Switchen: Dom/Dev auf unterschiedlichen Ebenen?

04. März 2011
Switchen: Dom/Dev auf unterschiedlichen Ebenen?

Hallo zusammen,

mir hat sich kürzlich die Frage gestellt, ob ich nicht vielleicht doch Switcherin bin - allerdings auf einer völlig anderen Ebene als als Sub. Will heißen: Es hat durchaus seinen Reiz, meinen Partner zu dominieren (wir haben das kürzlich mal ausprobiert) und auch im Alltag bin ich eher diejenige, die "die Hosen anhat". Aber dieses Dominieren hat nichts mit Sex zu tun.
Andererseits liebe ich meine devote Rolle als Sub und habe mich bisher eigentlich auch voll in dieser Position gesehen. Allerdings hat BDSM dabei immer einen sexuellen Bezug (auch wenn es nicht direkt um Geschlechtsverkehr gehen muss).

Habe mir überlegt, ob es vielleicht daran liegen könnte, dass sich durch meine Vorliebe für den devoten Part beim Sex der dominante Part vom Kopf her ausschließt.

Daher die Frage - vor allem natürlich an die Switcher -, wie es bei euch ist: Lebt ihr die beiden Rollen auf völlig unterschiedliche Weise aus? Oder steht ihr in beiden Varianten auf ähnliche Dinge?

Ich hoffe, ich habe verständlich geschrieben und freue mich auf eure Beiträge! *g*

Viele Grüße und einen sonnigen Tag... XX
05. März 2011
Hallöchen

Wir sind auch beide Switcher und tauschen unsere Rollen je nach empfinden. (Manchmal fühlen wir uns beide mehr in der devoten Rolle, was dann natürlich schierig wird)
Ich für meinen Teil bin eher devot im D/S Kontext, bin nicht so scharf auf Schmerzen, wogegen ich dominant eher im SM Kontext bin, also eher sadistisch angehaucht.
Das beinhaltet natürlich schon unterschiedliche Praktiken die ich in der einen oder anderen Rolle bevorzuge. Gibt aber auch viele Dinge, die ich sowohl als Dom gerne tue, als auch als dev gerne "getan bekomme".

Allerdings hatte ich schon immer "geswitchte" Fantasien, was dann auch zum tragen kam, als ich anfing es auszuleben. Kann mir vorstellen, dass es, wenn man lange Zeit nur eine Seite ausgelebt hat, schwieriger ist, sich damit im Kopf auseinanderzusetzen. Aber wie so oft gilt: Wenn dein Partner bereit ist mal die Rollen zu tauschen, dann probier es einfach aus, du wirst schnell merken ob und auch was dir daran liegt und ob es in deinem Kopf vereinbar ist.

MfG Tissue ♂
05. März 2011
sorry

irgendwie verstehe ich die Frage nicht so richtig. *gruebel*

Du bist im Alltag dominant und beim Sex devot und denkst Du bist nun ein Switcher?

Wie kommst Du denn da drauf?

Switcher wechseln die Rollen innerhalb von BDSM. Das hat nichts mit dem normalen Leben draussen zu tun. Da wären ja die meisten Switcher.

Sollte ich das falsch verstanden haben, bitte ich um Nachsicht. *aua*

Grüssle, belanna
05. März 2011
about: blanc

Es hat durchaus seinen Reiz, meinen Partner zu dominieren (wir haben das kürzlich mal ausprobiert)

Wäre interessant, bzw. erhellend, zu erfahren, was ihr da ausprobiert habt, um dir in puncto: switchen und deine Gefühle dazu etwas auf die Sprünge zu helfen.

Im Leben an sich...kein Mäuschen zu sein, "die Hosen anhaben" und in der Liebe und Lust devot zu sein, widerspricht sich ansonsten so gar nicht, wie du hier und andernorts sehr oft lesen können wirst.

Wenn du als devoter Part sexuell Erfüllung findest und diese sexuelle Erfüllung auf der dominanten Seite sich nicht ansatzweise zeigt, dann würde ich sagen, dass du kein Switcher bist.

Bei mir sind beide Seiten nicht zwingend mit Sex verbunden, aber gleichermaßen mit Nähe, Verbundenheit, Eintauchen-wollen in mein Gegenüber und in Folge: in höchstem Maße erotisch, bzw. erotisierend.
05. März 2011

Es gibt schon Überlappungen - logisch. Wenn mich was sehr glücklich macht, will ich meinem Schatz dieses Gefühl umgekehrt ja auch schenken.

Vom Prinzip her bringen wir beide in der Sub- und Dom-Rolle aber schon unterschiedliche Erwartungen, Ideen, Fantasien und Vorstellungen mit rein, und ich mache als Domse Dinge gerne, die umgekehrt als Subse überhaupt nicht abkann (Hardcore-Beleidigungen, Anspucken, Ohrfeigen, ...).

Aber da in einer längeren BDSM-Beziehung Grenzen natürlich immer mal wieder in bisschen angetestet und nach hinten verschoben werden, merke ich, wie ganz allmählich eine Annäherung stattfindet und die gegenseitigen Vorlieben sich ähnlicher werden.
06. März 2011
Zwischenmeldung

Danke erst einmal für die Antworten bisher. *g*

Mir ist völlig bewusst, dass meine "Alltagsdominanz" (blöde Beschreibung, aber mir fällt grad nichts Besseres ein) nichts mit Switchen zu tun hat. Das war vielleicht eher irritierend als erhellend für euch. *kopfklatsch*

Das Dominieren war ganz klar kein Alltag, sondern eine Session mit klarem Beginn. Es hatte sich nur aus einer Alltagssituation heraus ergeben, dass ich/wir auf die Idee gekommen sind, das mal auszuprobieren.
Die Session lief eben in dieser Konstellation völlig anders ab als sonst. Es hat mir Spaß gemacht, aber die erotische Komponenten war doch eher unterrepräsentiert... *zwinker*
Insofern war es für mich interessant und ich wollte herausfinden, ob das nur die reine Neugier war oder ob mehr dahinter steckt.

Die Beitrag von Magdalena enthält einen wesentlichen Punkt: Wenn die sexuelle Stimulation den Ausschlag gibt, dann ist die Antwort ziemlich eindeutig. *liebguck*

Vielen Dank und euch allen einen schönen Sonntag... XX
06. März 2011
Naja, ...

Wenn die sexuelle Stimulation den Ausschlag gibt, dann ist die Antwort ziemlich eindeutig.

Ich habe bewußt: erotisch geschrieben, also für mich schon im Bereich Sexualität/Nähe/Zuneigung, jedoch...kann bei einer solchen Situation, gerade wenn sie neu ist für dich, es schon vorkommen, dass du so fokussiert bist auf die Lust, jede Regung und Stimmung deines Gegenübers als 'Top', dass du die eigenen Lust sozusagen ganz hinten an stellst oder/und...ganz 'angezogen' bleibst, am Lenkrad.

Mir ist das so passiert, und das nicht nur einmal, dass ich dann eben hochkonzentriert auf mein Gegenüber, ganz offenen Auges, komplett 'angezogen' und komplett fokussiert auf das 'Stöhnen' und Winden der Beute war, dass ich mit eben diesem Stöhnen, eher im Kopf als zwischen den Beinen, davongerauscht bin. Man nennt das wohl: Topspace, also eine Art Fliegen von der anderen Seite.

Das ist nicht die Lust, das Dahinfließen und -schmelzen, das du vielleicht aus deiner Sub-gefühls- und Lustwelt kennst, denn dort kannst du im Gegenteil: die Augen schließen und dich treiben, führen, lenken lassen, das ist eine ganz andere Wahrnehmung der eigenen Lust, als die von mir gerade beschriebene.

So wie ich dein letztes Posting jetzt lese, heißt das also noch nicht, dass du das nicht lustvoll empfunden hast, nur anders lustvoll und eben...hochkonzentriert auf die Lust deines Gegenübers, da gerät das eigene Stöhnen schon mal (auch ganz gewollt ab und an) in den Hintergrund.

Spanndender Prozess...beobachte dich einfach weiter, so es in die Richtung ein weiter gibt.
06. März 2011

Die Session lief eben in dieser Konstellation völlig anders ab als sonst. Es hat mir Spaß gemacht, aber die erotische Komponenten war doch eher unterrepräsentiert... *zwinker*

Ich habe selbst in meinem Profil geschrieben:

"Unten" bereitet mir Lust,
"oben" bereitet mir Spaß.

Weswegen ich dennoch "Switcher" angekreuzt habe, obwohl ich als Top doch nuuur Spaß habe, ist ganz einfach: Ganz lässt sich die Nähe, Intimität und dadurch auch aufkeimende Lust nämlich schlecht bis gar nicht verhindern.
Zumindest geht es mir so.
Wenn ich die Lust von _ihr_ spüre, während ich sie ins Reich meiner kleinen und großen Gemeinheiten eintauchen lasse, bleibt das nicht ohne Folgen für mein Lustempfinden. Ja, es kann dann, obwohl es mir doch eigentlich nuuur Spaß macht, mich dann doch ziemlich, ich sage es mal so direkt, geil machen.

Insofern würde ich an deiner Stelle dem Ganzen einfach keinen Namen geben, nicht einmal jenen der Switcherin, sondern so weiterzumachen wie ihr es begonnen habt: Das Spiel der Macht und Ohnmacht hin und wieder mal umzudrehen und dann mittendrin zu sehen, was passiert.
Wer weiß, vielleicht geht's dir auf kurz oder lang dann ja auch so wie mir, und in dir entwickelt sich völlig unerwartet doch die von dir im Moment noch so vermisste Lust.
Und wenn doch nicht - na und? Wenn es euch beiden Freude bereitet, warum dann einen Namen für das, was euch etwas gibt, vermissen? Braucht ihr doch gar nicht. *g*

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