devot "Führen"?

10. Februar 2011
devot "Führen"?

Hallo miteinander,

ich lese nun schon eine Weile mit und frage mich, geht es aus einer "devoten" Position zu führen?

Der Hintergund ist folgender: Ich denke ich habe durchaus eine devote Seite - naja probieren konnt ich das bisher nicht, aber der Gedanke reizt mich schon. Meine Partnerin ist aber nicht wirklich dominant veranlagt denke ich. Bevor mir jetzt wer rät den Partner zu wechseln (zumindest verstehe ich so einige antworten zu ähnlichen Themen *zwinker* ), das ist ausgeschlossen, da die Phantasie zwar interessant ist, aber nicht den Stellenwert hat. Ich habe (zumindest im Moment) auch nicht das Gefühl das sich das zu einer "größeren" Sache in unserer Beziehung entwickeln könnte und bin mit dem Sex auch ohne "Dominazspiele" zufrieden. Im Moment würde mich die Vorstellung in einer echten Herrin/Sklaven Beziehung, also auch außerhalb der Sexualität, irritieren. Wie gesagt es geht um das ausprobieren. Mal nen leichten Klaps vielleicht und eher in Richtung "benutzt" werden. Wobei ich bestimme Sachen (bspw. Analsex bei mir) ablehne. Meine Idee ist eher mich auf einer psychischen Basis ihr freiwillig (wobei das ja eh immer freiwillig ist...) auszuliefern. Bei nem männlichen Dom ginge das sicher auch in gewissen Maße über körperliche Überlegenheit, aber bei uns ist es nunmal umgedreht und körperlich bin ich ihr nunmal überlegen. Aber auch die Vorstellung ist irgendwie ein Kick, denn sie soll ja trotzdem "die Macht" haben...

Soviel zur Vorgeschichte. Wie gesagt ich denke, dass Sie sich ungern so direkt dem Thema nähern würde. Von daher stelle ich mir die Frage, wie führe ich Sie da locker ran. Geht das überhaupt, das ich mich zwar in der Rolle des Subs befinde, ihr aber gleichzeitig sage, zeige was ich wie gern hätte und das dann noch in einer Art und Weise die nicht so "fordernd" ist, dass sie sich unwohl fühlt? Ich würde das mal als Rollenspiel, mit nicht ganz gelernten Rollen bezeichnen, sodass zwischendruch "im Skript nachlesen" erlaubt ist.

Wie würdet ihr sowas machen? Habt ihr vielleciht Tipps?

(Falls ich irgendwas hier mit Begriffen oder sonst wie total durcheinander gehauen habe, seht's mir bitte nach - ich bin da noch sehr unerfahren...)
10. Februar 2011
Jep, das geht

Zumindest ging es bei mir, als ich mit 23 meine ersten ernsthaften Schritte ins BDSM wagte. Sie war 30, sehr erfahren - insofern hat sie schon gezeigt, was dran war, wir haben davor & danach viel geredet.

Aber das hat (trotz Unerfahrenheit meinerseits) ganz wunderbar geklappt, ich sehe das nicht als Widerspruch.

Allerdings weiß ich nicht, wie das bei zwei Unerfahrenen ist - aber da gibt es den Tipp der Sportschuh-Werbung: Just Do It! *zwinker*
10. Februar 2011

Rede mit Deiner Partnerin und schau, wie sie reagiert.

Nur wenn Ihr über Eure sexuellen Wünsche redet, findet Ihr auch einen gemeinsamen Weg.

Birgit
10. Februar 2011
na das geht schnell ;D

Danke euch für die Antworten. Aber ich glaube ich hab mich falsch ausgedrückt. Mit ihr darüber reden ist klar, was ich als Problem sehe, ist eher: Wenn ich ihr keine "Hilfe" anbiete wird sie sich darauf nicht einlassen. Wüde ich im umgekehrten Fall wahrscheinlich auch nicht tun.

Die Frage ist also: Wie bekommt man das hin, ihr als Sub zu helfen und trotzdem das Spiel "realistisch" zu gestalten? Wisst ihr was ich meine?

Wie macht ihr sowas, falls ihr das macht? ^^

Immerhin ist es bis jetzt eher die Phantasie, die interessant ist, als die Praxis und bei Phantasie ist das halt auch so ne Sache. Es geht um's Ausprobieren. Viele Pahntasien verlieren bei der Umsetzung dann ihren Reiz...
10. Februar 2011

Wie das geht? Mit viel Lust, Spaß und genug Gelassenheit.

Und mit dem Wissen, dass sich jedes Spiel erst entwickeln muss. Natürlich ist das nicht so im Kopfkino. Da lernt man eine Person kennen, es knistert und im Kopffilm sitzen alle Hauptrollen perfekt.

In der Realität muss man sich finden, ausprobieren, Erfahrungen abklopfen, neue Erfahrungen vorsichtig angehen, auch mal etwas wagen und sich aufeinander "einspielen"...

Das erste gemeinsame Spiel fühlt sich in dem Moment aufregend an, wenn es passt. Rückblickend lacht man meist darüber, weil man mit der Zeit und dem wachsenden Vertrauen viel weiter geht, und auch intensivere Erlebnisse hat.

Je mehr man bereit ist sich gegenseitig zu unterstützen, je schnell wird es für beide Seiten befriedigend.

das ist nicht nur beim ersten Mal so, das ist im Prinzip mit jedem neuen Partner ähnlich.
10. Februar 2011

ja das ist immer schwierig. ich würde einfach mal kleine "sub-aufgaben" erledigen und schauen wie sie reagiert. vielleicht erstmal garnicht mit sexuellem bezug.
zb massiere ihr die füße und sitze dabei vielleicht vor der couch, so musst du zu ihr aufschauen
oder
bring ihr getränke oder essen aus der küche mit und reiche sie ihr dann mit gesenktem kopf und einem leichten lächeln.

sowas in der richtung...

hilft dir das weiter oder willst du mehr praktische hilfe während dem sex geben ??
10. Februar 2011

Nochmal danke für die Antworten. Das aufeinander "einspielen" klingt interessant. Wirklich interessant, da wir schon Jahre zusammen sind und das nochmal ein komplett neues "Kennenlernen" ergeben könnte...

ich würde einfach mal kleine "sub-aufgaben" erledigen und schauen wie sie reagiert.

Das kann ich dir sagen: Sie würde sich freuen. Sehr sogar. Klingt auch nach ner Alternative: andersrum anfangen. Dem Ganzen in der Beziehung nen Platz einräumen und dann mit "ins Bett nehmen".

hilft dir das weiter oder willst du mehr praktische hilfe während dem sex geben ??

Wenn du da Tipps hast. Darauf zielte die Frage in erster Linie ab. (Obwohl ich obige Überlegungen so nur nie angestellt hab...)

--> Ich bin da wahrscheinlich zu einfallslos, so frei nach dem Motto "Los Dom mach das!" wäre eben bescheuert...
10. Februar 2011

Wenn man Dominanz möchte, muss man sich devot verhalten. Das funktioniert, wenn die Partnerin irgendwie dominant veranlagt ist.
Auf der anderen Seite halte ich nichts von dem Versuch jemanden zu manipulieren. Es führt letztendlich kein Weg daran vorbei, seine geheimen Wünsche zu offenbaren.
Und deshalb ist auch die Idee vom devoten Führen vom Ansatz her falsch. Entweder man ist devot oder man lässt es bleiben.
Oder.
Darauf zu hoffen, 10x die Mülleimer runter zu bringen und beim 11ten Mal, wenn man es vergessen hat, bestraft zu werden, halte ich für naiv.
10. Februar 2011

Jetzt muß ich auch mal was dazu schreiben und mich bedanken, daß du diesen Thread eröffnet hast, denn genau das machen wir momentan auch durch. Nur daß hier ich (sie) eher devot veranlagt bin. War wohl eigentlich schon lange so, nur wollte ich es bisher nicht wahr haben. Zumindest haben wir schon den Schritt gewagt und haben es mal mit Fesseln ausprobiert, die ich extra gekauft habe. War eine tolle Erfahrung für mich. Aber ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob es meinem Mann gefällt *nixweiss*

Er möchte sich auch nicht wirklich großartig mit dem Thema auseinandersetzen, mag sich nicht im Internet oder sonstwo informieren. Dies liegt allein bei mir und ich solls ihm dann erzählen *roll*

Nun ja, mal schauen, was sich sonst noch so ergibt zu dem Thema...
10. Februar 2011

Eben, da nützt einem das ganze Führen auch nichts, wo man doch gar nicht führen will.
10. Februar 2011
Knall auf Fall,

aber das ist gut. Hab in der letzten Stunde viele interessante Anregungen bekommen und ich glaub noch nicht alles bis zum Ende durchdacht.

Auf der anderen Seite halte ich nichts von dem Versuch jemanden zu manipulieren. Es führt letztendlich kein Weg daran vorbei, seine geheimen Wünsche zu offenbaren.

Nein manipulieren will ich sie auf keinen Fall, immerhin soll sie sich auch wohl fühlen. Und wenn wir feststellen, dass das in der Realität eben doch nich so unseres ist, dann ok. Und jetzt stell sich mal einer vor ich find es dann blöd und sie hat's gerade für sich entdeckt. *crazy* Wäre auch nicht das erste Mal, das "Sex" vor lachen nicht mehr geht... (andere Geschichte)

Wir haben auch schon drüber gesprochen. Das Gespräch hatte aber eben kein Ende, weil ich 1) das Gefühl hatte sie war "ängstlich" und 2) sie nicht drängen wollte. Genau um ihr bei 1) zu helfen, hab ich eben die Frage gestellt.

Ich formulier das nochmal anders: Wie definiert man Grenzen, wenn man sie selbst nicht absolut kennt?

Das ist m. E. auch ihre Angst: Ne Grenze (und damit mich) zu verletzen.

So ich überleg mir jetzt wie wir da mal drüber sprechen und auch zu nem Ergebnis kommen. Ist schon merkwürdig in nem Forum mit fremden Leuten tausche ich mich mehr über dieses Thema aus als mit ihr. Nicht merkwürdig - das ist dumm.

Wie dem auch sei: Vielen Dank!
10. Februar 2011

Eben, da nützt einem das ganze Führen auch nichts, wo man doch gar nicht führen will.

Das ist ja die Frage. Will nicht? Kann nicht? Traut sich nicht? ...

Deshalb eben auch als Experiment. Ich denke nicht, dass wir danach sagen "Boah, wieso haben wir 6 Jahre lang was anderes gemacht?"

Ich hoffe, dass wir danach sagen "Schön, mal ein ganz anderes Szenario, was neues, zur Abwechslung."
11. Februar 2011

Macht doch mal den Neigungstest zusammen,erst für dich,dann für sie,da kommt ihr auch spielerisch zu den Möglichkeiten oder Tabus beim SM...
Danach würd ich auch mal die Seite Datenschlag unter die Lupe nehmen,dort ist auch viel bez. des SM erklärt.
Wohin die Reise dann letztendlich geht,kann hier niemand voraussagen.
Denkt auch an ein Safewort oder die Ampel,das gibt gerade dominanten Einsteigern oftmals eine gewisse Sicherheit nicht über das Ziel herauszuschiessen...
Zu sehr ist SM mit Neigungen und Tabus verbunden und jeder möchte auch eigenes Kopfkino,und damit seine Neigungen, ausleben...
Hier die URL....

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11. Februar 2011

Es geht- bleibt dir ja eh nix anderes übrig *g*
Reden ist wichtig, klar, aber wenn man was ausprobiert hat, lässt sich leichter darüber reden. Man weiss besser über was man redet.
Fängt man klein und langsam an, nimmt das auch die Ängstlichkeit.
Nehmt die ganzen Tipps von hier, entwerft einfach mal ein Skript zusammen, oder mach es selber und besprich es mit ihr, und spielt es ein,zwei Tage später nach.
Helfen kannst ihr am besten, wenn aktiv "mitmachst/mitspielst" und nicht nur geniessend daliegst *gg*. Ein "Ja Herrin", "Danke Herrin", ein wenig bitten und betteln... *g*
Wenn's beim ersten mal etwas holprig und lächerlich wirkt - dann lacht einfach miteinander d'rüber.

Ich formulier das nochmal anders: Wie definiert man Grenzen, wenn man sie selbst nicht absolut kennt?
Soweit solltest noch gar nicht denken. Für'n Anfang solltest du entweder genau wissen, dass es deine Grenzen nicht erreicht oder so "spielen", dass sie jederzeit erkennt wenn es in Richtung Grenze geht. Vermutlich ist ihre Hemmschwelle sowieso geringer als deine Grenze.

Dem Ganzen in der Beziehung nen Platz einräumen und dann mit "ins Bett nehmen".
Das würd' erst mal sein lassen, wenigstens sehr, sehr, sehr vorsichtig sein. Das kann ganz schnell überfordern und verwirren. Andersrum ist's i.d.R. wesentlich leichter.

Nicht merkwürdig - das ist dumm.
Sich Wissen zu verschaffen ist nicht dumm. Sich dem Partner nicht anzuvertrauen schon.


Nicht vergessen: wer haben will muss geben können *g*
Jo von mondlicht6
11. Februar 2011

Ich formulier das nochmal anders: Wie definiert man Grenzen, wenn man sie selbst nicht absolut kennt?

Das konnte ich bisher ja ebenfalls noch nicht meinem Mann mitteilen, da ich auch noch nicht weiß, wie weit ich gehen möchte.

Bevor wir uns ans Fesseln gewagt haben, hab ich ihm einfach mal während dem Sex gesagt, er solle mich ein wenig fester anpacken usw, was er dann auch umgesetzt hat. So vergingen nochmals ein paar Monate, bis ich die Fesseln bestellt habe und wir es das erste Mal ausprobiert haben. Da wir allerdings zwei kleine Kinder haben, können wir es nicht ganz so oft testen, wie ich es gerne hätte. Wobei wir es auch erst mal beim Fesseln belassen haben, so daß ich wehrlos vor ihm lag und er konnte machen, was ihm in den Sinn kam.

Jetzt haben wir uns schon zwei Filme angeschaut, die auch in die Richtung gehen, bzw einer davon war die Geschichte der O. Ich fand ihn teilweise anregend, doch meinem Mann hat er absolut nicht gefallen.

Nun heißt es abwarten, wie es sich weiter entwickelt und immer wieder reden *zwinker*

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