen. Wer weiß, wie man reagiert, wenn so ein Fall eintritt. |
![]() | 19. April 2011 Auch in schlechten Zeiten füreinander da zu sein (wenn die Liebe entsprechend stark ist) schließt ja nicht aus, dass besondere Umstände besondere Maßnahmen erfordern. Ich weiß von einem Mann, der nach einem schweren Unfall stark geistig behindert ist. Da ein kleines Kind zur Familie gehört, entschied sich die Frau zu einer Art Doppelleben mit neuem Freund, ist aber weiterhin für ihren Mann da. |
![]() | 19. April 2011 Da ein kleines Kind zur Familie gehört, entschied sich die Frau zu einer Art Doppelleben mit neuem Freund, ist aber weiterhin für ihren Mann da. Wenn man das für sich so regeln kann und damit klar kommt,ist es doch ok und wohl auch die beste Lösung für alle. In diesem Fall hätte es sicher keinen Sinn gemacht,den geistig behinderten Mann zu fragen,was er davon hält. |
![]() | 20. April 2011 Ich denke, das ist ein Thema, das sehr schlecht theoretisch abzuhandeln ist. Ich hatte mal eine große Liebe (ist schon über 25 Jahre her). Wir lebten auf der Überholspur, und seine war plötzlich zu Ende. Damals habe ich sehr mit dem Schicksal gehadert. Aber wer weiß, wie es anders ausgegangen wäre. Wenn er schwerst geistig behindert überlebt hätte? Ich wage es nicht, mir vorzustellen, wie lange die große Liebe angehalten hätte… Wir hatten eine nicht so lange, aber sehr intensive Zeit miteinander (ich habe gerade diese Woche wieder daran gedacht, da ich „unser Lied“ im Radio gehört habe Klaus Lage: Mit meinen Augen); am Anfang dachte ich, ich werde es nie vergessen. Aber es gilt doch: die Zeit heilt alle Wunden, die Erinnerungen verblassen. Wie wäre es dann, wenn der geliebte Mensch gar nicht mehr „er selbst“ ist? Was hält dann noch zusammen? Verantwortungsgefühl? Gewissen? Individuell zu entscheiden... |
![]() | 20. April 2011 eben Theorie und Praxis sind zwei Paar Schuhe. |
![]() | 20. April 2011 Ich denke, das ist ein Thema, das sehr schlecht theoretisch abzuhandeln ist. Werden nicht die meisten Themen im Forum theoretisch - was wäre,wenn...... - abgehandelt? |
![]() | 20. April 2011 Möglich, dass es bei vielen Themen so ist. Aber sicher nicht bei den meisten. Hier gilt das meines Erachtens besonders, weil viele vorher groß rumposaunen, sie würden ihren Partner nie im Leben verlassen - und manchmal genügt es, dass man sich selbst oder der Partner sich in jemand anderen verknallt - und schon verlässt man ihn. Und so manche noch banalere Kleinigkeit reicht aus für Trennungen. Ich persönlich meine, wenn man jemanden wirklich liebt, verlässt man ihn nicht wegen eines Unfalls. Was soll das? Ob man aber auf Dauer damit leben kann oder nicht, das hängt von vielen Faktoren ab - und über die kann man allenfalls theoretisch spekulieren. Hier mal ein Beispiel: Meine Partnerin wird so schwer verletzt, dass mit ihr auf Dauer kein Sex mehr möglich ist. Lebe ich nun wie ein Mönch, bin aber weiter für sie da? Oder habe ich die Freiheit, mit anderen Sex zu haben und kann gerade deshalb weiterhin voller Liebe für sie da sein? Es gibt so viele Möglichkeiten dazwischen ... Dürfte jemand keinen Sex mit anderen haben, wird die Partnerschaft auf eine harte Probe gestellt - und ob jemand das aushält oder so leben will, entscheidet dann wohl häufig über Verlassen oder Nichtverlassen. Und wie es im Ernstfall bei mir wäre, kann ich jetzt locker proklamieren - aber wenn es ernst wird, könnte es ganz anders aussehen. (Der Antaghar) |
![]() | 20. April 2011 Hier gilt das meines Erachtens besonders, weil viele vorher groß rumposaunen, sie würden ihren Partner nie im Leben verlassen Deshalb auch der Thread.Es interessiert mich,ob es Mtglieder gibt,die ehrlich schreiben,was sie in so einem Fall tun würden.Wobei ich von den Paaren im Forum nicht unbedingt eine ehrliche Antwort erwarte Ist eine grundsätzliche Bereitschaft vorhanden,bei einem dermassen gehandicapten Partner zu bleiben,oder lehnt man es von vornerein ab (wobei es sicher auch auf die Schwere der Behinderung ankommen würde). |
![]() | 20. April 2011 Ich hab keine Ahnung was ich tun würde. Ich denke mal mit körperlicher Behinderung würde ich noch zurecht kommen. Aber mit geistiger? Ich habe durchaus schon Menschen gepflegt und weiß wie sehr das an den Nerven zerren kann. Und mit einem Partner? Einem der mir wirklich alles bedeutet? Halte ich es auch wenn er vielleicht ein Anderer wird? Menschen verändern sich durch solche Dinge. Sie bleiben nicht was sie waren. Manche werden bitter, andere hart. Manche geben ihre Wut über die Ungerechtigkeiten weiter an den der sie liebt. Es klingt so einfach: Ich liebe Dich, ganz gleich was geschieht. Aber das ist es nicht. Denn wenn das so wäre dann würden sich nicht unendlich viele Paare aus manchmal sehr banalen Gründen trennen. Daher würde ich sagen: Ich würde wahrscheinlich solange bleiben bis meine eigene Kraft aufgebraucht ist. Irgendwann! Meine Loyalität würde mich zwingen zu bleiben. Aber ob meine Liebe das aushält ist die zweite Frage. Und ob ich es aushalte die Frage die gleich danach kommt. |
![]() | 20. April 2011 ich denke ebenso das es situationsbedingt ist. viele faktoren spielen dabei eine rolle. wie stark war die liebe vor dem unfall, wie schwer ist die behinderung, wieviel hilfe bekommt man von außerhalb usw. ich für meinen teil würde nichts unversucht lassen wenn ich meinen partner von ganzen herzen liebe. eine garantie das man für immer zusammen bleibt gibt es nicht und leider, zur heutigen zeit, ohne plötzliche behinderung auch nicht. |
![]() | 20. April 2011 Es gibt ... ... nicht nur "schwarz und weiß", sondern auch ein "Dazwischen". Demzufolge grundsätzlich "Ja" und damit ist das "Ob" beantwortet. Eine andere Frage ist das "Wie", also die Gestaltung der Zukunft. Hierbei hängt es immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Es wäre schlichtweg unmöglich, hierauf eine Pauschalantwort zu fordern oder zu geben. |
![]() | 20. April 2011 Ich würde bleiben wollen, und zwar aus eigenem Antrieb und nicht aus Pflichtgefühl, ein Unfall würde per se nichts an meiner Liebe ändern. Sollte sich über die Jahre zeigen, dass ein Zusammenleben und das Aufrechterhalten der Liebe nicht möglich ist, würde ich die Paarbeziehung beenden, mich aber bei Bedarf weiterhin kümmern. Das handhabe ich bei Beziehungen, in denen der Partner keinen schweren Unfall hat, aber genauso. |
