Belichtungsmesser erforderlich?

30. September 2010
Belichtungsmesser erforderlich?

Hallo zusammen,

kurze Frage: will mir in Kürze eine kleine Studioblitzausrüstung für zuhause anschaffen. Ziel sind Portrait- und Aktaufnahmen; vor allem aber nicht nur im Low-Key-Bereich.

Frage an Euch: ist hierfür zwingend ein Belichtungsmesser erforderlich oder geht es auch ohne? Klar - die Teile ermöglichen eine exakte Messung und Einstellung der Blitzgeräte. Andererseits kostet so ein Messgerät sehr viel Geld, welches ich lieber in Objektive, Blitzköpfe und Equipment stecken würde.

Welche Erfahrungen habt Ihr damit?

Danke im voraus!

Tom
30. September 2010
Nicht zwingend

Berechtigte Frage. Für deine Zwecke wirst du vermutlich auch mit der Kontrolle über das Histogramm deiner Digitalkamera auskommen. Das ist nicht ideal. Es fehlt zum Beispiel die Möglichkeit, genau Beleuchtungskontraste zu bestimmen. Und gerade für High- und Low-Key ist die Lichtmessmethode eines Handbelichtungsmessers eine wesentlich zuverlässigere Methode. Aber bei knappem Budget... na ja...
Übrigens: Du bekommst in der Bucht schon für unter 100 Euro gute Geräte. Minolta und Sekonic sind preisweiter weil die meisten nur Gossen kennen. Qualitativ nimmt sich das nix.
30. September 2010

Danke für die Antwort.
Was ist mit trying by doing?
Einstellung der Blitzgeräte und Kontrolle der Fotos, wie die Wirkung auf dem Bild aussieht und anschließende Korrektur der Einstellungen?
30. September 2010

Du meinst trial und error? Klar, das ist dann die Methode =)
01. Oktober 2010

Ich für mich würde das Geld eher für ein gutes Objektiv investieren und statt einem zweiten dann doch eher zum Belichtungsmesser greifen. Das muß dann übrigens ein Blitzbelichtungsmesser sein. In der Bucht gibt es etliches im Angenbot, nicht jeder Belichtungsmesser ist aber tauglich für Blitze.

Wenn Du keine zufälligen Ergebnisse erreichen willst, sondern den Lichtaufbau bewußt planst, dann kommst Du kaum drum rum. Erst recht, wenn Du dann mal mit mehr als zwei Köpfen blitzt, denn dann kannst Du nur mit dem Blitzbelichtungsmesser den Helligkeitsverlauf exakt und reproduzuerbar einstellen.

Es ist sicher auch eine Frage des Anspruches, den man an sich stellt. Die digitale Fotografie hat es möglich gemacht, auch ohne viel KnowHow gute Bilder zu produzieren. Trial an Error - kost ja nix.
Mag sein, dass ich das deshalb anders sehe, weil ich noch einer der Saurier bin, die aus der analogen Welt kommen, ich sehe das halt so, dass ich mein Handwerkszeug beherrschen will und mich nicht von dem beherrschen lassen. Deshalb gibt es keine Automatikfunktionen und bevor ich ein Model vor meine Kamera hole, hab ich das, was ich fotografieren möchte ausgiebig studiert. Letztendlich ist es egal, ob ich einen Kartoffelsack oder ein Model ablichte, die Lichtsetzung bleibt bei beiden gleich. Nur dem Kartoffelsack ist es wurscht, ob ich stundenlang experimentiere, bis ein Lichtsed so ict, wie ich mir das vorstelle, dem Model wird irgendwann langweilig.

Mit dem Blitzbelichtungsmesser verhält sich das ähnlich. Während ich mich ohne mit vielen Probeschüssen an mein Ziel annähere, brauch ich mit dem Ding maximal 2-3 Versuche, bis es passt - das notwendige Hintergrundwissen vorausgesetzt.
Für mich - und das darf jemand anders ruhig anders sehen - ist das die effektivere Methode im Umgang mit Menschen vor der Kamera.

Fred
01. Oktober 2010
blitz_beli

sind sicher einigermassen notwendig, wenn man dauernd in unterschiedlichen situationen fotografiert.
im heimstudio erachte ich sie als überflüssig, weil man ja a) vorher das licht einrichten kann und b) die verhältnisse ja nicht dauernd wechseln.
mach deine probeschüsse mit deiner digi und schreib dir auf, welche blende und welche blitzeinstellung für die art des lichtes ok ist, die du grade aufgebaut hast.

nach einigen versuchen wirst du deine einstellungen gefunden haben.

viel spass

lg

walo

p.s. mein beli liegt seit jahren unbenutzt rum.
01. Oktober 2010

ich würde es auch eher als nicht Notwendig betragen.
Gerade bei Lowkey arbeitest du ja auch damit bestimmte Teile des Bildes zu unterbelichten ....
ich habe so einen Blitzbelichtungsmesser einmal im Studio bei einem Workshop benutzt .. und wir haben den Wert nur als grobe Orientierung genutzt, da wir uns meißt bei 2-3 Blendenstufen höher oder niedriger eingependelt haben.

Außerdem:
Wir machen das ja zum Hobby und nicht zu Werbezwecken wo die Produkte auch farblich 100%ig rüberkommen müssen.
01. Oktober 2010

TimoU:
Außerdem:
Wir machen das ja zum Hobby und nicht zu Werbezwecken wo die Produkte auch farblich 100%ig rüberkommen müssen.

Das meinte ich mit meiner Aussage
Es ist sicher auch eine Frage des Anspruches, den man an sich stellt.

Fred
04. Oktober 2010
@Tom

ich würde an deiner Stelle das Geld zuerst auch eher in andere Dinge investieren... wenn du das Hobby ernsthaft betreibst kommt noch einige Ausgaben auf dich zu...

Meinen Gossen Digipro F kann ich zwar emfehlen aber meist liegt er auch unbenutzt rum und ich beginne mit einer Zeit/Blendenkombination die sich für den Einstieg in meine Shootings bewährt hat - von da passe ich die Blende je nach Lichtset und gewünschter Schärfentiefe an. Notizen und Fotos des Sets helfen übrigens später bei der Analyse des Shootings *zwinker*

LG Mark
04. Oktober 2010
belichtungsmesser

Also ich denke das man am anfang noch keinen Belichtungsmesser braucht.

Klar ist er sehr hilfreich weil man jeden einzelnen Blitzkopf einstellen kann und man danach aus dem Bild sowohl high als auch lowkey machen kann.

Ich habe mir auf der Fotokina einige Belichtungsmesser angeschaut und auch hier ist es mal wieder so wenn man was ordentliches Will muss man ordentlich Geld auf den Tisch legen.

Wenn du dir einen kaufst würde ich ganz klar zu Gossen greifen, welcher dich aber um die 400€ kosten wird.

Mein Tipp: Shoote erst mal ohne und check die ersten paar bilder Auf dem Laptop oder dem PC.

Gruß Thomas
04. Oktober 2010
pc oder laptop ?

weder noch !

für die schnelle kontrolle vor ort genügt der monitor der kamera. allerdings sollte man sich kundig machen über:

wie zeige ich das histogramm in der kamera an ?

und auch: was ist ein Histogramm und wie interpretiere ich es ?

beides steht in den betriebsanleitungen oder auch auf entsprechenden webseiten

kameraanzeige histogramm googeln und du bist erst mal mit lesen beschäftigt.

zum thema geben auch didaktische digitalfotobücher für einsteiger auskunft.

lg

walo
04. Oktober 2010

Gerade auf das kleine Display der Kamera sollte man sich nicht unbedingt verlassen, wenn es um Belichtung,Schärfe und Farben geht und man ohne Blitzbelichtungsmesser auf Sicht fotografiert.

Zumindestens sollte man dabei reichlich praktische Erfahrung sammeln und wissen, wie die Fotos später am Monitor aussehen.
Gerade als Einsteiger kann man sonst später eine Überraschung erleben.
Für eine grundsätzliche Einschätzung reicht das Display völlig aus.
Bei kritischen Lichtaufbauten sollte man aber immer mal wieder zwschendurch in einer Shooting Pause die Fotos auf den PC übertragen und dort mal kurz prüfen, ob alles stimmt.

Einen Blitzbelichtungsmesser braucht man nicht zwingend, aber es empfielt sich, wenn man präzise und wiederholbare Ergebnisse erzielen will.
Außerdem spart man als Anfänger Zeit, da man nicht mehrere Versuche machen muß und dann doch nicht sicher ist, ob die Belichtung stimmt.
Stattdessen 1x messen, einstellen und fotografieren.
Dann kann man sich auf das Foto und das Model konzentrieren und muß sich im Hinterkopf nicht ständig Gedanken um die Belichtung machen. Man ist dadurch viel entspannter und kann sich der Kreativität widmen.
Und somit kommt man zu besseren Fotos.
Die Investition macht sich also mittelfristig bezahlt. *g*

Aber: Für die 1. Gehversuche in der Studiofotografie mit Blitzgeräten geht es auch ohne. Dann sollte man die Fotos aber am PC Monitor kontrollieren.
Und mehr Zeit einplanen, da man ja das Licht Setup immer mal wieder anpassen muß.

Ich habe auch schon erfolgreich mt Blitzgeräten ohne Blitzbelichtungsmesser fotografiert.
Aber ich hätte mich mit einem solchen deutlich wohler gefühlt und noch bessere Fotos machen können.
04. Oktober 2010
Vielen Dank

für die vielen Meinungen und Anregungen!

Offenbar gehen die Meinungen bei diesem Thema aber sehr weit auseinander. Am besten zähle ich die Einzelmeinungen aus und richte mich dann nach der Meinung der Mehrheit *zwinker*

Nein. Ich denke, ich fange erstmal für die ersten Gehversuche ohne Blitzbelichtungsmesser an und probiere erstmal die Fotografie mit Blitzkopf aus. Später - das kristallisiert sich aus dem Querschnitt der Meinungen sehr deutlich heraus - werde ich wohl um die Investition nicht herumkommen...
04. Oktober 2010

Ich komme auch noch aus der analogen Welt - und hatte deshalb zwei einfachere Blitzbelichtungsmesser.
Und damit, bzw. auch den besseren Geräten in der FH konnte ich auch einigermaßen mit umgehen. Genug um bei Großformat-Dias auch die Belichtung und die Kontraste zu treffen - und mir auch mal Gedanken wegen des Zonensystems zu machen.

Dann bin ich irgendwann auf Digital umgestiegen.

Bei den ersten Porträt und Aktfotosessions lag der Belichtungsmesser bereit. Aber wirklich genutzt habe ich ihn nicht. Und ich weiß auch nicht, ob ich den etwas besseren Minolta Autometer IV F, den ich inzwischen habe, wirklich dafür nutzen will.

Bei meinen "Studio" Fotosession wechsele ich recht häufig das Beleuchtungssetup und Abstände. Meist reichen mir ein bis zwei Aufnahmen, um das einzuregeln. Und das bekomme ich mit dem proportionalen Einstelllicht - bei natürlich identischen Blitzköpfen - aus. Dann noch ein, zwei Aufnahmen wenn ich was größeres verstellt habe, und es paßt - für meine Ansprüche (siehe meine Galerie).
Dazu muß ich allerdings noch sagen, dass ich Rohbilder abspeichere - also nicht den Zwang habe direkt ideal auf den Punkt belichtete JPEGs zu erzeugen.

Eine Kontrolle am Rechner, oder umfangreiche Notizen stelle ich mir bei meiner Arbeit störend vor. Die Modelle sind meist nur kurz am Dessous wechseln. Wenn ich da dann Bilder anschauen würde, würden sie wohl auch durch die Aufnahmen zappen wollen, und schon wieder sind einige Minuten "verloren".
Zudem berate ich die Modelle oft beim Auswählen passender Accessoires etc.

Aber: Jeder wie er mag, wie er mit seinen Ansprüchen gut zurechtkommt!
05. Oktober 2010

Ich habe keinen...Schande komme über mich *lol*
Zum einen weil ich oft ein bissel überbelichte *g* das macht die Haut so schön eben und zum anderen knipse ich im Raw Modus...wenn man die Aufnahme nicht zu grob über/unterbelichtet kann man da noch was nachsteuern...mit ein bissel Übung hat man sehr schnell raus wie und welcher Biltz mehr oder weniger Leistung braucht.

Das Geld würde ich mir sparen *ja*

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