Stiefeltritte - extremes Spiel?!

05. September 2010
Stiefeltritte - extremes Spiel?!

Ich habe vor Kurzem auf einer Veranstaltung das Spiel eines Pärchens beobachtet, das mich noch immer beschäftigt und nun möchte ich mal hören, was ihr dazu sagt. Sie spielten - wohl gemerkt für meine Verhältnisse - extrem. Sie als devoter Part trug ein Elektrohalsband, das ihr Dom regelmäßig nutzte, außerdem warf er sie auf den Boden, trat sie zwar nicht mit voller Wucht, aber dennoch sehr fest mit seinen Stiefeln, zog sie an den Haaren über den Boden usw.
Bevor hier die Hüter von "Jeder wie's ihm gefällt" auf den Plan gerufen werden, von mir aus darf jeder spielen, wie er es mag. Mich beschäftigt eher, das Gefühl dahinter. Er wirkte dabei auf mich sehr distanziert, sie völlig ausgeliefert und schmerzerfüllt. Ich habe keine Zeichen der Lust erkannt oder auch nur der Nähe, naja aber das ist bei Fremden vielleicht auch schwierig... Es machte auf mich einen sehr harten Eindruck, für mich ist selbst im groben Spiel die persönliche Verbindung mit meinem Partner sehr wichtig, mir fehlen grad die richtigen Worte, das zu beschreiben, aber beispielsweise ein Flüstern in mein Ohr, seine Hand, die mir über die Haut streicht, bevor sie zuschlägt oder die Ansage, was jetzt passieren wird. Das habe ich bei den beiden nicht beobachten können, sie schienen dennoch sehr aufeinander abgestimmt. Leider ergab sich nicht die Gelegenheit mit ihnen zu sprechen... Schade! Habt ihr Erfahrungen mit derartigen Praktiken? Was ist für euch das Reizvolle daran? Bleibt das für euch eine Session aus der ihr Lust zieht oder verbindet ihr es mit Sex?

Neugierige Grüße
Devotion
06. September 2010

Nun, du sagst, sie wirkten sehr aufeinander abgestimmt...

Was genau sind diese zärtlichen Momente, die du meinst?

Ich selber kenne es von uns beim Rape, dass es für Außenstehende auch überhaupt nicht mehr liebevoll, zärtlich, einvernehmlich wirkt, sondern brutal und verächtlich. Aber vermutlich ist das nicht ganz das, was du meinst...?
06. September 2010

Ja, es ist wohl ganz gut vergleichbar mit Rape-Spielen. Jedoch ist dabei ein sexueller Reiz dabei, den ich nachvollziehen kann. Dies fehlte aber bei dem o.g. Paar. Hm, wenn ich so recht drüber nachdenke, kann ich es gar nicht genau sagen, was mich daran so beschäftigte. Vermutlich einfach die Härte. So gab es auch keine Kommunikation zwischen den beiden. Ich hatte gehofft einige Meinungen zu hören, was genau diese Härte als Kick ausmacht. Im Prinzip passt der Vergleich wohl sogar sehr gut, es war wie ein Rape aber ohne Sex.
Ich habe nun überlegt, wo eigentlich der Unterschied ist im Hinblick auf die Lust beispielsweise zwischen Schlägen auf den Po - was mich z. B. anmacht - und solchen Tritten, um es besser nachvollziehen zu können. Aber es gibt wohl gar keinen *g* Die Tritte machen mich nicht an, die Schläge machen wieder andere nicht an. Einfach Vorliebe?!
06. September 2010

Ja, vielleicht Vorliebe...

Ich finde die Fragestellung aber auch gerade hochinteressant, weil ich mich dabei auch gerade mit Dingen auseinander setze, die am Rande meines Bewusstseins eine Schattenexistenz führen. Ein Spiel wie von dir beschrieben würde mich nämlich irgendwie tatsächlich sehr kicken, merke ich gerade...

Wenn...

Ja, wenn die absolute Vorraussetzung gegeben ist: Bedingungsloses Vertrauen und bedingungslose Liebe zwischen beiden.

Es bekommt eine andere Tiefe, wenn man sich nicht mehr ständig vergewissern kann. Es tut mehr weh. Man stürzt tiefer durch das "Zurückgewiesen werden". Man fliegt höher. Es ist demütigender. Es ist...

Als Kopfkino, merke ich gerade schockiert, fasziniert mich ein solches Spiel mit meinem Liebsten - als Aktive oder als Passive (gelobt sei das Switchen). Auch und gerade, wenn der sexuelle Kontext keineswegs klar oder verständlich ist. Aber ich kann auch noch nicht so richtig sagen, woran das liegt... Da ist wohl Nachdenken angesagt ^^.
09. September 2010

Hi Devotion_84,

bei einer längeren Session mit meinem Dom kommen Stiefeltritte seinerseits immer mal wieder vor. Auch ein eher heftiges Durch-die-Gegend-Schupsen gehört dann meist dazu. Und genau in diesen Momenten sieht mein Dom mit Sicherheit hart und ernst aus, weils halt authentisch rüber kommen muss. Sonst würde es ja auch nicht funktionieren, weder für mich noch für ihn selber.

Und ich denke, es ist genau so, wie du es bereits selber geschrieben hast: die Distanz zwischen uns ist dann sehr groß. Das ist ja aber gerad das, was wir an den Spielen so lieben, der Wechsel zwischen Distanz und Nähe und je größer die Distanz ist, desto erleichterter und näher fühle ich mich dann hinterher in seinen Armen. Und die Distanz wird in diesem Fall dadurch aufgebaut, dass er mit meiner Angst spielt. Natürlich funktioniert es nur im bestimmten Rahmen. Das erste Mal, als er damit anfing, war auch ich sehr überrascht und ich hatte wirklich Angst - eher reale und keine stimulierende Angst, dass er mich ernsthaft verletzen könnte. Dann haben wir es besprochen und seitdem klappt es sehr gut. Die reale Angst, verletzt zu werden, ist immer noch ein ganz klein wenig vorhanden, aber sie überwiegt nicht mehr und somit ist es zu einer Spielvariante zwischen uns geworden.
10. September 2010

ich denke mal ein Aspekt dieser Treterei ist sicher das "wie Dreck behandeln" Ist gibt welche, die allein das schon geil macht, für andere steht vielleicht auch der Schmerz im Vordergrund, vielleicht sogar beides.
Bei mir beides, besonders, wenn sie mich zwischen die Beine tritt. Ich liebe diesen Schmerz, und gleichzeitig dieses Gefühl wie Dreck behandelt zu werden.
11. September 2010

Für mich ist z. B. das nicht ansagen, was kommt ein zusätzlicher Kick. Ich fühle mich dann noch mehr ausgeliefert. Und wie bei katerchen, liebe ich es, wie Dreck behandelt zu werden, benutzt zu werden zum Vergnügen der Lady. Wenn Sie mich gebraucht, um Ihre Lust zu steigern und zu befriedigen und ich mich ganz klein fühlen kann, wie der Dreck an den Stiefeln, die mich treten, das ist für mich eine echt geile Situation. Da dürfen dann gern auch noch Ohrfeigen oder das küssen der Stiefel nach den Tritten dazukommen, um mich noch weiter zu demütigen.
11. September 2010

zu extrem darf es aber auch nicht sein. Wildes Eingetrete reizt mich auch ncht wirklich. Es muß schon sehr gezielt sein: Treten... warten, bis sich der Schmerz entwickelt... Blickkontakt,ein sadistischer Gesichtsausdruck und ein eiskaltes Lächeln von ihr, und dann wieder... aaaah
Das oben beschriebene ginge mir wohl zu schnell
13. September 2010
Länge des Bogens

So wie Du, Devotion_84, Dein Spiel beschreibst, sind Zärtlichkeit und Härte nah beeinander und fast gleichzeitig. Das hat einen schönen Reiz.

Es kann aber auch einen besonderen Reiz ausmachen, den Wechsel zum Zarten, bzw den liebevollen Feedback länger hinauszuzögern.

Man ist dann länger unten und muss länger warten. Das gibt einem mehr Gelegenheit zu fallen und zu fliegen.
Der Bogen kann so lange gespannt werden, daß er eine ganze Session umfasst oder auf eine unbestimmte Zeit ausgedehnt wird.

Dann fehlt die Gewisheit, daß jetzt gleich was Liebes kommt. Das Leiden dehnt sich, es wird vom lustvollen Erwarten zum echten Leiden.

Das ist ein Übertritt in eine ganz andere Welt. Da wo es wirklich für eine ganze Weile Dunkel wird, und auch die Hoffnung und Erwartung aufhört.
Da nicht Mayday zu rufen erfordert enorme Stärke.

Umso intensiver das Auftauchen daraus.

Für Dom ist noch mehr Aufmerksamkeit und Einfühlung notwendig. Abstürze sind da sehr riskant und nah.
16. September 2010

Abstürze sind da sehr riskant und nah.

Ganz im Gegenteil *zwinker* (auf das im Eingangspoosting beschriebene Szenario bezogen)

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