Hermaphrodit sein muss Klasse sein...oder?!

16. Dezember 2010
wenn Du mich mit ansprichst?

ich pflege die Weisheit des Wissens und des Alters.
Keine Sorge...
16. Dezember 2010

naja, aber warum andere nicht an weisheit und wissen des alters teilhaben lassen?

ich vermute, für betroffene liest sich der einstiegspost anfangs eher nach schlag ins gesicht oder "boh, nee, nicht schon wieder so ein notgeiler typ, der uns alle über einen kamm schert." aber ich seh da schon auch aufrichtiges interesse.

warum sich also in sinnlosem hickhack ergehen?

gut, du bist ja nun keine betroffene im direkten sinne, dennoch werden sich die erfahrungen transsexueller menschen in einigen punkten mit denen intersexueller menschen decken.

warum also nicht darüber sprechen, wenn jemand offenkundig interesse hat, mehr zu erfahren?

das liest sich für mich nicht nach "boah, wie geil muss es mit einem zwitter sein?"

Der Interessierte in mir fragt: Welches Geschlecht nimmt ein Großteil der Hermaphroditen in der Öffentlichkeit ein? Was beeinflusst diese Entscheidung.
16. Dezember 2010

Besten Dank, Andro, meine Rede. *g*
16. Dezember 2010

da fällt mir grad auf... als argument zitieren, aber selber nicht beantworten... tsss....

mich würd ja freuen, wenn sich tatsächlich betroffene zu wort melden, so als interessensgruppenstellvertretung taug ich auch nur bedingt, weil zwar interessiert, involviert, aber nicht persönlich betroffen.

Der Interessierte in mir fragt: Welches Geschlecht nimmt ein Großteil der Hermaphroditen in der Öffentlichkeit ein? Was beeinflusst diese Entscheidung.

das hängt von vielen faktoren ab. vielen betroffenen wird die entscheidung bereits als kind "abgenommen" und ihnen eine neue geschlechtsidentiät zugewiesen und anoperiert, die nicht mit der "gefühlten" oder der "chromosomalen" identität übereinstimmen muss.

vermutlich wissen sehr viele intersexuelle nicht, was genau mit ihnen als kind passiert ist oder was überhaupt mit ihnen los ist. ich denke, dass die frage nach der sexuellen identität häufig massiv traumabehaftet ist.

"zwitter sein" ist nach wie vor ein tabuthema, die eltern von betroffenen kindern stehen oft unter massivem entscheidungsdruck - kind umoperieren lassen oder nicht? was werden die anderen sagen? was haben wir falsch gemacht? tun wir das richtige?

letztlich stehen viele intersexuelle aber bereits als kind stark unter druck - das gefühl, nicht normal zu sein, ein freak, ein monster, ein naturwissenschaftliches kuriosum... ich erinner mich ungern an meine studienlehrbücher: fotos von kindergenitalien, kind an die wand gestellt, professor davor. knips knips. und die ganz welt kann dir nun zwischen die beine gucken und sich ansehen, wie unnormal du bist.

welches geschlecht nun tatsächlich eingenommen wird...

nun, der gesetzgeber verlangt ein eindeutiges "männlich" oder "weiblich", "herr" oder "frau" was anderes gibt es nicht, vom fräulein manchmal vielleicht abgesehen.

ob nun ein leben als mann oder frau - kommt sicherlich darauf an, ob eine operative geschlechtsanpassung vorgenommen wurde, welche art von intersexualität vorliegt, wie das äußere erscheinungsbild is, etc.etc. und letztlich - wie sich der betreffende selbst fühlt.

Was beeinflusst diese Entscheidung.

in den frühen jahren sicherlich "die gesellschaft", wenn etwa ärzte und eltern die entscheidung treffen, welches "öffentliche" geschlecht das kind bekommt. pubertät ohne klar zuoordenbares "bäh!... mädchen" oder "bäh!... junge" stell ich mir schlimmer vor als pickel und zahnspange und übergewicht.

auch später wird "die gesellschaft" wohl eine große rolle spielen. es ist z.b. bestimmt schwer, äußerlich sehr maskulin zu wirken und dennoch als frau zu leben oder umgekehrt.
30. Dezember 2010
Es wird etliche geben...

...aber viele werden es nicht einmal wissen.

Ich betrachte hier mal nur diejenigen dir tatsächlich beide primären Geschlechtsmerkmale bei der Geburt besaßen:
Welches Geschlecht nimmt ein Großteil der Hermaphroditen in der Öffentlichkeit ein? Was beeinflusst diese Entscheidung.
Ein Großteil der Hermaphroditen wird das Geschlecht annehmen, welches durch einen operativen Eingriff leichter zu bewerkstelligen ist - die Entscheidung darüber werden im, Normalfall die Eltern übernommen haben, auf Empfehlung der Ärzte - sprich ganz pragmatisch zugenäht und mit Hormonen stabilisiert.

Und somit erübrigt sich auch meistens die Frage nach Fluch oder Segen.
03. Januar 2011
wer nicht weiss wer er wirklich ist..

..oder wohin er gehört wird unglücklich sein. Wer im falschen Körper steckt oder sich nicht als männlich order weiblich definieren kann wird daran leiden sich mit sich selbst zu identifizieren. Genau deshalb beneiden wir keinen Hermaphroditen.

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