Fremdgehen - wie war eure Einstellung dazu DAVOR?

Fremdgeher: Wie sehr ward ihr in der Vergangenheit davon überzeugt, nicht fremdzugehen?

06. März 2011
Fremdgehen - wie war eure Einstellung dazu DAVOR?

Angeregt durch ein anderes Thema ist eine Frage aufgetaucht, die mich interessiert:

Ward ihr vor Eingehen der jeweiligen Beziehung der Überzeugung, treu zu bleiben, und Praxis hat die Theorie durch die Situation, in die ihr gekommen seid, zunichte gemacht? Oder habt ihr Fremdgehen schon immer mit eingerechnet?

Definition: Fremdgehen ist hier so gemeint, dass es ohne Wissen und Erlaubnis des Partners geschieht.
Voraussetzung: Es handelt sich um monogame, sexuell geschlossene Beziehungen.

Wenn manche die Antwort vermissen, dass sie es getan haben, ab nicht wieder tun wollen: Darum geht es mir hier nicht.

Ich möchte den Unterschied zwischen Vorhaben und realem Verlauf wissen. Vor allem ist natürlich interessant, wodurch es zum Bruch mit den eigentlichen Überzeugungen gekommen ist. *zwinker*


[Bitte die unvermeidlichen "Fremdgehen ist richtig/falsch"-Diskussionen möglichst auf Seite 30 verschieben....]
06. März 2011

Ich war mit meinem Exmann 22 Jahre verheiratet. Die letzten Jahre waren ein einziger Krampf und für mich ein Martyrium (wird doch so geschrieben oder?)
Ich wollte meinem Mann immer treu sein (deshalb habe ich geheiratet), aber sein Verhalten hat mich im Laufe der Zeit dazu gebracht, letztes Jahr auszubrechen.
Übrigens glaube ich noch immer an die große Liebe und an Monogamie...
06. März 2011

Also lebst du noch in der Beziehung?


Zusatz:
"Ich wollte monogam leben, aber meine Einstellung hat sich während der Partnerschaft geändert."
ist so zu verstehen, dass man selbst grundsätzlich nicht mehr an Monogamie interessiert ist, der Partner aber weiterhin darauf besteht.
06. März 2011

Also lebst du noch in der Beziehung?

Nein, ich schrieb ja Exmann...
Ich habe eine neue Beziehung seit einem Jahr.
07. März 2011

Also mein Mann und Ich haben bis vor Kurzem auch monogam gelebt. Als ich aber dachte er sei fremd gegangen, es sich aber als falsch erwies, kamen wir ins Gespräch über unsere Wünsche und Leidenschaften. So stellte sich raus, dass wir beide auf der Suche sind nach neuen aufregenden Abenteuern. Und so sind wir hier gelandet und hatten auch schon erste Erfahrungen machen können in einem Swingerclub. Wir waren so begeistert...dass es immer noch kribbelt... *smile*
Ich habe das Gefühl man liebt sich noch mehr und ist offener zueinander was den Sex betrifft.

LG Ela
07. März 2011

Ich schließe mich Shamrocks Beitrag an.

Mit dem Unterschied, dass ich meinem Mann keinerlei Schuld für mein Fremdgehen geben möchte und dass es bei uns sogar 26 Jahre waren.

Wir lebten uns bezüglich Lust und Liebe völlig auseinander, dazu kamen noch andere Probleme, die ich selbst mit mir habe - irgendwann tat ich es, um wenigstens auf diesem Wege irgendeine Bestätigung zu finden. Wurde auf Sex reduziert, akzeptierte dies irgendwann.

Inzwischen leben wir in sehr guter Freundschaft getrennt. Er zusammen mit einer neuen Partnerin, mit der ich mich gut verstehe. Ich selbst hab auch einen Freund jetzt.

Und ja, eigentlich glaube ich auch noch an Liebe und Monogamie und wünsch mir das sehr. Nur das Vertrauen in Männer hab ich verloren. Ich selbst weiß, dass ich treu sein kann und bin, aber ich glaube es nicht mehr von anderen.
07. März 2011
Meine Meinung:

Nicht zur Zielgruppe, der Frage nach gehörend: fremd gegangen und fremd gehen wollen in einer intakten Beziehung ist mir unvorstellbar.

In Krisen sehe ich es als Schwäche, Ersatzbefriedigung und egoistische Handlungsweise an und nicht akzeptabel.

Also könnte es sich beim Fremdgehen durchaus um eine grundsätzliche Einstellung des Einzelnen handeln und Charaktersache.
Das ist und bleibt meine Einstellung dazu, auch wenn Ihr mich als Moralapostel steinigt.
07. März 2011

Meine Antwort ist die letzte Alternative, also ich habe mich vor dem Fremdgehen nie damit beschäftigt. Ich habe mir noch nicht einmal vorgenommen, monogam oder offen zu leben. Das monogame Modell war das einzig mir bekannte Modell vor 20 Jahren, mal mit Ausnahme der paar "spinnerten" von der Freie Liebe Fraktion. Ich bin fremdgegangen, als ich mich in eine zweite Frau verliebte und ich glaubte, mit mir stimme doch irgendwas nicht, deshalb hielt ich es zunächst geheim. Heute geht es mir in der polyamoren Beziehung viel besser, aber das ist ein Modell für die jetzige Lebensphase. 15 Jahre lang habe ich auch monogam nichts vermisst.
07. März 2011

Danke für eure Anworten!

Ich habe selbst Antwort 3 angekreuzt. Es war bei mir immer das letzte Zeichen, dass die Beziehung nicht mehr lebbar war, dass ich mich emotional endgültig so weit entfernt hatte, um die vereinbarte Monogamie zu brechen.
Es lag nicht am mangelnden Durchhalten (Antwort 4), obwohl dieses Problem wegen meiner eigentlichen Einstellung irgendwann zusätzlich aufgetaucht wäre.


Bei den Männern, die ich bisher als Fremdgeher kennengelernt habe, war es eigentlich immer die erste oder letzte Antwort. Monogamie war so normal, dass eine Beschäftigung damit, ob es anders laufen könnte, gar nicht stattfand. Jeder dachte "mir passiert das eh nie, unsere Ehe/Beziehung läuft anders". Keiner hat sich je damit beschäftigt, was man machen würde, wenn
- die eigene Lust am Partner verloren geht.
- die des Partners verloren geht.

Ich glaube, das meiste Fremdgehen entsteht aus der Naivität, mit der an Partnerschaften anfangs herangegangen wird, aus der Vogel-Strauß-Politik, die ausblendet, dass die Probleme, die andere Partnerschaften haben, in der eigenen auch auftauchen könnten.
Ist es dann soweit, stehen beide rat- und strategielos da, weil sie nie darüber geredet haben "was machen wir, wenn...".


@ Chrisela

Bei euch ist's ja kein Fremdgehen, weil ihr eure Beziehungsform gewechselt habt. *zwinker* Das ist natürlich der Idealfall.
07. März 2011
Alles kann passieren....

.... aber wie es kommt, kann niemand vorhersagen. Insoweit habe ich mich in den letzten Jahren damit beschäftigt, die Ursachen des Fremdgehens zu ergründen und sie sind natürlich so vielfältig wie die Menschen selbst. Fakt ist für mich: es gibt keine 100 % intakte Beziehung, aber nicht jedes Defizit führt gleich zum Fremdgehen. Die Frage ist lediglich, ob man/frau mit diesem Defizit leben kann oder eben nicht und was man/frau dagegen unternimmt. Fremdgehen ist eine praktikable Überbrückung, eine Lösung ist es definitiv nicht. Das ist eine meiner schmerzhaften Erfahrungen in den letzten 9 Jahren, was sich potenziert hat, als in den letzten 3 Jahren auch noch Gefühle ins Spiel kamen. Selbst wenn das Ergebnis aufs Gleiche hinauskommt, es gibt immer noch Unterschiede in der Methodik - finde ich - und es ist auch eine Charakterfrage. Mag sein, dass Einige jetzt laut aufschreien, aber Sex ist in meinen Augen weder eine Gelegenheit, noch ein Hobby, noch ein Sport, erst recht kein Mannschaftssport, sondern die intimste Art, wie zwei Menschen miteinander umgehen. Und wenn das nicht gelingt, dann ist der Sprung über den Gartenzaun nur eine Frage der Zeit und vor allem irreversibel. Ich bereue nicht, was vorgefallen ist, aber ich bedauere, dass es - für mich - keine andere Überbrückung gab und die Lösung dafür würde die Lösung aus meinem jetzigen Leben bedeuten - dafür fehlt mir gerade im Moment der Mut. Ich würde viel darum geben, wenn das Defizit nicht gerade im sexuellen Bereich läge und damit meine Grundvorstellung einer monogamen Beziehung aufrechterhalten bliebe. Doch was nützt mir ein geiler Stecher, der ein menschliches A-Loch ist?! Und bin ich jetzt das A-Loch, weil der Meine kein geiler Stecher ist!? Wer - außer mir - will das (be)werten.....?
Fastelovend zesamme - Sunny

Antwort: Ich wollte monogam leben, aber meine Einstellung hat sich während der Partnerschaft geändert. -Leider!!
Es bedeutet aber nicht, dass es sich in einer möglichen neuen Partnerschaft genauso verhält....
07. März 2011

@ sunny

Was haben Gespräche mit deinem Mann ergeben? Habt ihr keine Möglichkeiten besprochen, wie man die Defizite kompensieren könnte?
07. März 2011

Hm, meine Antwort ist nicht dabei. Ich hätte nie erwartet, dass ich nicht fremdgehen würde aber jetzt ist es seit gut 7 Jahren genau so gekommen *ggg* Und mir fehlt (noch) nix. Nur manchmal hätt ich gern mal einen anderen Mann an mir kleben, der gerne fummeln würde. Aber nur wenn ich wüsste, dass er nix dagegen hat.
07. März 2011

dazu kamen noch andere Probleme, die ich selbst mit mir habe - irgendwann tat ich es, um wenigstens auf diesem Wege irgendeine Bestätigung zu finden. Wurde auf Sex reduziert, akzeptierte dies irgendwann.

vs.


Und ja, eigentlich glaube ich auch noch an Liebe und Monogamie und wünsch mir das sehr. Nur das Vertrauen in Männer hab ich verloren. Ich selbst weiß, dass ich treu sein kann und bin, aber ich glaube es nicht mehr von anderen.


klingt aber schon sehr widersprüchlich. kein angriff - liest sich nur so





Also könnte es sich beim Fremdgehen durchaus um eine grundsätzliche Einstellung des Einzelnen handeln und Charaktersache.
Das ist und bleibt meine Einstellung dazu, auch wenn Ihr mich als Moralapostel steinigt.

Unterschreib ich so. Aber möchte auch keine Diskussion darüber entfachen.
07. März 2011

Antwort 1
Ich war überzeugt, dass ich nie fremdgehen würde, es ist trotzdem dazu gekommen.
Polyamorie hatte ich schon Jahre vorher als für mich untauglich abgehakt.

Tja... und als eine langjährige, monogame Partnerschaft in einen Sturm geriet, da habe ich viel versucht, um mit ihm wieder in ruhigere Fahrwasser zu kommen, aber es ist uns nicht gelungen. Uns fehlte auch die Erfahrung im Umgang mit Krisen.

Dennoch wollte ich mich nicht trennen und dann ist es passiert, ich ging fremd. Das ging mehrere Wochen, bis ich es beendet habe. 4 Monate später habe ich mich von meinem eigentlichen Partner getrennt.

Heute halte ich prinzipiell so ziemlich alles für möglich, aber ich denke, dass ich für mich die Lektion gelernt habe, das Fremdgehen die Probleme in der Partnerschaft nicht löst. Und mittlerweile weiß ich auch mehr über "Krisenbewältigung". So what... war es doch für was gut. *smile*
07. März 2011

Und mittlerweile weiß ich auch mehr über "Krisenbewältigung". So what... war es doch für was gut.

Genau das meine ich auch. Mit vielem beschäftigt man sich erst, wenn man dazu gezwungen wird. Sich mit einer eventuell einmal auftretenden Krise im voraus zu beschäftigen, macht wohl keiner. *zwinker*

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