BDSM-Unfälle

20. März 2011
BDSM-Unfälle

Zitat aus dem aktuellen Magazin-Artikel zum Thema "Masturbation":

"Autoerotische Unfälle zählen nicht als Unfall und fallen damit nicht in die Leistungspflicht von Unfallversicherungen. Und auch Krankenkassen holen sich Sachverständige, um Hergänge von Verletzungen zu rekonstruieren."

Dieser Absatz hat mich auf die Frage gebracht, was wäre, wenn jemand mit einer Verletzung durch BDSM zum Arzt muss und dort die Wahrheit sagt.

Kann das Schwierigkeiten mit der Krankenkasse nach sich ziehen?

Zumindest habe ich schon gelesen, dass solche Neigungen auf der neuen Krankenkassenkarte erfasst werden.

Bitte nur fundierte Informationen oder eigene Erfahrungen posten.

Danke!
22. März 2011
Kommt drauf an ;-(

Sollte Dein Doc es wissen und verschlüsseln: Ja, es gibt nach wie vor eine Diagnoseschlüsel für uns perverse SMer, den er der Kasse zuspielen kann. Kenne aber keinen, der es macht.

Es wird immer wieder diskutiert, selbstverschuldete Kosten vom Verursacher zurückzuholen. Machen die Kassen aber noch nicht. Zu diskutieren wäre dies und wird immer wieder:
- Leistungs- und Extremsportler
- Raucher
- Piercing-Entzündungen
- Suff im Krankenhaus ausschlafen
- Rettungsdienst bei Banalitäten....

Zu Deiner Frage: Ehrlich mit dem Doc sein lohnt, um das Verletzungsausmaß und -muster einzuschätzen. Sollte er damit nicht klarkommen hilft wechseln. Aber verpetzen tun wir selten *zwinker*
22. März 2011

Wenn der Arzt den Diagnoseschlüssel verwendet, dann muss die kasse zahlen. dann ist es nämlich etwas, was als Krankheit eingestuft ist. *ggg*

Und solange die Kasse Skifahrer und Raucher bezahltechnisch versorgt, mache ich mir mit der Umsetzbarkeit einiger SMiger Verletzungen keine grossen Gedanken. Wobei eine Präzedenzfallentscheidung da noch aussteht.

Nonethelss, wer die Enstehung von Verletzungen beim Arzt verschweigt, riskiert, dass er sie nicht adäquat behandeln kann. Ergo .. ehrlich sein...

noxx *huhu*
22. März 2011
lesestoff

Session-Unfälle

*zwinker*

  • Liebe Grüße,
    schlagfertig
    JOY-Team
22. März 2011
Und bei Versicherungen

macht euch da mal nicht so die Sorgen. Die Jungs und Mädels dort haben schon so einiges gelesen. Da bleibt jede SM-Schilderung nur als kleine Anekdote im Hirn des zuständigen Sachbearbeiters.

Auf meinem Schreibtisch lag mal "beim bumsen Kette abgerissen", und was hab ich gemacht? Gegrinst und gezahlt. Locker bleiben.

Auch wenn mein Beispiel kein Krankenkassenbeispiel ist, so bleibt weiter unanständig, ohne Angst vor der Krankenkasse.
22. März 2011
Bumsen und Kette

Kann natürlich auch ein Unfall im Strassenverkehr sein, bei dem ein Auto, das ein anderes per Kette abschleppte, von einem dritten Fahrzeug gerammt wurde, woraufhin die besagte Kette zerriss.. nein? Schade... *ggg*
22. März 2011
Danke

Danke schon mal.

Das stimmt ja schon mal optimistisch.
Klar, an die Raucher, etc. hatte ich gar nicht gedacht.

Aber wenn es stimmt, dass dieser Schlüssel auf der neuen Versichertenkarte gespeichert werden soll ... und diese Infos dann möglicherweise für jede Rezeptionsdame, Arzthelferin, etc. einsehbar sind ... dann wird mir mein Wohnort schnell zu klein.
22. März 2011

Ja, die elektronische Gesundheitskarte kann witzig werden, jee nachdem, was draufkommt...
23. März 2011

Wobei ich mir bei dem Diagnoseschlüssel F65.5 (Sadomasochismus) gar nicht mal soooo sicher bin, das (m)ein Hausarzt den bei einer Behandlung des Tennisellenbogens von Sub verhauen angeben würde, Immerhin sind die F6er Schlüssel für PSYSCHISCHE Erkrankungen, und ich denke mal, die meisten behandelten Symptome sind eher KÖRPERLICH.

Nichts desto trotz kann ein solcher Eintrag auf der gläsernen Gesundheitskarte nachteile mit sich bringen.

Gruß
Sascha
23. März 2011

Kommt leider darauf an, ob Dein Doc Dich für behandlungsbedürftig krank hält.
Auch Alkohol- und Niktinabhängigkeit kann er, muß er aber nicht verschlüsseln
23. März 2011

Nichts desto trotz kann ein solcher Eintrag auf der gläsernen Gesundheitskarte nachteile mit sich bringen.


Oder man findet beim nächsten Arztbesuch die Arzthelferin für's Leben *g*
23. März 2011
@shodan

Bedeutet das, der Arzt könnte Alkoholismus oder SMler oder Transvestit auch irgendwie unverschlüsselt auf die Karte schreiben???
24. März 2011

Auf meine Ambulanzkarte darvf ich alles schreiben, was ich mir denke. Als Arbeitshypothese. Wozu ich Belege habe, was behandlungsrelevant ist, kann ich der KV melden. Sie sagt, ich soll, damit sie nen Gläsernen Patienten schafft.
Daher MEINE persönlichen Bedenken der elektronischen Patientenaktew auf Chip. Könnten auch Hypothesen gespeichert werden...
25. März 2011

In dem Zusammenhang hätte ich da mal eine kleine spitzfindige zweite Frage:

Selbstverschuldete Unfälle übernimmt doch in der Regel die Haftpflichtversicherung.
Heißt das dann nicht konkret, dass selbst wenn die Krankenkasse Verletzungen per SM nicht bezahlen würde, die Haftpflicht der anderen Person nicht einspringen müsste?

Das nur mal so als (Hoffnung machenden) Gedankenanstoß *zwinker*
25. März 2011

Ich glaube nicht, dass die Haftpflicht bei solchen 'Selbstverschuldeten' Fällen zahlen würde... *zwinker*

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