Sich trauen...

16. September 2006
Sich trauen...

Hallo ihr Lieben,

tja, wo fange ich am Besten an? ..... Wohl am Anfang. Ich bin gerade etwas verwirrt, genaugenommen sogar ziemlich.

Ich bin momentan in einer Phase, wo ich verschiedene Seiten an mir entdecke, eben auch das devot-sein.

Es ist für mich recht schwer gewesen überhaupt zu akzeptieren, dass ich eine devote Seite habe - vielleicht sogar jetzt noch etwas.
Es kam für mich nie in Frage, ich wollte es nicht weil ich sehr als Schwäche angesehen habe.

Ich möchte diese Seite allerdings "ausbauen". Der Haken dabei ist, dass ich mich nicht völllig fallen lassen kann, es nicht "tun" kann. Es regt sich irgendwas, was dann nicht will und dann klappt es nicht.

Dann werde ich richtig scheu und kann einfach nicht weiter. Später regt es mich auf, weil ich keine Lust habe zu "versagen". Ich weiß, man soll sich selbst nicht unter Druck setzen, aber ich weiß nicht wie ich es erreichen kann?!

Ich male mir verschiedene Sachen aus, es erregt mich auch aber wenn ich mich daran mache es zu tun, dann kann ich einfach nicht.

Dabei ist es mittlerweile ein sehr intensiver Wunsch von mir.... *snief2*

Wollte das einfach mal loswerden... *snief2*
17. September 2006

Na supi.

Jetzt habe ich gerade noch zig andere Threads mit dem Thema gefunden. *grrr*

Werde mich da mal schlau machen.
Vielleicht stehen da ja ein paar interessante Sachen.

Trotzdem danke.
17. September 2006

hallo advena,

auch wenn du in anderen threads rum krabbelst *zwinker* möchte ich dir hier ein paar zeilen schreiben.

diesen kampf den du in dir führst, führt jeder bdsmler ins sich, sowohl aktiv als auch passiv. ich kann den aktiven-kampf aus eigener erfahrung beschreiben, den passiven nur aus erzählungen und verständnis.

kurz gesagt schwebt über dem ganzen das gefühl "das tut man nicht" ... man kann mutmaßen ob es die gesellschaft, die erziehung oder der klassische kampf zwischen der heiligen und der hure ist, aber im ersten moment fühlt es sich einfach falsch an.

der aktive part kennt diesen kampf allerdings auch ... es ist und bleibt nun mal ein paradoxum ... "ich liebe sie, ich schlage sie"; "ich achte sie, ich erniedrige sie"; u.s.w.

ich bin der meinung das man diesen kampf nur gemeinsam gewinnen kann, gerade als "neuling" solltest du darauf achten das du nicht gleich ins "eiskalte" wasser springst und du mit deinem partner erst langsam beginnst in diesen bereich abzutauchen. kleine und kurze situationen um zu fühlen und nicht nur zu verstehen sondern auch zu erleben das nichts passiert und das es beiden spaß machen kann.

konkreter möchte ich hier nicht werden, da sonst gleich die eisverkäuferin wieder durchs forum saust.

ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen!

pass auf dich auf, vieleicht leist man sich ja mal.

gruß vom puppenspieler
17. September 2006

Hallo Puppenspieler,

lieben Danke zunächst für deine Antwort.

Nunja, mein "noch nicht ganz Partner" (wir kennen uns seit gut 1 Jahr, wenn nicht noch etwas mehr) ist kein Anfänger, sondern "nur" ich.

Ich glaube ich fordere einfach so viel von mir.
Ich möchte, dass direkt alles perfekt ist, dass ich nicht "zicke", wenn er etwas verlangt. Manchmal malen wir beide uns Szenarien aus, das ist echt der Wahnsinn! Ich fühle ja, dass es mir gefällt. Aber sobald ich es umsetzen möchte (sei es alleine oder sonst wie), dann wird es schwer, ich kann mich stellenweise gar nicht dazu durchringen und bin dann wieder am Boden zerstört. Ich will ja keine Blamage sein oder so.

Ich dachte sogar ich mache mir was vor - ich würde das devot-sein mögen, es sei aber nicht so. Aber dann würde es mir ja grundsätzlich überhaupt nicht zu sagen ect.

Ich will ihn nicht enttäuschen, dass ist das was mich plagt. Er hat mir auch gesagt, dass er die Geduld aufbringt und mir das nach und nach beibringt, aber mein Fehler ist wohl, dass ich "direkt und ohne Umwege funktionieren" will für ihn. Hört sich wahrscheinlich naiv an. *snief2*

*muss wohl noch viel lernen*
17. September 2006

konkreter möchte ich hier nicht werden, da sonst gleich die eisverkäuferin wieder durchs forum saust.

Dann könnten wir auch anderweitig kommunizieren, bin für jeden hilfreichen Gedankenaustausch dankbar.
17. September 2006
hallo advena, nicht so viel gedanken

ich finde deine einstellung sehr löblich, und vermisse ihn gerade bei doch so erfahrenen subs. nur so selbstkritisch solltest du nicht sein ... und rollenkonform steht es dir auch garnicht zu.

dein dom sollte urteilen ... und er selbst hat recht ... wenn er sagt das er die aufgabe hat dich zu formen und dabei zu unterstützen deine ziele zu erreichen.

also, ich finde du solltest deinen weg beibehalten und dich bemühen ohne zu verzweifeln wenn es nicht direkt geht. es ist wie ein hochleistungssportler der zum beginn seines trainings sicher nicht perfekt sein kann ... aber auch niemals besser wird wenn er eben dieses perfekt sein nicht ständig anstrebt.

gruß vom puppenspieler
17. September 2006

ich finde deine einstellung sehr löblich, und vermisse ihn gerade bei doch so erfahrenen subs.

Hmm, das kann ich nicht so beurteilen, aber danke. *rotwerd* *zwinker*

also, ich finde du solltest deinen weg beibehalten und dich bemühen ohne zu verzweifeln wenn es nicht direkt geht. es ist wie ein hochleistungssportler der zum beginn seines trainings sicher nicht perfekt sein kann ...

Ich bin ehemalige Leistungsschwimmerin, ich kenne das Gefühl sehr gut.

Ich "hoffe", dass ich wirklich "nur" zu viel von mir erwarte und, dass es nicht noch was anderes ist. Er ist mir sehr wichtig und ich möchte, dass er von mir das bekommt was er verlangt bzw. sich erwünscht.

Was mich so verrückt macht ist, dass ich es ja will aber nicht kann - unabhängig von der Ursache mal gesehen. Das muss für ihn auf Dauer wie ein Schlag ins Gesicht sein und das will ich eben nicht. *snief2*

Ich weiß nicht, wie ich das angehen soll, bzw. wie diese kleinen (Fort-)Schritte aussehen sollen. Er wohnt ja auch nicht gerade um die Ecke.
17. September 2006

das würde jetzt ins detail gehen ... und ich müsste etwas mehr fragen stellen die hier nichts zu suchen hätten, wenn du möchtest können wir uns gerne auf anderem wege weiter unterhalten.

gruß vom puppenspieler
17. September 2006

Setze dich nicht unter Druck, man kann anfangs nicht alles perfekt machen *g* Ich kenne das, das man grade am Anfang sofort alles will und alles perfekt machen möchte und ich bin meinem Dom dankbar, das er mich da gebremst hat.

Mit einem Dom wächst man auch erst mit der Zeit zusammen, das nötige Grundvertrauen ist zwar da, aber oft hinterfragt man Dinge, die er befiehlt oder kannnicht verstehen wieso er grade das verlangt.

Redet miteinander, wie weit ihr seit, wo du stehst, über eure Wünsche und lasst es langsam angehen *g*
17. September 2006
Hmm...

Dazu fällt mir nur ein, selbst eine erfahrene Sub macht nicht alles richtig.
Und selbst wenn sie alles, aber auch wirklich alles richtig machen würde, könnte Dom sich Dinge einfallen lassen, die Sub garantiert nicht schafft!

Also, überleg doch mal, welchen Sinn würde es machen, wenn Du gleich zu Beginn perfekt wärest?

Ach so... im übrigen... perfekt funktionieren ist wohl auch nicht der Anspruch im BDSM. Denn dies ist KEIN Leistungssport! Sondern in erster Linie sollte es Dir, und auch Deinem Partner Spaß machen.

~ Ich würde vielleicht mal noch einmal genau meine Einstellung zu BDSM überdenken... ehrlich gesagt ~
(Sorry, wenn das hart klingt, seh ich aber nach Deinem Vergleich mit dem Leistungssport so!)
17. September 2006
Hallo

Beim letzten Posting kann ich meinem Vorredner nicht so wirklich zustimmen.

Wenn ich dein Schreiben richtig verstanden habe, dann stehst du dir selbst im Weg, weil du befürchtest etwas nicht richtig zu machen, zu versagen.

Entspann dich.

Selbst wenn etwas nicht 100%ig läuft, macht doch nichts. Dann beim nächsten mal.
Es geht nämlich nicht um Hochleistungssport sondern um Genuß.
Also genieße. Genieße dich, deinen Partner, genieße euer Spiel.
Lass es dir gut gehen.
Und alles geht...
17. September 2006

Das war auch nicht zu ernst zu nehmen mit dem "perfekt sein" und der Vergleich mit dem Leistungssport bezog sich auf das Gefühl, direkt so gut wie möglich zu sein.

Ich vergleiche BDSM nicht mit Leistungsschwimmen. *roll*
17. September 2006
Sorry...

Aber wenn ich diesen Absatz von Dir lese:

Ich möchte, dass direkt alles perfekt ist, dass ich nicht "zicke", wenn er etwas verlangt ... Ich will ja keine Blamage sein oder so.

Dann lese ich daraus, daß Du Dich einfach NUR (!?) unter Druck setzt!
Ob nun wie beim Leistungsschwimmen, oder wie auch immer.

Das ganze soll SPASS bereiten, und nicht in Höchstleistungen ausarten. Hier geht es nicht um höher, schneller, weiter. Sondern um den Genuss.

Abgesehen davon, jede Sub durchläuft eine Phase, in der sie nicht mehr an sich glaubt, oder denkt, nichts richtig machen zu können. Aber erstens wird euch das, wenn die Kommunikation zwischen euch beiden stimmt, noch mehr zusammenschweissen. Und zweitens... es geht auch wieder vorbei.
Dies sind doch natürliche Reflektionen, die jeder, egal ob aktiv oder auch passiv, durchlebt. Also, keine Angst... und vor allem viel Spaß euch zweien! *g*
17. September 2006

Danke. *g*

Ich bin eben Perfektionistin, natürlich geht es mir auch um den Genuss, die Leidenschaft.... Ich möchte eben, dass es so schön wie möglich wird.

Mein Satzaufbau war wohl unglücklich gewählt. Perfekt... ist wahrscheinlich nicht möglich, zumindest nicht auf Anhieb. Ich habe dieses Wort wohl nur zur Unterstreichung gewählt.
17. September 2006
Dann

tu es.

Trau dich.

Und du wirst sehen: Deine vermeintliche Schwäche ist eine Stärke.

Viel Glück!

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