Sexuelle Wünsche in der Partnerschaft offenbaren

13. Januar 2012

Also in einer festen und vor allem in einer bereits lange bestehenden Partnerschaft ist es in meinen Augen eine Grundvoraussetzung für das gemeinsame Glück, dass man sich seine sexuellen Wünsche erzählt und mit dem Partner teilen kann, auch die Erfüllung erst ein wenig Sensibilisierung voraussetzt.
Eine Partnerschaft kann man in meinen Augen nicht als glücklich und erfüllt ansehen, wenn ein Teil permanent unerfüllte Sehnsüchte hat.
17. Januar 2012

Hallo Modo144 und Fabuloso,

im Prinzip bin ich weitgehend einverstanden mit dem, was ihr schreibt. An einer Stelle seid ihr aber etwas ungenau:

Modo: "Bedürfnisse die man hat müssen ja letztendlich befriedigt werden, ansonsten holt man sich Diese woanders. "

Fabuloso: "Eine Partnerschaft kann man in meinen Augen nicht als glücklich und erfüllt ansehen, wenn ein Teil permanent unerfüllte Sehnsüchte hat."

Bitte überseht nicht, dass es durchaus in jedem von uns Triebe, Begierden und Sehnsüchte gibt, die man haben darf, aber nicht ausleben sollte. Warum man sie nicht ausleben sollte? Das ist davon abhängig, was es ist und davon, wie der Partner gestrickt ist. Also ist es immer individuell und situationsbedingt "richtig" oder "falsch".

Es tut gut und hilft sehr fürs gegenseitige Verständnis, auch über diese Triebe zu sprechen - aber ein "Recht darauf, sie auszuleben" gibt es nicht. Jeder von uns hat die Verantwortung "das Böse in sich selbst" zu kontrollieren und auch zu unterdrücken. Der Ausdruck "das Böse in uns" ist dabei ne extreme Vereinfachung - denn das eigentliche Problem besteht ja gerade darin, zu erkennen, was denn "böse/falsch" ist! In manchen Fällen ist das recht einfach, in anderen relativ schwierig.

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, zu glauben, Anstand bestünde daraus, das zu tun, was ganz offensichtlich richtig ist.

Anstand besteht vor allem daraus, zu erkennen, was richtig und was falsch ist.

Bin gespannt, ob jetzt als nächstes jemand schreibt, das sei doch ganz einfach ... *g*

Grüße

Michael
17. Januar 2012
Offenheit befreit!

Es war mir jetzt zuviel, mich durch hunderte von Beiträgen zu lesen und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ähnliches schon geschrieben wurde aber egal - mein Senf :-):

Meine letzte Partnerin lernte ich hier kennen und sicher ist dieser Umstand nicht ganz "schuldlos" daran, dass wir nach einer Weile den Mut fanden, uns unsere geheimsten Wünsche anzuvertrauen.

Ab diesem Zeitpunkt erhielt unsere Beziehung eine neue Qualität.
Eine tiefe Verbundenheit und schier grenzenloses Vertrauen entstanden.
Unsere Sexualität erfuhr einen Aufschwung, der uns beide in eine Dauereuphorie versetzte.

Die Partnerschaft besteht nicht mehr aber das hat ganz sicher nichts mit unserem Sexleben zu tun - eher hat dieses unsere Beziehung sogar verlängert...

Daraus lernte ich viel für mich und über mich und sollte mir die EINE über den Weg laufen, werde ich sicher wieder versuchen, genau diese Dinge ehrlich und unverblümt anzusprechen.

LG
StillAlive
07. Februar 2012

Wir sehen es auch so,dass man wenn man was ausprobieren möchte es ruhig machen sollte.dann kann man ja entscheiden ob es was für einen ist oder nicht.Seine Wünsche zu äußern ist auch wichtig.Nun ist es die Frage wie sie es auffassen würde.Wenn du sagst sie ist da vielleicht ein wenig "empfindlich",würde ich es vorsichtig angehen lassen.Es vielleicht mal hintenrum probieren.Frage sie doch mal ob es was gibt was sie mal ausprobieren mölchte oder ob sie Fantasien hat die sie mal in die Tat umsetzen möchte.Dann seit ihr schon mal bei dem Thema.So kommt ihr dann sicherlich auf das zu sprechen was du mal ausprobieren möchtest.
07. Februar 2012
Es geht also auch um die Einstellung, einen anderen Menschen

...ernst zu nehmen, d.h. seine Bedürfnisse und Wünsche zu hören, aber auch dafür zu sorgen, selbst gehört zu werden.


ich habe seit einiger Zeit auch das Problem, daß mein Freund sich nicht traut mir seine Wünsche zu äußern, aus welchen Gründen auch immer, er geht nie darauf ein, wenn ich ihn auf seine Wünsche anspreche...
Wir haben guten Sex, ich blase sehr gerne, wir haben gern Analsex, aber der Sex allgemein hat sich dermaßen reduziert... auch weil ich mich entferne, weil es mir weh tut, daß er mir nichts anvertrauen kann!
Ich weiß auch nicht wie ich ihm noch deutlicher machen soll, daß ich über alles mit ihm reden werde, wenn er spezielle Wünsche hat! Habe ihm auch schon mehrmals gesagt, daß wenn es Dinge gibt, die ich nicht mit mir vereinbaren kann, ich ihn nicht davon abhalten werde sich das bei jemandem Professionellen zu holen, was er schon einige Male zuvor getan hat... Auf die Frage, warum er mir das nicht mitteilt, daß er sich das gerne woanders holt, weil er dort vielleicht keine langen Erklärungen braucht, weil die Damen das tagtäglich professionell machen, weicht er mir mit anderen "wichtigeren" Themen aus *snief* .
Was mache ich falsch?????? Ich weiß, ein Mensch allein kann seinen Partner nicht glücklich machen, was Sex betrifft, es gibt immer etwas was der eine gerne macht, aber der andere verabscheut.
Vor allem war er derjenige, der am Anfang unserer Beziehung von Offenheit und Ehrlichkeit gesprochen hat, da er schon damals hier im Joy unterwegs war... Ich verstehe ihn nicht, ich verurteile ihn doch nicht, wegen seiner Vorlieben, er ist deshalb doch kein schlechter Mensch!
Ich bin nur sehr traurig drum, daß er mir offensichtlich nicht vertrauen kann... *heul*
Vielleicht habt Ihr eine Idee oder Anregungen...
lg neytiri2010
07. Februar 2012
@ neytiri

hi,

ich kann ihn bedingt verstehen. auch ich habe wünsche, die ich nicht mehr anbringen werde. es hat sich nicht bewährt zu schweigen und
es hat sich nicht bewährt zu reden. das schweigen nagt an einem, das reden brachte nicht den gewünschten erfolg, eher das gegenteil. dazu
gibt's einen eigenen thread.

wenn du ihn liebst, dann geh weiter auf ihn zu. versuche es herauszu-
finden. mehr kann ich dir nicht raten. männer sind manchmal, ich bin ja
auch einer, seltsam und für frauen nicht nachvollziehbar.
07. Februar 2012
@randy

Was sind denn die Befürchtungen dabei, es zumindest zu SAGEN?
Wovor hat man(n) Angst?
07. Februar 2012
@neytiri

Ich seh' das also richtig, dass dein Freund hin und wieder zu einer Professionellen geht und sich dort etwas holt was er glaubt von dir nicht bekommen zu können? Ja, er traut sich nicht einmal auszusprechen worum es sich handelt?

Hmm, auf Dauer wird das, wie du ja selber schon merkst, eure Beziehung nur weiter belasten. Vor allem die Tatsache, dass ihr euch so gegenseitig kein richtiges Vertrauen mehr entgegenbringen könnt.

Meiner Meinung nach muss eine Lösung auf jeden Fall durch Kommunikation stattfinden. D.h. du wirst seine Mauer durchbrechen müssen oder ihr werdet zumindestens eine Ebene finden müssen auf der ihr euch wieder Vertrauen könnt.

Die Mauer durchbrechen könntest du zum Beispiel mit einfacher Beharrlichkeit und vielleicht Argumenten der Form: "Scham ist unangebracht", "Falls ich zufällig gefallen an dem haben sollte was du so dringend brauchst würden nur Vorteile entstehen", etc.

Ich kann mir gerade echt nicht vorstellen was man bei einer Professionellen bekommen kann, aber der Frau die man angeblich liebt nicht sagen können soll... Also vor allem in eurer speziellen Situation, wo du ja schon alle Umstände kennst, eben bis auf das letzte Detail..
07. Februar 2012
Krise gleich Chance?

Es gibt den Zeitpunkt in einer Beziehung, an dem man seine erotischen Wünsche und Vorstellungen mitteilen sollte, obwohl man Angst vor Zurückweisung oder gar Missbilligung hat.
Durch so eine gefühlte "sexuelle Krise" muss ja nicht gleich die Beziehung zerbrechen. Könnte ja auch ein Prozess sein, der die Partnerschaft in andere Sphären erhebt. Schafft man es und probiert etwas Neues aus, können beide Partner tolle neue Erfahrungen machen.
08. Februar 2012

@neytiri

Mein erster Gedanke bei dem, was ich von Dir gelesen habe war:

"Der will nicht mehr". Also nicht: "Der traut sich nicht"

Ich will das nicht mit absoluter Sicherheit behaupten, denn ich kenne euch ja nicht. Nur: Alles klingt für mich danach.

Wenn es so ist, dann kannst Du Deine Versuche, ihn zu ermutigen, mit Dir zu sprechen, völlig aufgeben.

Scheint mir eh nicht logisch, dass "er traut sich nicht" bei euch das Problem sein sollte - schließlich hat er sich früher getraut und Du zeigst ihm ja, dass Du Dir diese Offenheit wünschst. Klingt für mich ganz anders.

Frag ihn doch einfach direkt, ob er keine Lust mehr auf Dich hat.
Wenn er dann beginnt rumzudrucksen, dann hast Du die Antwort.

Ist dann natürlich nicht schön für Dich: Nur: Das ist nicht Deine Verantwortung und schon gar nicht etwas, was Du falsch machst.

Grüße

Michael

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