Unerwartete Neurodermitisentdeckung beim Sex

Wie geht ihr mit 'überraschenden' äußerlichen Makel (z.B. Neuro) um beim Sex?

17. März 2011
Unerwartete Neurodermitisentdeckung beim Sex

Eine Bekannte leidet (zeitweise) relativ stark unter Neurodermitis, das bedeutet betroffene Stellen an den Unterarmen, Armbeugen, Kniekehlen, auf dem Po und auch am Hals.

Sie kann das ganz gut auch unter reizvoller Kleidung verstecken und besucht auch gerne mal einen SC. Sie geht relativ selbstbewußt damit um, aber ich denke bei ablehnenden Reaktionen wird es auch anders sein...

Wie ist das für euch wenn ihr nach netter Einleitung 'plötzlich' damit konfrontiert werdet? Schreckt das ab, vielleicht bis zum No-Go? Ist es egal weil nur der Mensch zählt? Oder vermeidet man nur damit in Kontakt zu kommen und/oder hinzuschauen??

Hattet ihr schon mal so einen sexuellen Kontakt ohne Vorab-Info? Muss derjenige denn vorab informieren?

Dazu eine kleine Umfrage, denn ich 'befürchte' dass nicht jeder hier seine Abneigung offen kommunizieren wird...aber auch das ist legitim, keiner wird alles beim Sex gutfinden, auch wenn der Betroffene nichts dafür kann.
So wie im SC auch sonst meist nur nach Attraktivität ausgewählt wird...oder??

Eine Bitte aber: keine Moraldiskussion...es geht um eure Empfindungen dabei.


el_don.
17. März 2011

Ich habe angekreuzt
Ich zögere erstmal und brauche etwas Eingewöhnung/Zeit
Das trifft es ganz gut.

Das kommt sehr auf die Situation und die spezielle Krankheit an.
17. März 2011

Auch wenn ich mich damit vielleicht als intolerant oute..... ich würde dann keinen Sex mehr haben wollen.

Ich bin keine Hautärztin, kann nicht beurteilen, ob das Neurodamitis oder ein ansteckender Ausschlag oder sonstwas ist. Meine persönliche Sicherheit und Gesundheit wäre mir da wichtiger als die Gefühle des Menschen, der mir das bewusst verschwiegen hat. Und nachdem er mich ja schon einmal belogen hat (bzw. bewusst mir diese Information vorenthalten hat), kann ich mich nicht mehr informieren darüber, vielleicht nachgoogeln, wie Neurodamitis genau aussieht usw.... und womöglich lügt er auch jetzt noch und es ist gar keine Neurodamitis.

Ich bin eigentlich nicht extrem mißtrauisch, aber wenn mich jemand bewusst anlügt, das mag ich gar nicht.
17. März 2011
Unerwartete Neurodermitisentdeckung beim Sex

bis jetzt haben wir so etwas noch nicht erlebt, denken aber das wir zuerst einmal zögern würden und etwas Zeit bräuchten.

ob wir dann noch Sex hätten, hm..... das ist schwer zu sagen.
17. März 2011

Nun, ich schlage mich selber mit Neurodermitis rum. Mein Freund leidet an Schuppenflechte. Ich find ihn so oder so scharf.

Vielleicht liegt es daran, dass ich es kenne, aber für mich macht das keinen Unterschied. Klingt nach Moralapostel, aber... es ist so. Von daher würd ich da wohl auch keinen von der Bettkante stoßen, wenn ich ihn vor der Entdeckung gewollt habe.

Ich kann aber verstehen, dass ein völlig unwissender Menschen zunächst negativ reagiert. Jemand, der das nicht kennt, kann auf den ersten Blick ja keine Ursache feststellen - und wer weiß, woher so ein Ausschlag stammt. Da gebe ich inaara Recht.

Allerdings hat das Verschweigen für uns Hautkranken nicht unbeidngt was mit einer Boshaftigkeit zu tun. Es geht nicht um "Auf Teufel komm raus lügen, vielleicht klappts ja". Aber oft ist man irritiert (bei sichtbaren Stellen!), wenn es vorher nicht aufgefallen ist (Passiert. ich war so hin und weg, als ich meinen Freund kennen lernte, dass ich die Schuppenflechte (die man im Gesicht sah) erst am Rcken durch Tasten zufällig fand.) oder man misst dem selber so wenig Bedeutung zu (man lebt ja länger schon damit und manche von uns haben tatsächlich den Zustand erreicht, indem man der Krankheit mit Gleichgültigkeit begegnet), dass man es nicht erwähnt. Zuletzt gibt es auch welche, die es selber verdrängen.

Von daher distanziere ich mich von dem Vorwurf, dass man dadurch der große Lügner ist.
17. März 2011

@Strickmaus
Ich wollte niemandem zu nahe treten, indem ich das Wort "Lüge" benutze. Deine Gründe, es nicht im Vorfeld zu sagen, kann ich nachvollziehen. Trotzdem denke ich, man erspart beiden Beteiligten viel, wenn man es einfach vorher erwähnt.
17. März 2011
Blöde Überschrift über der eigentlichen Umfrage!

Also wir finden die Überschrift (nicht über dem Thread!) sondern über der eigentlichen Umfrage sehr unüberlegt formuliert. Es handelt sich doch bei einer Hautkrankheit nicht um einen "Makel"! Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, als Menschen wegen Behinderungen und Krankheiten diskriminiert wurden!

Auf die eigentliche Frage können wir streng genommen nicht antworten, da wir vorher von der Krankheit wussten, es also keine unerwartete Entdeckung war, denn wir hatten uns vorher in der Sauna beschnuppert.

Die Frau war aber trotzdem so interessant, nett und liebenswert, dass wir uns auf ein späteres Treffen in einem Club eingelassen haben. Ich, der männliche Teil, hatte ehrlicherweise dann kurz vor dem Treffen überlegt, wie sich die Haut wohl anfassen würde, ob es bei meinem körperlichen Wohlgefühl Einschränkungen geben würde. Aber bereits an der Bar war alles vergessen: Ihre Ausstrahlung, ihre Attraktivität, die Sympathie waren so mächtig, dass die "Hautkrankheit" sofort und von da an keine Rolle mehr spielte. Wir haben uns sofort angefasst, sind zusammengerückt und haben uns fortwährend berührt und gestreichelt. Im Gegenteil, immer wenn ich "betroffene Hautregionen" streichelte, steigerte das meine ohnehin schon große Empathie und erzeugte eher eine fast zärtliche Lust auf sie.

Es ist immer noch der Mensch, der interessiert, der anmacht, der erregt! Seine Attraktivität wird jedenfalls bei mir nicht durch junge, straffe, glatte, makellose Haut sondern durch das, was ein Mensch an Ausstrahlung herüberbringt, bestimmt.

Ja, wir haben uns dann sogar noch ein weiteres Mal getroffen. Dass wir das Paar dann doch aus den Augen verloren haben, lag nicht an der Neurodermitis!

Können die Moderatoren vielleicht doch noch den unpassenden Begriff "Makel" aus der Überschrift entfernen?
17. März 2011

Seine Attraktivität wird jedenfalls bei mir nicht durch junge, straffe, glatte, makellose Haut sondern durch das, was ein Mensch an Ausstrahlung herüberbringt, bestimmt.

zarteliebe ich habe mir das mit dem Makel schon gut überlegt...und interessanterweise sprichst du selber hier von "makelloser Haut", der Begriff ist positiv besetzt...warum darf man dann Stellen die nicht "normal" oder perfekt sind, nicht einen Makel nennen??

Fast jeder hat Makel, seien es Narben, Leberflecken oder sonstwas...da sehe ich keine Diskriminierung.

Sag mir einen besseren Begriff der nicht diskriminierend wirkt für dich??

Aber dann darfst du auch nicht mehr 'makellos' verwenden...



el_don.
17. März 2011

Kann mir vorstellen, dass Neurodermitis auf Menschen, die das nicht kennen, abschreckend wirken kann... und dann auf Sex verzichten (eben vielleicht auch, weil sie nicht wissen, obs nicht was anderes sein könnte).

Mein Sohn hat auch stark Neurodermitis und wird schon mal schief angeschaut auf der Strasse oder beim Einkaufen, wenn er grad einen Schub hat - für mich ists ja "Normalität", darum hätte ich keine Mühe damit.

LG Taliskerfrau
17. März 2011
@ el_don

Ich will nicht rechthaberisch sein und ein anderes Adjektiv hätte dem Text sicherlich stringenter zu Gesicht gestanden.

Aber trotzdem haben "Makel" und "makellos" für nicht nur mein Sprachempfinden zwei unterschiedliche Bedeutungen.

Wikipedia beschreibt "Makel" wie folgt:
"Der Makel oder Schandfleck ist ein deutlicher Hinweis auf eine Unreinheit oder einen Fehler, die einer Sache, einem Gegenstand oder einer Person anhaftet.

Das Verb mäkeln meint dann auch Aussetzungen machen, auf Fehler hinweisen, nörgeln und bemängeln und dergleichen.

Häufig verbindet man solche Dinge oder Personen mit unehrbaren und nicht immer legalen Angelegenheiten. Den betreffenden Menschen betrachtet man mit Misstrauen, was unter Umständen einer Ächtung gleichkommt. Dahin zielt auch die Redewendung: Der Sache (oder Person) haftet ein Makel an."

Es ist eindeutig, dass hier das Substantiv "Makel" keineswegs positiv sondern negativ besetzt ist.

Synonyme (synonyme.woxikon.de) für Makel sind: Mangel, Knacks, Deformation, Entstellung, Fehler, Schandmal u. a., nach meinem Empfinden eher negative Begriffe.

Das Adjektiv "makellos" ist dagegen - da gebe ich Dir recht - eher positiv besetzt. Man kann das auf der Seite synonyme.woxikon.de schön erkennen, wenn folgende Synonyme für makellos aufgeführt werden: fehlerfrei, anständig, ausgezeichnet, beispielhaft, perfekt, ausgezeichnet u. a. aufgeführt werden.

Durch den häufigen Gebrauch in anderen Zusammenhängen hat das Adjektiv "makellos" eine Bedeutungsverschiebung erfahren. Es wirkt weniger stark.
  • Frankfurt war makellos.( Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 24.10.2001 )
  • Allerdings sollte nicht gleich jedem kleinen Fleck zu Leibe gerückt werden, findet zumindest Möbelexpertin Geismann: "Möbel müssen nicht makellos sein."( Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 03.08.2005 )
  • Mit Kennermine werden Fachgespräche geführt, etwa ob die elektronische Fensterhebeanlage auch zuverlässig sei und die Klimaanlage makellos.( Quelle: TAZ 1990 )


Letztlich geht es doch um die Frage, ob sich Menschen vor dem Kennenlernen wegen eines "Makels" outen müssen. Strickmaus hat dazu einen guten Kommentar geschrieben.

Ich meine, dass man "Makel" nicht in Zusammenhang mit "Menschen" bringen sollte, schon gar nicht, wenn es sich um solche Kleinigkeiten wie "Neurodermitis" handelt.

Sag mir einen besseren Begriff der nicht diskriminierend wirkt für dich??

Wenn man die Überschrift beibehalten will, dann könnte man Makel durch "Mängel" oder "Schönheitsfehler" ersetzen.

*frage*Warum nicht einfacher und allgemeiner?

"Wie reagiert Ihr beim Sex auf 'überraschende' körperliche Mängel?"

Vielleicht habe ich überreagiert, aber "Menschen mit Neurodermitis" als "Menschen mit einem Makel" zu bezeichnen, "das geht nicht"!

Er von Zarteliebe
17. März 2011
??

Wohl eine sehr seltsame Konstellation und es bleibt auch unklar, ob sich das auf Kontakte in Clubs bezieht, oder ob es generell interssant ist.

Wenn ich in einem Club damit unerwartet konfrontiert werde, dann habe ich keinen Bock auf Sex, denn ich mochte nicht erst klären, ob es was Ansteckendes ist oder nicht.
Es ist bedauerlich für die Betroffenen, aber es gibt Dinge und Situationen, die schließen eben bestimmte Aktivitäten aus.
Traurig, aber Krankheiten sind eben belastend für den, der krank ist.
Und ich denke das man da auch ganz ehrlich sein sollte: Wer hier behauptet, das ist mir egal, dem glaube ich das nicht wirklich!
In einem Club ist für mich der Mensch als solcher eben nicht so ausgesprochen wichtig, weil es temporäre lustvolle Kontakte sein sollen und sich die Wege hinter der Ausgangstür vom Club trennen.

Anders bei einer Partnerschaft.
Wenn ich einen Menschen gefunden habe, mit dem ich ggf. auch eine langfristige Bindung eingehe, dann muss ich natürlich auch damit klarkommen, ob es ein gesundheitliches Problem gibt.
Das ist eine völlig andere Baustelle.
Ich kenne ein Paar, die haben sich kennengelernt, als einer der Partner schon schwer behindert war (Amputation beider Beine nach einem Unfall).
Die beiden sind glücklich.
Andere bestehende Beziehungen wären vielleicht zerbrochen!

Was auf Dauer ausgerichtet ist, entwickelt sich ganz anders.

Aber was sich im Club zufällig und nur zum Zweck des Sexes findet, das möchte ich unbelastet genießen.
Und da spreche ich Klartext.
Und mir ist auch bewusst, dass ich ebenso abgelehnt werde, wenn ich selbst der Betroffene wäre. Und das wäre für mich OK!

Karlchen
17. März 2011

Karlchen, tut mir Leid, aber das kannst Du nur sgaen, weil Du NICHT betroffen bist.

Es ist nicht "okay" abgelehnt zu werden, warum und in welcher Form auch immer.

Dass Du den Sex mit einem Hautkranken ablehnst, verurteile ich nicht, das ist ja Deine Entscheidung.

Aber die scheinheilige Antwort, dass Du dann auch akzeptieren würdest, abgelehnt zu werden... das geht gar nicht.

Im Übrigen - ja, es gibt Menschen, die es akzeptiert haben. Wir sitzen nicht alle im stillen Kämmerlein und weinen. Mich juckts nicht - naja, gut, eigentlich ja schon, aber nicht im metaphorischen Sinne.
Ich hab durchaus auch unter der Krankheit leiden müssen (Kinder können grausam sein), aber jetzt... Okay, ich hab sie kaum noch an sichtbaren Stellen. Aber es juckt und man merkt es halt schon.

Es ist mir tatsächlich egal geworden.

Ich denke, die meisten Menschen sind verantwortungsbewusst genug, mit einer ansteckenden Krankheit nicht mit anderen Menschen in sexuellen Kontakt zu treten.

Ansonsten müsste ich grundsätzlich von jeglichem Sexualpartner einen Beleg allgemeiner Krankheit (also auch aller nichtsichtbaren Geschelchts- und sonstiger Krankheiten) geben.

Wie siehts eigentlich mit Leuten mit Schnupfen aus? Kann was böses sein, aber wer schläft mit denen und wer lehnt die aufgrund von Ansteckungsgefahr ab?
17. März 2011

"Wie reagiert Ihr beim Sex auf 'überraschende' körperliche Mängel?"

zarteliebe wir müssen das nun nicht weiter thematisieren, ich denke es weiß jeder was damit gemeint ist.

Und deinen Vorschlag kann ich nur kopfschüttlend zur Kenntnis nehmen, einen Mangel kenne ich nur an einem Sachgegenstand, niemals an einem Lebewesen und schon gar keinem Menschen. Weitere Ausführungen spare ich mir dazu, da ich es sonst erstrecht diskriminierend verstehen würde.

Ich glaube vielmehr dass auch die Betroffenen das als 'Makel' sehen, gerade weil sie nicht normal sind und ihnen etwas anhaftet, das sie sicherlich zu gern los wären. Der Begriff der Unreinheit (den du anführst) umschreibt es doch gut, gerade bei so einer Hautirritation bzw. -krankheit.

Wenn wir unterschiedliche Interpretationen auf Grund unserer Erfahrungen haben, ist das völlig ok. Ich denke aber so weiß jeder (ohne eine Absicht der Diskriminierung) was gemeint ist.



el_don.
17. März 2011

Vielleicht habe ich überreagiert, aber "Menschen mit Neurodermitis" als "Menschen mit einem Makel" zu bezeichnen, "das geht nicht"!

*gruebel*

tja, so isses dat, mit der wahrnehmung... *skeptisch*

der eine sieht es so, der andere so.
für jemand (wie mich) der mit einer sichtbaren hauterkrankung lebt, ist dies definitiv ein makel!

wenn jene erkrankung defensiv ist, ist alles okay, aber wehe sie kommt heraus, dann haben doch so einige tolerante menschen so ihre schwierigkeiten...

bin ich jetzt intolerant, weil ich nicht tolerant genug bin, es zu verstehen, das dinge, die anderes sind, erstmal mit abstand betrachtet werden.
*gruebel*

wie reagiert man selbst, wenn man unerwartet mit dingen konfrontiert wird, die einem unangenehm sind...


angriff ist da meist die beste verteidigung...

wat hat du denn da für ein vieh? *floet*
17. März 2011

Wie siehts eigentlich mit Leuten mit Schnupfen aus? Kann was böses sein, aber wer schläft mit denen und wer lehnt die aufgrund von Ansteckungsgefahr ab?

Wir! Auch innerhalb der Ehe wird auf Sex verzichtet, wenn einer erkältet ist. Und mal ehrlich, mit einem Schnupfen würd ich auch nicht in einen Club gehen, aber das seh nur ich persönlich so... weil, die einen steckts nicht an, andere packts grad heftiger, sowas nennt man Rücksichtnahme. Das betrifft eigentlich alle ansteckenden Krankheiten.

Aber Neurodermitis ist nicht ansteckend.

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