„Was immer Ihr als Euren Gott verehrt“

15. September 2006
„Was immer Ihr als Euren Gott verehrt“

Eine Sklavin, die in Demut vor ihrem Herrn kniet

Ein Mönch, der sich selbst geisselt

Devotion, Hingabe sind sowohl in christlichen als auch in BDSM zusammenhängen zuhause. Ersetzt der Dom den Gott, oder ist der sich selbst Schmerzen zufügende Christ in Wirklichkeit ein verkappter Sadomasochist?

Kann man als BDSMler noch Christ sein oder kann man als Christ BDSM ausüben?

Mir ist es in letzter Zeit immer mal passiert, dass ich beim Lesen von Texten devoter Menschen mich plötzlich an Schriften von Christen erinnert habe, die versuchen ihre Devotion zu ihrem Gott zu formulieren, bis hin zu einer Frau, die TPE lebte und es zu erklären versuchte, indem sie sich mit einer Nonne verglich, mit dem kleinen Unterschied dass sie ein alles andere als keusches Leben lebe.

Nun dürfte es ein Bruchteil der Christen sein, die sich selber Schmerzen zufügen, oder sich Schmerzen zufügen lassen im Namen ihrer Hingabe an Gott und auch unter den BDSMlern ist so totale Selbstaufgabe ala TPE glaube ich höchst selten anzutreffen.

Ich bin aber schon über die Vorstellung gestolpert, vor meinem Partner niederzuknien und wir hatten schnell klar, dass dies eine Symbolik ist, die uns beide nicht anspricht. „Ich beuge meine Knie nur vor meinem Gott“ zumindest zwecks Anbetung und weder will ich meinen Partner anbeten, noch er angebetet werden.

Auch klingt es im Forum immer mal wieder an, dass BDSM auch so eine Art Ersatzreligion sein könnte:
Was mir bei der BDSM-Szene - jedenfalls bei der Hardcore-Fraktion - immer wieder als interessierter Beobachter auffällt ist ein verklärt-quasi-religiöser Impetus
Greatgatsby in Anforderungen an einen Dom
mit Ritualen, Ge- und Verboten bis hin zu „Ordenskleidung“

Ich will in diesem Thread weder polemische Beschimpfungen auf „die christliche Kirche“ und alle Christen überhaupt auslösen, noch soll dies eine Einladung an Christen in diesem Forum sein, den BDSMlern endlich mal zu sagen, was sie falsch machen.

Ich wüsste gern: wie geht es Euch mit BDSM und Christentum. Zwei unvereinbare Gegensätze oder zwei Lebensbereiche, die einander nicht ins Gehege kommen?
Ist das Christentum ein Auslaufmodel, nur noch als Secondhand-Boutique für Symbole und Rituale zu gebrauchen, oder war christliche Moral gar die Hemmschwelle, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse auszuleben?
Oder bereichert gemeinsam gelebter Glaube auch die BDSM Beziehung und macht gegenseitiges Vertrauen erst wirklich möglich?

Alre, gespannt
15. September 2006
@Alre

hmmmmmmm... schwieriges und empfindliches Thema ausgesucht.

Meiner Meinung dazu:
Egal an was man glaubt diese Glaube soll ehrlich und von Herzen sein. Für mich gibt es nur einen Gott und Religionenaufteilung, Sekten usw. sprechen mich nicht wirklich an. Ich glaube auch an einen liebenden und nicht an einen strafenden Gott. Ob man Christentum und BDSM miteinander vereinbaren kann fragst Du. Ich sehe da keine Hindernisse. Du musst Dich nur entscheiden an was Du glaubst. An Bibel, Kirche, Aussagen von (leider manchmal sehr frustrierten) Gottes "Bodenpersonal" oder bist Du Dir Deiner Glaube an Gott im Herzen sicher!?!? Christentum hat bekannterweise viele kleine "Götter" im Form von Heiligen, Engeln usw., dazu kann man (ist nur von eigener Einstellung abhängig) durchaus einen kleinen persönlichen "Heiligen" dazufügen in form eigenen über alles liebenden DOM. Warum nicht? Problem sehe ich nur dann wenn DOM mit Gott verwechselt wird. Aber das ist jederman seine Sache und zu subjektiv um eine klare Linie oder Trend feststellen zu können. Viele neigen dazu, aus schlechten Gewissen, selbst seine eigene Glaube in Frage zu stellen und fühlen sich berufen das ganze irgendwie rechtfertigen zu müssen. Jeder hat Recht auf seine eigene Meinung und Glaube und wenn er es nicht will muss das den anderen auch nicht an der Nase binden. Wenn jemand mit gewalt versucht dem anderen eigene Glaube aufzudrängen (ist auch leider der Fall auch in Christentum) ist für mich Schmerzgrenze gleich erreicht.

Finde für Dich das womit Du in Gleichgewicht und guten Gewissen leben kannst. Die Namen und Schubladen sind da nicht wichtig.

Lieben Gruß
Taaraa
15. September 2006
Keine Glaubenskrise

Finde für Dich das womit Du in Gleichgewicht und guten Gewissen leben kannst. Die Namen und Schubladen sind da nicht wichtig.

Um weitern Missverständnissen vorzubeugen: ich befinde mich keineswegs in einer Glaubenskrise und bedarf keinerlei Ermunterung meiner eigenen Meinung zu sein.
Meine Frage war: Wie gehen andere damit um, wie seht Ihr das, was ist Eure Wahrnehmung zu diesem Thema.

Taaraa, deine Überlegungen zu den Heiligen finde ich sehr spannend. Für mich als Protestantin natürlich keine lebbare Alternative, aber doch ein nachvollziehbarer Gedankengang.
Ist es für den katholisch Christen leichter, BDSM in sein Leben zu integrieren? Selbstgeisselung ist ja auch irgendwie mehr so ein katholisches Ding.

Alre, noch immer gespannt
15. September 2006
@Alre

*lach* wollte Dir auch nicht prädigen *zwinker*

Wie die Christen mit BDSM umgehen würde mich auch wirklich interessieren. Auch aus anderen Religiösen Zugehörigkeiten. Ich persönlich habe keine Religion - ich glaube an Gott (schon gesagt??? ;-)). Mag mich mit Bodenpersonal und Vermittler nicht unterhalten wenn ich schon den Herr persönlich ansprechen kann und darf *cool*
15. September 2006
BDSM und Religion

Aus BDSM und Kirche gleichartiges herauszusuchen ist genauso einfach wie gegensätzliches zu finden.

Zum ersten, Alre steckst du christlichen Glauben und Kirche in einen Topf. Das ist erstmal kritisch zu hinterfragen.
Zum anderen muß die Kirche BDSM allein schon wegen der freizügigen Sexualmoral verdammen.
Zum dritten möchte ich mich als jemand der SSC für das wichtigste bei BDSM hält unbedingt ganz klar von den Folterknechten der Inquisition genauso abgrenzen wie von denen, die im Namen eines Gottes andere physisch und psychisch malträtieren.
Zum vierten halte ich das Christentum des neuen Testamentes für eine nette, freundliche Religion, die mit der Kirche soviel zu tun hat wie mit BDSM.

So gesehen kann jemand, der BDSM praktiziert, die Doppelmoral der Kirchen praktizieren, oder ein echter Christ sein, oder ein Ungläubiger.
16. September 2006
Moral?

Hallo Alre,
vorweg: ich bin aus der (ev.) Kirche ausgetreten, meine Herrn (rk) ebenfalls. Und wir waren beide aktiv in einer Gruppe, für die die Ökumene nicht nur ein Wort sein sollte. Nicht weil unsere Neigungen der Kirche entgegen standen, sondern weil wir Fragen unsere Neigungen betreffend noch nicht einmal mit anderen Kirchenmigliedern diskutieren konnten. Perverse, Widerllinge waren noch die freundlichsten Worte. Für uns hieß es damals und heißt es auch noch heute: Lasst uns in Frieden. Es erscheint nicht wirklich möglich, mit "der Kirche" über das, was uns aktuell beschäftigt, diskutieren zu können. Die leeren Gotteshäuser scheinen diese - meine - Meinung zumindest zu bekräftigen. Schade eigentlich.
17. September 2006
der unterschied liegt im gefühl

hallo zusammen,

teilweise interessant, teilweise irreführend.

ich habe vor geraumer zeit in den schlagzeilen einen bericht gelesen über bdsm+buddhismus was auch sehr diskutabel war.

also auch wenn ich kein christ bin denke ich das der unterschied im gefühl liegt. die demut die vor gott oder jesus empfunden wird unterscheidet sich doch schon ehr von der devotion einem dominanten part gegenüber.

da fällt mir ein was mir ein christ mal sagte:
ich brauch keine kirche um gott nah zu sein, und ich brauch auch nicht die hände zu falten um zu gott zu beten.

ich denke es gibt hundert verschiedene situationen in denen menschen auf die knie gehen, ob aus verzweiflung, freude, begeisterung oder halt unterwürfigkeit ... was diese geste jeweils unterscheidet ist das gefühl in sich.

auch die tatsache das sich früher sowie heute menschen selbst geißeln oder selbst schmerzen zufügen hat wenig mit bdsm zu tun. hierbei handelt es sich mehr um eine form von automasochismus dich auch in den wenigsten fällen eine sexuelle intension hat.

ein wirklich interessantes thema um so mehr ich darüber nachdenke! auch wenn ich sicherlich in dem bereich keine große kompetenz mitbringe.

gruß vom puppenspieler
17. September 2006

Liebe Gemeinde :wink:,

mag sein, dass Religiosität und BDSM nicht zueinander passen. Wahrscheinlich kann man irgendwelche Bibel- oder Koranpassagen finden, aus denen man das herauslesen kann.

(By the way: Gibts BDSM auch in muslimischen Kulturkreisen?)

Für mich persönlich z.B. ist das Leben nach einschlägigen christlichen Idealen unabhängig von religiösen Elementen und mangels ausreichender Kenntnis unabhängig vom Leben nach welcher "heiligen Schrift" auch immer. Das sehen manche vielleicht anders, aber für mich gehören z.B. weder Gottesdienst noch das Gebet zum Alltag.

Vor diesem Hintergrund frage ich Dich, Alre, und diejenigen, die es anders sehen oder sich Sorgen um einen Widerspruch nach Beispielen, wann und an welcher Stelle ich die christlichen Ideale über Bord werfen müsste, um BDSM zu betreiben? Im Gegenteil, ich halte es für wichtig, sie auch dann zu bewahren.

R.
17. September 2006
Wiedersprüche

Erst mal, danke an alle, die sich zu meiner wirren Threaderöffnung Gedanken gemacht haben und machen. Ich hatte ein bisschen gefürchtet, mit meinem Thema in ein Wespennest zu stechen, aber bis hierher und hoffentlich auch weiterhin erfreue ich mich an dem anregenden Gedankenaustausch.

Vor diesem Hintergrund frage ich Dich, Alre, und diejenigen, die es anders sehen oder sich Sorgen um einen Widerspruch nach Beispielen, wann und an welcher Stelle ich die christlichen Ideale über Bord werfen müsste, um BDSM zu betreiben?

Liebe Aristippos, ich bin Christin, und habe für mich in meinem Leben keinen Widerspruch in meiner Veranlagung zu meinem Glauben gefunden. Wir, als Paar, haben ein mögliches Problem miteinander thematisiert und unsere Form des Umgangs damit entwickelt.

Der Post von Buttom zeigt aber deutlich, dass es genug Leute gibt, die christlichen Glauben, oder zumindest Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft mit BDSM unvereinbar finden. Das sind selber keine BDSMler und sie haben vermutlich weniger aus christlicher denn aus scheinmoralischer Motivation heraus reagiert. Den Frauenhilfs-Ausflug zur Boundcon sehe ich dem entsprechend noch nicht am Horizont auftauchen.
Auch in anderen Threads habe ich hi und da Seitenhiebe auf christliche Vorstellungen aus BDSMler Sicht gelesen, und hätte, genau wie Du gerne verstanden, wo das Problem liegt.

Einen Grund haben hier schon mehrere von Euch klar dargelegt: Kirche ist nicht gleich zu setzten mit christlichem Glauben.

Heißt dass dann: Mein Gott mag mit meinem Tun nicht nur einverstanden sein, er hat mir sogar diese Veranlagung gegeben, leider hat er verabsäumt, meinen Brüdern und Schwestern im Glauben die nötige Toleranz mitzugeben?
Ich weiß nicht, wie es auf dem Lande ist, aber in den großen Städten sind Schwule und Lesben zumindest in der evangelischen Landeskirche kein Stein des Anstoßes mehr, aber diese Entwicklung hat glaube ich weniger mit Religion und mehr mit der Tendenz der Gesamtgesellschaft zu mehr Toleranz zu tun.

Bei Datenschlag findet sich ein spannender Artikel zum Thema:
Links nur für Mitglieder

Das Thema Islam und BDSM wird hier auch zumindest gestreift:
Turkish SM Delights

Puppenspieler, Deine Überlegungen zum Thema hinknien muss ich noch ein wenig beleuchten, Kann man sagen, dass per Definition Demut nicht gleich Demut ist?

Ich könnte mir natürlich auch alles weitere Nachdenken ersparen und getreu des folgenden Bibelwortes leben:
Aber wie nun die Gemeinde ist Christo Untertan, also auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen. - Ephes. 5,24
:roll:

Warum nur kann ich mich damit nicht zufrieden geben???

Alre
17. September 2006
auf die Gefahr hin

Dass er wieder gelöscht wird:

Links nur für Mitglieder

Die Seite ist nicht leicht zu finden, liebe Mods, es wäre deshalb sehr lieb, wenn Ihr den Link stehen lasst.
17. September 2006

Na klar gibt es Leute, die den Glauben und BDSM nicht als vereinbar sehen, oder Religiöse, denen sogar "Perverse, Wiederlinge" in den Kopf schiesst. Ich will mir hier nicht anmaßen, von Doppel- oder Scheinmoral zu sprechen und will das Thema in diese Richtung nicht weiter lostreten.

Es gibt wohl in beiden Gruppen (bei den Religiösen und bei den "Einfachnurchristen") mehr oder weniger tolerante Menschen.

Für Buttom finde ich es schade, dass er offenbar seine Religiosität nicht mit der Neigung in Einklang bzw. dass eine fruchtbare Diskussion mit den Glaubensbrüdern und -schwestern so gar nicht absehbar war.

Meine Frage wäre, ob es denn überhaupt nötig ist, in der Gemeinde etwas BDSMiges zu diskutieren. Hm, ja, es wäre schön, nicht immer über solche Äußerungen indirekt "verachtet" zu werden. Aber dieses Gefühl hat man ja in großen Teilen der Gesellschaft (Wobei mich hier mal interessieren würde, wieviel Prozent denn im Hinterkopf durchaus tolerant oder für auch nur irgendwas im Ansatz BDSM-artiges offen wären. Ich tippe auf 50% *g*

Jetzt komm ich mit meinen Halbwissen zur Bibel: Ich denke Jesus hätte auch mit BDSM-Liebhabern verkehrt... Und da wiederholt isch die Frage: Wieso auch nicht?

Übrigens stellt für mich Gott niemand dar, der im Sinne menschlicher Vorstellung "mit etwas einverstanden ist" oder nicht. Ich denke eher an irgendetwas "Göttliches", von dem mich gar nicht interessiert, wie es aussieht, sondern von dem ich (respektvoll) weiss, dass es existiert. Und dass es irgendwie ursächlich für alles um uns rum ist. Höchst vermutlich sogar für die scheinmoralischen Mitmenschen.

Aber dies wird langsam vielleicht wirklich offtopic.
*g*

R.
17. September 2006
scusi

doppelt, darum gelöscht
17. September 2006
Hinknien

Puppenspieler, Deine Überlegungen zum Thema hinknien muss ich noch ein wenig beleuchten, Kann man sagen, dass per Definition Demut nicht gleich Demut ist?

Die Frage war nicht wirklich an mich gerichtet aber ich finde es sehr interessant.

Warum knien wir hin?
Aus Demut, aus Verzweifelung, aus Dankbarheit, aus Liebe, aus vielen verschiedenen Gründen.

Warum weinen wir?
Aus Trauer, aus Glück, weil wir tiefst gerührt sind, weil etwas so schön ist dass es an Tränendrüsen schlägt.

Was vergottern wir in weltlichen umgebung?
Schauspieler, Künstler, Politiker, Kunstwerke, Natur, jeder nach seinem persönlichen Empfinden.

Der Gott hat viele Namen und es gibt viele Menschen welche behaupten ihn persönlich zu kennen, sene Wille und seine Absichten genau zu wissen und Drang haben für den Gott den Dolmetscher spielen zu müssen. Ich finde es sehr schön dass jeder seine eigene Empfindungen und Gefühle zum Göttlichen pflegt und noch schöner dass wir in Zeiten leben in welchen man darüber offen sprechen darf.

Glaube an einen Gott welcher es immer besser als ich weiss und mich trösten kann wenn es mir schlecht geht. An einen Gott welchen ich dankbar sein kann wenn es mir gut geht ist eine schöne Gedanke und ein schönes Gefühl. An einen Gott mit welchen ich schimpfen kann wenn nicht alles so läuft wie ich mir vorgestellt habe. Glaube an mein Leben dass es mich nicht in stich lassen wird auch wenn ich mit leeren Händen ins Leere springe gibt Sicherheit und Mut dass es irgendwie weiter geht. Das berühmte Licht am Ende des Tunnels und das letzte was aus der Pandoras Kiste rausgekommen ist, die Hoffnung dass alles gut wird. Dass wir unsere Prüfungen irgendwie meistern werden und dass alles ein gutes Ende nimmt. Das ist die Kraft die mich weiter treibt. Da kann ich knien, schimpfen, beten, weinen, lachen ich darf alles sein was ich will weil das bin ich. Das ist meine Glaube und mein Gott an welchen ich glaube. Dafür brauche ich weder eine Kirche noch einen Dolmetscher. Ich brauche auch keine Zustimmung dass ich Recht habe und keine Kritiker welche mich überzeugen wollen dass ich auf dem falschen Weg bin. Wer hat die Maßstäbe gelegt was richtig und falsch ist wenn es um mein Leben und meine Gedanken geht? Die einzige Grenze welche ich da entschieden setze ist folgende: meine Freiheit hört dort auf wo die Freiheit den anderen beginnt. Wer mit mir weiter laufen will kann er sich gerne mir einschliessen ich werde ihn meine Hand reichen, wer nicht dem wünsche ich gute Reise und gutes Leben. :-).
17. September 2006
SexTalk

Meine Frage wäre, ob es denn überhaupt nötig ist, in der Gemeinde etwas BDSMiges zu diskutieren.

Es geht gar nicht mal so darum, unbedingt mit anderen Gemeindegliedern über mein Sexleben reden zu müssen.
Für mich ist mehr die Frage, wie öffentlich ich dazu stehen kann, S/mlerin zu sein, wenn ich dann Gefahr laufe, so wie Buttom von Gemeindemitgliedern, die das mitkriegen angefeindet zu werden.
Buttom, ich bin furchtbar neugierig, wie es bei Euch zu dieser Situation kam, dass Leute Euch derart angegangen sind, vielleicht magst Du noch ein Bisschen mehr dazu schreiben?

Auf der sm-und-christsein Seite berichten die Leute, dass sie nachdem sie in Berlin nicht am ökumenischen Kirchentag teilnehmen durften, weil Sm ja Gewalt und damit mit dem christlichen Glauben unvereinbar sei, zum Ev. Kirchetag in Hannover eingeladen wurden und dort auf überwiegend positive Reaktionen bei den Besuchern gestoßen sind.
Ich stelle mir Menschen aus meiner Gemeinde vor und frage mich: wie würden sie reagieren, würden sie mich an einem solchen Stand treffen?

Ich fühle keine Spaltung zwischen mir und Gott, aber ich habe das Gefühl, dass seit ich mir meiner Neigung bewusst geworden bin, es einen großen Bereich in meinem Leben gibt, den ich vor anderen Menschen geheim halten muss.
Ein Outing würde halt einen Rattenschwanz von Erklärungsnöten hinter sich her ziehen (wobei das nun wieder nicht mehr unmittelbar mit Christ -sein sondern mit dem Otto-Normal Bürger als solchem zu tun hat)
Wenn jemand sich als schwul oder lesbisch outet, weiß zumindest jeder, was das bedeutet, und der Schwule muss nicht erst noch in allen Regenbogen Farben schildern, wie man sich denn Sex zwischen Männern vorzustellen hat…
Rund um BDSM gibt es halt so viele Mythen. (Siehe die Ablehnung durch die Kirchetags Leitung, weil es ja um Gewalt ginge…)
Im Freundeskreis würde sich nach einem Outing die Spreu vom Weizen trennen, der Kontakt zu einigen abbrechen, andere würde es nicht weiter stören und man lernt ja auch wieder andere Menschen kennen, um die „gelichteten" Reihen aufzufüllen.
Die Mitglieder einer christlichen Gemeinschaft sucht man sich aber nicht selber aus…

Anders herum gibt es unter BDSMlern Leute, die es mit ihrer Lebensweise unvereinbar finden, Christ zu sein, aufgrund kirchlicher Moral Vorstellungen. Auch bei solchen käme ich also wieder in Erklärungsnot, würde ich mich als Christin „outen“.

Alleine schon die Gruppierung durch die Glaubensgemeinschaft ist ein Frevel an den Freigeist und die Revolution der SM-Kultur.
Eintrag im Gästebuch über die S/M u C

Neben den Anregungen zum Weiterdenken, die ich in den Beiträgen hier schon gefunden habe tut es also auch einfach gut, sowohl von toleranten Atheisten und Andersgläubigen als auch andern Christen zu lesen, die BDSMler sind.

Alre
17. September 2006
hääää

also wenn ich das hier richtig verstehe ist wer vor seinen partner knieht nicht kristlich oder so
aha lt.kirche darf man aber nur dem beischlaf volziehen wenn man kinder zeugen will und wieviele kinder habt ihr hier alle

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