![]() | 02. Dezember 2011 Nasenbaerle Kompliment zu deinem Beitrag. Das mit dem Humor kann ich bestätigen. NG Kaskade (Nutznießer einer schönen MS-Freundschaft) |
![]() | 02. Dezember 2011 wir denken ,dass es ein Vertrauensbeweis ist, wenn man sowas sagt und dies siecher nicht direkt vor den Kopf "knallen" kann. Es ist sicher sauschwer überhaupt mit einer solchen Sache zu leben, allerdings sollte der Partner ja wissen, was im Notfall zu tun ist... |
![]() | 02. Dezember 2011 ups sicher sollte es heißen |
![]() | 16. März 2012 Problem Als ich meinen Mann kennenlernte und wir zusammen zum ersten Mal essen waren, sagte er mir, er würde keinen Alkohol trinken, da er Tabletten nehmen muss. Im ersten Moment schoss es mir in den Kopf, dass es hoffentlich nichts psychisches ist (habe eine Cousine mit schwerer Schizophrenie). Ich habe aber aus Höflichkeit nicht weiter nachgefragt, aber da er mir doch da auch schon sehr symphatisch war und ich das berühmte Kribbeln spürte, sehr gehofft, dass es nichts dergleichen ist (was nicht geheissen hätte, dass ich mich sonst nicht mehr weiter mit ihm getroffen hätte, aber durch meine Cousine kenne ich die Schwierigkeiten mit solchen Erkrankungen) Das Thema kam dann ca. drei Wochen nicht mehr zur Sprache, erst als ich das erste mal bei ihm übernachtete sagte er mir, dass er oft unruhig schlafen würde. Geschlafen haben wir gar nicht An einem der nächsten Abenden hat er mir dann im Laufe eines Gespräches erzählt, dass er chronisch krank sei. Zwischenzeitlich haben sich bei mir natürlich schon so einige Fragen angestaut was denn nu mit ihm los sei, ich aber einfach warten wollte, bis er bereit ist darüber zu sprechen. Leider hat sich aber auch die Befürchtung, es sei etwas Schlimmes verstärkt, obwohl rein äusserlich kein Anlass dazu da war, man könnte sagen meine Phantasie fing an Sprünge zu machen. Ich habe gefragt um was für eine Krankheit es sich handelt, bekam keine Antwort. Er meinte nur, es sei etwas, das man eigentlich nicht bemerkt. Als ich nach 6 Wochen dann endlich erfuhr, dass er Epilepsie hat (wenn Anfälle, dann allerdings nur nachts) war ich fast schon ein Nervenbündel und so erleichtert, dass ich fast geheult hätte. Man muss dazu sagen, dass er als Kind in den frühen sechziger Jahren extrem gehänselt wurde (damals hatte er auch noch tagsüber Anfälle) und leider auch noch das Wort Idiot für Epilepsiekranke noch weit verbreitet war. Insofern ist er konditioniert und es fällt ihm sehr schwer sich zu outen. Es ist über die Jahre jetzt besser geworden, er kann auch mal darüber reden ohne ganz kribbelig zu werden, aber es ist immernoch schwer für ihn. Seit er mit neuen Medikamenten nun ganz Anfallsfrei ist, ist es eh kein Thema mehr bei uns und wird ausser beim Pillenschlucken einfach gar nicht mehr wahrgenommen. Was ich damit sagen will ist, der Zeitpunkt sich zu "outen" ist immer schlecht. Für ihn wäre das frühe outen schlecht, weil nicht möglich gewesen, für mich war das späte outen schlecht, da ich mir eine Million falsche Sachen ausgemalt habe. Deshalb - es gibt kein Rezept, wobei ich von meiner Seite aus sagen muss: lieber früher als später, wenns dann nichts wird wäre es eh gescheitert!!!! |
![]() | 16. März 2012 Gleich zu Beginn mit offen Karten spielen Wenn es um eine mögliche Beziehung geht, dann finden wir, dass man gleich mit offenen Karten spielt und sagt, was mit einem los ist. Wir können gut verstehen, dass einige damit lieber noch etwas warten wollen, weil sie befürchten, damit den interessierten Partner erschrecken zu können, und dieser gleich das Weite suchen könnte. Aber mal ehrlich, wenn derjenige damit ein Problem hat, dann lieber gleich die schmerzhafte Erfahrung machen, als zu warten und zu einem späteren Zeitpunkt noch mehr leiden, wenn sich die Gefühle noch stärker etabliert haben. Man sollte auch dem Menschen das selbst überlassen, ob er damit leben kann und sich das „antun“ will. So eine Entscheidung kann nicht nur der betroffen allein für sich treffen. Wenn ein Mensch sich in einen anderen Menschen verliebt, der mit einem Handicap behaftet ist, dann zählt auch die Meinung desjenigen, der in Zukunft einem zur Seite stehen will. |
![]() | 16. März 2012 Als ich meinen Mann kennenlernte und wir zusammen zum ersten Mal essen waren, sagte er mir, er würde keinen Alkohol trinken, da er Tabletten nehmen muss. Ich glaube, das hätte ich zum Anlass genommen, gleich nachzufragen. Je nach Situation hätte ich es auch so verstanden, dass er möchte, dass ich ihn frage. Jedenfalls hätte ich wohl kaum gemeint: "Ach so. Und? Wie sind deine Nudeln...?" Respekt, @Petsus, deine Geduld hätte ich nicht gehabt bei den ganzen Andeutungen. |
![]() | 16. März 2012 LucyLime Klar, habe schon nachgefragt. Er sagte zuerst er trinke keinen Alkohol und ich fragte warum, dann kam die Ansage mit den Tabletten. Im ersten Moment habe ich gar nicht geschaltet, könnte ja sein, er hat einen Infekt oder so und muss Antibiotikum nehmen. Es klang nicht unbedingt so, dass er gar keinen Alkohol trinkt Über die Jahre habe ich natürlich ihn sehr gut kennengelernt und weiss wie er tickt, weiss auch von seiner Familie so manches was das anbetrifft wie es früher war und ich kann nur sagen, es war übel. Ausserdem ist er im Laufe seines Lebens schon auch mal an die eine oder andere Frau, oder potentielle Beziehung geraten, welche dann schnell weg war. Bei einer Beziehung ist es ihm auch mal während eines üblen Streits gesagt worden, dass er doch sowieso blöd im Kopf sei... Und warum ich so viel Geduld hatte, hat einfach damit zu tun, dass dieser Mensch relativ schnell zu dem wurde, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte und mich das zu einer uuuuuuneeeeendlich geduldigen Frau gemacht hat Weiss allerdings bis heute nicht, was ich getan hätte, wenn es sich rausgestellt hätte, dass er eine psychische Erkrankung hat. Das hätte mir enorme Schwierigkeiten bereitet und die Entscheidung - wenn die Gefühle auch noch so stark waren zu dem Zeitpunkt - sehr erschwert. Könnte sogar sein, dass meine Gefühle ganz schnell abgekühlt wären, denn das hätte ich wahrseinlich wirklich übel genommen. Ich glaube damit wäre ich nicht fertig geworden, ich habe mit meinen drei Kindern und als Selbständige eh schon genug zu tun. Klingt böse, muss man aber realistisch sehen. Meine Erleichterung war natürlich riesig, als ich hörte dass es "nur" Epilepsie ist. Nicht, dass ich die Krankheit kleinreden möchte, habe in den Jahren schon extrem schlimm betroffene kennengelernt, aber es ist keine psychische Erkrankung, die meisten Betroffenen können eigentlich ziemlich normal leben. Mein Mann fährt Auto, arbeitet ganz normal (wenn man das bei Künstlern so sagen kann Tagsüber hatte er schon seit über zwanzig Jahren keine Anfälle mehr |
![]() | 16. März 2012 Ausserdem ist er im Laufe seines Lebens schon auch mal an die eine oder andere Frau, oder potentielle Beziehung geraten, welche dann schnell weg war. Das ist natürlich blöd. Aber in den Punkt bin ich grundsätzlich politisch inkorrekt: Ich verstehe nämlich auch die Leute, die sich auf chronisch Kranke nicht einlassen wollen, weil sie nicht damit umgehen können oder sie nicht wissen, ob sie damit umgehen können, oder weil es ihnen schlichtweg Angst macht - gerade wenn es eine Sache mit progressivem Verlauf ist. |
![]() | 16. März 2012 Ich hätte da auch gleich nach gefragt, weil mir ist es so wie ich jemand kennen lerne würde ich mich sehr darüber freuen wenn der gegenüber mal nachfragt wieso ich das oder jenes brauche, das wäre für mich eine große Eisbrecher und ich würde merken das man sich für mich interessiert. |
![]() | 17. März 2012 hast wohl ein extremfall erwischt aufgrund seiner vergangenheit.. Respekt das du trotzdem nicht aufgegeben hast! Bin auch epileptiker ich laufe jetzt nicht mit einem Schild vor mir her udn hatte am anfang auch schiss das zuzugeben, aber mittlerweile ergibt sich das dann doch automatisch nach dem 4,5 mal wenn unsere Macken zu sprache kommen und wenn man shciss hat sowas zuzugeben ist es halt nicht die richtige person ganz einfahc, ich habe auf jedenfall "positive" Reaktionen erlebt und bin mit offenheit eigentlich gut gefahren. |
![]() | 01. April 2012 in der partnerschaft ist man ein team! als ich meinen freund vor über einem halben jahr kennengelernt habe, habe ich ihm auch nicht gleich erzählt dass wir in der familie eine vererbbare krankheit haben die über pflege bis hin zum tod führen kann.. wie hier schon erwähnt wurde ist es nicht ratsam sowas gleich beim ersten kaffeetrinken zu erwähnen. als wir uns jedoch näher gekommen sind und auch angefangen haben über zukunftspläne zu reden fand ich dass es an der zeit war ihm davon zu erzählen. zu diesem zeitpunkt hatte ich mich noch nicht testen lassen. ich hatte angst vor dem ergebnis und dem dann 100%-igen wissen wirklich betroffen zu sein. ich bin wirklich froh so einen partner zu haben der mir den mut gegeben hat mich testen zu lassen und auch an meiner seite war als ich den brief mit dem ergebnis erhalten habe. und wenn ein mensch seinen partner oder seine partnerin verlässt weil er weiss das eine behinderung besteht oder ein gewisses risiko dann war es wie bereits erwähnt nicht der oder die richtige. dann sollte man auch nicht traurig sein wenn es dann vorbei ist. .. in einer partnerschaft ist man ein team und man hält zusammen in guten wie in schlechten zeiten.. |
![]() | 01. April 2012 Wann mit einem Problem rausrücken Ab dem Punkt wo man sich entschließt eine Partnerschaft einzugehen, sollte alle Probleme angesprochen werden. Gerade vererbbare Krankheiten die eine Partnerschaft sehr belasten können, müssen zur Sprache gebracht werden. Der Partner sollte schon wissen was auf ihn zukommen kann oder was nicht. Es gibt ja auch Krankheiten, da ist es schön wenn man weiß wie man handeln kann. Zum Beispiel Epilepsie. Wenn man noch nicht einmal weiß was der Partner hat, fällt die Hilfe natürlich rar aus. |
![]() | 02. April 2012 Zwei aus Sachsen Wenn man noch nicht einmal weiß was der Partner hat, fällt die Hilfe natürlich rar aus. Stimmt, nur in dem Fall hätte ich es natürlich sofort gemerkt was Sache ist, wenn er je einen Anfall in meiner Gegenwart bekommen hätte... Ansonsten ist es auch bei diesem Thema sicherlich so wie bei vielen anderen, soviele Menschen wie es gibt, soviele Arten damit umzugehen gibt es. Allgemeingültige Regeln sind bei solchen Themen sicherlich nicht sinnvoll, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe durchaus Verständnis dafür, vor allem bei den gemachten Erfahrungen, die wohl fast jeder hat, der an dieser Krankheit in den fünfziger/sechziger Jahren erkrankt ist, wenn man sich da nicht gleich outen möchte. Was natürlich einfacher ist, wenn sich die Krankheit im normalen Alltag nicht wirklich bemerkbar macht. Ein anderes körperliches Handicap lässt sich viel schwerer verstecken, bzw. eigentlich gar nicht. Bin mir sicher, dass aber - wenn die Möglichkeit vorhanden wäre - nicht jeder sich sofort outen würde, sondern erst mal den Menschen zeigen will und nicht den behinderten Menschen! |
![]() | 02. April 2012 @Petsus Richtig, jeder muß selber wissen wann er sich outet. Und es gibt nie den richtigen Zeitpunkt. Jeder geht mit seiner Krankheit anders um. Wichtig ist, das man dazu steht, aber das fällt schon vielen schwer, naja kann man auch etwas nachvollziehen. Diskriminiert wird man schnell. Und dann oftmals das nachbohren und und und. |
![]() | 03. April 2012 dazu stehen Ja man muss einfach dazu stehen. Meine Frau hat auch Epilepsie und Farmako resistent. Sie hat es mir gleich ganz früh gesagt und kann damit auch gut leben. Wir kennen einige die sehr unter dieser Krankheit leiden. Sie hat einfach das beste raus gemacht und ihre Masterarbeit über Epilepsie und Beruf geschrieben. Wenn man zu der Krankheit steht wird auch der Freundeskreis und Partner dazu stehen. |
