Freundin ging fremd: Trotz Wut folgt Erregung?

31. März 2011
Freundin ging fremd: Trotz Wut folgt Erregung?

Hallo, liebes Forum.

Ich hab mich gerade frisch angemeldet und sollte ich deshalb im falschen Bereich gelandet sein, entschuldigt bitte, aber ich denke, dass ich hier schon irgendwie richtig sein müsste und hoffe, dass mir jemand helfen könnte.

Kurz zu meiner Person. Ich befinde mich seit 4,5 Jahren glücklich in einer Beziehung und sind nun auch seit gut einem Monat verlobt, wobei der Termin für die Ehe noch aussteht. Wir wollen das alles nicht zu schnell angehen lassen. Nichtsdestotrotz leben wir auch schon über drei Jahre in einer gemeinsamen Wohnung, wobei wir allerdings in unregelmäßigen Abständen schon räumlich getrennt waren bzw. sind.

Noch bis vor ca. neun Monaten hatte sie in der Nähe meines Arbeitsplatzes studiert und hat nun einen festen Job in einer anderen Stadt angenommen, wo ich mit ihr dann zusammen umgezogen bin und deshalb nun eigentlich zwischen zwei Städten pendle: an den Werktagen wohne ich in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung in der Stadt, wo ich arbeite und fast jedes Wochenende komme ich Heim zu meiner Verlobten. Es ist zwar schon manchmal stressig, allerdings haben wir härtere Zeiten erlebt, also dürfte das problemlos zu schaffen sein, zumal das eh nicht für alle Zeit sein wird.

Nun denn, mein Problem ist eigentlich, dass ich mich gerade bzw. schon seit längerem (unbewusst vielleicht schon immer?) in einer Art sexuellen Identitätskrise befinde und so langsam daran verzweifle. Unser Sex war bislang immer quasi perfekt, wir Beiden hatten immer genug Lust und auch gern viel ausprobiert usw. Ich hatte dann immer die dominante Rolle im Bett eingenommen, sie manchmal per Dirty Talk verbal "erniedrigt", ihr den Hintern versohlt und so "kleine" Spielereien. Unser Sex war nie nur darauf ausgelegt, sondern machten es mal so und mal so, damit es nicht zu einer Routine verkommt.

Jedenfalls kam es einmal so, dass wir uns über acht Monate am Stück nicht sehen konnten - außer per Webcam. Sie nahm zu den Zeitpunkt an einem Auslandssemester teil und noch bevor sie wieder da war, musste ich für vier Monate fort. Und naja, als ich dann wieder da war, offenbarte sie mir eines Abends, dass sie in meiner Abwesenheit Sex mit einem Kumpel von sich gehabt hatte. Ein einmaliges Ereignis, wie sie mir versicherte, ausgelöst durch einen trinkreichen Partyabend.

Streit hatten wir zwar nicht, aber die nächsten Wochen waren sehr schwer für uns Beide, da ich nicht so genau wusste, wie ich damit umgehen könnte und sie Angst hatte, dass ich die Beziehung beende. Da in dieser Zeit auch der Sex logischerweise nicht existent war und aber der Körper nicht unbedingt auf den Geist Rücksicht nimmt, befriedigte ich mich in der Zeit oft selbst und irgendwie schafften es meine Gedanken sich langsam an den Abend heranzutasten, als meine Verlobte und ihr Kumpel miteinander intim wurden. Ich hatte zwar nicht die geringste Ahnung, was sie an dem Abend so genau getan hatten, mit der Zeit stellte ich mir aber immer intensiver den Sex der Beiden vor, wie ich es mit ihr hatte, nur halt aus der Vogelperspektive. So als wäre ich ein stiller Beobachter, ein Spanner, der einem Pärchen beim Sex zusieht, nur dass die Frau zufällig meine Verlobte oder eigentlich, gerade WEIL sie meine Verlobte (zu dem Zeitpunkt noch Freundin) war.

Es dauerte wieder einige Wochen, bis ich es so langsam "akzeptieren" konnte, wobei das eigentlich das falsche Wort ist. Ich finde mich eigentlich zutiefst gedemütigt von ihr, andererseits macht es mich an, nur weiß ich nicht so recht, ob es mich anmacht, weil sie jemanden anderes Sex hatte oder ob es mich erniedrigt, weil es mich anmacht, oder oder oder.

Jedenfalls veränderte sich unser Sexleben dadurch ein wenig - nicht zum Besseren, nicht zum Schlechteren, sondern änderte irgendwie ein wenig die Richtung. Ich bat sie eines Abends mir zu erläutern, was genau die Beiden getan hätten, worauf sie aber natürlich nicht sehr erfreut reagierte. Sie dachte in dem Moment, dass ich nur versuchen würde in der Vergangenheit rumzustochern, um so alte Wunden wieder aufleben zu lassen.

Naja, ein kleiner Streit folgte und unsere Beziehung war wieder für die nächsten Wochen stark ins Wanken geraten. Irgendwie hatte sie es geschafft mich zum „bösen Buben“ zu erklären, obwohl ich aus einer völlig anderen Intention heraus die Wahrheit wissen wollte. Schließlich folgte ein zweiter Versuch und ich schaffte es tatsächlich ihr Einiges zu entlocken, wobei es mich zwar doch kränkte es zu hören, allerdings, nachdem ich es recht schnell verdaut hatte, mich doch irgendwie wieder erregte. Es verging wieder etwas Zeit, wodurch sich unser Sexleben langsam aber sicher immer mehr auf diese eine Nacht konzentrierte und ich mich von ihr verbal durch Worte und emotional durch meine Gedanken dadurch immer mehr erregte. Die Gedanken daran wurden so unglaublich intensiv, dass ich mir an den Tagen, wo wir in getrennten Städten waren, mir ausmalte, ob sie denn nicht gerade vielleicht mit einem anderen Kerl in Bett wäre und manchmal durstete es mich danach, wenn wir uns dann an den Wochenenden begrüßten und dann schließlich Sex hatten, dass sie es mir wieder offenbart und dieses Mal aber es nicht zu einem Streit oder wochenlangem Stillschweigen kommt, sondern sie es mir bis auf’s Kleinste genau erklärt, mir erzählt, was ihr besonders gefallen hätte und wogegen ich niemals im Leben mithalten könnte. Sie mich einfach erniedrigt und ich sie daraufhin „bestrafen“ und fi… könnte.

Ich schätze, der Text ist jetzt lang genug geworden, deshalb versuche ich nun schnell zum Punkt zu kommen. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits macht es mir Spaß sie im Bett zu dominieren, andererseits ist es irgendwie ein tiefsitzender Wunsch von mir, dass sie mich währenddessen, davor und/oder danach erniedrigt. Was bin ich dadurch? Aktiv devot, passiv dominant? Gibt es sowas überhaupt oder ist das eher ein Widerspruch?

Desweiteren weiß ich nicht so recht, ob ich denn tatsächlich möchte, dass sie es mit anderen Kerlen treibt oder ob es einfach nur eine Fantasie ist, die mich momentan zwar über einen extrem langen Zeitraum hält, aber evtl. dann irgendwann wieder verschwinden wird. Ich möchte jetzt auch gar keine offene Beziehung oder sowas führen. Also was mich betrifft, ich bin mit ihr glücklich und liebe sie sehr. Ich kann mir niemand anderes vorstellen, als mit ihr alt zu werden. Es also nicht so, dass ich mir wünsche, dass sie es mit anderen Männern treibt, damit ich mir auch die Freiheit dazu nehme (mit anderen Frauen Sex zu haben). Das möchte ich nicht und ich hatte auch in unseren gemeinsamen fast fünf Jahren auch nicht einmal ans Fremdgehen oder Ähnliches gedacht. Mich fordert nur irgendeine Stimme tief in mir, dass sie sich nach mit anderen Männern vergnügt…

Mal davon abgesehen, halte ich bislang auch weiter stillschweigen darüber. Wir hatten es zwar theoretisch mal durchgespielt, so erfand sie eine Geschichte, die sie mir dann detailliert erzählte, was alles so passiert war, aber ich hatte mich nie gegenüber ihr geäußert, dass ich mir evtl. in ECHT wünschen würde, dass sie mit meinem Segen mit einem anderen Mann Sex hat. Vielleicht der Kumpel von ihrem gemeinsamen ONS oder jemand anderes, neues. Ich habe also keinen Plan, ob sie es denn überhaupt gern wiederholen würde. Nur will ich sie jetzt auch nicht zu etwas ermuntern, wovon ich selbst noch nicht so recht überzeugt bin.

Ich bin dankbar über jeden Ratschlag und stehe Fragen gegenüber selbstverständlich zur Verfügung.

Zum Format: Ich hatte den Text vorsorglich im Word abgetippt, um möglichst keine Rechtschreibfehler zu begehen. Also nicht wundern über komisch gesetzte Anführungszeichen.
01. April 2011

Hallo.

Deine Freundin und du scheinen doch an dem was zur Zeit so im Bett passiert Spaß zu haben, habe ich das so richtig verstanden?
Und sie wird doch auch mitbekommen haben oder ihr werdet vielleicht sogar drüber gesprochen haben, dass es dich erregt, wenn sie dir erzählt wie sie mit einem anderen Mann Sex hat?

Wenn dem so ist, dann ist doch eigentlich alles ok.
Ich will dein Problem absolut nicht als nichtig abtun. Ich kann verstehen, dass einen Empfindungen, die man vorher nicht hatte und vielleicht noch im Widerspruch zu den Bisherigen stehen beschäftigen und auch belasten können.

Was bin ich dadurch? Aktiv devot, passiv dominant? Gibt es sowas überhaupt oder ist das eher ein Widerspruch?
Leider scheint sich der Mensch immer wohler zufühlen, wenn er sich irgendwo einordnen kann. Es ist aber eigentlich völlig egal. Das bist einfach DU. Und dem einzigem Menschen dem du das irgendwie erklären müsstest, wäre doch deine Verlobte und die scheint es doch irgendwie schon zu wissen/ahnen.

Ihr habt jetzt so wie es ist Spaß daran, dann habt weiter Spaß daran.

Mich fordert nur irgendeine Stimme tief in mir, dass sie sich nach mit anderen Männern vergnügt…
Höre der Stimme weiterhin zu und guck wie es sich entwickelt. Und wenn sie lauter wird und du dich mit ihr anfreunden kannst, rede mit deiner Verlobten darüber und entscheidet dann gemeinsam wie es weitergeht.

lg witch
01. April 2011

Hallo und danke für deine Nachricht.

In unserer Beziehung und beim Sex läuft es, trotz dieser Schwierigkeiten der letzten Monate, wieder so gut, wie es war bzw. jetzt auch nun auf einer anderen Ebene. Wir haben seither öfter ihre Erlebnisse beim ONS in unser Sexleben mit einbezogen und sogar auch schon neue "Erlebnisse" per Kopfkino selbst gestrickt, nur war das dann Fantasie und nicht Realität.

Sie weiß also von dieser (neuen) Vorliebe, die ich wahrscheinlich durch diesen ONS, den sie hatte, für mich entdeckt habe. Also quasi der Katalysator dafür, wo es sonst wahrscheinlich nie ans Tageslicht gekommen wäre. Sie weiß, dass mich ihr Erlebnis anmacht, weiß über meine Fantasien bescheid, aber nicht, dass ich mit dem Gedanken spiele, es vielleicht zu wiederholen und ich weiß auch nicht, ob sie das überhaupt möchte.

In der Fantasie ist es ja meist alles viel leichter, da man der Herr über die Lage bleibt, als dann in der Realität, wo man eigentlich nur minimal Einfluss auf etwas hat. Und das bereitet mir auch Sorgen, dass ich es am Ende vielleicht nicht verkraften könnte oder Erwartungen stelle, die nicht erfüllt werden können.

Für mich ist das halt eine völlig neue Erfahrung, mit der ich vielleicht auch einfach noch nicht umzugehen weiß. Normalerweise reizt einen ja eine Sache und dann probiert man es mal oder auch nicht. Doch hier hat es mich eher wie ein Schlag ins Gesicht erwischt und erst dann musste ich es verarbeiten. Eigentlich kämen noch einige andere Sachen mit dazu, aber dann könnte ich wohl gleich ein Buch schreiben.

Zu wissen, in welche Kategorie ich gehöre, könnte mir vielleicht dabei helfen zu verstehen, was mit mir los ist und es so evtl. leichter verarbeiten zu können.

Ich mein, vielleicht hat die Stimme in mir auch Unrecht.
01. April 2011
Hm, da fällt mir mehreres zu ein

Hi Ace_83,
einmal zu deiner Neigung fiel mir ein, dass du vielleicht ein Switcher sein könntest. Einmal die Rolle als Dom, die du gespielt hast in eurer Beziehung und dann willst du aber selber gedemütigt werden. Im Grunde ist es bei Switchern - bin viel in der SM-Szene unterwegs gewesen - auch so ähnlich. Bei den meisten geht die Demütigung zwar eher in die Richtung, geschlagen und beschimpft zu werden, nun ist aber auch jeder natürlich unterschiedlich, also werden die Neigungen bei jedem auch etwas anders gelagert und geartet sein. Aber vielleicht hilft es dir ein wenig beim Einkategorisieren deiner eigenen Neigung.

Zum anderen Problem: Hast du schon mal drüber nachgedacht, einen dritten Mann zu eurem Sex mit hinzu zu ziehen? Haben wir paarmal gemacht und war eigentlich auch recht spannend! *g* Mein Partner hat das Spiel jedes Mal geleitet und ich find ohnehin geil, wenn Zuschauer dabei sind. Vielleicht ist das ja auch was für euch?
01. April 2011

die einfachste deiner fragen mal gleich zu anfang beantwortet:

"gibt es das?"
na du merkst ja gerade, dass es das gibt. *zwinker*

spaß beiseite:
es scheint dich ja durchaus anzumachen deine verlobte in gedanken (oder auch real?) beim sex zu sehen bzw zu wissen was sie da so tut. ob das dann im endeffekt mehr dominant oder devot ist ist eigentlich erstmal wurst, es kann ja auch durchaus beides sein. oder abwechselnd.

ich würde dir einfach mal vorschlagen, versuch mal einen schritt aus dem kopfkino heraus in die realität: geh mit deiner süßen doch mal in einen club oder in ein pornokino (bei dir in der nähe gibt es z.b. ein ego, die sind einfach klasse und superschön hergerichtet!), aber zunächst mal nicht mit der absicht andere großartig einzubeziehen. einfach mal um zu schauen und viell selbst spaß zu haben, miteinander. denn wenn ich das richtig verstanden habe hat sie im kopf damit ja auch noch das eine oder andere problem zu verstehen, dass es für dich ok und geil ist zu sehen wie sie mit nem anderen sex hat, daher: erstmal einen gang zurück und einfach mal anschauen! währenddessen ergibt sich dann vielleicht das eine oder im gespräch ganz von selbst, und sei es nur stoff zum reden für hinterher.

unterm strich kann ich nur sagen: versuch ihr zu erklären dass es dich einfach anmacht! ich für meinen teil sehe es z.b. sehr gerne wie die lust und die gier in ihren augen hochkommt, wie sie abhebt. das sieht man zwar selbst auch wenn man beteiligt ist, aber mit ganz anderen augen... und nach solchen abenden haben wir meist den besten sex! *zwinker*
01. April 2011

Hallo, ihr Zwei.

Heißt Switchen nicht eigentlich, dass man sozusagen heute Dom spielt und morgen Sub? Weil bei uns gibt es keine festgelegten Rollen, die dann wechseln, sondern übernehmen beide Rollen gleichzeitig. Während sie mich erniedrigt, erniedrige ich sie direkt oder kurz darauf.

Es ist so ähnlich, wie ein altes Ehepaar, das nur aus reiner Gewohnheit noch zusammen ist und sich ständig streitet. Sie wirft ihm irgendwas an den Kopf und er kontert daraufhin. Bei uns ist das ähnlich, nur streiten wir uns nicht, sondern beziehen es auf ein sexuelles Spiel. Diese Sache dominiert jetzt aber auch nicht unser Sexleben. Wir machen auch genau so andere, "normale" Dinge, lassen diese Sache völlig weg und lieben uns ganz normal oder probieren neue Dinge aus.

Unser Alltagsleben hat sich deswegen zwar auch nicht geändert, nur sehe ich Vieles aus einer völlig neuen Perspektive. Wenn sie mit ihren Leuten was unternimmt (wir haben unterschiedliche Freundeskreise) und ich nicht dabei bin und sie sich schick macht, dann dachte ich mir früher nicht viel dabei oder zumindest war es mir nie bewusst. Heutzutage denke ich mir aber, wie andere Männer wohl auf ihr Aussehen, ihre Aufmachung reagieren und welche Gedanken sie deswegen haben könnten. Es ist keine Eifersucht im Spiel, sondern irgendwas anderes.

Das Problem ist auch, dass er mir schon desöfteren an Schlaf raubte. Ganze Nächte, in denen ich quasi in einem Wachkoma lag, nicht einschlafen konnte und mir völlig unkontrolliert Gedanken durch den Kopf schoßen und als dann endlich die Möglichkeit des Einschlafens gekommen war, auf einmal der verdammte Wecker klingelte und ich aufstehen musste. Meine Kameraden dachten eine Zeit lang, dass ich ein Doppelleben führen würde, weil ich dann bei der Arbeit wegen dem Schlafentzug wie ein "Zombie" rumlief. Ist auch keine Geschichte, die man unbedingt dem besten Kumpel anvertrauen möchte, da ich dann doch Angst habe deswegen komisch angeguckt zu werden, weswegen es auch mit ein Grund war in einem entsprechenden Forum anzumelden.

Zur Zeit bin ich krank geschrieben, meine Verlobte war/ist beruflich in Hannover unterwegs und kommt heute Abend wieder, also dachte ich mir, offenbare ich mich mal anderen Menschen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie wir es mit deinem zweiten Mann bewerkstelligen könnten, denn das Wichtigste ist ja, dass meiner Verlobten der zweite Mann gefällt und zwar körperlich und emotional. Denn auch wenn man Sex und Liebe voneinander trennen kann, so bedarf es dennoch gegenseitiger Sympathie, Zuneigung zueinander, damit der Sex zu etwas Schönem wird und nicht zu einer "Rein-Raus-Parade" verkommt. Insofern müsste es jemand sein, den sie gern hat und ich persönlich habe nicht unbedingt das Interesse dieses Schauspiel zu "leiten", sondern wäre eher ein Beobachter oder vielleicht könnte ich dabei auch nicht zusehen, sondern sie würde es mir im Nachhinein erzählen?!

Dass sie ihn gern hat, muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass ich ihn auch gerne hab. Würde sie also theoretisch mit, sagen wir mal, ihrem Kumpel eine Affäre beginnen, so würde ich mich zwangsläufig irgendwann mit ihm "anfreunden" oder würde sich für sie eine Art Doppelleben ergeben?

Denn eigentlich hätte ich mittlerweile das Bedürfnis ihn besser kennenzulernen, während ich vor der ganzen Geschichte zwar nichts gegen ihn hatte, aber auch nicht unbedingt was mit ihm zu tun hatte.

Wie ist das überhaupt aus dem Blickwinkel des Liebhabers zu verstehen? Ist das dann im Grunde eine Dreiecksbeziehung oder einfach nur Sex?

Ja, ich weiß, ich stelle Fragen... *schaem*
01. April 2011

Da fällt mir nur ein Wort ein: Cuckold

Die Gründe warum das reizen kann, sind so unterschiedlich und individuell, wie Menschen selbst.
01. April 2011

Hallo, Lina_Berlin.

Danke für die Info. Ich werde mich mal durch die "Cuckold"-Thematik durchlesen.
01. April 2011

Beim lesen deiner "Geschichte" kam mir etwas vollkommen anderes in den Sinn....


Schon einmal daran gedacht, das du auf diese "Art und Weise" versuchst, mit dem Vertrauensbruch/Fremdgehen fertig zu werden?

Was du erlebt hast, hat dich nach deiner eigenen Aussage ziemlich verletzt....vielleicht ist das für dich ein Weg, mit diesem Stress fertig zu werden.....
01. April 2011
link zur gruppe

Cuckold: Forum
01. April 2011

Hallo, Hart.

Nein, aus der Sicht hatte ich es noch nicht gesehen und mir wäre es auch lieber gewesen, wenn du diesen Gedanken nicht in den Raum geworfen hättest. Ich hatte viel überlegt und nach verständnisvollen Gründen gesucht, wieso deine Annahme falsch wäre, aber irgendwann bin ich nur zu dem Punkt gekommen, wo ich mir eingestehen muss, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es so ist, wie du sagst oder nicht. Also ich kann weder das Eine noch das Andere rational begründen, nur muss ich diese Theorie jetzt in meine Situation mit einbeziehen.

Hallo, Jwish30.

Danke für den Link. Es ist zumindest schön zu sehen, dass ich auf der richtigen Seite gelandet bin. *top*
01. April 2011

ich glaube auch, das Denken und Fühlen in Widersprüchen ist in solchen Situationen normal und muss mit Cuckholdphantasien nichts zu tun haben.
Wenn ich zurückdenke, ging es mir mal ähnlich. Die Frau erregt mich nachwievor, wenn ich an sie denke, aber ich würde sie noch nicht einmal geschenkt haben wollen.
Vielleicht ist es doch gut, Du redest mit ihr über Deine Gefühle und Deine Erregung. Und vielleicht wäre dies der gordische Knoten, den Du zerhauen musst.
01. April 2011

Ich glaub, ich hab des Rätsels Lösung entdeckt. Zwar kann ich nachwievor Hart's Theorie nicht rational begründen, allerdings kann ich nicht genau so wenig sagen, wieso wir eigentlich unbedingt eine monogame Beziehung führen müssen. Denn eigentlich ist das so durch unsere Gesellschaft geprägt, herausgebracht durch die Kirche, aber ohne irgendwelchen Belang.

Dass meine Verlobte sexuelles Interesse an Anderen hat, bedeutet nicht, dass sie mich dadurch weniger liebt und respektiert, als ich sie. Sie in ihren Wünschen zu behindern, würde nur bedeuten, dass ich sie versuche zu kontrollieren. Wenn wir aber für uns entscheiden können, dass wir außerhalb gesellschaftlicher Konventionen leben können, dann entscheiden wir uns lediglich für eine andere Beziehungsform. Welcher das nun letztendlich ist, bleibt die Frage.

Ob es je wieder zu weiteren sexuellen Kontakten zwischen ihr und Anderen kommen wird, bleibt offen. Sie hat zumindest im Moment kein Bedürfnis dazu, allerdings mag sie es von Anderen begehrt zu werden. Optische Reize, Flirtereien, Kopfkino. Wir werden es mit der Zeit in unser Sexleben miteinbeziehen und sehen, wie es sich entwickelt.

Danke für eure Hilfe.
01. April 2011

Ja, mache Dir keinen Kopf und erfreue Dich an den Reizen der Frauen, wie Deine an denen der Männer.
02. April 2011

Cuckold könnte hinkommen ... und ich habe wieder mal etwas gelernt, denn das Phänomen kannte ich vor diesem Thema hier noch gar nicht. *ja*

Meine Idee dazu wäre, dass du dir deswegen, dass es dich erregt, Vorwürfe machst und dich das zerreißt.
Dazu gibt es aber inzwischen ja doch gar keinen Grund, oder sehe ich das falsch? Deine Verlobte weiß inzwischen dass dich das anmacht.
Was sie vielleicht noch nicht weiß ist, dass du es selbst nicht kapierst, warum dich das überhaupt anmacht.

Hat sie zu diesem, ich nenne es jetzt mal Spleen, denn schon einmal etwas gesagt?
Findet sie es merkwürdig, schweigt sie es tot, oder hat sie es inzwischen begriffen, dass es dich selbst erregt, du aber selbst nicht begreifst warum eigentlich ... ?

Mal ganz direkt gefragt: Wie wäre es denn eigentlich, wenn ihr diese Lust, die sich in dir da aufbaut, direkt in euer Liebesspiel einbaut?
Also du sie mal fragst, da du dieses Ereignis unerwartet lustvoll empfunden hast, ob sie sich nicht einfach mal Geschichten ausdenken könnte, was sie mit anderen Männern (vielleicht ja sogar mit jenem einen) alles machen würde und es dir ins Ohr flüstert ...?
Ist natürlich nicht ohne, das. Aber die Frage, die offen ist, ist der Umstand, ob es sie anmacht, wenn dich etwas anmacht. Lust um die Ecke sozusagen, wenn sie weiß was dich kickt, sorgt sie dafür dass es dich kickt, und zieht daraus dann ihre eigene Lust.

Diese "Lust umme Ecke" ist im BDSM-Bereich nicht selten und im Nicht-BDSM-Bereich vermutlich auch. *zwinker*

Das hat den Vorteil, dass weder sie erneut fremdgehen "muss", noch dass du diesen unerwarteten Lustfaktor aufzugeben brauchst.
Es wäre dann einfach nur eine weitere sexuelle Experimentierfreudigkeit neben den vielen anderen, die ihr an den Tag legt. *g*

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