![]() | 05. November 2010 Danke für deine Antwort, also ich versuche es mal grob zu beschreiben: Beziehung war auf Vertrauensbasis, allerdings keine Liebesbeziehung. Sie war sehr gefühlvoll und es lief lange fast schon Perfekt. Mit dazu hatten wir eine Sexbeziehung, wobei es phasenweise auch mal nur einen Monat um Sex ging oder 2 Monate kein Wort darüber verloren wurde. Anfangs kamen Vermutungen hoch, auf die ich Ihn offen ansprach. Er widerrum verneinte. Weiterhin kamen hier und da wieder Vermutungen hoch und diese wurden wieder verneint. Es ging dann allerdings eine ganze Zeit lang ohne "schlechtes" Gefühl weiter bis wir eines Tages über unser Sexleben sprachen. Er äußerte auf einmal Vorlieben die ich vermutete und er verneinte. Darüber hinaus gingen diese Vorlieben teilweise über meine Grenzen. Ich lehnte diese also ab, und darauf hin kam es Bruch mangels Vertrauen meinerseits. Naja wir haben lange Zeit danach nun wieder engeren Kontakt und haben über die Vergangenheit geredet. Er meinte er hatte verneint da ich eine Ablehnende Haltung dem gegenüber hatte. Was so nicht ganz stimmt.. Die Haltung nahm ich an aufgrund meiner Vermutungen.. Er sagt durch meine Haltung fühlte er sich Unsicher, so das Vertrauen fehlte. Nun kamen wir an den Punkt an dem wir sagen: Wir haben uns beide nicht vertraut und haben von Anfang an wohl einen Fehler gemacht. Seit ein paar Wochen reden wir ganz offen über Sex (hoffe ich mal) und wir würden gerne wieder eine Beziehung in der Richtung eingehen. Allerdings scheine ich eine andere Grundeinstellung zu Sex zu haben. Für mich geht kaum was ohne Vertrauen und dazu ist mein "Motto" ´Beide sollen soviel Spaß wie möglich haben. Ich bin auch sehr offen, und mag eben mich zu unterwerfen oder auch zu dominieren. Es muss einfach die Lust dafür von beiden passen in dem Moment. Da ich aber die schlechte Erfahrung damals machte und nicht mehr das Vertrauen auf ehrlichkeit habe, sind meine Grenzen mit Ihm natürlich nicht so weit wie sie in einer Beziehung ohne Negativ Erfahrungen wären. Ich spüre deutlich das er wieder versucht du Gespräche an die Grenzen zu gehen, sagt aber: ein nein ist immer ein Nein, auch wenn ich hinterher ein wenig enttäuscht wäre. Wenn ich allerding erzähle was ich mal gern möchte dann wird mir offen gezeigt: Ich mache bis zu meinen Grenzen mit, aber es wird mir nicht viel bringen. Nur genau so macht es mir nicht viel spaß. Mir geht immernoch das Wohl und der Spaß des Partners vor. Er macht auf mich mit seinen Wünschen genau gegenteilig den Eindruck: Ich will in erster Linie meine Lust spüren und alles andere sehen wir dann und auf meine Frage zu Vertrauen und Rechtzeitig Grenzen erkennen heißt es dann: Na dann musst du mir bescheid sagen. Ich denke mir dann wieder... Rücksichtsvoll ist was anderes, es muss ja nicht direkt zur schlechten Erfahrung kommen man kann sich rantasten. Selbes zu meinen Fantasien die ich gerne mit Ihm ausleben würde. Da kommt immer ein desinteressiertes "Ja sicher, machen wir so" Das alles spielt sich aber nur innerhalb der "Besonderen Phantasien" ab.. wenn das halt Thema ist. Ansonsten ohne das Thema Sex kamen wir bestens aus. Waren auf gleicher Wellenlänge und hatten eine tollte Zeit wenn wir nicht wieder über Sex stritten. Mein Problem nun: Ich habe Verlangen danach meine Phantasien mit ihm auszuleben, und manches von seinen Phantasien find ich selbst sogar toll. Aber nicht alles. Er versucht wieder zu provozieren und Grenzen zu verschieben, und hat "für mich" eine falsche Grundeinstellung, die er allerdings ändern möchte wie er meinte. Diese Aussage war recht halbherzig. Ich müsste eigentlich sagen: such dir eine andere, ich such mir einen anderen. Aber da ist halt die Beziehung und die Erinnerunng an allem was ohne Sex richtig toll lief. Und die sagen: Näher dich mal ran, und schau wie ernst er es meint. Denn es gibt natürlich auch tolle Erinnerungen an Sex wenn er nicht dominant war und es dabei "leugnete". Mireni |
![]() | 05. November 2010 (...) und auf meine Frage zu Vertrauen und Rechtzeitig Grenzen erkennen heißt es dann: Na dann musst du mir bescheid sagen. Na, das ist doch eine Ansage von ihm. Das trifft genau das, was ich oben meinte: Wenn so etwas ausgesprochen wurde, lässt sich das "in Echt" ja wunderbar überprüfen. Also in einer Session eben tatsächlich sagen "bis hierhin und nicht weiter", etwa das ROT der Ampel ausleihen, das du sagst und das signalisiert "bitte höre mit dem, was du gerade tust, auf, es hat meine Grenze überschritten bzw. erreicht, das da ist für den Augenblick genug" oder eben auch einfach mal das komplette Safewort für den Totalabbruch raushauen. Wenn er da komisch reagiert, dann würde ich das, was du schriebst, anschließend tatsächlich so sagen, wie du es schriebst: Ich müsste eigentlich sagen: such dir eine andere, ich such mir einen anderen. Reagiert er korrekt, dann kann Vertrauen ja auch wieder wachsen. |
![]() | 05. November 2010 ja also Session nenn ich das alles noch nicht, für mich sind es einfach kleine Spiele die es damals in alten Beziehungen gab und dazu gehörten. Ich bin ja ein offener Mensch und mag vieles auch. Damals war eben direkt diese Ablehnung meinerseits durch lügen und immernoch vermuten. Diese Halung wurde immer stärker. Hab auch vergessen zu sagen: Es gab anfangs eine situation, an der war ich allerdings selbst schuld, und hab diese als sehr negativ mitgenommen weil ich eben nicht "Stop" gesagt habe. Und das war ganz "normaler" sex. Bei dem Gespräch über seine Vorlieben wollte er eben dann diese Grenze (die ich anschließend aufstellt habe) bewusst überschreiten und meine Erlaubnis dazu. Ich war ziemlich negativ überrascht da es nunmal ein Tabu ist. Zumindest in der Art wie er wollte. Darüber hinaus meinte er: Dein Tabu ist nicht der Grund weshalb ich es möchte, nur ohne das überschreiten entspricht es nicht der Fantasie. Also hat es versucht noch "schön zu umschreiben". Was aber erst rauskam als wir über unsere Vergangenheit sprachen und mal die Karten auf den Tisch legten. Ich habe den Eindruck, im Prinzip mögen wir selbes. Aber für ihn muss es immer anderst sein als es mir gefallen würde. Beispiel: ich mag bestimmte "sanfte" Schmerzen, Er würde gern dabei an meine Grenzen, aber auf genau die Art die ich ablehne. Ich mag mich unterwerfen bis zu einem Punkt, und in seiner Phantasie ist es ein Punkt der Unterwerfung den ich ablehne. Und genauso verhält es sich mit meinen Wünschen. Wenn es meine Fantasie ist das er mich dominanter behandelt, ich aber den Ablauf bestimme, dann ist es auch nicht das wahre für Ihn. Mireni |
![]() | 05. November 2010 Nachtrag: Wenn es nicht um Sex geht, würde ich sagen, Keiner würde mich mehr beschützen wollen. Also im Alltag, bei Stress und Problemen die nichts mit uns zutun haben. Wenn es wieder um Sexuelles geht, scheint er da schon fast Verantwortungslos bzw. Leichtsinnig. Auf der anderen seite jeglichen noch so harmlosen Schaden von mir fernhalten und dann widerum sind eventuelle Schäden die beim Sex entstehen könnten, nicht so "tragisch". Das ist eine Sache die ich schlicht nicht verstehe. Mireni |
![]() | 05. November 2010 Wer weiß, vielleicht machst du dir auch zuviel einen Kopp drum. Wichtig ist - wirklich absolut unabdingbar wichtig - dass er deine Safeworte akzeptiert. Genauso wichtig - ohne Ausnahme! - ist aber auch, dass du sie zum gegebenen Zeitpunkt auch nennst! Mir kommt es vor, als würdet ihr alles vorher schon haarklein besprechen wollen, um jegliches Missverständnis auszuschließen. So klappt das aber leider nicht Denn es kommt real immer anders als man denkt. Wichtig ist, dass du ihm zu 100% vertrauen kannst, dass er abbricht, sobald du das Safewort sagst. Wenn du das hast, dann ist es auch kein Problem, Grenzerweiterungen zu betreiben: Schließlich hast du die "Hängematte" des Safeworts, und wenn du merkst dass er anfängt zu weit zu gehen, dann wirfst du es in den Ring wie ein Trainer das Handtuch in den Boxring wirft. Das sorgt dann dafür, dass du gleichzeitig die finale Kontrolle behältst, er aber auch Spielraum hat, Grenzen zu verschieben. Damit wäre - so sehe ich es zumindest von außen, ohne euch beide zu kennen - doch ein gangbarer Kompromiss, oder nicht? |
![]() | 05. November 2010 Ja genauso würde ich das nun in einer "anderen Beziehung" handhaben. Aber die Lüge damals um diese Vorliebe als er nicht offen sagte: Ich möchte das gerne weil ich das und jenes heiss finden würde.. Sondern "es für sie passend reden" damit ich eventuell darauf einsteige war eben zuviel. Klar ist Zeit vergangen seither aber das hat Spuren und Misstrauen zurückgelassen. Allgemein stellt sich unsere alte Beziehung zueinander fast schon als Fake raus, weil wir ganz anders über den anderen dachten. Nun sind wir aber auch so 2 die nicht ganz mit aber auch nie ohne einander können und trotzdem aneinander hängen. Ich habe jetzt das Gefühl das er ein anderer Mensch ist als ich damals annahm, und er widerrum denkt selbes von mir da ich doch nicht so "Prüde" bin wie er wohl annahm. Aber das ich anfangs ihm Vorrang gab und sagte: Mach du mal, habe ich aus Rücksicht seiner mangelnden "Praktischen" Erfahrung gemacht. Er hatte vor mir eine Beziehung wo die Partnerin nur nahm wie er sagte und nix gab. Er darauf hin nun nicht soviel kannte. Ich hab mich als "Lernhilfe" zur verfügung gestellt und sehr viel verzichtet. Nach ein paar Monaten habe ich dann kleine äußerungen über das gemacht, was ich gern auch hätte (ganz normale schlichte sachen) und er konnte nur schwer darauf eingehen. Nun hieß es danach, ich hätte mehr sagen sollen was ich wünsche. Daraus gab es wieder den Effekt das ich wieder sauer und enttäuscht war, weil ich eben das getan hatte aber es nicht wahrgenommen wurde. Aber andere Sachen die ich als kleine Phantasie abtue und die mir unwichtig sind. Die gibt er spontan von sich. Ich habe nun nach 3 Jahren immernoch keine Ahnung wie ich diesen Menschen einschätzen kann. Würde er nun wirklich meine festen Tabus akzeptieren oder wieder versuchen auf irgend eine Art zu überschreiten. Sag ich zur einer Handlung nein, würde er versuchen diese anderweitig umzusetzen? Sowas kam eben auch schon vor, ist allerdings nicht schlimm oder wichtig. Blos fehlt mir die Offenheit und das Vertrauen. Hinterhältig an Ziele kommen find ich nicht ok. Ich denk dann teilweise auch noch: Naja er kennt nicht viel sexuelles, hat das meiste mit mir gesammelt, vielleicht kann ich ihn zurechtweisen was Vertrauen ect bedeutet... Ja mittlerweile macht man sich zuviele Gedanken. Andererseits würde man die nich haben wenn es damals nicht schiefgegangen wäre. Mireni |
![]() | 09. November 2010 Entweder - Oder Entweder man hat eine Absprache über das was geht und das was nicht geht - oder man hat sie nicht. Hat man eine Absprache, dann ist sie bindend - zumindest dann, wenn man kein Vertrauen zerstören will. Wenn dann im Drang des Geschehens einer die abgesteckten Grenzen überschreiten möchte ist nach meinem Verständnis Rücksprache mit dem Partner und dessen Zustimmung unverzichtbar - wobei RückSPRACHE nicht wörtlich zu nehmen ist, das kann auch non verbal aber dann bitte eindeutig erfolgen. Das Nichtbeachten eines Safewords ist für mich der deutliche Beweis, dass das vermutete Vertrauen nicht existiert - ohne wenn und aber. Selbst wenn keine Absprachen bestehen, heßt das nicht, dass in einer vertrtauensvollen und guten Beziehung alles erlaubt ist. Hier ist noch mehr Gemeinsamkeit und verbale oder nicht-verbale Abstimmung erforderlich, wenn man man an Grenzen kommt, bei denen man Zweifel hat, ob der Partner deren Überschreitung akzeptieren würde. Vertrauen ist ein außerordentlich hohrangiges Gut - einmal zerstört, lässt es sich sellten wieder zu 100 % wiederaufbauen. |
![]() | 09. November 2010 Hallo Mireni,, nach dem lesen deines ganzen Textes würde ich spontan sagen - lass das sexuelle lieber mit diesem Mann. Du kennst ihn schon lange, und trotzdem hast du ein Vertrauensproblem. Das kommt ja nicht von ungefähr. Da gibt es viele kleine Anzeichen, das ihr sexuell nicht auf die selber Weise tickt, und auch wenn Sex an sich gut ist, habet ihr beide was "spannenderes" im Kopf. Nur leider nicht das gleiche. Es harmoniert einfach nicht richtig. Das Tempo ist nicht das gleiche, und die Richtung, in die ihr wollt, auch nicht. Ihr begegnet euch an einem Punkt, und dort ist es auch gut. Aber einen gemeinsamen Weg scheint ihr nicht zu haben. Du versuchst, ihn ein Stück auf seinem Weg zu begleiten. Er geht aber nicht langsamer für dich, und du hechelst irgendwie hinterher. Umgekehrt hat er auch keine Lust dich auf deinem Weg zu begleiten, und macht ein paar lustlose Schritte, höflichkeitshalber. So empfinde ich jedenfalls deine Beschreibung. Alles irgendwie verworren, richtungslos, misstrauisch. Gerade weil das Thema BDSM so viel mit Vertrauen zu tun hat, würde ich da nicht weitermachen. Dann genau dieses Vertrauen fehlt dir. Nigra |
![]() | 09. November 2010 Ich... ... habe jetzt nicht alle Beiträge wirklich bis zum Ende gelesen, denn mir fiel bei fast allen nur eins auf: Drehbuch! Es wird ein Drehbuch erwartet, damit sich Sub darauf einstellen kann, was als nächstes passiert, wie der Weg zum Ziel aussieht und was überhaupt das Ziel ist. Ich kann für mich sagen, dass ich weder ein Drehbuch noch ein Ziel vor Augen habe. Es ist einfach nur wichtig, dass wir beide geilen Sex haben Was noch überall auffällt ist Mißtrauen. Mal ganz ehrlich, würdet ihr eine normale Beziehung eingehen, obwohl ihr ihm mißtraut? Vertrauen ist das A und O einer guten Beziehung, egal ob nun mit oder ohne SM. Und Vertrauen baut man nur durch eine gut funktionierende Kommunikation auf. |
![]() | 09. November 2010 Drehbuch Ich würde sogar noch weitergehen, wenn man eine Idee, die man ja durchaus gemeinsam haben kann, genau nach einem Drehbuch "abarbeitet" macht man m. E. die Spannung, die Ungewissheit und Unsicherheit völlig kaputt. Alles wird kalkulierbar, ja voraussehbar, so kann m.E. weder beim dominanten noch beim submissiven Part diese knisternde adrenalinspendende Ungewissheit (vielleicht sogar Angst) entstehen, die - so glaube ich - unverzichtbar ist, um höhere Level der Lust zu erreichen. |
![]() | 09. November 2010 SM SM macht für mich doch genau das aus, dass Sub nicht weiß was wann passiert. Er vertraut mir, gibt sich hin und lässt geschehen, DAS ist devot und nicht wenn das Drehbuch besprochen wird. DAS wäre topping from the bottom, auf deutsch der Wunschzettelsub. Bitte nicht damit verwechseln, dass natürlich der äußere Rahmen, in dem man sich bewegen darf/kann, besprochen werden muss. |
