Wieviel Schmerz im BDSM?

Sicherlich ein provokantes Thema - aber lasst uns doch einfach mal Klartext sprechen. Was macht ihr beim BDSM konkret?

18. August 2010
Wieviel Schmerz im BDSM?

Sicherlich ein provokantes Thema - aber lasst uns doch einfach mal Klartext sprechen. Was macht ihr beim BDSM konkret? Wo zieht ihr eure Grenzen? Brecht ihr die Grenzen? Wenn ja - wie brecht ihr diese Grenzen?
18. August 2010

Kommt doch ganz auf die Person an.

Grenzen sind dazu da um überschritten zu werden!

Luna
18. August 2010

jep! ich kann mich luna da nur anschließen!

und im übrigen: bdsm MUSS mit schmerzen so rein gar nichts zu tun haben. es gibt da noch andere, subtilere methoden... *zwinker* und wo die grenze liegt ist unterschiedlich: von tag zu tag, von mensch zu mensch, von stimmung bzw verfassung zu verfassung....

patentrezepte gibts hier auch noch nicht.

aber werden wir doch mal konkret: WAS GENAU willst du denn nun wissen? mit welchen "spielzeugen" wir spielen? wie wir spielen? wie fest? wie lang? wohin wir zielen? oder meinst du noch was anderes außer schlagen...? *zwinker*
18. August 2010

Sicherlich ein provokantes Thema - aber lasst uns doch einfach mal Klartext sprechen.


Ein guter Thread, ich bin mal auf die Entwicklungen gespannt.

Was macht ihr beim BDSM konkret?

Ich überlege gerade, ob ich hier überhaupt mitschreiben darf*gruebel*, ich distanziere mich vom BDSM in der Form, die ich hier manchmal lesen muss oder aus Erzählungen kenne.

Darf ich deine Frage für mich auf DS beschränken?

Wo zieht ihr eure Grenzen?

Da wo es aufhört einem Mitspieler Spaß zu machen.
Ich bin für klare Absprachen, denn das Codeword will ich nicht hören "müssen". Alle abgesprochenen Schweinereien und Fieslichkeiten werden eingesetzt.
Meine Subs können sich aber 100 % sicher sein, dass sie mir vertrauen können und ich evtl. Fesselungen, etc niemals missbrauchen würde.
Brecht ihr die Grenzen?

Wessen Grenzen sprichst du an?
Wenn absprachegemäß an Grenzen gearbeitet wird, kann und will ich auch Grenzen überschreiten aber auch hier nur bis zum beiderseitigem Lustgewinn.

Wenn ja - wie brecht ihr diese Grenzen?

Absprachegemäß und wenn es an leichtes Aua geht, dann nur wie die Igel,..gaaaaanz vorsichtig.*zwinker*
Für mich kommt auch nur ein Lustschmerz in Frage, grobe Handhabungen und menschnunwürdige Dinge gibt es bei mir nicht.

LG *sonne*
18. August 2010
@ DerFoenig

Deine Antwort ist in meinen Augen sehr konfliktbehaftet - zumindest im letzten Absatz. Aber deine Fragen - bis auf die Letzte - treffen schon den Kern der Sache. Wir tasten uns so langsam ran.
18. August 2010

Was ist daran konflikzbehaftet, was der Foening schreibt?

Schlagen ist nicht alles!

Du kannst auch ganz leicht seelische Schmerzen verursachen. Die sind meist schlimmen als körperliche!

Luna
18. August 2010

SirDemian_Luna

Ihr habt das Posting von SchwarzeSonne72 nicht richtig verstanden,
versuch es einfach nochmal. *zwinker*
18. August 2010

Oh sorry, habe ich komplet anders verstanden *headcrash*
18. August 2010
Also

bei mir sind diese Schmerz-Grenzen eher Zonen, so ganz klar lassen die sich nicht definieren. Viel ist auch tagesformabhängig. Wie anstrengend der Tag war, wie viel ich geschlafen habe...und eben so viel hängt auch von meinem Partner ab. Wie gut ich ihn kenne, wie sehr ich ihm vertraue, wie groß die gegenseitige Sympathie ist.
Ob und in wie weit diese Grenzen verschoben oder gebrochen werden ist nicht meine Entscheidung, daher kann ich Dir dazu leider aus Aktiv-Sichtweise nichts sagen. Es ist schon so, dass ich dieses Verschieben zulasse und (hinterher) auch immer sehr glücklich und stolz darauf bin. Für mich liegt darin sehr viel von dem Reiz des Spiels begründet. Es sorgt für viel Nervenkitzel.
Aber das sieht jeder anders, und muß jeder für sich selbst beantworten.

Liebe Grüße
Lucie
18. August 2010

@schwarzesonne+sunny:
also ich verstehs auch grad nicht, inwiefern das konfliktbehaftet sein soll... *schritt zur seite geht* nee, wird nicht besser... helft mir doch mal auf die sprünge! *g*

und @schwarzesonne: was willst du denn jetzt eigentlich wissen? geht es dir nun viell doch mehr darum, wo die knoten beim bondage sitzen, oder wie ich meine sub mit worten dominiere, wie ich sie mit einem blick auf ihren platz weise, wielange ich sie zur strafe auf reiskörnern knien lasse, oder geht es dir "nur" um schlagtechniken und methoden?
ich kann bei dir leider nur einen fragennebel entdecken, und im nebel stochere ich so ungerne rum. tritt doch mal selbst in vorleistung und tue um was du bittest: WERD MAL KONKRET UND FRAGE KONKRET!
*top*
18. August 2010
Also für uns ...

Für uns gehören Liebe, Nähe und Sexualität untrennbar zusammen und sind eher ein dynamischer Prozess als etwas starr festgelegtes. Wir hatten einmal eine feste Liste von Jas, Vielleichts und Neins, aber der hat sich bereits stark verändert. An den Neins gibt es dabei für uns im Spiel nichts zu rütteln, die Vielleichts sind dafür da, um mit ihnen zu experimentieren. Und aus einem Vielleicht kann dabei ein Ja, aber auch ein Nein werden. Selbst ein Ja kann zum Nein werden — und das ist dann auch nicht schlimm.

Also konkret: Wir haben unsere Grenzen zusammen festgelegt, aber auch, welche mal testweise im Spiel überschritten werden dürfen, und welche absolut fix sind für den Moment. Beispiel: Hauen auf den Popo ist ein "go", Atemkontrolle geht gar nicht, ein unauffälliges D/s-Spiel in der Öffentlichkeit ist ein "Vielleicht".

Wir zerreden Spielsituationen nie, gleichen uns aber im normalen Kontext immer wieder ab, um so das nächste Spiel eventuell mit neu abgesteckten Grenzen zu spielen.

Liebe Grüße,

Smilla (sie und er)
18. August 2010

Also..... um das ganze mal zu klären: Die Formel lautet

Schmerz = Geilheit²+(Konsens*Mindfuck)-Moral

Du hast was anderes erwartet? Ähnlich wie derFoenig finde ich deine Frage zu allgemein, zu grob gehalten.

Wo wir unsere Grenzen ziehen, allein diese Frage ist schon nicht zu beantworten. Grenzen werden nicht gezogen, eine Grenze ist da, kann berührt, verschoben, im Konsens überschritten werden. Eine Grenze kann heute fallen und morgen doppelt so gut gesichert wieder da stehen. Grenzen sind flexibel.

Wieviel Schmerz? Keine Ahnung. Was lässt dein Konsens zu? Kennst Du Deinen Partner gut genug, um auch mal CNC (Consensual NonConsent) zu gehen? Oder ist Aua schon ein Safeword?

Woher sollen wir das wissen? Ich arbeite seit Jahren daran, meine Frau zu lesen, an dem nichthörbaren Rauschen der Luft in Ihren Poren bei jedem Schlag zu hören, ob der nächste stärker oder schwächer sein muss, an den Haarwurzeln zu sehen, ob die Seile an den Knieen noch angezogen werden können und am Klang der Augen wahrzunehmen, ob es ein Klammer, ein Nadel mehr sein darf.

Und trotzdem bin ich immer noch ein Zauberlehrling, mit dem Respekt vor den Mächten, die er ruft...
19. August 2010
Wieviel Schmerz gehört zu BDSM ??? BDSM vs. DS !!!

Das Pferd wird von Vorne her aufgezäumt....

Zur Klärung obiger nach Relativität schreihender Frage sollte zunächst die Begrifflichkeit geklärt werden da, bedauerlicherweise immernoch viele Zeitgenossen BDSM und DS miteinander zwanghaft verbinden.

BDSM = Bondage Domination Submission Sadochism Masochism

SM beinhaltet IMMER die Hinzufügung und Erduldung von Schmerz

BDSM ist also integral immer mit Schmerz in Verbindung zu bringen
ohne Schmerz KEIN BDSM, die hinzufügung von Schmerz ist mit ausnahme äußerst selterner reziproker Kreuzneigungen immer mit DS verbunden.

BDSM beinhaltet somit DS allerdings im Umkehrschluß ohne bedingende Relation zueinander, d. h. BDSM ohne DS gibt es nur in einer verschwindend gerinen Nische obig erwähnter kreuzneigungen ( d.h. Dominant und Maso trifft auf devot und sado); (siehe statistische Erhebungen zu diesem Thema). Kinsey Report, ebenda.
und The dark side of Sexuality/Reports; sowie, in der Psychoanalyse- Statistik differenzialdiagnostische Abhandlungen zum Thema Sadomasochistische Kombinantion mit Devotismus und Masochistische Kombination mit Dominanz.

DS beinhaltet keineswegs Bondage oder SM
denn DS kann ohne Bondage und ohne Sado-Masochismus ausgeübt werden.

Daher habe viele Menschen die in einer FemDom/malesub non SM Beziehung leben also Lady & Servant oder MaleDom/femsub non SM
Beziehung ein Problem mit BDSM in Verbindung gebracht zu werden.

Gleiches gilt natürlich für gleichgeschlechtliche DS Beziehungen.

In der BDSM-Schubladen-Denk-Welt gibt es hierzu in Verkennung der Sachlage leider meist nur adverse Reaktionen die auf Unverständnis beruhen.
19. August 2010

@Sean_Sirion: Sorry, aber warum immer dieses separieren, dieses (selbst-) Ausgrenzen der DS-Fraktion? Wie schön wäre es denn, wenn man sich endlich mal, bar jeder Wertung und Klassifizierung, als eine Kinky Community mit tausenden und Abertausenden Facetten sehen würde. Leben wäre einfacher und stressfreier.

Zum Thema 'kein Schmerz in D/s - Dynamiken': Wenn schon separieren, dann richtig: körperlicher Schmerz ist in reinen D/s - Beziehungen vielleicht seltener oder gar nich gewollt, dafür ist in vielen dieser Dynamiken der psychische Schmerz (Angst, Degradierung, Erniedrigung) durchaus vorhanden, wenn nich gar omnipotent.

Just my 2 cent
19. August 2010

aber warum immer dieses separieren, dieses (selbst-) Ausgrenzen der DS-Fraktion?

Ich finde die BDSMler teilweise schrecklich,
manche Ausführungen bringen mich zum Würgen.
Ich lese Geschichten und bekomme eine Gänsehaut.
Niemals würde ich so etwas mit einem Menschen machen wollen und können.
Ich nutze einen Mann als Toy und komme da komplett ohne starke Demütigungen, ohne Schmerzen und Angst aus.
Ich überschreite niemals Grenzen, nur um meine Macht zu verdeutlichen.

Ob und in wie weit diese Grenzen verschoben oder gebrochen werden ist nicht meine Entscheidung

Solche Aussagen von LaMi_ni distanzieren mich vom SM.


Auch andere, teilweise unglaubliche Tortouren;
blau geschlagene Brüste,
abgebundene Genitalien,
Nadeln an allen Körperpartien,
Striemen ohne Ende,
Brandspuren,
Kippen fressen,
Sex mit zufällig ausgewählten Obdachlosen,..etc
Anbinden an Fußgängerwegen,

..die Liste ließe sich noch einfach verlängern!


Für mich ist der Spaß da zu Ende,
ich finde das so unglaublich schrecklich,
dass ich schon beim Schreiben noch weiter abrücke.

Jeder soll seinen Spaß haben und wer es braucht,
eben auch den Spaß, den ich nicht verstehen kann.
Ich habe nicht den Anspruch alles verstehen zu müssen.

Sex, Lust und Leidenschaft vertragen sich in meinen Augen nicht mit Leid und Schmerz, ich sehe mich trotz meiner dominanten Neigungen NICHT als BDSMler.

LG *sonne*

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