Die Motivation für monogame Beziehungen?

 
Themenersteller
06. Januar 2011
Die Motivation für monogame Beziehungen?

Was bewegt die Menschen eine monogame und treu-bis-an's-Lebensende Beziehung zu suchen und einzugehen?

Ist es weil es uns die Generationen vor uns es so vorgelebt haben?

Oder ist es die gängige Moral seitens der Kirche und Gesellschaft, die offene und freie Beziehungen geiselt und damit in unseren Köpfen die Richtung bestimmt?

Viele Paare verlangen gegenseitige Treue und doch schafft es kaum ein Paar dies durchzuhalten. Warum greift man da nach den Sternen, scheitert und doch fällt man immer in das gleiche Schema zurück?

Ist Treue nur ein Synonym für Sicherheit? Fordert man deshalb Exklusivität?

Was hat Euch angetrieben sich die ewige Treue zu schwören? Ich meine nicht die Liebe...sondern warum sollte der andere euch treu sein?

Bitte keine Diskussion über Vor- und Nachteile von offenen und monogamen Beziehungen. Mir geht es mehr um die Motivation für Treue...

Ist der Mensch monogam veranlagt, lebt so 'passend' und nur die Gesellschaft macht ihn zum Fremdgänger? Oder ist es ganz anders?



el_don.
 
07. Januar 2011
Interessantes Thema

Ich beschreibe jetzt nicht die Situation vor 25 Jahren, als man seinerzeit geheiratet hat, und quasi implizit davon ausging, dass Ehe "erotische Exklusivität" bedeutet.
Sondern ich gehe von der Situation aus, dass zwei "erwachsene" und "reichlich abgefuckte" Menschen völlig offen darüber "verhandeln", ob sie eine offene oder "erotisch exklusive" Beziehung führen wollen.
Und bei so einem Dialog kann man darüber übereinkommen, dass es für beide reichlich stressfreier zugeht, wenn beide "brav" sind.
Wenn beide so locker drauf sind, dass sie sagen darf: "Da gibt es den Thomas, eine "Kurzbekanntschaft" von vorletztem Jahr, den würde Frau nicht von der Bettkannte stoßen, und der baggert manchmal noch rum und hat mir anzügliche Neujahrgrüße geschickt.
Und Freimut dann antwortet, "Ähm, mir geht es ähnlich, da gibt es die Irene, die mir öfter von den Problemen mit ihrem lustarmem neuen Partner berichtet. Da bräuchte ich nur eine "Einladung" aussprechen und...
Wie sollen wir es also miteinander "halten", möchtest Du offen oder exklusiv?"
Und wenn also beide den Eindruck gewinnen, dass sie es eher nicht wünschen, dass mit Thomas oder Irene Zärtlichkeiten ausgetauscht werden, dann vereinbaren sie halt "Exklusivität".

Für mich ist so etwas ein "Deal" auf Gegenseitigkeit.

Lg
Freimut
 
JOY-Team
07. Januar 2011

Was bewegt die Menschen eine monogame und treu-bis-an's-Lebensende Beziehung zu suchen und einzugehen?

Nach meiner Erfahrung und aus meiner Sicht dürften das vor allem Angst und der daraus resultierende Wunsch nach einer gewissen Grundsicherheit sein. Manchmal vielleicht auch wirklich tiefe Liebe, die dann aber viele Aspekte einer echten Freundschaft hat.

(Der Antaghar)
 
07. Januar 2011

Was bewegt die Menschen eine monogame und treu-bis-an's-Lebensende Beziehung zu suchen und einzugehen?
Meine Eltern und Großeltern haben es vorgelebt und sind damit sehr gut klargekommen.
Doch das ist nicht der Grund warum ich sowas suche. Es ist eher das ich meine Partnerin nicht teilen möchte, vielleicht aus Eifersucht oder auch aus dem Grund das ich hoffe Ihr aussreichen zu können und Sie allein befriedigen kann.

Ich wurde außerdem so erzogen das der Mensch nicht nur ein Puzzleteil ist und man sich nicht aus mehreren Menschen einen kompletten schaffen sollte. Man sollte einen so akzeptieren wie er ist, oder auch nicht. Nicht aus allem das beste raussuchen nur zur Befriedigung der eigenen Gelüste, sondern zufrieden sein mit dem was man hat.

Ich gehe davon aus das sich 2 Menschen auch ergänzen können und dies ausreicht. Doch heutzutage muss alles nur das beste von allem sein. Ich vermute das Zwischenmenschliche bleibt durch die Gier nach Mehr auf der Strecke, was wohl ein gesellschafliches Problem ist..

Treue ist für mich eine Bestätigung der Liebe zur Partnerin. Ich lebe Treue und erwarte diese auch.
 
07. Januar 2011

Was hat Euch angetrieben sich die ewige Treue zu schwören? Ich meine nicht die Liebe...sondern warum sollte der andere euch treu sein?

Auch wenn du die Liebe ausgeschlossen hast bzw. außen vor lässt, aber ich denke, genau die ist die (erste) Motivation, warum man sich irgendwann mal ewige Treue geschworen hat. Ich meine, würde man denn „im Normalfall“ heiraten, wenn man nicht meint, seiner großen Liebe begegnet zu sein?

Wenn man jung ist und/oder verliebt, dann ist genau diese Liebe auch ein Grund, warum man gern das Exklusivitätsrecht in Anspruch nimmt. In dieser Phase käme es wohl eher nicht gut, wenn der andere dann aus heiterem Himmel sagen würde: „Hör zu, Schatz, ich liebe dich, aber ich brauche auch mal fremde Haut.“ Wenn der andere nicht so weit ist bzw. nicht so denkt, dann kann der Schuss auch nach hinten losgehen.

Ist der Mensch monogam veranlagt, lebt so 'passend' und nur die Gesellschaft macht ihn zum Fremdgänger? Oder ist es ganz anders?

Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft den Menschen zum Fremdgänger macht. Eher denke ich, dass der Grund in der Partnerschaft selbst zu suchen ist. Unterschiedliche Meinungen, Probleme, über die nicht geredet werden. Selten werden doch die in jungen Jahren, unter ganz anderen Voraussetzungen geschlossenen Ehen oder Beziehungen in beiderseitigem Einverständnis geöffnet. Oder täusche ich mich da? Ich glaube vielmehr, dass das meist nur dann funktioniert, wenn man sich von Anfang an auch darüber verständigt, eine offene Beziehung zu führen bzw. die Partner voneinander gar keine Exklusivität verlangen.

Wobei ich aber den Beziehungen, in denen die Partner zusammen der Lust an fremder Haut frönen, die gegenseitige Treue gar nicht absprechen will.
 
07. Januar 2011

dieses Thema kann doch gar nicht pauschalisiert werden, da jeder Mensch an sich und auch jede Partnerschaft verschieden ist.
Eine offene Beziehung setzt eine tiefe Liebe und Verbundenheit voraus, damit man dieses auch wirklich ohne Angst ausleben kann.
Monogamie kann viele Auslöser haben, innige Verbundenheit und dass sich reichen, auch in sexueller Hinsicht, genauso wie bei manchen auch einfach nur die Angst da ist, den anderen zu verlieren...

Genauso verschieden wie jeder Mensch ist, ist auch das Ausleben und die Motivation der Treue.
 
07. Januar 2011

@el_don

Was bewegt die Menschen eine monogame und treu-bis-an's-Lebensende Beziehung zu suchen und einzugehen?
Ist es weil es uns die Generationen vor uns es so vorgelebt haben?

Es mag sein, daß Vorbildfunktionen eine positive Einstellung geboren haben, aber ich gehe davon aus, daß man dies nur leben kann, wenn man auch selbst davon überzeugt ist.
Oder ist es die gängige Moral seitens der Kirche und Gesellschaft, die offene und freie Beziehungen geiselt und damit in unseren Köpfen die Richtung bestimmt?

Mag sein, daß dies für einige Paare zutreffend ist, aber ich lebe diese Form, weil ich davon überzeugt bin, daß eine Beziehung eher funktioniert, wenn man sich auf sich als Paar konzentriert.
Es heißt immer, Monogamie wäre out und uns fremdbestimmt übergestülpt, aber niemand wird dazu gezwungen.
Früher haben die Menschen an Herdfeuern zusammen gelebt, aber dies hatte wohl keine Chance. Das wird oftmals vergessen, wenn man von Haltbarkeit redet.

Viele Paare verlangen gegenseitige Treue und doch schafft es kaum ein Paar dies durchzuhalten. Warum greift man da nach den Sternen, scheitert und doch fällt man immer in das gleiche Schema zurück?
Es gibt mit Sicherheit viele Paare die dies durchhalten und sogar gerne, weil sie damit ihre Bestimmung sehen und leben. Gerade heutzutage wo man sich auch über Sexualität auf vielerlei Arten informieren kann, blühen alte Beziehung wieder auf. Gerade weil man eine Zeit zusammen erlebt hat, wird man diese nicht für einen Flirt aufs Spiel setzen. Und wenn man sich immer noch begehrt, dann ist auch der Sex nicht langweilig. Auch wenn es angeblich ja ohne Fetisch und Swingen fast schon nicht mehr geht, wie man hier oftmals lesen kann.


Ist Treue nur ein Synonym für Sicherheit? Fordert man deshalb Exklusivität?

Was hat Euch angetrieben sich die ewige Treue zu schwören? Ich meine nicht die Liebe...sondern warum sollte der andere euch treu sein?

Am Anfang unserer Beziehung haben wir sogar andere Varianten ausprobiert. Also auch da nichts mit "nicht gönnen können" oder "Angst und Eifersucht haben". Doch wir haben beide festgestellt, daß andere Sexpartner nicht das zu bieten hatten, was der Partner/in bietet, also wieso dann noch weiter experimentieren.
Wir haben demzufolge wieder einen Schritt zurück getan und leben wieder monogam und haben dies nicht bereut. Wir leben auch ohne Trauschein.
Eine Beziehung kann eh nur funktionieren, wenn beide Partner gelernt haben, auf eigenen Füßen zu stehen. So wird niemand als Krücke oder Sicherheit mißbraucht.

Bitte keine Diskussion über Vor- und Nachteile von offenen und monogamen Beziehungen. Mir geht es mehr um die Motivation für Treue...

Ist der Mensch monogam veranlagt, lebt so 'passend' und nur die Gesellschaft macht ihn zum Fremdgänger? Oder ist es ganz anders?

Es ist immer einfacher etwas auf Gesellschaft oder "weißderkukuck" zu schieben. Wenn eine Lebensituation scheitert, dann sich in erster Linie die dafür verantwortlich, die darin stecken. Meist ist fehlende oder mangelhafte Kommunikation dafür verantwortlich.
Man lernt in Schulen schreiben und lesen, aber den Meinungsaustausch sachlich und fair zu erlernen, daran hapert es.
Und da es Ratgeber gibt (selbst wenn sie grottenschlecht sind) und man damit sogar viel Geld verdienen kann, wird man eher etwas lesen statt aktiv die Problematik anzugehen.
Die meisten Menschen sagen zwar, sie würden reden, die meisten fällt nicht mal auf, daß sie einen wechselseitigen Monolog führen.
Denn beim Reden ist das Zuhören genauso wichtig.

Bei den heutigen Anforderungen bleibt immer weniger Zeit für einen selbst geschweige denn für den Partner/in.
Wie soll das alles noch klappen, wenn man sich dann noch auf mehr wie eine Beziehung einläßt.

Ich erlebe die Partnerschaft als Bereicherung und unsere "Unszeit" als Konzentrat und die ist eben gehaltvoller.

Aus diesem Grunde haben wir gerade eine neue Gruppe der MONOGAMIE gegründet.
Denn es gibt sicher noch mehr Paare, die diese aus Überzeugung und glücklich leben.

WiB
 
07. Januar 2011
...

Khaos schreibt:




Was bewegt die Menschen eine monogame und treu-bis-an's-Lebensende Beziehung zu suchen und einzugehen?



Das hab ich mich auch schon oft gefragt, und ich weiß nicht wirklich eine Antwort darauf, weil ich es nicht verstehe warum man so etwas tut.





Ist es weil es uns die Generationen vor uns es so vorgelebt haben?

Oder ist es die gängige Moral seitens der Kirche und Gesellschaft, die offene und freie Beziehungen geiselt und damit in unseren Köpfen die Richtung bestimmt?



Ich denke beide Punkte tragen dazu bei.





Viele Paare verlangen gegenseitige Treue und doch schafft es kaum ein Paar dies durchzuhalten. Warum greift man da nach den Sternen, scheitert und doch fällt man immer in das gleiche Schema zurück? Ist Treue nur ein Synonym für Sicherheit? Fordert man deshalb Exklusivität?



Kaum ein Paar schafft es, weil der Mensch nicht zur Monogamie bestimmt ist.


Der Irrglaube Treue = Sicherheit herrscht leider bei Vielen vor.





Was hat Euch angetrieben sich die ewige Treue zu schwören? Ich meine nicht die Liebe...sondern warum sollte der andere euch treu sein?



Nix *lach* - sowas würd ich niemals tun.

Ich bin super glücklich verheiratet, aber deswegen auf immer monogam sein? Nein, käme weder für mich noch für meine Frau in Frage.

Wir fühlen beide polyamorös und wir haben den Mut und das einzugestehen und das auch auszuleben.





Ist der Mensch monogam veranlagt, lebt so 'passend' und nur die Gesellschaft macht ihn zum Fremdgänger? Oder ist es ganz anders?



Monogamie ist - meiner Meinung nach - von der Natur so nicht vorgesehen und - auch wieder meiner Meinung nach - völlig unnötig.
 
07. Januar 2011

Warum? Nun, wenn ich mit einer Partnerin glücklich bin, warum dann weiter auf der Pirsch sein, nur um noch einen passenden Deckel zu finden?
Und wenn es ihr genauso geht, warum sollte sie es dann tun?

Für mich ist das eine rein emotionale Sache, fernab jeglicher gesellschaftlicher Normen. Für mich ist Monogamie ein Gefühl, weniger eine Lebenseinstellung, etwas das sich automatisch einstellt, ohne groß darüber nachzudenken.
Wenn ich mich in eine Frau verliebt habe, dann sind automatisch alle anderen -ohne, dass ich es bewusst steuere- uninteressanter geworden, einen Schritt zurückgetreten in meiner Wahrnehmung.
Es ist ein Gefühl, weniger ein Gedanke: Es geschieht einfach.

Vielleicht wird sich ein zweites Gefühl im Lauf der Zeit entwickeln, wenn ich mal 10 Jahre lang eine Beziehung hatte, wer weiß?
Aber soweit möchte und werde ich nicht denken. Der Augenblick ist es, der zählt. Und wenn zwei merken, dass sie sich gegenseitig nicht mehr das geben können was sie sich anfangs geben konnten, dann muss eben neu gewürfelt werden. Vielleicht löst sich dann das monogame Konstrukt ja auf zugunsten einer offenen Beziehung, maybe.

Solange das aber nicht geschehen ist, kann ich nur meinem Gefühl vertrauen. Und das sagt mir jedes Mal, wenn ich mich neu verliebe, dass ich genau die Frau haben will und keine andere - egal wie attraktiv die anderen auch weiterhin sein mögen.

---

Das gesamtgesellschaftliche Konstrukt im Übrigen finde ich absolut zum Weglaufen! Da wird von außen gerichtet, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was die Paare selbst abgemacht haben - und möglicherweise spielen diese dann auch noch mit, um der Gesellschaft Rechnung zu tragen.

Filipe war es, der nun Seitensprünge beichtete, stimmt's? Nun, vielleicht hatten sie ja damals beide welche, er und sie, komplett abgesprochen. Weiß man's ...? Aber um des lieben Friedens willen spielt sie jetzt die Verletzte und er muss sich öffentlich entschuldigen.
Da sage ich dann auch: Hey Leute, aufwachen, Monogamie ist nicht die einzige Möglichkeit, um eine Partnerschaft glücklich zu leben. *zwinker*

Achja, es ist natürlich nur eine ganz persönliche Angelegenheit, ich persönlich verhalte mich monogam. Wenn ich nun auf eine polygame Frau treffe und mich in sie verliebe, muss ich dann schon selbst für mich entscheiden, ob ich mit "Mitstreitern" neben mir leben kann - oder eben nicht.
Der Deal gilt schließlich nur mir gegenüber (ich hüpfe nicht woanders rein, weil ich es nicht kann), was sie macht, das ist dann Verhandlungssache. *ja*
 
07. Januar 2011

Ist vielleicht eine recht simple These, aber - reflektierte polyamore Beziehungen sind mitunter extrem kompliziert.

Denn diese sind (in den allermeisten) mitnichten eifersuchtsfrei, sondern erfordern vielmehr einen reflektierten, liebevollen und akzeptierenden Umgang mit diesem Gefühl, sowohl beim anderen als auch bei sich selbst und die Fähigkeit, zurückzustecken.
Es ist nämlich kein einfacher Schritt, Eifersucht einzugestehen, zum einen vor dem Partner und zum anderen vor sich selbst, vor allem, wenn man bislang der Meinung war, überhaupt nicht in dieser Richtung veranlagt zu sein.

So blöd sich das jetzt anhört, aber ich glaube: Monogamie ist schlichtweg - einfacher.
 
07. Januar 2011

So blöd sich das jetzt anhört, aber ich glaube: Monogamie ist schlichtweg - einfacher.

Also, für mich hört sich das nicht blöd, sondern vollkommen logisch und einleuchtend an. *g*
 
07. Januar 2011
...

So blöd sich das jetzt anhört, aber ich glaube: Monogamie ist schlichtweg - einfacher



*bravo*

Genau auf den Punkt gebracht!


Und es ist nunmal so, das die Meisten sich den bequemsten Weg aussuchen.
 
07. Januar 2011

@lucylime
ob sie einfacher ist, wage ich zu bezweifeln.....
allg.
Meine Grundeinstellung wird, egal was passiert ist, immer monogam bleiben.

Dazu gehört bei mir selbstverständlich eine sehr starke Reflektion, ob ich überhaupt bereit bin, eine feste Partnerschaft bzw. Beziehung einzugehen.

Hanjie hat mir ein Großteil der Worte vorweg genommen. *blumenschenk*

Ob ich Exklusivität verlange, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Diese aber freiwillig und vom Herzen gerne zu geben, dafür habe ich (bis auf einen Fall) sogar für Affairen exclusiv gelebt.

Ich denke, es ist eine innere Überzeugungssache und fern von dem Bedürfnis nach Sicherheit, dem Gefühl von Geborgenheit oder einer gemeinsamen Harmonie. Diese Bedürfnisbefriedigung gebe ich mir selbst. Es mag sein, dass ich vor meiner Ehe anders dachte, aber seit der Trennung lege ich sehr viel wert darauf, diese Dinge mein Eigen nennen zu dürfen.

Das Problem ist; ist jemanden zu finden, von dem zu sagst, diesem Menschen möchte ich treu bleiben. Ich jage schon lange nicht mehr der Illusion hinterher, dass jeder zweite Mann treu ist. Meine Erfahrungen mögen gesellschaftsspezifisch trügerisch sein. Doch die wenigsten Männer/Frauen sind dauerhaft treu. (wie gesagt meine Meinung, resultiert aus ganz persönlichen Erfahrungen)

Ich gebe mir also die Zeit, ein zweites Mal fündig zu werden...

Und ja meine Oma hat dabei eine wunderbare Vorbild-Funktion. Mein Opa starb als ich vier Jahre alt war und erst kurz nach meinem 17. Geburtstag im Alter von 66 Jahren verkündete sie in der Manie eines Teenager; sie sei wieder verliebt und sie möchte der Familien ihren neuen Partner vorstellen.

Ich bin von Geschichten und Erzählungen älterer Generationen immer fasziniert. Sie können mit einer Harmonie im Bauch, einer ungeheuren Gelassenheit fast märchenhaft von ihren Beziehungen mit all ihren Höhen und Tiefen erzählen. Je mehr man ihnen zuhört um so mehr erstaunt die Tatsache; dass selbst bei der größten Nebenher-liebelei (Ja Fremdgehen fand schon vor mehreren Jahrzehnten statt) man immer einen Partner wahrlich geliebt hat und egal was passierte, diese Krise gemeinsam meisterte. Und genau darin besteht für der wahre Zauber zu einer geschworenen Treue gegenüber einem Partner und vor Gott. (bin nicht christlich !!)

Ich kann nie erwarten, dass ich ein Leben lang, die Einzige an der Seite meines auserwählten Partners sein werde. Aber ich selbst kann für mich den Partner wählen, dem ich auch sexuell gerne treu sein werde.
 
07. Januar 2011

Zum einen gibt es pragmatische Gründe dafür, eine monogame Beziehung ist bequemer - sich immer wieder abzusprechen und Wüsche gegeneinander abzuwägen und dann immer wieder eine Lösung zu finden, die alle Beteiligten glücklich macht oder zumindest einigermaßen zufrieden stellt, kostet ja doch einiges an Zeit und Aufwand.

Zum anderen kann ich mit Sex ohne einer irgendwie gearteten emotionalen Komponente nichts anfangen, da geht bei mir gar nichts, noch nicht mal kurzfristig auf körperlicher Basis. Und wenn emotional was da ist, widerstrebt es mir einfach, den anderen zu verletzen - ich habe keine Lust drauf, dass mein Partner Verlustängste hat und ich habe auch keine Lust drauf, dass sich ein Nebenpartner in der Nebenrolle unwohl oder als fünftes Rad am Wagen fühlt.

Außerdem kommt es bei mir ohnehin sehr selten vor, dass ich jemand anderen als meinen Partner überhaupt sexuell/emotional interessant finde.

Ich halte Monogamie nicht für das allein Seligmachende, ginge es ohne Verletzungen und wäre entsprechendes Interesse an und von mehreren Menschen da, könnte man mit mir durchaus über andere Varianten reden. Aber dem ist nicht so, und das stört mich auch nicht, ich fühle mich in der Monogamie im großen und ganzen recht wohl.
 
Themenersteller
07. Januar 2011

So blöd sich das jetzt anhört, aber ich glaube: Monogamie ist schlichtweg - einfacher.

Es ist sehr einfach sich dies vorzunehmen und schnell mit Worten darzustellen....aber die Umsetzung ist nicht weniger schwierig als andere Beziehungsformen.

Oder warum scheitern so viele im Laufe der Beziehung daran ihr Versprechen einzuhalten? *gruebel*

(und ich glaube nicht dass dabei zwangsweise kiene oder weniger Liebe im Spiel ist, vielleicht nur mal körperliches Begeheren das sicht nicht aussitzen läßt)


el_don.

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