Belichtungsmesser erforderlich?

02. Juni 2011
vielleicht

gehts am anfang ja etwas länger. aber mit der erfahrung sitzt meist der 2. testschuss schon gut.

zur erfahrung gehört eben auch: die wahl des standorts, der richtigen tageszeit und die prävisualisierung eines endresultats. so kann man gezielt arbeiten und die vorbereitungen dauern nur sekunden und nicht stunden.

ich habe nichts gegen beli-messer...ich sage nur..dass man die paar hundert euro eben besser anders investiert.......

gruss

walo
02. Juni 2011

ich wollte mich eigentlich jetzt aus der diskussion heraushalten, da ich m.m ja schon kund getan habe.

mir ist das ganze hier zu technikgläubig. anstatt den kurzen lernprozess in kauf zu nehmen, wird zum kauf von beli-messern ermuntert. das ist ja auch nicht grundsätzlich falsch, gilt aber eher für den profi, der wenig zeit hat, rumzupröbeln oder der vor allem stills fotografieren will.

ein anfänger investiert das geld besser erst mal in fortbildung. ein beli-messer instruiert per se nämlich nicht, wie gutes licht produziert wird. darum gehts doch aber vor allem bei der menschenfotografie im studio. die messung des lichts ist da nur mittel zum zweck und dafür einige hundert euros ausgeben ??? Im kleinen studio sind die lichtverhältnisse ja nicht so gravierend unterschiedlich, dass man nicht mit etwas erfahrung (lernprozess) den beli-messer ausbremsen könnte. testschuss und histogrammanzeige (deren interpretation hat man schnell gelernt )

Wenn der Anfänger schon Kurse besucht hat und gelernt hat mit drei vier fünf Blitzen umzugehen, hat er auch gelernt das ein Belichtungsmesser die Arbeit erleichtert. Das rumprobieren mit Erfahrungswerten kann erst im nachhinein erfolgen, die Erfahrungswerte kommt ja nicht aus der Luft. Den Anfänger will ich sehen, der mit dem Kamerahistogramm (das von Hersteller zu Hersteller tatsächlich unterschiedlich sein kann) und vier oder fünf Blitzen mal eben in zwei drei Testfotos die richtige Einstellung findet...
02. Juni 2011
eigentlich luxus

wenn du nicht professionell fotografierst in deinem studio, dann ist ein belcihtungsmesser nicht wirklich notwendig. fast alle moderne dslr können das histogramm eines bildes anzeigen. also einfach nach der aufnahme dieses kontrollieren (sollte eine ausgelichene "hügellandschaft" über den kompletten bereich sein) und gut ist. den rest kannst du immernoch am pc nachkorrigieren. wenn es doch ein belichtugsmesser dann sein soll, schau mal bei fotowalser. dort gibt es welche um die 250 €. die reichen absolut!
02. Juni 2011
@nice

ich lass dir deinen glauben. du kannst es ja nicht wissen, da du nie bei mir im kurs warst. keine bange, ich will dir keinen ws andrehn....

ich frag mich bloss, weshalb mein sekonic gut verpackt unbenutzt rumliegt (stammt noch aus der vordigi-aera) und mein licht und die belichtungen nicht schlechter geworden sind. auch mache ich eher weniger bilder als früher...die kontrolle ich einfach besser....auch die der belichtung.....

KISS (keep it simple and stupid) ist meine devise. die materialschlachten und drumherumgehenden diskussionen überlasse ich gerne den fetischisten in den fotoclubs. dort ist diese spezies besonders häufig anzutreffen. anstatt über fotografie zu reden wird dauernd von werkzeugen geschwafelt ganz nach dem motte: ich liebe c und ich meine n noch viel mehrer....lachhaft sowas (anwesende sind natürlich nicht gemeint.....

*g*

walo
22. Juli 2011

Ich finde es schon ein wenig eigenartig, wie hier schon fast von einem Blitzbelichtungsmesser abgeraten wird. Blitzlicht ist keine einfache Beleuchtungstechnik und kann in der Praxis für so einige unangenehme Überraschungen sorgen, speziell wenn mit mehreren Leuchten gearbeitet wird. Wer sich eine Studioblitzanlage leisten kann, sollte sich auch ein Belichtungsmessgerät leisten. Man kauft ja auch keine Kamera ohne Objektiv. *g*

Wem dann der ganze Aufwand für ein paar Knipsbildchen doch zu viel wird, kann auch mit Lichtquellen aus dem Wohnbereich ganz tolle Lichtstimmungen zaubern. Und ein weiterer Vorteil, es lässt sich dabei noch mit der Kamera-Belichtungsmessung arbeiten.


zur erfahrung gehört eben auch: die wahl des standorts, der richtigen tageszeit und die prävisualisierung eines endresultats.

@FotoWalo, könnte es sein das du available light mit Blitzlicht verwechselt?
Denn da könnte man eher auf ein Belichtungsmesser verzichten.
23. Juli 2011

@ Silberbromid
Ich denke das man bei einer Personenaufnahme vor sw oder ws Hintergrund wohl eher keine ausgeglichene "Hügellandschaft" als Histogramm bekommt.
Bei einem Wald-und Wiesenfoto geb ich dir recht.

LG Gerhard
24. Juli 2011
Histogram mit Graukarte

Auch wenn ich Fan des Belichtungsmessers bin, kann man doch sehr gut auch mit dem Histogram der Kamera arbeiten.

Ich mache bei eingerichteter Beleuchtung ein Testschuss auf die Graukarte. Wenn das Histogram genau einen Hügel in der Mitte und gegen Null am rechten und linken Rand läuft, sollte die Belichtung stimmen. Als Kameramann nutze ich "Quick and dirty" auch schon mal ein silbermet. farbenes Auto, hilft auch beim Weißabgleich.

Da in jedem guten Mietstudio ein Beli vorhanden ist behaupte ich: Mit eigener Blitzanlage ist ein Beli gut angelegtes Geld, ansonsten reicht die Graukarte.
24. Juli 2011

Wie stellst Du denn die Blitze zueinander mit der Graukarte ein? *neugierigfrag*.
25. Juli 2011
Mehrere Blitze

Auch mehrere Blitze könne mit der Graukarte eingestellt werden:

Beispiel: Portrait mit Blende 8

Zunächst stelle ich das Haupt- (Führungs-)licht ein. Knipse auf Blende 8, nur das Hauptlicht ist an. Testshoot aus Richtung des Blitzkopfes auf die Karte, Modell hält Karte. Kontrolle Histogram.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Bei einer guten Blitzanlage kann ich das Aufhelllicht mit dem Drehknopf eine Blende kleiner drehen. Wenn nicht, dann schalte ich das Hauptlicht ab, das Aufhelllicht ein, stelle die Knipse auf Blende 5,6 und kontrolliere bzw. stelle den Blitz nach Histogram ein. Die TestBilder werden wieder aus Richtung des Blitzkopfes gemacht, die Graukarte hält das Modell. Beim Haarlicht wird es kompliziert, wer es ausmessen will, muss u.U. auf die Leiter steigen...
Aber das Haarlicht ist unkritisch und wer schon mit Haarlicht arbeitet hat wohl auch einen Beli.

Zu Schluss wird die Knipse wieder auf Blende 8 gestellt, noch ein Testshoot auf die Graukarte aus der Position des entgültigen Kamerastandort und es kann los gehen....
25. Juli 2011

Danke für die Ausführungen.
Mit einem Blitzbelichtungsmesser geht es dann aus meiner Sicht doch einfacher, weil ich das Licht schon einrichten kann, bevor das Model ins Studio kommt und ohne die Kamera in die Hand zu nehmen.
Da richte ich den Blitzbeli auf die Lichtquelle, löse den Blitz aus und sehe den gemessenen Wert. Die anderen Blitze brauch ich dafür noch nichtmal abschalten. Gut, meine Blitze haben 'nur' ein Poti zum stufenlos einstellen, ne Blende auf oder zu bleibt dabei ein Schätzwert.

Aber das ist nur meine persönliche, unmaßgebliche Meinung *zwinker*

Die Graukarte gehört auch zu meinem Equipment, allerdings eher für die Farbtemperatur, vor allem Outdoor bei wechselnden Bedingungen.

Fred
25. Juli 2011

Hallo Fred, ich schrieb ja oben schon, dass ich ein Fan des Belichtungsmessers bin. Interessant und gut zu wissen ist es allemal, dass es auch ohne geht.

Stephan
25. Juli 2011

Servus Stephan,

das hatte ich schon richtig verstanden. Die Diskussion soll aber ja letztendlich das Für und Wider aufzeigen, ob ein Belichtungsmesser nun Sinn macht oder nicht. Und gerade dafür sehe ich Deinen Beitrag als sehr nützlich.

Es wird hier von vielen propagiert, man kann mit dem Histogramm einen Belichtungsmesser ersetzen, aber bisher hat niemand wirklich eingebracht, wie er das macht.
Bei manchen Beiträgen habe ich gar das Gefühl, da wird ein avaible light Shooting mit einem Studioshooting mit Blitzen verwechselt.

Dein Beitrag zeigt eine echte Alternative auf, zeigt aber auch auf, dass es eben - will man es richtig machen - nicht einfach getan ist, einen Schuss aus der gedachten Kameraposition zu machen und damit beurteilen zu können, ob die Blitze zueinander richtig eingestellt sind.

Manche werden nun aufschreien und sagen: Klar geht das, ich hab in jahrelanger Erfahrung einen Blick dafür bekommen. Mag sein, dem Einsteiger fehlt aber diese jahrelange Erfahrung. Und für den ist die Graukartenmethode allemal eine preisgünstige Lösung, um sich bewußt mit dem Studiolicht auseinander zu setzen.


Fred
25. Juli 2011
ohne Belichtungsmesser eine Qual

Bei meinen "private nude" Shootings besuche ich die Models jeweils bei ihnen zu Hause und werde dadurch immer wieder mit neuen Lichtsituationen konfrontiert.

Ich arbeite mit 2 kompakt Elinchrom Blitzleuchten (manchmal mit Mixlicht, Blitz & available light) und dem Minolta Spotmeter.
Für eine bequeme Lichtmessung, nehme ich die Graukarte, wenn möglich bevorzuge ich aber die Objektmessung. Die Objektmessung ist etwas heikler, lässt mir aber viel mehr Spielraum zur Bestimmung des mittleren Grauwertes und das Zusammenspiel von Hauptlicht, Aufhellicht & Effektlicht.

Wenn man auf einen Belichtungsmesser verzichtet, ist man versucht immer die gleichen "bewährten" Lichteinstellungen zu verwenden. Man wiederholt sich aus reiner Bequemlichkeit.
Ein Bildbeispiel, das Licht durchs Fenster ist auch geblitzt.
31. Juli 2011
@hape

nein, ich verwechsle das herrschende dauerlicht nicht mit blitzlicht ! im gegenteil, ich verwende die probebelichtungstechnik mit allen sorten licht...also auch mit mischlicht. beim letzteren verwende ich oft filter um die temperaturunterschiede zu kontrollieren. wie du das mit einem beli anstellen willst, ist mir ein rätsel.
die behauptung, dass man aus bequemlichkeit immer die selbe einstellung verwendet, finde ich nicht treffend. das geht gar nicht, wenn man an
unterschiedlichen orten fotografiert. auch die fotothemen erfordern immer wieder flexibilität.....

nochmals: ich habe nichts gegen belis...wer einen hat und mag...soll ihn verwenden.
gruss

walo
31. Juli 2011

Belichtungskorrekturen durch Filter vor der Linse sind angegeben, oder lassen sich schnell ermitteln.
Filter wie auch Softboxen oder Goldreflektoren vor dem Blitz werden ja vom Messgerät berücksichtigt, warum sollte das nicht messbar sein?

Aber ist es nicht einfacher Farbeffekte mit Photoshop Ebenen & Masken zu integrieren, als schon bei der Aufnahme gefährliche Farbsuppen zu mixen? Denn ist die falsche Farbe mal drin, bringt man sie kaum noch weg.

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